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| Turiner Grabtuch - nachgemacht |
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Luigi Garlaschelli gelang es letztes Jahr, eine komplette Nachbildung des Turiner Grabtuches zu erstellen. Er nutzte dafür lediglich Farben und Mittel, die einem Künstler des Mittelalters zur Verfügung gestanden hätten. Über frühere ähnliche Versuche, wie die von Joe Nickell, ging Garlaschelli insofern hinaus, als er das Tuch zusätzlich künstlich altern ließ und die Farben nach dem Auftragen auf das Leinen teilweise wieder herauswusch. Das Ergebnis kommt dem Original erstaunlich nahe (s. Abb. oben: links das Replikat: rechts das Turiner Original).
Im letzten Bild sieht man die 3D-Rekonstruktion des Originaltuches, verglichen mit dem der Reproduktion. Alle Dateien können hier bei Luigi Garlaschelli heruntergeladen werden.
Obwohl dies das erste Replikat des gesamten Grabtuchs ist, hat es bereits zuvor Nachbildungen der Gesichtspartie gegeben. Der Maler Walter Sanford fertigte solch ein Replikat durch direktes Malen an. Von einer anderen Technik berichtete Joe Nickell bereits 1982 im Skeptical Inquirer. Nickell hatte nach verschiedenen Versuchen mit anderen Vorlagen ein Basrelief verwendet. Bei einem Basrelief ragt die plastische Darstellung nur wenig über den Hintegrund hinaus. Viele Münzen tragen auf einer Seite Personenabbildungen als Basrelief. Viele Leser dürften sich an ein Spiel aus ihrer Kinderzeit erinnern: Legt man ein Stück Papier auf die Münze und reibt mit einer Bleistiftmine darüber, entsteht ein Pseudonegativ. Das Turiner Grabtuch ist Ergebnis einer ausgeklügelte Variante dieser Methode. Die jahrhundertelange Vergilbung, verursacht durch die katalysierende Wirkung der vermutlich leicht säuerlichen Farben, hat das Ihre zum heutigen Aussehen des Turiner Tuchs beigetragen. Hier schildert Luigi Garlaschelli, mit welchen Methoden er seine Grabtuch-Replik angefertigt hat. Amardeo Sarma Alle Abb.: Luigi Garlaschelli
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