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e-Skeptiker - Newsletter für Wissenschaft und kritisches Denken

herausgegeben vom "Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken" der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP)


Nr. 5/2001 (01.08.2001)

Inhalt dieser Ausgabe:

> Kurz berichtet

> Webtipps

> Lesetipps

> TV-Tipps

> Veranstaltungshinweise


> Kurz berichtet

Nessie in Wirklichkeit ein Erdbeben?

Dr. Luigi Piccardi vom geologischen Forschungszentrum in Florenz versucht, Mythen durch geologische Ereignisse zu erklären. So erklärt er die Prophezeiungen des Orakels von Delphi durch berauschende Gase, die bei tektonischen Bewegungen aus Kalksteinschichten an die Oberfläche traten. Auch die Sage der "chthonischen Drachen" führt er auf geologische Aktivitäten zurück. Auf der Konferenz der Earth System Processes in Edinburgh erläuterte Piccardi, dass seines Erachtens die Erscheinungen des Monsters von Loch Ness auf Erdbeben zurückzuführen sind. Die ersten Nessie-Berichte aus dem 7. Jahrhundert erwähnen z.B. starke Erschütterungen. Da Loch Ness auf einer großen Verwerfungsspalte (Great Glen Fault) liegt, könnten bei Beben Gase aufsteigen, die dann als große Blasen die Seeoberfläche erreichen und dort als Ungeheuer fehlgedeutet werden könnten. Hilary Heason (British Geological Survey) stuft diese These jedoch als unhaltbar ein, u.a. weil die von Piccardi erwähnte Verwerfung keine nennenswerte Erdbebenquelle sei.

Quellen

Unterschätzte Nebenwirkungen von Naturheilmitteln

In der Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association" (JAMA) warnen Wissenschaftler der University of Chicago vor ernsthaften Neben- und Wechselwirkungen, die Naturheilmittel bei Operationen verursachen können. Zu den untersuchten Präparaten gehören u. a. Knoblauch, Ginkgo, Ginseng, Sonnenhut und Baldrian. Diese pflanzlichen Mittel können beispielsweise die Blutgerinnung hemmen, den Puls beeinflussen, die Narkosewirkung verlängern, das Immunsystem sensibilisieren und mit anderen Medikamenten wechselwirken, selbst wenn die Einnahme der Präparate eine Woche vor der Operation eingestellt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass Patienten vor einer Operation häufig selbst auf ausdrückliche Nachfrage hin verschweigen, dass sie pflanzliche Präparate eingenommen haben. Die American Society of Anesthesiologists empfiehlt daher, zwei Wochen vor geplanten Operationen die Einnahme pflanzlicher Präparate einzustellen.

Quellen

> Webtipps

  • Bekommen Sie des öfteren von Freunden Mails mit der Bitte, diese elektronische Petition zu unterschreiben, jenen Virusalarm zu verbreiten oder diesen Aufruf zum Tankboykott zu unterstützen - und die Mail auf jeden Fall an möglichst viele Personen weiterzuschicken? Wenn Sie sich nicht über die Seriosität derartiger Aufrufe im Klaren sind, schauen Sie doch bei den Seiten der TU Berlin vorbei unter http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax.shtml. Diese immer aktuellen Seiten helfen Ihnen bei der Unterscheidung von unbegründeten Virenwarnungen ("hoaxes"), seriösen Spendenaufrufen und obskuren Kettenbriefen.
  • Sind Sie des "bösen" Atomstroms überdrüssig? Wollen Sie aus Ihrer Steckdose nur "guten" Strom - etwa aus Wasserkraft - zapfen? Unter http://www.nucleostop.onlinehome.de wird ein Gerät beworben, das die "Signatur" von "Atomstrom" erkennen und diesen zurück an den Betreiber schicken soll - sodass nur den Strom mit guter "Signatur" durchgelassen wird. Entscheiden Sie selbst: Parodie oder Ernst?
  • Die Prophezeiungen von Nostradamus üben auch über 400 Jahre nach dessen Tod eine ungeheure Anziehungskraft aus - wie ein Blick auf die Bucherscheinungen der letzten Jahre zeigt. Volker Guiard sieht die Prophezeiungen und Deutungen der Nostradamusinterpreten wie z.B. Manfred Dimde kritischer; seine Internetseite finden Sie unter http://www.fbn-dummerstorf.de/fb2/guiard/deutsch/DIMDE/dimdwelt.htm

> Lesetipps

  • Ziegler, Roland: Ayurveda & Co. - Sanfte Killer aus Fernost. Ein Blick hinter die Kulissen ayurvedischer, chinesischer und sonstiger fernöstlicher Wundermittel. VRZ-Verlag, Weiskirchen 2001, 126 S., DM 38,73 (EUR 19,80), ISBN 3-933702-03-8. Fernöstliche Heilmittel sind "in". Exotisch, wirksam, nebenwirkungsarm - so meinen viele Verbraucher. Roland Ziegler wirft in seinem neuen Buch einen kritischen Blick auf die oft als regelrechte Wundermittel gepriesenen Pulver, Tees und Säfte und zeigt, dass Liv.52, Kava-Kava, Kombucha, Noni-Saft oder Tian Xian neben einem gesundheitsfördernden Potenzial auch unnütz oder gar schädlich sein können. Auszüge aus dem Buch sind unter http://www.vrzverlag.com/buchmarkt/ayurco.htm zu lesen.
  • Burkhard, Barbara: Anthroposophische Arzneimittel - Eine kritische Betrachtung. PZ-Schriftenreihe, Band 10.176 S., GOVI-Verlag, Eschborn 2000, DM 32,85 (EUR 16,80). ISBN 3-7741-0810-2. Die auf Rudolf Steiner zurückgehende Anthroposophische Medizin (z.B. die Misteltherapie bei Krebserkrankungen) genießt bei Patienten einen guten Ruf und gehört neben Homöopathie und Pflanzenheilkunde zu den besonderen Therapierichtungen. Über die theoretischen Hintergründe, Diagnosemethoden und Herstellung der Präparate wissen medizinische Laien, aber auch Angehörige der Heilberufe nur wenig. In diesem Buch werden diese Grundlagen anhand vieler Originaltexte dargelegt und einer Bewertung aus naturwissenschaftlicher Sicht unterzogen. Das Buch fasst eine 16-teilige Artikelserie zusammen, die ursprünglich in der "Pharmazeutischen Zeitung" erschien.

> TV-Tipps

> Veranstaltungshinweise

  • Steht das Schicksal in den Sternen? Das "Forum der Technik" in München präsentiert zum ersten Mal eine multimediale Planetariumsshow zur Astrologie. Neben der Entstehungsgeschichte und den Grundzügen der Astrologie wird auch das gespannte Verhältnis zwischen Astrologie und Astronomie thematisiert sowie auf die kritischen Fragen eingegangen, die die Wissenschaften an die Astrologie stellen. Die Vorführtermine und weitere Informationen zu dieser Show erhalten Sie im Internet unter http://www.fdt.de/planetarium/schicksal/index.phtml oder bei Mariette Temme.
  • Erinnerung: Workshop "Einführung ins kritische Denken". Am 27.10.2001 bietet die GWUP einen Workshop zum Thema "Kritisches Denken" unter der Leitung von Christoph Bördlein an (s. e-Skeptiker 4/2001). Termin: Samstag, 27.10.2001, 11-17h. Ort: Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken, Arheilger Weg 11, 64380 Roßdorf (bei Darmstadt). Mehr unter: http://www.gwup.org/ueberuns/zentrum/veranstaltungen. Anmeldung bitte bei zentrum@gwup.org.
  • Symposium Turm der Sinne 2001: "Die Natur der Idee - Wahrnehmung und Intelligenz" Termin: Freitag bis Sonntag, 28.-30.09.2001. Ort: Aufseß-Saal des Germanisches Nationalmuseums Nürnberg (http://www.gnm.de). Präsentiert werden Vorträge zu "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden", "Die biopsychologischen Grundlagen der menschlichen Intelligenz", "Tierisch schlau - Intelligentes Verhalten bei Tieren", Podiumsdiskussion zu den "großen Kontroversen der Intelligenzforschung" u.v.m. Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.turmdersinne.de, E-Mail: info@turmdersinne.de oder Tel. (09 11) 44 16 20.

Weitere Veranstaltungshinweise


Impressum: Herausgeber und Redaktionsanschrift: Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken, GWUP e.V., Arheilger Weg 11, 64380 Roßdorf. E-mail an die Redaktion: e-skeptiker@gwup.org Redaktion: Jochen Bergmann, Michaela Höpfner, Michael Janßen, Thomas Kettenring, Dr. Martin Mahner (V.i.S.d.P.), Patrick Schlimm, Rene Schweinberger.

© 2001 GWUP. Die Weiterverbreitung dieses Newsletters zu nicht-kommerziellen Zwecken (bitte mit Quellenangabe und/oder diesem Impressum) ist erwünscht. Infos zum (Ab-)Bestellen des e-Skeptiker: http://www.gwup.org/mailinglisten/index.html. Archiv: http://www.gwup.org/e-skeptiker/archiv.html. Für Inhalte auf anderen Servern als www.gwup.org wird keine Haftung übernommen. Unter http://www.gwup.org erfahren Sie mehr über die Ziele der GWUP und wie Sie unsere ehrenamtliche Arbeit unterstützen und Mitglied werden können.



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