e-Skeptiker - Newsletter für Wissenschaft und kritisches Denken
herausgegeben vom "Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken" der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP)
Die britische Royal Mail hat anläßlich des 100. Jahrestages
der Nobelpreisverleihung sechs neue Poststempel sowie eine Broschüre
veröffentlicht, in deren einleitendem Teil konstatiert wird, dass
die Entwicklungen in der Quantenphysik und Informationstechnologie dahin
führen könnten, Erklärungen über Phänomene zu
liefern, die in den konventionellen Wissenschaften noch nicht verstanden
werden. Als Beispiel wird die Telepathie angeführt. Geschrieben wurde
dieser Beitrag vom Nobelpreisträger und Professor an der University
of Cambridge Brian Josephson. Hiermit handelte er sich die Kritik anderer
britischer Wissenschaftler ein. So weist Andrew Steane (Quantenphysiker
an der University of Oxford) darauf hin, dass nur sehr wenige Physiker
Telepathie für existent halten. Robert Evans von der University of
Bristol drückt sein Unbehagen darüber aus, dass die Royal Mail
etwas publiziert, in dem
behauptet wird, dass Quantenphysik irgendetwas mit Telepathie zu tun
hat. Kathryn Hollingsworth, eine Sprecherin der Royal Mail, räumt
ein, dass man Josephson's Aussage vielleicht vorher hätte prüfen
müssen; da er jedoch Nobelpreisträger ist, gestand man ihm ausreichende
Glaubwürdigkeit zu.
In Klagenfurt (Österreich) unterhält Andreas Sdarchel, der
sich Hexenmeister "Dakaneth" nennt, eine Hexen-Schule mit derzeit 15
eingeschriebenen Studenten. Diese bietet eine sechs Semester dauernde
theoretische und praktische Ausbildung an, die (nach mündlicher und
schriftlicher Prüfung) mit dem Hexendiplom "Zertifikat Veneficus"
abschließt. Zum Lehrplan gehören die Lehren der Kelten und Druiden,
Magie, Runenkunde, Rutengehen aber auch Astronomie, Biologie, Botanik und
Anatomie. In jedem Semester finden sich die künftigen Hexer zu einem
Seminar zusammen, in dem das Erlernte in der Praxis erprobt wird. Salbenkochen,
Destillieren, Massage, all dies steht auf dem Programm. Sdarchel weist
darauf hin, dass die Hexerei nichts mit Religion zu tun
habe und seine Schule großen Wert auf die naturwissenschaftliche
Ausbildung lege. Mit 950 Schilling (130 DM) monatlich sind die zukünftigen
Hexer dabei und müssen dazu nicht einmal den Weg nach Kärnten
antreten: Die Hexenausbildung wird auch als Fernstudium oder per Internet
angeboten.
Dr. Alois Reutterer macht sich auf seinen
Internetseiten Gedanken über den Unterschied zwischen "normalen" und
Pseudowissenschaften, die Frage nach außerirdischem Leben sowie den
Dingen zwischen Himmel und Erde. Seine Aufsätze finden Sie hier.
Mit "spannenden
Themen, Problemen und Thesen" befasst sich Herbert Huber. Neben einem
Aufsatz zur Pseudowissenschaft werden auch der berühmte "Schmetterlingseffekt"
der Chaostheorie, die "Goldbachsche Vermutung" und andere kniffelige Fragen
aus Naturwissenschaft und Philosophie behandelt.
> Lesetipps
Stöhr, Manfred (2001) Ärzte, Heiler,
Scharlatane. Schulmedizin und alternative Heilverfahren auf dem Prüfstand.
Darmstadt: Steinkopff-Verlag. 216 S., ISBN 3-7985-1305-8, DM 39,92 (EUR
20,41)
Alternativmedizinische Verfahren umfassen ein weites Spektrum von Erfolg
versprechenden und wissenschaftlich bestätigten Verfahren bis zu spekulativen,
möglicherweise gefährlichen Therapien. Nach einem Überblick
über die Geschichte der Heilkunde und der gegenwärtigen Lage
der Schulmedizin nimmt Stöhr die unterschiedlichsten Verfahren unter
die Lupe und schildert seinen Ansatz der "Integrativen Medizin als Zukunftsmodell".
Günter Nimtz (2001) Handy, Mikrowelle,
Alltagsstrom - Gefahr Elektrosmog? München: Richard Pflaum Verlag.
130 S., ISBN 3-7905-0841-1, DM 29,80.
Verlagsinfo: "Der Autor beschreibt in verständlicher Form die
Effekte, die durch elektromagnetische Strahlung bzw. durch elektrische
oder magnetische Felder bei Mensch, Tier und Pflanze auftreten können
und geht dann im Einzelnen auf die Wirkung bestimmter technischer Strahlungsquellen
ein (z.B. Handy, Mikrowelle, Bildschirm). (...) Ein Sachbuch für Fachleute,
technisch Interessierte und alle Personen, die mit technischem Gerät
umgehen."
> Veranstaltungshinweise
Faszinierendes Weltall - Eine Vortragsreihe des
Förderkreises Planetarium Göttingen e.V. (FPG) in Zusammenarbeit
mit der Volkshochschule Göttingen (Kurs 012-6808). Jeweils Dienstags
um 20.00 Uhr im ZHG der Universität Göttingen, Platz der Göttinger
Sieben, Hörsaal 008. Eintritt 5 DM, ermäßigt 3 DM, für
Mitglieder des FPG frei.
13. November 2001: Der Vampir - Ein Mythos wird obduziert. Prof.
Dr. Dr. Thomas Crozier, Zentrum Anästhesiologie Göttingen, Priv.
Doz. Dr. Frank Möbus, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin.
11. Dezember 2001: Astrologie - Wahrheit oder Aberglaube? Prof. Dr.
Josef Fried, MPI für Astronomie, Heidelberg.
Quelle: http://www.uni-sw.gwdg.de/pubrel/FPG/termine.html
Debatte: Ursprung des Lebens
Eine Veranstaltung im Rahmen der "Wintervorträge" des Deutschen
Museums:
Professoren aus den unterschiedlichsten Fachbereichen werden an der
Debatte teilnehmen.
19. Dezember 2001. Beginn 19.00 Uhr (Einlaß 18.30 Uhr) im Ehrensaal,
Eintritt: DM 5,- (Abendkasse ab 16.00 Uhr, Eingangshalle). Quelle: http://www.deutsches-museum.de/info/veranst/veranst.htm#winter.
Weitere Infos: Rainer Mählmann, Tel: (0 89) 21 79 - 2 93
Impressum:
Herausgeber und Redaktionsanschrift: Zentrum für Wissenschaft und
kritisches Denken, GWUP e.V., Arheilger Weg 11, 64380 Roßdorf. E-mail
an die Redaktion: e-skeptiker@gwup.org
Redaktion: Jochen Bergmann, Michaela Höpfner, Michael Janßen,
Thomas Kettenring, Dr. Martin Mahner (V.i.S.d.P.), Patrick Schlimm, Rene
Schweinberger.