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e-Skeptiker - Newsletter für Wissenschaft und kritisches Denken

herausgegeben vom "Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken" der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP)


Nr. 7/2001 (6.11.2001)

Inhalt dieser Ausgabe:

> Kurz berichtet

> Webtipps > Lesetipps > Veranstaltungshinweise

> Kurz berichtet

Royal Mail: Quantenphysik erklärt Telepathie

Die britische Royal Mail hat anläßlich des 100. Jahrestages der Nobelpreisverleihung sechs neue Poststempel sowie eine Broschüre
veröffentlicht, in deren einleitendem Teil konstatiert wird, dass die Entwicklungen in der Quantenphysik und Informationstechnologie dahin führen könnten, Erklärungen über Phänomene zu liefern, die in den konventionellen Wissenschaften noch nicht verstanden werden. Als Beispiel wird die Telepathie angeführt. Geschrieben wurde dieser Beitrag vom Nobelpreisträger und Professor an der University of Cambridge Brian Josephson. Hiermit handelte er sich die Kritik anderer britischer Wissenschaftler ein. So weist Andrew Steane (Quantenphysiker an der University of Oxford) darauf hin, dass nur sehr wenige Physiker Telepathie für existent halten. Robert Evans von der University of Bristol drückt sein Unbehagen darüber aus, dass die Royal Mail etwas publiziert, in dem
behauptet wird, dass Quantenphysik irgendetwas mit Telepathie zu tun hat. Kathryn Hollingsworth, eine Sprecherin der Royal Mail, räumt ein, dass man Josephson's Aussage vielleicht vorher hätte prüfen müssen; da er jedoch Nobelpreisträger ist, gestand man ihm ausreichende Glaubwürdigkeit zu.
 

Quellen

  • Erica Klarreich, London. Nature 413 (6854, 27. Sept), 2001, 339.

  •  
Hexen-Schule

In Klagenfurt (Österreich) unterhält Andreas Sdarchel, der sich Hexenmeister "Dakaneth" nennt, eine Hexen-Schule mit derzeit 15
eingeschriebenen Studenten. Diese bietet eine sechs Semester dauernde theoretische und praktische Ausbildung an, die (nach mündlicher und schriftlicher Prüfung) mit dem Hexendiplom "Zertifikat Veneficus" abschließt. Zum Lehrplan gehören die Lehren der Kelten und Druiden, Magie, Runenkunde, Rutengehen aber auch Astronomie, Biologie, Botanik und Anatomie. In jedem Semester finden sich die künftigen Hexer zu einem Seminar zusammen, in dem das Erlernte in der Praxis erprobt wird. Salbenkochen, Destillieren, Massage, all dies steht auf dem Programm. Sdarchel weist darauf hin, dass die Hexerei nichts mit Religion zu tun
habe und seine Schule großen Wert auf die naturwissenschaftliche Ausbildung lege. Mit 950 Schilling (130 DM) monatlich sind die zukünftigen Hexer dabei und müssen dazu nicht einmal den Weg nach Kärnten antreten: Die Hexenausbildung wird auch als Fernstudium oder per Internet angeboten.

Quellen


> Webtipps

  • Unter dem Titell "Die Quadratur des Kreises" stellt Nils Hesberg kritische Fragen zur Astrologie.

  •  
  • Dr. Alois Reutterer macht sich auf seinen Internetseiten Gedanken über den Unterschied zwischen "normalen" und Pseudowissenschaften, die Frage nach außerirdischem Leben sowie den Dingen zwischen Himmel und Erde. Seine Aufsätze finden Sie hier.

  •  
  • Mit "spannenden Themen, Problemen und Thesen" befasst sich Herbert Huber. Neben einem Aufsatz zur Pseudowissenschaft werden auch der berühmte "Schmetterlingseffekt" der Chaostheorie, die "Goldbachsche Vermutung" und andere kniffelige Fragen aus Naturwissenschaft und Philosophie behandelt.

  •  
> Lesetipps
  • Stöhr, Manfred (2001) Ärzte, Heiler, Scharlatane. Schulmedizin und alternative Heilverfahren auf dem Prüfstand. Darmstadt: Steinkopff-Verlag. 216 S., ISBN 3-7985-1305-8, DM 39,92 (EUR 20,41)

  • Alternativmedizinische Verfahren umfassen ein weites Spektrum von Erfolg versprechenden und wissenschaftlich bestätigten Verfahren bis zu spekulativen, möglicherweise gefährlichen Therapien. Nach einem Überblick über die Geschichte der Heilkunde und der gegenwärtigen Lage der Schulmedizin nimmt Stöhr die unterschiedlichsten Verfahren unter die Lupe und schildert seinen Ansatz der "Integrativen Medizin als Zukunftsmodell".
  • Günter Nimtz (2001) Handy, Mikrowelle, Alltagsstrom - Gefahr Elektrosmog? München: Richard Pflaum Verlag. 130 S., ISBN 3-7905-0841-1, DM 29,80.

  • Verlagsinfo: "Der Autor beschreibt in verständlicher Form die Effekte, die durch elektromagnetische Strahlung bzw. durch elektrische oder magnetische Felder bei Mensch, Tier und Pflanze auftreten können und geht dann im Einzelnen auf die Wirkung bestimmter technischer Strahlungsquellen ein (z.B. Handy, Mikrowelle, Bildschirm). (...) Ein Sachbuch für Fachleute, technisch Interessierte und alle Personen, die mit technischem Gerät umgehen."


> Veranstaltungshinweise

  • Faszinierendes Weltall - Eine Vortragsreihe des Förderkreises Planetarium Göttingen e.V. (FPG) in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Göttingen (Kurs 012-6808). Jeweils Dienstags um 20.00 Uhr im ZHG der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben, Hörsaal 008. Eintritt 5 DM, ermäßigt 3 DM, für Mitglieder des FPG frei. 

  • 13. November 2001: Der Vampir - Ein Mythos wird obduziert. Prof. Dr. Dr. Thomas Crozier, Zentrum Anästhesiologie Göttingen, Priv. Doz. Dr. Frank Möbus, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin.
    11. Dezember 2001: Astrologie - Wahrheit oder Aberglaube? Prof. Dr. Josef Fried, MPI für Astronomie, Heidelberg.
    Quelle: http://www.uni-sw.gwdg.de/pubrel/FPG/termine.html
     

  • Debatte: Ursprung des Lebens

  • Eine Veranstaltung im Rahmen der "Wintervorträge" des Deutschen Museums:
    Professoren aus den unterschiedlichsten Fachbereichen werden an der Debatte teilnehmen.
    19. Dezember 2001. Beginn 19.00 Uhr (Einlaß 18.30 Uhr) im Ehrensaal,  Eintritt: DM 5,- (Abendkasse ab 16.00 Uhr, Eingangshalle). Quelle: http://www.deutsches-museum.de/info/veranst/veranst.htm#winter. Weitere Infos: Rainer Mählmann, Tel: (0 89) 21 79 - 2 93
Weitere Veranstaltungshinweise


Impressum: Herausgeber und Redaktionsanschrift: Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken, GWUP e.V., Arheilger Weg 11, 64380 Roßdorf. E-mail an die Redaktion: e-skeptiker@gwup.org Redaktion: Jochen Bergmann, Michaela Höpfner, Michael Janßen, Thomas Kettenring, Dr. Martin Mahner (V.i.S.d.P.), Patrick Schlimm, Rene Schweinberger

© 2001 GWUP. Die Weiterverbreitung dieses Newsletters zu nicht-kommerziellen Zwecken (bitte mit Quellenangabe und/oder diesem Impressum) ist erwünscht. Infos zum (Ab-)Bestellen des e-Skeptiker: http://www.gwup.org/mailinglisten/index.html. Archiv: http://www.gwup.org/e-skeptiker/archiv.html. Für Inhalte auf anderen Servern als www.gwup.org wird keine Haftung übernommen. Unter http://www.gwup.org erfahren Sie mehr über die Ziele der GWUP sowie die von ihr herausgegebene Zeitschrift "Skeptiker".
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