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e-Skeptiker - Newsletter für
Wissenschaft und kritisches Denken
herausgegeben
vom "Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken" der
"Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von
Parawissenschaften e.V." (GWUP)
Nr. 02/2006 (10.02.2006)
Déjà-vu-Erlebnisse lassen sich erklären Wahrscheinlich hat jeder diese Situation
schon einmal
erlebt: Man ist zum ersten Mal an einem Ort und hat das Gefühl,
schon einmal
dort gewesen zu sein. Man ist bei Freunden, jemand sagt etwas und man
glaubt,
genau diese Situation schon einmal erlebt zu haben. Wissenschaftler
sprechen
hier von einem "Déjà-vu" (dt. schon mal gesehen). Doch
wie kommt
dieses Phänomen zustande? Gibt es Menschen, die hellseherische
Fähigkeiten
haben? Haben wir alle diese Begabung? Mit diesem derzeit
noch laufenden Forschungsprojekt, dem "Cognitive
Feeling Framework (CFF)", hofft man, zu einem besseren Verständnis
des
Déjà-vu-Phänomens zu gelangen. Dr. Moulin sieht
gerade bei Menschen, die
chronisch an derartigen Erlebnissen leiden, eine Scheu darüber zu
sprechen, um
nicht als geisteskrank zu gelten. Nachdem ihnen der erste o.g. Patient
über den
Weg gelaufen war, fanden die britischen Forscher jedoch heraus, dass
dieses
Leiden häufiger vorkommt. Dies kann zu Depressionen führen;
manche Patienten
werden gar mit Medikamenten gegen Psychosen behandelt. Nach
Überzeugung der
Wissenschaftler handelt es sich hier jedoch nicht um einen Wahn,
sondern um
eine Störung der Gedächtnisfunktion. Das Interessante an
diesen Patienten sei,
dass sie sich detailliert an Dinge zu erinnern glauben, die nie
stattgefunden
haben. Dies lässt vermuten, dass das Gehirn Erinnerungen und
Erlebnisse, die
mit Erinnerungen verknüpft sind, auf verschiedene Art und Weise
verarbeitet.
Moulin glaubt, dass beim Erinnern ein Kreislauf in Gang gesetzt wird,
der
sowohl die Erinnerung hervorholt als auch die Selbstwahrnehmung in der
Vergangenheit.
Bei Deja-Vu-Kranken ist dieser Kreislauf gestört, sodass
Gedächtnisinhalte von
Erlebnissen kreiert werden, die gar nicht stattgefunden haben. Neue
Informationen werden bei diesen Menschen dann von Gefühlen
begleitet, sich zu
erinnern. Mit bildgebenden Verfahren versucht man in Leeds nun
herauszufinden, ob
bei verschiedenen Personen beim Mitteilen von deren subjektiven
Erfahrungen die
gleichen Zentren im Gehirn aktiviert werden. An chronischem Déjà-vu
Leidende bräuchten nach Dr. Moulin
die Gewissheit, nicht mit ihrem Problem allein zu sein. Er versucht
daher, weltweit
ein Netz von Patienten aufzubauen, um mehr über die Ursachen
dieser Erkrankung
zu erfahren. Sollte es dem Team der Universität Leeds also
gelingen,
wirksame Behandlungsmethoden für dieses Leiden zu entwickeln,
könnten Vorstellungen
von Vorhersagen und übernatürlichen Ahnungen vielleicht bald
der Vergangenheit
angehören. Weitere Informationen
Diese Meldung der GWUP wurde erstmals am 05.02.2005 auf den Seiten der GWUP veröffentlicht. Weitere aktuelle Meldungen immer direkt auf der Startseite der GWUP unter http://www.gwup.org. Impressum:
Herausgeber und Redaktionsanschrift: Zentrum für Wissenschaft und
kritisches Denken, GWUP e.V., Arheilger Weg 11, 64380 Roßdorf.
E-mail an die Redaktion bitte über unser Kontaktformular. Redaktion: Dr.
Martin Mahner (V.i.S.d.P.), Holger von Rybinski. Alle
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