Verzeichnis

Home > Aktuell

News
e-Skeptiker

Aktuelle Ausgabe
Allgemeine Informationen

Archiv

06/2007 nicht archiviert
05/2007 nicht archiviert
04/2007
 03/2007 nicht archiviert
Ältere Ausgaben

Pressemitteilungen der GWUP
Termine
Sitemap















Infos

Links
Lesetipps

Regionalgruppen
Who is Who

Newsletter & Mailinglisten


e-Skeptiker - Newsletter für Wissenschaft und kritisches Denken
herausgegeben vom "Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken" der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP)

Nr. 13/2006 (20.10.2006)

Angewandte Kinesiologie in der Zahnmedizin hilft nicht weiter

Der Zahnmediziner Prof. Dr. Dr. Hans-Jörg Staehle hat die Ergebnisse einer Studie der Universitätsklinik Heidelberg präsentiert, bei der untersucht wurde, ob mittels Kinesiologie die Verträglichkeit von zahnärztlichen Materialien bestimmt werden kann.

Mit der von ihren Verfechtern auch "Applied Kinesiology (AK)" genannten Methode soll mittels Muskeltests ermittelt werden, ob jemand krank ist oder allergisch auf bestimmte Stoffe reagiert. Bei der Heidelberger Studie wurden 112 Testpersonen untersucht. Zwei Zahnärzte, die zusätzlich zu ihrer fachmedizinischen Ausbildung über Qualifikationen zur Kinesiologie verfügten, testeten bei den Probanden die Verträglichkeit zweier zahnärztlicher Restaurationswerkstoffe. Nachdem sich 31 Personen als für die Versuche nicht geeignet erwiesen, ermittelten die Zahnärzte in der ersten Testphase 34 Probanden, die die Werkstoffe vertrugen; sieben vertrugen sie nicht. Bei 40 Testpersonen wurde ermittelt, dass sie Präparat I vertrügen, Präparat II jedoch nicht bzw. umgekehrt. Bei der zweiten Gruppe wurde nun in einem zweiten verblindeten Test ermittelt, ob die Tester die gleiche Verträglichkeit / Unverträglichkeit herausfinden konnten wie beim ersten Mal -- mit vernichtendem Ergebnis. Die AK-Diagnosen waren nicht zutreffender, als wenn sie mit einem Würfel ermittelt worden wären. Interessanterweise wurde mittels der Kinesiologie auch eine höhere Unverträglichkeitsrate von Zahnwerkstoffen ermittelt, als sie in der Praxis tatsächlich auftritt.

 Mit der Heidelberger Untersuchung liegen nun auch für die Zahnmedizin Ergebnisse vor, wie sie bislang nur aus dem Bereich der Allgemeinmedizin ermittelt wurden. Staehle, der die Arbeit zusammen mit zwei Kollegen verfasst hat, bemängelt in einem Artikel der "Zahnmedizinischen Mitteilungen-online" denn auch das Fehlen nachvollziehbarer wissenschaftlicher Überprüfungen zur Applied Kinesiology durch deren Vertreter selbst, obwohl die Methode schon seit etwa 40 Jahren praktiziert und allein in Mitteleuropa von schätzungsweise 1000-2000 Anwendern zur Verträglichkeitsprüfung von Zahnmaterialien herangezogen wird. Dabei wären wissenschaftliche Strudien in diesem Falle einfach und kostengünstig durchzuführen. Laut Staehle werde dem Willen und der Überzeugung bei Anhängern von alternativmedizinischen Verfahren mehr Wert beigemessen als wissenschaftlich- rationaler Erkenntis und Nachweisführung. Dabei kennt der Zahnmediziner aus seiner Arbeit in Heidelberg zahlreiche Fälle, in denen Patienten zur Behandlung kamen, denen aufgrund von alternativmedizinischen Fehldiagnosen gesunde Zähne beschädigt oder entfernt wurden, ohne dass sie eine Besserung ihrer Beschwerden erfahren hätten.

 Er schließt sich deshalb der Aussage von Edzard Ernst an, der bereits vor einiger Zeit nach Auswertung der Literatur zu AK und ähnlichen Verfahren zu dem Schluss kam, dass derjenige, der finanziell von einer alternativen Heilmethode profitiere, auch deren Wirksamkeit belegen müsse. Könne dieser positive Nachweis nicht erbracht werden, "sollte vor dem Verfahren mit allem Nachdruck gewarnt werden".


Quellen:
  • Zahnärztliche Mitteilungen online vom 01.10.2006
  • Staehle HJ, Koch MJ, Pioch T (2005): Doubleblind Study on Materials Testing with Applied Kinesiology. J Dent Res 84(11): 1066-1069. Abstract beim Verlag

Diese Meldung  wurde erstmals am 20.10.2006 auf den Seiten der GWUP veröffentlicht. Weitere aktuelle Meldungen immer direkt auf der Startseite der GWUP unter http://www.gwup.org.


Impressum: Herausgeber und Redaktionsanschrift: Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken, GWUP e.V., Arheilger Weg 11, 64380 Roßdorf. E-mail an die Redaktion bitte über unser KontaktformularRedaktion: Dr. Martin Mahner (V.i.S.d.P.), Holger von Rybinski. Alle Texte - soweit nicht andes gekennzeichnet - © 2006 GWUP. Die Weiterverbreitung dieses Newsletters zu nicht-kommerziellen Zwecken (bitte mit Quellenangabe und/oder diesem Impressum) ist erwünscht. Infos zum (Ab-)Bestellen des e-Skeptiker: http://www.gwup.org/mailman/listinfo/e-skeptiker-abo. Archiv: http://www.gwup.org/e-skeptiker/archiv.html. Für Inhalte auf anderen Servern als www.gwup.org wird keine Haftung übernommen. Unter http://www.gwup.org erfahren Sie mehr über die Ziele der GWUP sowie die von ihr herausgegebene Zeitschrift "Skeptiker".



[ Home | Aktuell | Skeptiker | Themen | Shop | Über uns | Mitglieder | Kontakt ]

Fragen, Probleme, Anregungen?

©1996-2008 GWUP e.V.