Ufo-Sichtungen im Spiegel der Jahrzehnte (3) Drucken E-Mail

22.04.2006 (GWUP) - Werner Walter, Deutschlands UFO-Forscher Nr. 1 hat sein Archiv durchstöbert und einige interessante Meldungen aus den 50iger, 60iger und 70iger Jahren zusammengestellt. Wir stellen diese in einer dreiteiligen Serie vor. Lesen Sie hier den Teil 3.

Forschung nach Leben im All kam es mit ddp aus Moskau und am 3. April 1976 schrieb die Frankfurter Rundschau: Mit der Erkundung außerirdischer Zivilisation beschäftigt sich ein Komitee der Internationalen Akademie für Astronautik in Moskau, dessen Vorsitzender der tschechoslowakische Wissenschaftler Rudolf Pecek ist. In einem Interview mit der Moskauer Wochenzeitung Nedelja bezeichnete er am Freitag diese Forschung als "logische Fortsetzung der Kosmonautik". Das Forschungsprogramm des internationalen Komitees sieht die Entwicklung von Geräten und Apparaturen vor, um kosmische Signale "künstlicher" Herkunft herauszufinden. Bisher - so erklärte der Wissenschaftler der Nedelja - verfügt die Wissenschaft über keinerlei Beweise, daß in der Galaxis Zivilisationen vorhanden sind. Alle bisher aus dem kosmischen Raum aufgefangenen Signale stammten einwandfrei nicht von anderen Zivilisationen.

Was verschweigt die Luftwaffe? So wurden Zeugenaussagen manipuliert - Befehl aus Washington - UFO-Zentrale bald in Deutschland? hieß es so am 18.April 1976 in der BILD-am-Sonntag: Zunächst wird uns breit der Vorfall aus Portage County in Ohio vom frühen Morgen des 16.April 1966 nahegebracht, als die Polizeibeamten Dale F.Spaur und Wilburg Neff eine vorgebliche "Fliegende Untertasse" jagten, die dann von der US Air Force als Sichtung der Venus erklärt wurde. Hierzu wird Professor Hynek zitiert: "Das ist typisch. Das Verteidigungsministerium hatte den Befehl gegeben, für alles eine Erklärung zu finden. Ich habe es doch immer wieder erlebt: Wann immer ein Fall problematisch wurde, wann immer etwas hinter einem solchen Fall zu sein schien, mußte über ihn geschrieben werden ´psychologischer Fall´ - und damit wurde er zu den Akten gelegt." [Hierbei wurde scheinbar von Autor Wolfgang Will zusammengestückelt und gestreckt wie es nur geht: Weil, was hat die Fehldeutung der Venus mit einem Fall der Kategorie ´psychologischer Fall´ zu tun, worunter man reine Phantasien ablegte? Außerdem dem deutlichen Versuch durch den Autor hier Stimmung und Suggestion zu erzeugen, kann man dahinter nichts anderes entdecken.] Nur weil die Portage County-Sichtung auf die Venus zurückging, stellte sich der Autor auch folgende, unsinnige Fragen: Verschweigt die US-Luftwaffe Tatsachen? Soll die Öffentlichkeit nichts beunruhigt werden? Weiß Washington, wissen die Regierungen mehr, als sie zugeben wollen? Wie auch immer, Professor Hynek wird nochmals zitiert: "Ich hoffe, daß wir bald auch ein UFO-Zentrum in Europa haben, das Beobachtungen registriert und untersucht, das dann mit uns zusammenarbeitet. Ich würde die Schaffung einer solchen Zentrale in deutschland begrüßen, an ihr sollten auch Wissenschaftler mitarbeiten, Astronomen etwa wie ich."

[Aus diesem Traum wurde nichts.] Wolfgang Will schließt seine Serie also so mit netten Worten ab: "Fliegende Untertassen": Auch derjenige, der nicht an die "kleinen grünen Männchen" zu glauben vermag, wird -wenn er sich ernsthaft und objektiv mit der Materie beschäftigt- zugeben müßen, daß es "unbekannte Flugobjekte" gibt. Müßten, sollten wir nicht alle ein Interesse daran haben, dieses Phänomen zu erklären? Am 18.April 1976 gab es auch ersten Leserzuschriften, die BamS unter "UFOs - heißes Eisen unserer Zeit" abdruckte: Herbert Mang, DUIST-UFOloge aus Immenstadt: "Hut ab! Es ist ja fast nicht zu glauben, daß sich eine deutsche Zeitung an das Thema UFOs wagt. Diese Serie wird zweifellos eine Sturmflut mit sich bringen. Es geht um das heißeste Thema unserer Zeit. Wie sehr hat man gerade in den letzten 10 Jahren versucht, dieses Thema herunterzuspielen. Aber Gott sei Dank gibt es ja noch Menschen auf dieser Welt, die über dem Alltagsgequassel stehen und sich den Aufgaben widmen, die -wie Wolfgang Will anführt- in drei bis vier Jahren akut sein könnten." Axel Ertelt, Prä-Astronautiker aus Halver: "Mit Erstaunen las ich den ersten Teil Ihrer Artikel-Serie. Mit Erstaunen deshalb, weil eine der führenden deutschen Sonntagszeitungen über dieses brisante und heiße Eisen berichtet. Auch der zweite Teil war ein hervorragender Bericht - für meine Begriffe sogar der beste. Ich kann nur hoffen, daß die folgenden Teile im gleichen Stil und genauso objektiv geschrieben werden. Ich hoffe, daß dieser Serie in Zukunft weitere Reportagen über das gleiche Thema folgen werden." Na dann, wenn dies eine rein objektive Berichterstattung war, konnten ja Millionen Leser zufrieden sein und bekamen Hoffnungen untergejubelt, die sich als unberechtigt herausstellten. Inzwischen sind mehr als zwanzig Jahre vergangen und wir wissen es besser. Dennoch haben in ihrer Zeit derartige Artikel-Serien, auch schon wegen ihres Umfangs, einen suggestiven Einfluß auf das Publikum und prägen die Vorstellungen der Öffentlichkeit in eine ganz bestimmte Richtung aus. Dies war in den 50ern so, in den 70ern und in den 90ern.

Werner Walter

Quelle: CENAP



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