Himalajasalz - teuer und überflüssig? Drucken E-Mail

01.06.2003 (GWUP) - Natriumchlorid. Das ist die chemische Bezeichnung für Kochsalz, einem Mineralstoff, der, wichtig für den Aufbau von Körpersubstanzen, als Gewürz der Nahrung beigemengt wird. Üblicherweise reicht unser Speisesalz, manche Ernährungswissenschaftler raten sogar von dessem übermäßigen Einsatz ab. Nun tauchen seit einiger Zeit immer wieder Anzeigen für sogenanntes "Himalajasalz" auf, das angeblich Wundersames bewirken kann.

Nicht nur als Diätmittel, nein auch als Blutdrucksenker soll es zu gebrauchen sein, gespeicherte Sonnenenergie soll es in sich tragen, keimabtötende Wirkung beinhalten und, und, und... Nun hat das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit in Erlangen diese Hypothesen in einer Untersuchung unter die Lupe genommen und ein ernüchterndes Fazit gewonnen: Das teure, angeblich stets aus dem zentralasiatischen Gebirge stammende anorganische Material, ist nicht gesünder als das in unseren Breiten verwendete Steinsalz. Dies wirft einen interessanten rechtlichen Aspekt auf: Viele der Eigenschaften, die man den untersuchten Produkten oft beimisst, dürften in dieser Form nur Medikamenten zugeschrieben werden. Für Lebensmittel sind Behauptungen wie: "hat Blutdruck senkende Wirkung" jedoch verboten. Auch konnten die Erlanger Wissenschaftler in den vermeintlich exotischen Stoffen keinen höheren Anteil an Mineralien und Spurenelementen messen als in herkömmlichem Speisesalz. Die oft geäußerte Behauptung, letzteres sei hoch aggressives Gift, kann - bei annähernd gleicher Zusammensetzung der Stoffe - nicht aufrechterhalten werden.

Auf einen anderen Punkt hat vor kurzem die Journalistin Ludmilla Tüting hingewiesen: Im Himalaja, den sie von eigenen Reisen kennt, sind die hierzulande progagierten Anwendungen des Minerals unbekannt. Dort wird Natriumchlorid wie bei uns als Gewürz verwendet. Salzbergwerke gar konnte sie in der Region überhaupt nicht ausmachen. Wer sich also um seinen täglichen Bedarf Sorgen macht, kann sich die bis zu 20 Euro pro Kilo für das Wundermittel sparen - und sich im nächsten Supermarkt mit gewöhnlichem Speisesalz eindecken.

Holger von Rybinski

Quellen:



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