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20.11.2003 (GWUP) - Prof. Lambeck ist im Wissenschaftsrat der GWUP und Autor zahlreicher Beiträge u.a. zu den Themen Paraphysik, Parapsychologie, Esoterik und Alternative Medizin.
Rouven Schäfer (GWUP) hat ihn zu der neuen ARD-Dokumentationsreihe "Dimension Psi" interviewt.
GWUP: Herr Lambeck, Sie sind Physikprofessor an der TU-Berlin und im Wissenschaftsrat der GWUP. In diesem Zusammenhang beschäftigen Sie sich seit Jahren mit den physikalischen Aspekten der Parapsychologie aus wissenschaftlich-kritischer Sicht. Wie war Ihr Eindruck von der ersten Folge der ARD-Dokuserie „Dimension PSI“?
Lambeck: "Im ersten Teil der Sendereihe „Dimension PSI“ war die kritische Position unterrepräsentiert, um es milde auszudrücken. Ich hatte der Produktionsfirma MPR ein etwa zweistündiges Interview gegeben. Ob in den folgenden Teilen meine Stellungnahmen zu Telepathie und Reinkarnation besser berücksichtigt bzw. am Ende der Sendereihe als abschließende Stellungnahme aus skeptischer Sicht dargestellt werden, bleibt abzuwarten." GWUP: Ihre Stellungnahme in der ersten Folge wurde vom Sender sehr knapp zusammengeschnitten, was hätten Sie gerne noch gesagt? Lambeck: "Man kann grundsätzlich nicht beweisen, dass irgend etwas nicht existiert, wenn dessen Eigenschaften nicht genau bekannt sind. Daher kann ich nicht beweisen, und werde daher auch nicht behaupten, dass Nina Kulagina oder Uri Geller keine übernatürlichen Kräfte hätten. Ich kann nur auf folgende Tatsache hinweisen: Es gibt mehrere Zauberer, die ähnliche Kunststücke vorführen können, die dem Uneingeweihten als völlig unerklärlich und daher übernatürlich erscheinen. Diese Zauberer verraten nicht, wie sie es machen, weil sie als Mitglieder des magischen Zirkels zum Schweigen verpflichtet sind bzw. als Berufszauberer davon leben. Sie zeigen nur, daß sie - ohne die behaupteten übernatürlichen Kräfte - diese Kunststücke bewerkstelligen können." GWUP: Wenn Zauberkünstler die angeblichen Wunder von Uri Geller nachmachen können, ist es von Uri Geller nicht trotzdem eine Leistung, so geschickt zaubern zu können? Lambeck: "Ja schon, Ich halte daher Geller für einen faszinierenden Trickzauberer, der ein Gebiet wie das Löffelbiegen erstmals einer breiten Öffentlichkeit erschlossen und dem Publikum glänzend vorgeführt hat; einen Beweis für übernatürliche Fähigkeiten sehe ich bisher nicht erbracht. Ich habe selbst mehrfach Demonstrationen von Berufszauberern und Zauberern der GWUP gesehen und niemals feststellen können, wie sie durchgeführt wurden. Diese für mich unbegreiflichen Fähigkeiten der Zauberer will ich mit anderen Fähigkeiten vergleichen. Es gibt Sportler, die den „Ironman“ bewältigen und es gibt Pianisten, die stundenlange Klavierkonzerte auswendig spielen können. Beides ist mir völlig unbegreiflich und unerreichbar. Es beruht darauf, daß diese Personen eine natürliche Begabung haben und dann zehn Jahre lang jeden Tag zehn Stunden üben. Dadurch gelangen sie zu Fähigkeiten, die anderen als übernatürlich erscheinen müssen." GWUP: Einige Wissenschaftler waren in der Sendung dennoch von den gezeigten Fähigkeiten beeindruckt? Wie erklären Sie sich das? Lambeck: "Auch wenn Wissenschaftler wie Physiker zehn Jahre lang zehn Stunden am Tag auf dem Gebiet der Physik arbeiten, können sie zwar Erfolg auf dem Gebiet der Physik haben, aber keine Zaubertricks durchschauen. In der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) gilt daher der Satz: Trickser können nur durch Trickser entlarvt werden. Insgesamt ist abzuwarten, ob Uri Geller und andere Personen ihre Kunststücke in Gegenwart von Zauberern der GWUP wiederholen. Außerdem weise ich darauf hin, daß der Berufszauberer James Randi (www.randi.org) schon seit Jahren einen Preis von einer Million Dollar ausgesetzt hat für denjenigen, der ihm ein paranormales Kunststück unter kontrollierten Bedingungen vorführt. Das Geld hat er immer noch." GWUP: Vielen Dank für das Gespräch Herr Lambeck.
Rouven Schäfer
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