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30.08.2005 (GWUP) - Forderung der GWUP an die Bundestagsparteien: Gleichbehandlung aller Therapien einschließlich der Homöopathie gesetzlich festschreiben.

Angesichts der neuen Studie in der international bekannten Medizin-Zeitschrift "Lancet" (2005; 366: 726-732), in der die Homöopathie erneut widerlegt wird, fordert die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), alle medizinischen Therapieformen gleichen, wissenschaftlichen und nachvollziehbaren Kriterien zu unterwerfen. Es sei ein Skandal, so GWUP-Geschäftsführer Amardeo Sarma, dass Vertreter der Homöopathie und der anthroposophischen Medizin "das deutsche Gesundheitssystem als Selbstbedienungsladen" nutzen können.

Seit 30 Jahren kann die Zulassung homöopathischer und anthroposophischer Präparate im so genannten "Binnenkonsens" von den Vertretern dieser Richtungen selbst festgelegt werden. Der Nachweis ihrer "Wirksamkeit" braucht keinen objektiven Kriterien zu genügen. Eine Überprüfung durch unabhängige Wissenschaftler ist in diesem Zulassungsverfahren nicht vorgeschrieben.
In einem Aufruf an die Bundestagsparteien zur Wahl fordert die GWUP, dass die Arzneimittelsicherheit im Interesse der Patienten Vorrang haben muss. Alle medizinischen Verfahren - einschließlich der Homöopathie und der anthroposophischen Medizin - sollten den gleichen objektiven, allgemein anerkannten und nachvollziehbaren Prüf- und Zulassungsverfahren unterworfen werden, was zudem gesetzlich verankert werden muss. Hier darf es keine Ausnahmen geben. "Dies ist nicht nur angesichts leerer Kassen, sondern auch im Interesse des Patientenschutzes ein Gebot der Stunde", so der Biologe Rainer Wolf, Mitglied im Wissenschaftsrat der GWUP. "Deutschland muss sich wieder an der Spitze der Wissenschaft, nicht der Pseudowissenschaft stellen", fordert Sarma.
Die Lancet-Studie hat gezeigt, dass homöopathische Präparate nicht besser wirken als eine Scheinbehandlung mit Placebos. Die GWUP hat schon seit langem darauf hingewiesen, dass die Homöopathie ein rein magisches Verfahren ist, dessen Annahmen längst wissenschaftlich widerlegt sind. Die Homöopathie widerspricht elementaren Erkenntnissen der Physik und der Biologie. So ist weder eine Wirkung ohne Wirkstoff möglich noch existiert eine "Lebenskraft", deren "Verstimmung" - so die Lehre der Homöopathie - die Ursache von Krankheiten ist. Die Biowissenschaften haben das Konzept einer Lebenskraft bereits vor mehr als 150 Jahren über Bord geworfen.

GWUP e. V.

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