Journalisten regen Wissenschaftsdebatte an Drucken E-Mail

10.08.2009 (GWUP) - Kurz vor der Bundestagswahl treten die Parteien wieder mit den unterschiedlichsten Forderungen an. ,,Erfolgreiche Naturmedizin als Kassenleistung", eine uneingeschränkte Erstattung von Homöopathie über Kassenleistungen ohne Ausnahme wird da gefordert, Mitbestimmung von Bürgern über die Standorte von Mobilfunksendemasten sowie eine Neufestlegung der von Wissenschaftlern als unbedenklich angesehenen Grenzwerte. Es wird also mit Themen Wahlkampf gemacht, die einer sachlichen Diskussion bedürfen, der Kenntnisstand der Politiker und der Wähler zu Themen entspricht jedoch nicht unbedingt dem aktuellen Stand der Wissenschaft . Aus diesem Grunde regt die Journalistenvereinigung für technisch-wissenschaftliche Publizistik (TELI e.V.) eine, so die Pressemitteilung "breite öffentliche Debatte über Forschung, Wissenschaft und Technologie" nach Vorbild einer Kampagne aus dem letzten US-Wahlkampf. Dabei werden Wissenschaftler gebeten, einen Katalog von 15 Fragen zu beantworten.

Beispiel: ,,Wie ließe sich der Kontakt zwischen Forschung und Politik verbessern?" ,, Ihre Vision von der Zukunft einer wissensbasierten Gesellschaft?" Außerdem werden Einstellungen sowie Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Themen wie Gentechnik, Atomkraft und Stammzellforschung erfragt. Das Ziel der Popularisierung von Wissenschaften in breiten Schichten der Bevölkerung (ein Kernanliegen auch der GWUP) wird gut an der Frage deutlich: ,,Wie ließe sich der Dialog zwischen Forschung und Bürgern intensivieren?"

Nach Auswertung der Fragen wollen die TELI-Leute die Ergebnisse den Spitzenkandidaten der Parteien vorlegen sowie diese im Web veröffentlichen (der kluge Christian Reinboth von ScienceBlogs war den Journalisten in dieser Hinsicht in Bezug auf Komplementärmedizin allerdings voraus und hat die Positionen der größten Parteien dazu bereits anschaulich präsentiert).

Die Kampagne soll auf ganz Europa ausgeweitet werden und läuft daher auch unter dem englischen Namen "Science Debate Germany 2009". Die Kampagne wird bereits von zahlreichen renommierten Institutionen wie dem Fraunhofer-Institut und der Leibniz-Gemeinschaft unterstützt.


Holger von Rybinski



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