Europäische Bibliothek für Homöopathie in Köthen Drucken E-Mail

03.12.2009 (GWUP) - Derzeit präsentiert sich die Gemeinde Köthen auf ihrer offiziellen Website noch als „Bachstadt“. Ob der Slogan demnächst in „Homöopathiestadt“ oder „Hahnemannstadt“ umgewandelt wird? Denn offenbar versucht diese Stadt ihr Image mit Pseudomedizin aufzubessern.

Hintergrund ist, wie bereits in etlichen Medien gemeldet, dass Medizinstudenten in Sachsen-Anhalt ab 2010 einen Master-Abschluss in Homöopathie erwerben können. Der Studiengang wurde unter Zusammenarbeit des „Deutschen Zentralvereins Homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)“ und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickelt. Die Präsenzkurse sollen in der im Herbst neu eingeweihten „Europäischen Bibliothek für Homöopathie“ in Köthen durchgeführt werden. Die Stadt will damit offenbar auch einen Werbeffekt als „Wiege der Homöopathie“ erzielen, weil der Begründer der Lehre, Samuel Hahnemann, lange Zeit in der Gemeinde gewirkt hatte. Weiterhin hat der DZVhÄ seinen Sitz in Köthen.

Unverständnis findet dabei die großzügige Förderung dieser pseudowissenschaftlichen Heilslehre durch öffentliche Gelder. Insgesamt hat die Bibliothek 2,6 Millionen Euro gekostet, wovon das Bundesverkehrsministerium allein 1,16 Millionen aus einem EU-Fonds für regionale Entwicklung beigesteuert hat. Das ist Verschwendung von Steuergeldern für Hokuspokus-Medizin!

Holger von Rybinski

 

o.V.(2009) Köthen: Europäische Bibliothek für Homöopathie eingeweiht. mdr.de, 10.10.2009

Reinboth, Christian (2009) Sachsen-Anhalt investiert 2,6 Millionen Euro in Homöopathie - und schafft Homöopathie-Master. Science-Blogs, 13.10.2009



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