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| Neue Datierung: Voynich-Manuskript vermutlich aus dem 15. Jahrhundert |
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09.12.2009 (GWUP) - Das Voynich-Manuskript gilt als das rätselhafteste Buch der Welt. Es ist in unbekannten Buchstaben verfasst, und bisher hat es niemand geschafft, den Sinn dieses seltsamen Werks zu entziffern - falls es überhaupt einen Sinn gibt. Auch die im Manuskript enthaltenen Bilder haben bisher mehr Fragen als Antworten ergeben. Der Autor ist ebenfalls nicht bekannt. Da der Besitzer des Voynich-Manuskripts - die Beinecke-Library in Connecticut (USA) - bis vor kurzem keine Untersuchung mit naturwissenschaftlichen Methoden zuließ, war auch das Alter des Buchs lange Zeit unbekannt. Vor einigen Monaten genehmigte die Beinecke-Library dann doch erstmals eine materialwissenschaftliche Untersuchung. Sie wurde von Experten der Universität Arizona und des McCrone Forschungsinstituts in Chicago durchgeführt und vom Österreichischen Rundfunk (ORF) dokumentiert. Das Ergebnis wurde am 3. Dezember 2009 der Öffentlichkeit präsentiert. Gemäß dieser Untersuchung kann die Entstehung des Voynich-Manuskripts mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf die Zeit zwischen den Jahren 1404 und 1438 eingegrenzt werden. Ist diese Datierung korrekt, dann ist insbesondere klar, dass das Manuskript keine Fälschung aus dem frühen 20. Jahrhundert sein kann - letzteres wurde immer wieder vermutet. Der ORF berichtet am 10. Dezember in einer Reportage darüber ("Das Voynich Rätsel - Die geheimnisvollste Handschrift der Welt", ORF 2, 10. Dezember, 21.05 Uhr). Die GWUP kann sich durch die neue Datierung bestätigt fühlen. Die GWUP-Zeitschrift „Der Skeptiker“ widmete dem Voynich-Manuskript in der Ausgabe 2/2008 eine ausführliche Titelgeschichte. Autor Klaus Schmeh schloss darin eine Fälschung nicht aus und schrieb für den Fall, dass das Manuskript echt ist: „Eine Entstehung zwischen 1450 und 1520 wäre demnach wahrscheinlich, zwischen 1350 und 1650 ziemlich sicher“. Diese Aussage ist mit dem Ergebnis der materialwissenschaftlichen Prüfung gut vereinbar. Sie stützt sich auf Erkenntnisse der etablierten Wissenschaften. Klaus Schmeh
Quelle: Ein Schleier weniger über dem Voynich-Manuskript. Der Standard, 04.12.2009
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