Deutscher Engagementpreis 2009 ohne Homöopathen Drucken E-Mail

10.12.2009 (GWUP) - Der Deutsche Engagementpreis 2009 geht an den Verein Sozialhelden e.V. Dies ist das Ergebnis einer Onlineabstimmung, die das "Bündnis für Engagement" vom 2. Oktober bis 15. November 2009 durchgeführt hat. Dabei konnte für eine Vorauswahl von 20 Initiativen gestimmt werden, die aus ca. 2200 Vorschlägen als besonders preiswürdig ausgewählt worden waren. Die GWUP gratuliert dem Gewinner des Engagementpreises.

Für Irritation hat dabei die Tatsache gesorgt, dass die Organisation "Homöopathen ohne Grenzen" es in die Auswahl geschafft hatte. "Wie konnte eine Initiative, die eine fragwürdige, weil wirkungslose Heilmethode in Katastrophengebieten anbietet, in die engere Auswahl für einen so lobenswerten Preis kommen?", fragt der Vorsitzende der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e.V., Amardeo Sarma. Durch das Angebot von wirkungslosen Homöopathika für lebensgefährliche Krankheiten wie AIDS torpedieren Homöopathen Gesundheitsbemühungen in Entwicklungsländern. Nicht nur Gesundheitsschäden, auch Todesfälle können die Folge wirkungsloser Behandlung sein, etwa wenn dabei notwendige Behandlungen auf der Basis wissenschaftlich fundierter Medizin unterlassen werden. Dass „Homöopathie ohne Grenzen“ durch die Initiatoren ausgewählt wurde, reflektiert aus Sicht der GWUP einen Mangel an Kompetenz und Wissenschaftlichkeit, wofür die Sponsoren und Unterstützer Mitverantwortung tragen.

Auf eine entsprechende Anfrage des Bloggers Jörg Rings beim zuständigen Bundesfamilienministerium wurde sinngemäß geantwortet, man nehme keine inhaltliche Wertung der Kandidaten vor, denn „alle im demokratischen und freiheitlichen Gemeinwesen vertretbaren Inhalte des Engagements sind willkommen und dürfen nach unserer festen Überzeugung nicht ausgeklammert werden, soweit andere fachliche Überzeugungen bestehen“, so die Antwort an Rings ScienceBlog. „Das bedeutet aber, dass das Urteil der Wissenschaft für das Bundesfamilienministerum nichts zählt und so Pseudowissenschaften zum potentiellen Schaden von Menschen von Staats wegen gefördert werden können“, so Sarma. Die GWUP fordert daher die Einführung einer Qualitätskontrolle für den Engagementpreis. Die Anwendung transparenter Kriterien unter Einbeziehung wissenschaftlicher Kompetenz wäre erforderlich, um gut gemachte von gut gemeinten Initiativen zu unterscheiden.

gwup

 

 



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