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GWUP: Homöopathie als Kassenleistung streichen Drucken E-Mail

Die GWUP unterstützt Forderungen aus der Politik nach Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen. Dazu der GWUP-Vorsitzende Amardeo Sarma: „Gerade wenn gespart werden muss, sollte zuerst bei pseudowissenschaftlichen Therapien wie der Homöopathie angesetzt werden“. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen täuscht zudem eine Wirksamkeit vor, die nicht erwiesen ist. Die Homöopathie beruht auf wissenschaftlich widerlegten Vorstellungen und ist empirisch gescheitert.

Inzwischen liegt beim Bundestag eine Petition zur Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen vor. Sie kann noch bis 07.09.2010 unterzeichnet werden.

 

 
Diskussion um Schulbuch Drucken E-Mail
04.07.2010 (GWUP):  Die Änderung einer umstrittenen Passage in einem Englisch-Buch des Cornelsen-Verlages wird derzeit heftig diskutiert. Nach Kritik religiöser Gruppen sowie einzelner Lehrer über einen darin enthaltenen Text der amerikanischen Journalistin Susan Jacoby, in dem diese einen Zusammenhang zwischen christlichem Fundamentalismus in den USA und geringem Bildungsniveau hergestellt hatte,  wurde das Bayerische Kultusministerium aktiv. Es forderte den Verlag auf, das Kapitel ,,zu überarbeiten", da es pädagogisch nicht sinnvoll sei, den Schülern nur eine Dimension der Alltagswelt (in den USA) vorzustellen. Diesen Eindruck gewinnt man allerdings keineswegs, wenn man auf der Homepage des Verlags auf den Seiten des der Abiturvorbereitung
dienenden Buches ,,Context 21" blättert Neben vielen anderen Aspekten der amerikanischen Gesellschaft wird eben auch der religiöse Fundamentalismus behandelt. Der Text von Susan Jacoby, ein Auszug aus einem ihrer Bücher, wird darin zur Diskussion gestellt. Außerdem sind fundamentalistische Weltanschauungen wie Kreationismus, mit dem neueren Umfragen zufolge über 40 Prozent der Amerikaner sympathisieren sollen, keineswegs nur eine unbedeutende Dimension der Alltagswelt der US-Gesellschaft.

Der Journalist Christoph Titz äußert auf ,,Spiegel-online" daher dezent den Verdacht, dass das Ministerium hier möglicherweise voreilig auf Kritik religöser Gruppen reagiert haben könnte. Dies weist Ministeriumssprecher Dieter Unger im selben Artikel jedoch weit von sich. Zwar habe man sich auf eine Anfrage des christlichen Nachrichtenportals ,,Idea" hin das Buch angesehen, entscheidend für die geforderte Änderung des Textes sei jedoch die nach Meinung des Ministeriums einseitige Interpretation des religiösen Lebens in den USA sowie die - wiederum einseitige - Schilderung von Verhaltensmustern, ohne die Gegenseite ausreichend darzustellen. Die gerät in den USA durch den Einfluss der Kreationisten allerdings zunehmend in Bedrängnis. So hat  ein Sprecher des National Centre for Science Education (NCSE) kürzlich darauf hingewiesen, dass die Kreationisten generell anti-wissenschaftlich eingestellt seien, da sie Erdgeschichte, Plattentektonik und globale Erwärmung leugneten. Als Reaktion darauf rief das NCSE das Jahr 2010 prompt zum ,,Jahr der Wissenschaftsleugnung" aus. Auch versuchen evangelikale Gruppen in den USA seit langem, Einfluss auf den Inhalt von Schulbüchern zu nehmen, um beispielsweise die Schöpfungslehre gleichberechtigt neben der Evolution  in den Schulbüchern zu verankern . Der christliche Fundamentalismus in den USA ist also mitnichten eine Randerscheinung. Unter anderem dies wird in dem Artikel in ,,Context 21" auf kluge Weise thematisiert.  

In einer Stellungnahme im ,,Börsenblatt des Deutschen Buchhandels " kündigte der Cornelsen-Verlag nun an, das strittige Teilkapitel zu streichen und neu zu erstellen, man sei sehr zuversichtlich, dass Context 21 dann ,,auch in Bayern zugelassen" werde.

Andere Bundesländer hatten mit dem eher harmlosen Text weniger Schwierigkeiten. In Thüringen und Sachsen soll das Schulbuch in der ursprünglichen Fassung erscheinen.  



Holger von Rybinski


Whittell, Giles (2010): Don McLeroy, the dentist who wants to drill pupils in creationism.  In: Times-online, 07.05.2010

o.V/KNA (2010): Spaenle beanstandet Kapitel in Schulbuch, in: Süddeutsche Zeitung, 30.06.2010
 
Diskussionen um neue Akupunktur-Studie Drucken E-Mail

04.06.2010 (GWUP): Eine neue amerikanische Studie über die Schmerzbehandlung durch Akupunktur
sorgt für Diskussionen. Wie im Abstract der vom Fachblatt Nature Neuroscience veröffentlichten
Studie  zu lesen ist, wollten die Forscher unter der Leitung von Maiken Nedergaard mehr über die biologischen
Prozesse der nach Ansicht der Studienmacher gut belegten schmerzstillenden Wirkung herausfinden.
Dazu stachen sie Mäusen mit entzündeten Pfoten Nadeln in die Knie, wobei die Nadeln alle fünf
Minuten gedreht wurden. Die Gewebeflüssigkeit der Tiere wurde auf den Gehalt des körpereigenen
Moleküls Adenosin untersucht, das eine schmerzstillende Wirkung besitzt. Sofern die Nadeln alle fünf
Minuten regelmäßig gedreht wurden, stieg die Produktion des Schmerzhemmers auf den 24-fachen
Wert. Wurde den Mäusen ein Mittel verabreicht, das den Abbau von Adenosin verzögerte, hielt
die schmerzstillende Wirkung dreimal länger an. Ein weiterer Grund für die Forscher, das Adenosin
als einen Hauptwirkstoff bei der Akupunktur anzusehen, ergab sich, als sie es direkt auf entzündetes
Gewebe aufbrachten, ohne zu nadeln. Auch bei den derart behandelten Tieren stellte sich der
schmerzstillende Effekt ein. Gentechnisch manipulierte Mäuse, die kein Adenosin produzieren
konnten, profitierten nicht von der Nadelbehandlung.
Nun weisen Kritiker darauf hin, dass die Versuche zwar interessante neue Ergebnisse über die Aktivierung
körpereigener Schmerzmittel erbrachten, die Studie aber nicht als Beleg für die Wirksamkeit der
Akupunktur  gelten kann. Schließlich geht Akupunktur im herkömmlichen Sinne von der
Existenz spezifischer, auf sogenannten Meridianen liegender Akupunkturpunkte aus, die gezielt

genadelt werden müssten, um die Lebensenergie Chi zu aktivieren. Auch bei den Mäusen war inderartige Punkte gestochen worden. Frühere Versuche an menschlichen Versuchspersonen hatten jedoch keinen Unterschied zwischen der Nadelung an solchen vermeintlichen Akupunkturpunkten und beliebig ausgewählten Stellen ergeben .
Die Studienmacher haben also versäumt, die Mäuse zur Kontrolle an zufällig ausgewählten Punkten zu stechen. Letztendlich hat die Studie die Akupunktur im traditionellen Sinne sogar widerlegt, indem sie eine physiologische Wirkung der Nadelung aufgezeigt hat: das mysteriöse Chi ist also entbehrlich – und wie die früheren Studien zeigen, auch die dazugehörigen Meridiane samt den Akupunkturpunkten.

Dass Nadelung in manchen Fällen eine nachgewiesene schmerzstillende Wirkung hat, sollte nicht dazu
verführen, „Akupunktur“ für ein alternatives Allheilmittel zu halten. Die chinesische Gesundheitslehre wird ja zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten angewandt – vom Asthma bis zum Tinnitus -, doch bei den meisten davon gibt es keine Belege dafür, dass sie über einen Placebo-Effekt hinaus wirksam ist.

Holger von Rybinski

o.V./ag/ddp (2010): Akupunktur: wie die Nadel wirkt , ,Süddeutsche.de, 31.05.2010

o.V. /boj/ddp/AFP (2010): Versuche mit Mäusen: Nadelverletzungen machen Akupunktur wirksam
Spiegel-online, 31.05.2010

 
Martin Gardner (1914 – 2010) Drucken E-Mail

27.05.2010 (GWUP) - Die Skeptiker haben einen ihrer Urväter verloren: Am 22. Mai 2010 starb der amerikanische Autor Martin Gardner im Alter von 95 Jahren.

 
Angst vor Handys - Forscher geben Entwarnung Drucken E-Mail
26.05.2010 (GWUP) -  Steigt mit der häufigen Nutzung von Mobilfunktelefonen die Gefahr von Hirntumoren? Diese oft geäußerte Befürchtung scheint sich nicht zu bestätigen, wenn man die Ergebnisse der großen, von der Weltgesundheitsorganisation WHO betreuten ,,Interphone"-Studie  liest, die in diesen Tagen veröffentlicht wurde. Dazu waren über einen Zeitraum von 10 Jahren  in 13 Ländern die Daten von Patienten, die an Gehirntumoren litten, erhoben worden sowie von Menschen aus Kontrollgruppen. Ferner wurde ermittelt, wie  wie oft und wie lange die Menschen telefoniert hatten.
 
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