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Noch bis Dienstag: Petition gegen Homöopathie unterschreiben! Drucken E-Mail

03.09.2010 (GWUP):  Nur noch wenige Tage, dann wird die Petition zur Streichung von homöpathischen Arzneien aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen beim Deutschen Bundestag eingereicht. Die Homöopathie ist wissenschaftlich widerlegt und hat sich in kontrollierten Tests immer wieder als unwirksam erwiesen. Andere Länder haben sich dagegen entschieden, die Kosten für die gescheiterte Heilmethode der Allgemeinheit aufzubürden. 

Die GWUP unterstützt dieses Anliegen. Bis kommenden Dienstag, 07.09.2010, können sich Bürger online in die Petitionsliste eintragen. Jede einzelne Stimme bekräftigt, dass unplausible, unwirksame und wissenschaftlich widerlegte Heilmethoden wie die Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversorgung nichts zu suchen haben. 

Holger von Rybinski

Zum Weiterlesen:

Literatur:

  • Skeptiker 3/2005, Schwerpunkt-Heft Homöopathie
  • Federspiel, K.; Herbst, V. (2005): Die Andere Medizin. „Alternative“ Heilmethoden für Sie bewertet. Stiftung Warentest, Berlin.
  • Ernst, E.; Singh, S. (2008): Gesund ohne Pillen. Was kann die Alternativmedizin? Hanser Verlag, München.
  • Prokop, O. (1996): Homöopathie - was leistet sie wirklich? Ullstein, Berlin.

Lesen Sie außerdem bei den Skeptikern:

 

 
ADHS-Vorschnelle Diagnosen bei Kindern? Drucken E-Mail
22.08.2010 (GWUP):  Wenn Kinder unter übersteigerter Aktivität und Impulsivität leiden, haben sie häufig Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Schwierigkeiten in der Schule und später im Beruf können die Folge sein. Unter dem Begriff  des ,,Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms",  kurz ADHS genannt, wurde über die Krankheit mit zunehmender Häufigkeit in den letzten Jahren berichtet. Insbesondere die nach Meinung von Kritikern in vielen Fällen zu häufige Vergabe von Medikamenten an Kinder stieß auf Kritik. Nun melden amerikanische Wissenschaftler Zweifel an der Wissenschaftlichkeit vieler Diagnosen an. Ihren Schätzungen nach gibt es allein in den USA bis zu eine Million Kinder, bei denen vorschnell eine ADHS-Diagnose gestellt wurde. Dies meldet das ,,Deutsche Ärzteblatt ".

Die Wissenschaftler hatten die Daten von 12.000 Kindern aus Kindergärten und Schulen ausgewertet, die häufig auf Initiative von Erziehern oder Lehrern zum Arzt geschickt wurden. Dabei scheint es eine überdurchschnittliche Häufung von ADHS-Diagnosen bei den jeweils jüngsten Kindern einer Jahrgangsstufe zu geben. Gerade bei diesen Kindern aber könnten vermeintliche Hyperaktivitätssyndrome häufig einfach nur die emotionale und geistige Unreife der jüngeren Kinder widerspiegeln, so Todd Elder, Leiter der an der Michigan State University erstellten Studie. Es gebe einen großen Unterschied zwischen einem Fünfjährigen und einem Sechsjährigen und Lehrer und Ärzte sollten dies bei der Diagnose, ob ein Kind wirklich an einer Aufmerksamkeitsstörung leide, berücksichtigen. Auch in der Erhebung der Daten zeigten sich Unterschiede. So wird die Diagnose bei im August geborenen Kindern in US-Bundesstaat Illinois häufiger gestellt als bei gleichaltrigen Kindern in Michigan - weil das Stichdatum für die Aufnahme in den Kindergarten in Illinois der 1. September ist, demzufolge sind dort die im August geborenen Kinder immer die jüngsten. In einer Stellungnahme zeigte sich Elder ferner besorgt über die Verabreichung von Ritalin an Kinder, da über die gesundheitlichen Nebenwirkungen bei einer längerfristigen Einnahme des Wirkstoffs nichts bekannt sei. http://news.msu.edu/story/8160.

Das werden die Hersteller der zur Behandlung von ADHS eingesetzen Medikamente nicht gerne hören. Dem Artikel zufolge sollen  die Ausgaben für derartige Pharmaka  bis zu 500 Millionen Dollar (390 Millionen Euro)  jährlich betragen.

Holger von Rybinski


Müller-Jung, Joachim: ADHS: Sind wir alle hyperaktiv?. In: FAZ-Net, 19.08.2010


Shipman, Matt (2010): Study Shows Birth Dates, School Enrollment Dates Affect ADHD Diagnosis Rates . In: NCSU News : NC State News and Information, 17.08.2010
 
Russland plant Gesetz gegen Scharlatane Drucken E-Mail

30.07.2010 (GWUP): Weil Esoteriker in Russland immer mehr Schaden anrichten, soll in der Duma, der ersten Kammer des russischen Parlaments, demnächst ein Gesetz verabschiedet werden, wonach okkult-mystische Dienstleistungen künftig als strafbar gelten. Wie ntv berichtet, sollen in Russland jedes Jahr etwa 500 Menschen durch Rituale von Esoterikern zu Tode kommen.

 
GWUP: Homöopathie als Kassenleistung streichen Drucken E-Mail

Die GWUP unterstützt Forderungen aus der Politik nach Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen. Dazu der GWUP-Vorsitzende Amardeo Sarma: „Gerade wenn gespart werden muss, sollte zuerst bei pseudowissenschaftlichen Therapien wie der Homöopathie angesetzt werden“. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen täuscht zudem eine Wirksamkeit vor, die nicht erwiesen ist. Die Homöopathie beruht auf wissenschaftlich widerlegten Vorstellungen und ist empirisch gescheitert.

Inzwischen liegt beim Bundestag eine Petition zur Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen vor. Sie kann noch bis 07.09.2010 unterzeichnet werden.

 

 
Diskussion um Schulbuch Drucken E-Mail
04.07.2010 (GWUP):  Die Änderung einer umstrittenen Passage in einem Englisch-Buch des Cornelsen-Verlages wird derzeit heftig diskutiert. Nach Kritik religiöser Gruppen sowie einzelner Lehrer über einen darin enthaltenen Text der amerikanischen Journalistin Susan Jacoby, in dem diese einen Zusammenhang zwischen christlichem Fundamentalismus in den USA und geringem Bildungsniveau hergestellt hatte,  wurde das Bayerische Kultusministerium aktiv. Es forderte den Verlag auf, das Kapitel ,,zu überarbeiten", da es pädagogisch nicht sinnvoll sei, den Schülern nur eine Dimension der Alltagswelt (in den USA) vorzustellen. Diesen Eindruck gewinnt man allerdings keineswegs, wenn man auf der Homepage des Verlags auf den Seiten des der Abiturvorbereitung
dienenden Buches ,,Context 21" blättert Neben vielen anderen Aspekten der amerikanischen Gesellschaft wird eben auch der religiöse Fundamentalismus behandelt. Der Text von Susan Jacoby, ein Auszug aus einem ihrer Bücher, wird darin zur Diskussion gestellt. Außerdem sind fundamentalistische Weltanschauungen wie Kreationismus, mit dem neueren Umfragen zufolge über 40 Prozent der Amerikaner sympathisieren sollen, keineswegs nur eine unbedeutende Dimension der Alltagswelt der US-Gesellschaft.

Der Journalist Christoph Titz äußert auf ,,Spiegel-online" daher dezent den Verdacht, dass das Ministerium hier möglicherweise voreilig auf Kritik religöser Gruppen reagiert haben könnte. Dies weist Ministeriumssprecher Dieter Unger im selben Artikel jedoch weit von sich. Zwar habe man sich auf eine Anfrage des christlichen Nachrichtenportals ,,Idea" hin das Buch angesehen, entscheidend für die geforderte Änderung des Textes sei jedoch die nach Meinung des Ministeriums einseitige Interpretation des religiösen Lebens in den USA sowie die - wiederum einseitige - Schilderung von Verhaltensmustern, ohne die Gegenseite ausreichend darzustellen. Die gerät in den USA durch den Einfluss der Kreationisten allerdings zunehmend in Bedrängnis. So hat  ein Sprecher des National Centre for Science Education (NCSE) kürzlich darauf hingewiesen, dass die Kreationisten generell anti-wissenschaftlich eingestellt seien, da sie Erdgeschichte, Plattentektonik und globale Erwärmung leugneten. Als Reaktion darauf rief das NCSE das Jahr 2010 prompt zum ,,Jahr der Wissenschaftsleugnung" aus. Auch versuchen evangelikale Gruppen in den USA seit langem, Einfluss auf den Inhalt von Schulbüchern zu nehmen, um beispielsweise die Schöpfungslehre gleichberechtigt neben der Evolution  in den Schulbüchern zu verankern . Der christliche Fundamentalismus in den USA ist also mitnichten eine Randerscheinung. Unter anderem dies wird in dem Artikel in ,,Context 21" auf kluge Weise thematisiert.  

In einer Stellungnahme im ,,Börsenblatt des Deutschen Buchhandels " kündigte der Cornelsen-Verlag nun an, das strittige Teilkapitel zu streichen und neu zu erstellen, man sei sehr zuversichtlich, dass Context 21 dann ,,auch in Bayern zugelassen" werde.

Andere Bundesländer hatten mit dem eher harmlosen Text weniger Schwierigkeiten. In Thüringen und Sachsen soll das Schulbuch in der ursprünglichen Fassung erscheinen.  



Holger von Rybinski


Whittell, Giles (2010): Don McLeroy, the dentist who wants to drill pupils in creationism.  In: Times-online, 07.05.2010

o.V/KNA (2010): Spaenle beanstandet Kapitel in Schulbuch, in: Süddeutsche Zeitung, 30.06.2010
 
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