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| Prognosencheck 2005 |
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Alle Jahre wieder... Pünktlich zum Jahresende prophezeien Astrologen, Numerologen und andere Seher mehr oder weniger spektakuläre Ereignisse für das kommende Jahr. Michael Kunkel ist einer der wenigen, die ein Jahr später fragen, welche dieser Vorhersagen denn eingetroffen sind. Die GWUP-Pressemitteilung vom 15. Dezember 2005 fasst seine Ergebnisse zusammen. An dieser Stelle wollen wir Interessierten wie in den beiden Vorjahren Detailinformationen zum "Prognosencheck" geben. Die Qualität der einzelnen Prognos Einige Prognosen sind klar und deutlich formuliert und damit gut auswertbar, z. B. die beiden folgenden:
Viele Prognosen, die im Laufe des Jahres aufgestellt wurden, beschäftigten sich mit der Bundestagswahl. Zum Jahresbeginn war diese Prognose – im Gegensatz zu den Vorjahren – kaum zu finden; so entging den Auguren ein durchaus überraschender Treffer. Nachdem die Neuwahlen angekündigt waren, wurden alle nur erdenklichen politischen Konstellationen vorausgesagt (mehr dazu in der Pressemeldung auf S. 2). Andere Schwerpunkte ließen sich nicht beobachten. Nimmt man die Prognosen als Indikator, so scheint die Terrorgefahr abzunehmen: Im Gegensatz zu den letzten Jahren gab es kaum noch entsprechende Prognosen. Dafür wurden von mehreren Astrologen und Wahrsagern Volksaufstände und „öffentliche Unruhen“ für eine ganze Reihe von Ländern vorausgesagt. Über zwei Klassiker, Naturkatastrophen und Anschläge auf US-Präsidenten, waren auch in diesem Jahr wieder einige Mutmaßungen zu lesen. Insgesamt war aber festzustellen, dass sich die Prognostiker in diesem Jahr stark zurückhielten oder nur sehr allgemeine Texte veröffentlichten. Treffer für das Jahr 2005 Folgende Treffer können vermerkt werden: 1. Die große Koalition wurde vorausgesehen (von mehreren Astrologen) – ebenso wie so ziemlich jede andere politische Konstellation. Da es beim Thema Bundestagswahl nur eine verhältnismäßig kleine Menge von möglichen Ergebnissen gibt, ist es jedoch nicht überraschend, dass der eine oder andere bei der Prognose der zukünftigen Koalition richtig liegt. Zieht man außerdem in Betracht, dass manche Prognose erst wenige Tage vor der Bundestagswahl entstand, dann sind diese Treffer kein überzeugender Beleg für eine prophetische Gabe. „Mein konkreter Tipp ist ein 1:0 für Schalke. Auch ein 1:1 wäre denkbar, aber die Zahlen sprechen auf jeden Fall nicht für einen Sieg des FC Bayern“ Hier gilt dasselbe wie bei den Prognosen zur Bundestagswahl: Die üblichen Ergebnisse bei einer Fusballpartie sind übersichtlich. Das 1:0 war also richtig. Um uns die Numerologe als verlässliche Tipphilfe beim Fußball schmackhaft zu machen, müsste Herr Aschenbeck aber eine längere Serie von Treffern erzielen, und ob er weitere Prognosen erstellt hat, ist nicht bekannt. 3. Unter den Staaten, für die Rosalinde Haller für das Jahr 2005 „öffentliche Unruhen“ oder ähnliches vorhergesagt hatte, befand sich auch Frankreich. Ein Treffer? Ja, aber dieselbe Autorin hatte in den letzten Jahren reihenweise Fehlprognosen abgegeben. Auch bei Vorhersagen nach dem Schrotschussprinzip ist einmal ein Treffer zu erwarten. Hinzu kommt, dass diese Prognose geographisch denkbar weit gestreut und zeitlich nicht festgelegt war: Frankreich: Die Volksseele grollt. Gärende Zustände. Demonstrationen. Im Grunde hatte Frau Haller also vorhergesagt, dass es irgendwann im Jahre 2005 in Frankreich, Südamerika, Hongkong oder Indonesien auf die ein oder andere Art „gären“ würde – ist das Eintreffen einer solchen Vorhersage spektakulär? Außer den allgemeinen Vorhersagen wie etwa zu Naturkatastrophen sind Vorhersagen zu bestimmten Personen und Ereignissen bei der Seherzunft beliebt – hiermit ist die Aufmerksamkeit der Boulevardpresse gesichert. Von erfolgreichen Vorhersagen kann allerdings kaum die Rede sein. Papst Johannes Paul II. starb am 2. April 2005. Sein Tod war in den letzten Jahren zwar kaum noch Thema der Auguren, die Nachricht über seine schwere Krankheit rief aber auch wieder Astrologen auf den Plan. Während sich die meisten pietätvoll zurückhielten und lediglich astrologische Analysen seiner Persönlichkeit diskutierten, hatte der Astrologe Martin Schmid Ende Februar den Tod des Papstes für Frühsommer bzw. Ende April oder Anfang Mai vorausgesagt. Zu diesem Zeitpunkt war Johannes Paul II. zum wiederholten Mal in eine Klinik eingewiesen worden und konnte bereits nicht mehr sprechen. Für eine Prognose zur weiteren gesundheitlichen Entwicklung waren also keine seherischen Gaben notwendig. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die betreffende Vorhersage zunächst mit korrektem Datum auf der Homepage von Martin Schmid stand:
Nach dem Tod des Papstes wertet Schmid seine Vorhersage als Treffer:
Allerdings hat sich das Datum seiner Originalvorhersage zu einem früheren Zeitpunkt verschoben. Das ist, als träfe man eine Zielscheibe mit Pfeil und Bogen aus kurzer Distanz und ginge für das Foto („Treffer!)“ 100 Meter zurück. Für uns also: Nicht beeindruckend. Nimmt man die vielen Prognosen zum Papst aus den letzten 25 Jahren, dann zeigen sie das Scheitern der Prognosezunft deutlich. Nach dem Attentat auf Johannes Paul II. im Jahre 1981 gehörten Prognosen vom Tod des Papstes (oder zumindest einem Attentat auf ihn) jahrelang zum Standardrepertoire vieler Seher. Bei den Naturkatastrophen wurden wie immer im Nachhinein Treffer in allgemeine Prognosen hineindefiniert. Da aber die Prognosen außer vagen räumlichen Zuordnungen („in Asien“) keinerlei nähere Daten enthielten und es außerdem auf der Welt täglich Erdbeben gibt, sind solche Prognosen auch durch reines Raten erreichbar. Ganz aktuell gab es beispielsweise am 13. Dezember 2005 auf den Fiji-Inseln ein heftiges Beben der Stärke 6,2 – und das war nur eines von weltweit 28 registrierten Erdbeben an diesem Tag Wenn ich umgekehrt voraussage „...die Erde wird beben ... zwischen dem 14. und 20. Dezember 2005 ... in Griechenland oder der Türkei...“ werde ich höchstwahrscheinlich einen Treffer erzielen, denn allein am 13. Dezember gab es in dieser Region 16 Erdbeben unterschiedlicher Stärke. Dieses Beispiel illustriert wieder einmal zwei goldene Regeln für erfolgreiche Prophezeiungen:
Wurden bedeutende Ereignisse übersehen? Neuwahlen 2005 Generell kann man sagen, dass die Astrologen und Wahrsager zwar im Nachhinein immer wieder behaupten, dass sie das eine oder andere Ereignis vorausgesagt hätten, schaut man sich die Originalprognosen genau an, dann sieht es jedoch ganz anders aus und bisweilen sind solche „Trefferselbstzuschreibungen“ eher makaber und zynisch. Bemerkenswertes Besondere Erwähnung verdient z.B. die folgende Vorhersage: Wahrsager: ""Kim Jong Il wird sich in Condoleezza Rice verlieben Hongkong (AFP) - Sollten sich die Vorhersagen der wichtigsten Feng-Shui-Meister in Hongkong als richtig erweisen, steht der neuen US-Außenministerin Condoleezza Rice ein turbulentes Jahr bevor: Laut den Top-Wahrsagern der Stadt wird sich der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il im kommenden chinesischen Jahr des Hahns in die 50-Jährige verlieben. [...] Rice werde Kim ermuntern, sein Land für Touristen zu öffnen und den Besuchern den Bau einer Atombombe zu erklären. Selbst den weltweit gesuchten Terrorchef Osama bin Laden werde das Traumpaar aufspüren."
(von yahoo.de) Ja, ja, nichts scheint heute, am 07.06.05, unwahrscheinlicher, als eine CDU-Niederlage bei der kommenden Bundestagswahl - zumal alle Medienstrategen der Überzeugung sind, dass die SPD gar nicht wiedergewählt werden will. Um Himmelswillen! Wir können also davon ausgehen, astrologisch gesehen, dass - da die CDU praktisch die Bundestagswahl gewinnen muss ... Wahlen im September-2005 oder Oktober-2005 jemand anderem aus CDU-CSU-Kreisen als der Frau Merkel den Posten eines Bundeskanzlers bescheren werden.... Bei Wahlen im November-2005 sieht das anders aus: [...]“ Und später noch mal: (von www.lukasmoeller.com) Inzwischen behauptet Frau Möller übrigens, sie habe alles richtig vorausgesagt und andere Astrologen deuten den eigentlich erstaunlich eindeutigen Text nun um. Tatsächlich wurde sie ja im November zur Kanzlerin gewählt – vom Bundestag. Zur dritten für uns bemerkenswerten Prophezeiung zitieren wir aus einer Meldung des „Spiegel“ vom 20.Oktober 2005: Enttäuschung in Indien Bhopal - Hunderte Schaulustige hatten sich in dem kleinen Ort südlich der Stadt Bhopal versammelt, um zu sehen, ob Kunjilal Malviyas Ankündigung tatsächlich wahr würde. Der 75-Jährige sollte heute Nachmittag nach eigener Vorhersage eines natürlichen Todes sterben. Polizeiangaben zufolge war er aber noch Stunden später wohlauf. Bei anderen Prophezeiungen habe der Mann angeblich bislang nie falsch gelegen. Familienmitglieder versuchten sich in Erklärungen: Dieses Mal habe die Voraussage nicht in Erfüllung gehen können, weil viele der Zuschauer für sein Leben gebetet hätten. Für einen Selbstmord fehlte Malviya wiederum die Gelegenheit - die Polizei ließ sein Haus überwachen, in das er sich vor dem angekündigten Todeszeitpunkt zwischen 15 und 17 Uhr Ortszeit zum Meditieren zurückgezogen hatte.“ Ansprechpartner für die Prognosenauswertung der GWUP Natürlich! Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Prognosen. Wer mein e Internetseite „Wahrsagercheck“ besucht, findet – neben Voraussagen für die Jahre 2002 bis 2005 – auch immer eine Auswahl von Prognosen für die nähere Zukunft. Zur Zeit (15.12.2005) sind dort noch keine Vorhersagen für das Jahr 2006 zu finden, aber das wird sich in den nächsten Tagen rasch ändern. Traditionell verkünden nämlich die meisten der prophetisch tätigen Astrologen, Wahrsager und anderen Vorher-Seher ihre Prognosen Ende Dezember. Hinweise auf Vorhersagen nehme ich gerne entgegen – eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. genügt. Weiterführende InformationenArtikel
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