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| Bamberger Skeptiker » Events |
EventsNahrungsergänzungsmittel: Zwischen Lebens- und ArzneimittelTermin: 25. Oktober 2002 Referent: Dr. Jochen Bergmann, Lebensmittelchemiker, ist der GWUP-Ansprechpartner für "Wundermittel"; zudem Beisitzer im Vorstand der GWUP; Redakteur bei "GWUP-Aktuell" und dem e-Skeptiker; aktives Mitglied der Münchner Skeptiker. Jochen Bergmann war maßgeblich beteiligt an Versuchsreihen am Biozentrum Würzburg, in denen "Muter" (Rutengänger) auf ihre Fähigkeiten getestet werden. |
| Ergänzte Zusammenfassung des Vortrags Nahrungsergänzungsmittel, funktionelle Lebensmittel, neuartige Lebensmittel ... Im Graubereich zwischen Arzneimitteln und Lebensmitteln buhlen ganze Produktgruppen um die Gunst des Käufers. Viele versprechen, einen Beitrag zur Gesunderhaltung oder sogar zur Krankheitsbehandlung oder -prophylaxe zu leisten. Aber was ist eigentlich das Besondere an diesen Produkten? Sind sie sinnvoll, nutzlos oder gefährlich? Welche Probleme und Fallstricke gilt es zu beachten, um nicht auf einen unseriösen Händler oder ein unnützes Wundermittel hereinzufallen? Kann man als "normaler" Verbraucher da überhaupt noch durchblicken? Aber der Reihe nach. Zunächst einmal gilt es, den wichtigsten Begriff zu klären, nämlich den des Nahrungsergänzungsmittels. Man versteht darunter in der Regel Produkte, die
Beispiele sind schnell an der Hand: Altbekannte Produkte wie der gute, alte Eisensaft, Lebertran oder Vitamin-C-Pulver gehören genauso dazu wie Multivitaminpräparate, Calcium-Brausetabletten, Coenzym Q10 und Kieselerde oder eher moderne Erscheinungen wie Apfelessigkapseln, Nonisaft und Grapefruitkernextrakt. Es stellt sich die Frage: Braucht der durchschnittliche Verbraucher eine Nahrungsergänzung? Wir leben doch gewissermaßen in einer Art Schlaraffenland, in dem praktisch das ganze Jahr hindurch eine riesige Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung steht. Eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung ist also möglich und auch bezahlbar. Was unter gesunden Ernährung zu verstehen ist, ist dank umfangreicher Forschung bekannt; zahlreiche für den Laien geschriebene Bücher sorgen für eine Verbreitung dieses Wissens. Also alles in Butter? Nein, das Schlaraffenland scheint uns nicht zu bekommen: Die Deutschen und mit ihnen die Einwohner vieler "hoch entwickelten" Länder leiden in erschreckendem Maße an sog. "Zivilisationskrankheiten" (Übergewicht, Herz-Kreislauf-Krankheiten, ernährungsbedingte Diabetes), und die Versorgung mit Nährstoffen ist nicht so gut, wie es die zur Verfügung stehenden Lebensmittel erwarten lassen. Wenn der moderne Mensch sich also nicht optimal ernähren kann oder will, dann kann er seine Nährstoffversorgung einfach, sicher und preiswert mit einem Nahrungsergänzungsmittel sicherstellen. Damit beginnt aber erst das eigentliche Problem: Welches Produkt ist sinnvoll? Können die Produkte auch gefährlich sein? Soll ich mir meine Gesundheit ruhig etwas kosten lassen oder kann ich zu preiswerten Produkten greifen? Zahlreiche Hersteller bieten eine geradezu überwältigende Fülle von Produkten an, die auch der Fachmann kaum überblicken kann. Da das Gebiet der Nahrungsergänzungen nur wenig reguliert ist (es gibt z.B. im Vergleich zu "normalen" Lebesmitteln keine besonderen Anforderungen an Qualität, Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit), herrscht ein regelrechter Wildwuchs auf dem Markt: Manchmal bietet ein- und derselbe Hersteller Sinnvolles, Nutzloses und potenziell Gefährliches nebeneinander an. Altbekannte Produkte stehen neben den neuesten Wundermitteln, traditionelle Mittel neben dem Neuesten aus Übersee oder Fernost, Einzelpräparate neben geradezu willkürlich anmutenden Mischungen usw. Es gibt einige klare Regeln, was nicht erlaubt ist, z.B. einem Nahrungsergänzungsmittel arzneimittelähnliche Wirkungen anzudichten. Eine Sicherheit oder ein Qualitätssiegel, das ein konkretes Produkt als sinnvoll ausweist, gibt es nicht. Der Verbraucher ist also bei der Entscheidung weitestgehend auf sich allein gestellt. Was tun also? Es kann natürlich keine Universalformel angegeben werden, nach der man die Nahrungsergänzungsmittel in "gut" und "böse" einteilen kann. Die Forschung auf diesem Gebiet liefert fast im Wochentakt neue Erkenntnisse, die es einzubeziehen gilt. Außerdem kommt es immer auf die individuellen Lebens-, Arbeits- und Ernährungsgewohnheiten an, ob die Einnahme eines Präparates Sinn macht. Dennoch können einige Empfehlungen zur Orientierung gegeben werden. Wenn Sie also der Meinung sind, ein Nahrungsergänzungsmittel zu benötigen, gehen Sie die folgenden Fragen durch. Natürlich ist deren Beantwortung z.T. schwierig und zeitintensiv. Als Richtschnur sollte gelten: Je mehr Sie sich von dem Produkt erwarten, desto intensiver sollten Sie sich vorher informieren. Schließlich wollen Sie ja einen gesicherten Nutzen von der Einnahme haben, unnötige Risiken vermeiden und Ihr Geld sinnvoll in die Gesundheit investieren. Orientieren Sie sich an den folgenden Fragen, um ein konkretes Produkt einzuschätzen: Warum überhaupt? Was ist drin? Welche Inhaltsstoffe sind enthalten und in welcher Menge?
Was sagt die Werbung? Was sind die Alternativen? Welche Kosten sind zu erwarten? Gehen Sie diese Aspekte wenn nötig mit einen Fachmann (Arzt, Apotheker, Ernährungsberater) durch; schließlich ist es Ihre Gesundheit. Zum Schluss noch einige Merkmale, die auf eher unseriöse Produkte zutreffen. Wenn mehrere zusammenkommen, schauen Sie lieber genauer hin: Es könnte sein, dass Ihnen jemand ein "echtes Wundermittel" andrehen will!
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| Links zum Thema Grundlegende Informationen zu gesunder Ernährung, Vitaminen u.a.:
Die "Food and Drug Administration" der USA und das "Office of Dietary Supplements" der "National Institutes of Health" sind die wichtigsten US-Behörden für den Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln: Das "Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit" (BVL) - ehemals "Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit" (BgVV) - ist die oberste deutsche Behörde für Lebensmittel und damit für Nahrungsergänzungsmittel: Der Internet-Führer für Pharmazie, Medizin, Lebensmittelchemie und Naturwissenschaften. Mit vielen Links zu Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften, Lebensmittelkunde u.v.m.: Informationen zu funktionellen Lebensmitteln: Informationen der EU: Nahrungsergänzungen von A bis Z: |
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