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EventsVon sockenfressenden Monstern
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| Kurze Zusammenfassung des Vortrags Der Mensch an sich ist nicht perfekt, sondern sehr leicht an der Nase herumzuführen. Er kann sich täuschen: im Alltag, in banalen Fragen, aber auch bei gesundheitlich oder finanziell wichtigen Entscheidungen. Und dann kann es gefährlich werden, ganz gleich, ob Selbsttäuschung oder Betrug dahinterstecken. Das gilt sogar für Skeptiker. "Ich habe früher beispielsweise auch geglaubt, es gäbe hinterm Dom kostenlose Parkplätze", gibt Christoph Bördlein schmunzelnd zu. Ein ärgerlicher, aber kaum schmerzhafter Irrtum.
Der Bamberger Autor und promovierte Psychologe beschäftigt sich schon seit Jahren mit menschlichen Täuschungen – und wie diese zu vermeiden sind. Am vergangenen Aschermittwoch (09.02.2005) referierte er zum Thema "Von sockenfressenden Monstern und hellseherischen Telefonterroristen" an der Universität Bamberg. Eingeladen zu dem Vortrag hatte das "Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung" (ZeWW). Warum verschwinden immer wieder einzelne Socken aus der Waschmaschine? Steckt ein sockenfressendes Monster in der Trommel? Oder humpelt ein einbeiniger Dieb durch die Waschküchen der Nation? Nein, kein verspäteter Faschingsscherz. Bördlein diskutierte diese Frage eingangs mit einem durchaus ernsthaften pädagogischen Hintergrund. "Hier lachen wir über sinnlose Behauptungen, aber dennoch fallen wir im Alltag immer wieder auf ähnlichen Humbug und Scharlatanerie herein", erklärt der Psychologe. Doch es gibt auch Strategien, um solche Täuschungen zu vermeiden: Aus der Welt der Wissenschaft transferierte Bördlein den "skeptischen Leitfaden" in den Alltag. Denn Wissenschaft ist kein geheimes Herrschaftsinstrument aus den Elfenbeintürmen ominöser Forscher, sondern funktioniert im Kopf von jedermann, so der Skeptiker. Diese Methoden kann aber nur anwenden, wer sie auch kennt und weiß, auf welche Arten man sich täuschen kann. Deshalb engagiert sich Bördlein für die Erziehung zum kritischen Denken: Um wissenschaftliche Methoden zu popularisieren und gewinnsüchtigen Scharlatanen das Wasser anzugraben, wie es sich die Skeptiker-Organisation "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP) auf die Fahnen geschrieben hat. Ob Lebensberatung durch Horoskope, Ufos, Geister, Mondglaube oder Telepathie – die Beweispflicht für eine Behauptung liegt immer bei dem, der sie auch aufstellt, so eine Spielregel für Skeptiker. Und wer Außergewöhnliches behauptet, muss auch ebenso starke Beweise dafür aufbringen. "Ein fairer Grundsatz, wenn auch Esoteriker darauf meist beleidigt reagieren", weiß Bördlein aus Erfahrung. Nach fast zwei Stunden hat er seinem Publikum eine wahre Waffenkammer wider Selbsttäuschung und Betrug gestiftet: Unterhaltsam, humorig und keineswegs so trocken oder schulmeisterlich, wie Wissenschaftler angeblich sind. Ob er denn immer "skeptisch" reagiere und ob das nicht ganz furchtbar sei für seine Frau, wird er nicht selten gefragt. Bördlein wehrt ab. Er ist kein Dogmatiker. "Nein, auch ich täusche mich oft und komme damit ganz gut durchs Leben. Man muss nur dort genau hinschauen, wo es um eine wichtige Entscheidung geht", sagt er und denkt lächelnd an die kostenlosen Parkplätze hinterm Dom. (sk) Lesen Sie hier die Presse-Resonanz. |
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