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Events "Niemand kann seinem Schicksal entgehen!":
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| Kurze Zusammenfassung des Vortrags Wie gefährlich ist das Weltbild des Ex-Missionars Bert Hellinger? Propagiert der selbsternannte Therapeut faschistoides Gedankengut? Ist die Methode des autoritären Psycho-Gurus gar lebensgefährlich für seine Klienten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich Colin Goldner vom "Forum Kritische Psychologie" (bei München) in seinem Vortrag "'Niemand kann seinem Schicksal entgehen!': Zur Kritik an Weltbild und Methode des Bert Hellinger". Die Bamberger Skeptiker hatten den promovierten Psychologen zu diesem Thema an die Otto-Friedrich-Universität eingeladen.
"Mit seriöser Psychotherapie hat Familienaufstellung nach Hellinger so viel zu tun wie Astrologie mit Astronomie", kritisiert Colin Goldner, der sich schon seit Jahren kritisch - beruflich wie publizistisch - mit der Methode auseinandersetzt. Hellinger selbst ficht so ein Widerwort jedoch scheinbar kaum an: Seit rund 15 Jahren strahlt er als gleißender Stern am Therapiehimmel, seine Auftritte zelebriert er noch heute vor Tausenden von Fans in riesigen Hallen. Dabei sei Hellingers Publikum keineswegs intellektuell unterbelichtet, so Goldner, könne er doch sogar Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter zu seinen Anhängern rechnen, also Menschen mit formal hoher Bildung. Wenn aber ihr Guru die Bühne betritt, fallen seine Gefolgsleute in eine "komplette, kollektive Amnesie" (Goldner) und schalten jedweden kritischen Gedanken ab - und das, obwohl Hellinger keine ernstzunehmende Qualifikation auf dem Gebiet hat, das er so unbeirrt beackert. Als eine Art Psychotherapeut von eigenen Gnaden predigt er seinen Jüngern vom Schicksalsglauben, von "höherer Ordnung" und "wissenden Feldern", die verdächtig an die pseudowissenschaftlichen Vorstellungen eines Rupert Sheldrake erinnern. Zwar habe Hellinger sich in den 60er und 70er Jahren mit allerhand therapeutischen Modeverfahren beiläufig beschäftigt, nachdem er seine Missionarskutte an den Nagel gehängt hatte, gesteht ihm Goldner zu, doch eine qualifizierte Ausbildung habe er nie abgeschlossen. Stattdessen schnappte er sich mit der Familienaufstellung eine einzige, einfache Technik aus dem hoch komplizierten Kontext der seriösen Familientherapie und braute daraus seinen eigenen, "esoterischen, okkulten, parapsychologischen Firlefanz", so der Psychologe. Da sei es schon paradox, meint Goldner, dass heutzutage jeder Frittenbuden- oder Dönerstandbetreiber gewerberechtliche Auflagen erfüllen müsse, der Psycho-Guru Bert Hellinger jedoch ohne fachliche Zulassung Therapie betreiben dürfe: "Warum hat ihm noch niemand das Mikro abgedreht?" "Ein Therapeut kann niemandem schaden", behauptet Bert Hellinger. Doch seine Bilanz spricht eine andere Sprache, wenn der Vorhang auf der Bühne gefallen ist. Zu trauriger Berühmtheit gelangte vor einigen Jahren der Fall einer jungen Ärztin und vierfachen Mutter aus Leipzig, die sich nach einem Hellinger-Auftritt das Leben genommen hat - zur Wiederherstellung der rechten Ordnung, wie sie in ihrem Abschiedsbrief schrieb. Obwohl der gegen alle Kritik immunisierte Psycho-Guru die Schuld von sich schiebt - etwa in der Behauptung, die junge Frau sei vorher schon suizidgefährdet gewesen - konnte das "Forum Kritische Psychologie", das sich intensiv mit dem Fall befasste, keinen Hinweis hierauf finden. Beruflich trifft der Psychologe Goldner immer wieder auf Menschen, die durch eine "Behandlung" nach Hellingers Methode schwere psychische Schäden davongetragen haben. Der Ex-Missionar vertritt ein erzreaktionäres, protofaschistisches Weltbild. Nach seiner Theorie habe in jeder Sippe eine strenge Ordnung zu herrschen: Die Frau ist dem Mann untertan, der Erstgeborene steht über dem Zweitgeborenen - es sei denn natürlich, die Erstgeborene ist ein Mädchen. Kinder müssen ihren Eltern Respekt zollen und Ehre erweisen - ganz gleich, wie die Väter und Mütter ihren Nachwuchs behandeln. Selbst nach sexuellem Missbrauch gilt wie in Stein gemeißelt das alttestamentarische Gebot: "Du musst deine Eltern ehren!" Wer gegen diese Ordnung verstößt, wird mit Krankheiten abgestraft. So kann Hellinger beispielsweise den Brustkrebs der Enkelin noch auf ein "Unrecht" zurückführen, das dem längst verstorbenen Großvater widerfahren sei: Die Großmutter hatte sich seinerzeit von ihm getrennt, und so liegt der Verschmähte noch heute im Grab und flucht auf seine Familie. Eine Aufstellung soll Heilung bringen: Eine Stellvertreterin der Großmutter muss sich vor einem Wildfremden niederwerfen, der den Großvater repräsentiert, und ihm "die Ehre erweisen". Der Großvater ist besänftigt, der "Fluch" ist weg. Wenn der Krebs trotzdem bleibe, sei natürlich die Patientin selbst schuld, die den Krebs gar nicht loswerden wolle. Laut Hellinger. Ein krasses Beispiel, doch nur eines von vielen, die Goldner referierte. Wie aber können - oder besser: konnten - sich Hellingers Weltbild und Methode so lange halten? "Die Menschen suchen nach beständigen Wahrheiten", antwortet Goldner. Und diese biete ihnen Hellinger an: Einfach gestrickte Erklärungen für die Probleme und Fährnisse der Welt und des Lebens. Eine fest gemeißelte Ordnung aus der Zeit vor Frauenbewegung, '68, Aufklärung und Humanismus, zurück zu alttestamentarisch-mosaischen Gesetzen und Sippenordnungen. Doch Hellingers gleißender Stern ist am Verlöschen, immer mehr einst glühende Anhänger wenden dem umstrittenen Psycho-Guru den Rücken zu. Haben sie die deutliche Rechtslastigkeit der Ideologie erkannt? Wurde ihnen der "Meister" doch zu unheimlich, als er dem "GröFaZ" Adolf Hitler lyrische Ergüsse zu widmen begann und sich kurzfristig im nationalsozialistisch geschwängerten Nimbus der "kleinen Reichskanzlei" in Berchtesgaden einnistete? Eine Möglichkeit. Was Hellinger aber den stärksten Gegenwind innerhalb der eigenen Gefolgschaft einbrachte, war die Trennung von seiner langjährigen Ehefrau und die Zweitehe mit einer blonderen und jüngeren Anhängerin. Goldner: "Bei seinen Fans kam es gar nicht gut an, dass Hellinger sich über die von ihm selbst propagierten, erzkonservativen Familiennormen einfach hinwegsetzte. Das hat ihm mehr geschadet als alle Kritik von außen." (sk) |
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Presse-Stimmen zum Vortrag "Eine 'Supernova der Therapeutenszene', der Welt zurzeit bekanntester Psychotherapeut: Das ist Bert Hellinger. [...] Ansonsten aber ließ Goldner in einem brillanten, von Ironie, Sarkasmus und auch unverblümter Polemik durchtränkten Vortrag an Hellinger und seiner Methode der 'systemischen Familienaufstellung' kein gutes Haar." (Fränkischer Tag, 03.05.2005) Lesen Sie hier den ganzen Artikel. |
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