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PresseWeglassen und Vereinfachen. Recht still ist es um ihn geworden. Vor 30 Jahren hat Erich von Däniken Millionen von Büchern verkauft, später auch einmal eine Fernsehserie lanciert, seit 2003 betreibt der Schweizer in Interlaken einen "Mystery Park". Um für den zu werben, heißt es, geht der Autor mit den gewagten Thesen wieder auf Vortragsreise und gastierte jüngst auch in Bamberg. Dass die so genannte Prä-Astronautik auch in der Bischofsstadt viele interessiert, zeigte die doch recht hohe Besucherzahl einer Veranstaltung im Marcushaus. Der Referent allerdings ist alles andere als ein Däniken-Gefolgsmann. Ihm ging es um wissenschaftlich fundierte Kritik an der Pseudowissenschaft des Schweizers. Dr. Markus Pössel, Physiker am Max-Planck-Institut zu Golm bei Potsdam, ist Mitglied der GWUP, der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften". Deren lokale Gruppe, die "Bamberger Skeptiker", hatte den jungen Wissenschaftler eingeladen, sich mit Däniken auseinanderzusetzen. Der durchaus zu überzeugen weiß, wie der Bamberger Skeptiker Christoph Bördlein in seiner Begrüßung konzedierte. Er hat den Auftritt Dänikens verfolgt: "Wäre ich nicht Skeptiker, ich wäre auch überzeugt." "Dänikens phantastische Wissenschaft", so der Titel des skeptischen Referats, vertritt als Grundthese, dass vor Jahrtausenden Außerirdische die Erde besucht und jede Menge Spuren hinterlassen hätten. Diese Spuren zu finden und im Sinne ihrer Behauptungen zu interpretieren versuchen Däniken und andere Autoren. Die Erkenntnisse seriöser Archäologie ignorieren sie meist. Wie kann man entscheiden, wer Recht hat?, fragte Pössel. Er hat sich einige der angeblichen Beweise für die Einflüsse Außerirdischer herausgepickt, in Bibliotheken recherchiert, Fachleute interviewt. Seine Ergebnisse breitete er minutiös und bisweilen ermüdend aus. Da sind die Dogon, ein Stamm in Mali. Sie besitzen angeblich astronomische Kenntnisse über die Umlaufbahn des - unsichtbaren - Sterns Sirius B, die ihnen Besuch aus dem Weltraum vermittelt habe. Pössel hat die ethnologische Fachliteratur genau studiert und ernüchternde Erkenntnisse gewonnen: Die Methoden des französischen Ethnologen, der in den 1930er Jahren Feldforschung bei den Dogon betrieb und auf den sich Däniken bezieht, sind in der eigenen Zunft scharf kritisiert worden, aus dem vorliegenden Material hat Däniken genau das ausgewählt und interpretiert, was seine kruden Thesen stützt. Er hat, so Pössel, "erwartetes Wissen an vielen Stellen reingesteckt, weggelassen und vereinfacht. Das ist nicht ehrlich". Ähnlich der Fall einer angeblich abgebildeten Glühbirne im alt-ägyptischen Hathor-Tempel von Dendera. Akribisch arbeitete sich der Referent in die Hieroglyphen- und Bildersprache der Ptolemäerzeit ein. Und dechiffrierte das Bild als einen Sonnengott auf der Barke samt Gefolge. Methode Däniken: In eine völlig fremde Mythologie forsch neuzeitliche Technologie hineininterpretieren. Ein weiterer Hit in der Prä-Astronauten-Szene: Die Cheops-Pyramide sei gar nicht von Cheops gebaut. Erkenntnisse der seriösen Archäologie müssen weggezaubert werden. Pössel hat die Argumentationsketten von Däniken und Konsorten verfolgt und in detektivischer Arbeit entlarvt. Sein Fazit: Die Realität ist spannender als vermeintliche Aliens-Besuche. "Gehen Sie in Bibliotheken!", forderte er das Publikum auf: "Selber nachprüfen, nicht einfach nur glauben." rg (Quelle: "Fränkischer Tag", 30.11.2004) |
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