Bamberger Skeptiker.

Bamberger Skeptiker » Projekte » Bamberg-Ufo

Projekte

Ufos über Bamberg?

von Dipl.-Soz. Detlev Lück

"Ufos über Bamberg?" fragte der "Fränkische Tag" (FT) in großen Lettern in seiner Lokal-Ausgabe vom 23. August 2002: Ein anonymer Autofahrer hatte von der A73 aus eine mysteriöse Beobachtung am Himmel gemacht und der Redaktion davon berichtet.

"Gerhard K. sollte sich nicht zu viele Hoffnungen auf eine beruhigende Erklärung machen", schloss der FT den Bericht. Doch die Bamberger Skeptiker nahmen sich der Herausforderung an. Und tatsächlich druckte die Zeitung den hier vorliegenden Artikel in einer ihrer späteren Ausgaben ab.

 
Eine Art Fallschirm.

"Eine Art Fallschirm", hatte K. der FT-Redaktion geschrieben, sei am Sonntag, 18. August, nahe der Autobahn mit hoher Geschwindigkeit zu Boden gegangen (siehe Foto).

"Unter dem Fallschirm hing eine Art Kapsel", so K. weiter. "Es erinnerte ein wenig an die russischen Raumfahrerkapseln, wie sie in der kasachischen Wüste landen. Es waren nur Bruchteile von Sekunden, in denen das Objekt für mich sichtbar war, dann verschwand es hinter einem Abschnitt mit Bäumen."

Zu groß für ein Modell-Fluggerät, zu schnell für einen Heißluftballon. Die Notlandung eines Ufos?

 

K.s Frage, was das denn gewesen sein könne, beantworten nun die Bamberger Skeptiker. Die richtige Spur fand Ufo-Ermittler Detlev Lück hinter jenen Bäumen, die K. von der Autobahn aus die Sicht auf die Landung des Flugobjekts versperrten: Dort liegt der Breitenau-Flughafen, Domizil der Segelflieger des Aero Club Bamberg e.V.

Ein Segelflugzeug war es nicht, das K. sah - nur das Ende eines gewöhnlichen Startvorgangs. Segelflugzeuge werden dort bei schönem Wetter von einer Dieselwinde mit einem Schleppseil in die Höhe gezogen. So war es auch an jenem Sonntag. An einem Stahlseil beginnt die auf einen Lkw montierte Winde, das Flugzeug über die Piste zu ziehen, bis es abhebt. Fast senkrecht über der Winde wird das Seil in etwa 500 Metern Höhe ausgeklinkt. Um zu verhindern, dass das Stahlseil ungebremst auf dem Boden aufschlägt, öffnet sich am oberen Ende ein Fallschirm. Die "Kapsel" unterhalb des Fallschirms ist ein weiß-rotes Markierungshütchen, wie es an Baustellen zur Absperrung verwendet wird. Dem Aero Club dient es als Markierung des Seilendes. Das Seil selbst war zum Zeitpunkt der "Ufo"-Sichtung wegen des Gegenlichts kaum zu sehen.

 
Startbahn. Dieselwinde. Fallschirm.
Die Startbahn. Die Dieselwinde. Der Fallschirm.
     
Alle Umstände passen ins Bild: Am 18. August stand die Winde nur einen Steinwurf von der A73 entfernt. Es herrschte reger Flugbetrieb. Für K.s Sichtung "zwischen 17.45 und 17.55 Uhr" kommen laut Tower-Informationen zwei Flugzeugstarts in Frage.
 
Flieger.

Für einige Piloten ist der Fall so eindeutig, dass sie sich fragen, wie jemand ihren Fallschirm für ein Ufo halten konnte. Doch das geht leicht, wenn man den Flugplatz nicht kennt: Von der Autobahn aus ist er fast überall von Bäumen oder Schallschutzwänden verdeckt. Nur auf der A73 zwischen Autobahnkreuz und der Ausfahrt Memmelsdorf ist die Sicht für ein kurzes Stück frei.

Flieger kurz nach dem Start.  
 

Wem die Segelflieger am Himmel nicht auffallen, springt die Lösung nicht ins Auge. Und wer sich auf den Fallschirm konzentriert, sieht die Segelflieger am Himmel nicht. Bamberger X-Akte geschlossen.

Lesen Sie hier die Presse-Resonanz.


Impressum | Disclaimer | Sitemap
GWUP
Grafikcounter