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Geokomiker

von Dipl.-Geol. Michael Link

Definition: Geokomiker sind Leute, die im Randbereich der Naturwissenschaft Geologie solche Fakten und Effekte behaupten, die real nicht existieren. Diese Spielart der Geophantasie hat als Folklore in manchen Kulturen eine derartige Ausbreitung erlangt, dass viele Laien sie für eine ernsthafte Wissenschaft halten, basierend auf tatsächlich existierenden paraphysikalischen Erscheinungen.

Die besten Komödianten dieser Zunft ziehen mit ihren Ruten wirbelnd Gemeinderäte auf der Suche nach dem eigenen Trinkwasser ebenso in den Bann, wie zivilisationskranke Hausfrauen mit deren Bedürfnis nach einer privaten und unwiderlegbaren Leidensursache ...

 

 
Aus der Zunft der Geokomiker: Wünschelruten, Erdstrahlen, Wasseradern ...

Da ist nichts dran. Das wissen wir. Es ist oft genug untersucht worden, alle sich in der Darbietung dieser besonderen Fähigkeiten abspielenden Mechanismen sind bestens bekannt. Altgediente Skeptiker bezeichnen das Thema gerne als "alte Kamelle", aber da nach aktuellen Umfragen (EMNID, 2001) 68 Prozent der befragten Westdeutschen und 54 Prozent der Ostdeutschen immer noch an die Existenz des Phänomens glauben, scheint hier die Aufklärung noch nicht so recht durchgedrungen zu sein.

 

Dipl. Geomantin.

Die Angelegenheit ist mit viel wissenschaftlichem Aufwand untersucht worden - jedoch ein wahrer Gläubiger der Erdmagie lässt sich davon nicht beeindrucken. Es gilt der Satz: "Ich zucke (mit der Rute), also bin ich."

Bild: Zeitungsanzeige einer "Dipl. Geomantin": Dieser akademische Titel wird üblicherweise in Kombination mit dem "Jodel-Diplom" verliehen.

 

Der Erdstrahlenmythos hat sich in letzter Zeit mit dem wachsenden Bereich "Umweltangst" zu einem intensiven Konglomerat verbunden: So wurde aus der früheren Domäne älterer Männer inzwischen eine Parawissenschaft, die auch von engagierten Hausfrauen ernst genommen wird. Wer dieses Statement für diskriminierend oder pauschal abwertend hält, der möge sich informieren, welche Geschäfte sich mittlerweile z.B. mit "erdstahlenabschirmenden Still-Kissen mit Dinkelfüllung" machen lassen.

Das Projekt "Geokomiker" der Bamberger Skeptiker beschäftigt sich nicht mit dem wissenschaftlichen Nachweis der Nichtexistenz von "Muter"-Fähigkeiten. Es basiert vielmehr auf der von aktiven Radiästheten ("Radi" ist übrigens das bayerische Wort für Rettich ...) oft geäußerten Aussage, man habe "dieses" Buch über Wünschelruten etc. gelesen und das habe einem die Augen geöffnet und seither wisse man Bescheid. Aus dieser Aussage heraus entstand der Ansatz, eine Art Literaturanalyse der vorhandenen Werke anzugehen und den Wünschel-Mythos auf verschiedene Aspekte der grundsätzlichen "inneren" wissenschaftlichen Plausibilität abzuklopfen.

Für alle, die sich hierher verirrt haben, aber Literaturstudien für etwas Grundlangweiliges halten (zu Recht, denn das sind sie!) und nun schon wieder wegklicken möchten, haben wir drei unterhaltsame Unterseiten eingerichtet:

Geokomische Geräte: Eine Galerie mit den lustigsten Apparaturen, welche die Geokomik bisher hervorgebracht hat: Wir kennen Detektoren zum Aufspüren von Erdstrahlen und Protektoren (hier getrennt nach Geräten zur Entstrahlung und zur Abschirmung) zum Schutz vor selbigen.

Was tun, wenn der Erdstrahl droht?
Lassen Sie sich nicht verstrahlen: Lernen Sie, wie Sie den Todespfeilen aus der Tiefe entgehen und der Gefahr ins Gesicht lachen können!

 

 

Literatursammlung Parageologie

(Projekt-Status Anfang 2003: Das Projekt ist noch in einer ersten Phase der Materialsammlung und erhebt daher ausdrücklich Anspruch auf Unvollständigkeit!)

Nun zur Literatur zum Fach: Fragen wir uns einmal nach der Wissenschaft in der Parawissenschaft! Zu diesem Zwecke werden seit Frühjahr 2001 systemtisch publizierte Werke zum Themenbereich "Wünschelruten & Erdstrahlen" gesammelt. Der bisherige Bestand umfasst Bücher, Artikel in Fachzeitschriften, Reprints von vergriffenen Werken und Artikeln, Einzelkapitel in Büchern mit breiterem Themenspektrum und Monographien; er umfasst neben parageologischer ("geokomischer") Literatur auch skeptische Werke und Aufsätze.

Eine laufend aktualisierte Bestandsliste der von Dipl.-Geol. Michael Link unterhaltenen Materialsammlung (der so genannte "Giftschrank") können Sie hier als pdf-Datei (88 kb) abrufen. Um dieses Dokument lesen zu können, benötigen Sie den Adobe Acrobat Reader, den Sie hier kostenlos herunterladen können. Wer zufällig noch einschlägige Werke im Regal hat und den Platz anderweitig braucht: Weiteres Material ist gegen Aufwandsentschädigung hoch willkommen (hierzu bitte direkt Michael Link kont@ktieren)!

Das ursprüngliche Konzept zur Literaturauswertung sah vor, alle Publikationen nach einem einheitlichen Bewertungsraster zu beurteilen und hierbei Grundfragen als Messlatten anzunehmen wie beispielsweise:

  • Welches Basiswissens hat der Autor von der Geologie?
  • Welche Mechanismen werden für den Ruten- bzw. Pendelausschlag angegeben?
  • Sieht der Autor die Notwenigkeit zu Doppelblindversuchen?
  • Werden Literaturhinweise angegeben? Wenn ja, wie?
  • Denkt der Autor naturwissenschaftlich/ parawissenschaftlich/ pseudowissenschaftlich/ magisch?
  • Suggeriert das Werk Ängste vor geheimnisvollen Bedrohungen?
  • etc.

Jedoch schon nach der ersten Sichtung zeigte sich, dass Umfang, Intentionen und Niveau der einzelnen Werke zu unterschiedlich sind, um eine allgemein einheitliche Bewertung durchführen zu können. Sinnvoll ist hingegen eine thematische Gruppierung der Werke, in der sich innerhalb einer Gruppe Meinungsströmungen fassen und darlegen lassen, wobei auch oft die historische Entwicklung dieser Parawissenschaft nachvollziehbar wird.

Beispielsweise lässt sich in der Gruppe der Werke, die sich mit geogenen Krankheitsursachen beschäftigen, ein Erstauftreten der Vermutung "Krebsursache Erdstrahlen" 1932 feststellen. Von da ab erfolgt eine starke Verbreitung dieser Vermutung, die zu einer eigenen Denkschule der Geopathiker führt.

Viele Werke nehmen Stellung zum Problem des Rutenausschlages: Auch hier zeichnen sich deutliche Meinungstrends in den Kategorien "magische Kräfte", "paraphysikalische Kräfte", "exotische Variationen bekannter Kräfte" und "Ideomotorik" ab, die sich historisch differenzieren lassen.

 

 

Thematische Schwerpunkte der Auswertungen

Detaillierte thematische Auswertungen werden im weiteren Verlauf des Projekts hier veröffentlicht werden. Ein kurzer Überblick über die vorgesehenen Einzelthemen:

Geologisches Verständnis des Autors

Wenn jemand Erklärungen darüber abgibt, welche geologischen Strukturen zu "Wasseradern" bzw. zur Erzeugung von "Erdstrahlen" führen sollen, sei die Frage nach dem fachlichen Wissen und dem Verständnis des jeweiligen Autors gestellt.

Damit ist es nicht bei jedem Autor zum Besten bestellt. Beispielsweise OTTO (1986) schreibt zur "Erdstrahlenentstehung durch Erdverwerfungen" (S. 13): "Wir wissen, dass sich unsere riesigen Kontinente Amerika, Afrika, Asien in einem gewaltigen Trift ständig von West nach Ost verschieben. Das hängt mit der Umdrehung der Erde zusammen." - Mit Verlaub: Würde ein Student der Geologie im ersten Semester solchen Unsinn von sich geben, würde man sich erst einmal sein Zeugnis der "Allgemeinen Hochschulreife" vorzeigen lassen ...

SIMON (1997) zeigt Schemaskizzen von "Gesteinsverwerfungen", die jedes Verständnis für die Mechanik der Tektonik vermissen lassen (S. 21). Er scheut sich auch nicht, einen klassischen Setzungsschaden an einer Betonplatte (S. 30) als Hinweis auf einen Gesteinsbruch zu verkaufen.

Andere Autoren haben zwar viel aus geologischen Werken abgetippt, aber ob sie mit den verwendeten Begriffen viel anzufangen wussten, bleibt oft unklar. Z.B. ein Schreibfehler wie "Malin" (statt Malm) in Wetzel (1985, S. 47), der ja nicht durch Vertippen, sondern durch falsches Ablesen einer Vorlage erzeugt wurde, gibt einem schon gewisse Rätsel auf.

Quote-Index

Durch die Frage "Wer wird wie oft in nachfolgenden Werken zitiert?" ergibt sich ein Maß für Bedeutung, Einfluss und Nachwirkung einzelner Autoren. Hierbei lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

  • Werke ohne Literaturangaben,
  • Werke mit weiterführenden Literaturverzeichnissen in mehr oder weniger wissenschaftlicher Zitierweise und
  • Werke mit unwissenschaftlichen, tendenziösen Formen der Literaturangabe.

OTTO (1986) zitiert z.B. seine Literatur so:

"[...]
'Erdstrahlen als Krankheits- und Krebserreger'
Gustav Freiherr von Pohl
'Die Demaskierung des Krebsproblem'
Dr. med. Erich Smoling
'Den Krebs besiegen'
Dr. Efimie Vasilievich
'Skeptische Betrachtungen der Schulmedizin'
Prof. Dr. med. Kötschau
'Die Krebsmafia'
Christian Bachmann
[...]"

Bei so viel akademischem Sachverstand - soll dem Leser offensichtlich suggeriert werden - muss das Buch ja die pure Wahrheit enthalten!

Empfohlene Gegenmittel

Im Bereich "empfohlene Gegenmaßnahmen" ist eine sachliche Wertung grundsätzlich nicht möglich. Da dieses Thema jedoch gleichzeitig auch für den skeptischen Laien einen sehr hohen Unterhaltungswert besitzt, wurden Zusammenfassungen und Textauszüge im Kapitel Was tun, wenn der Erdstrahl droht? zusammengestellt.

Physikalische Vorstellungen von "Erdstrahlen"

Die Vorstellungen von der Beschaffenheit der "Erdstrahlen" sind vielfältig. Angenommen werden meist paraphysikalische Strahlen und Sonderformen von physikalischen Strahlen. Grundsätzlich kann man die behaupteten "Energien" in drei Gruppen gliedern:

  • singuläre Strahlungsquellen (z.B. die "Wasserader"),
  • globale Strahlungssysteme ("Gitter") und
  • anthropogene "Erd"-Strahlung.

Gerne postuliert werden elektromagnetische Felder oder Mikrowellen. Häufig wird der Begriff "Erdstrahlung" als Sammelbegriff verwendet, wobei physikalisch bekannte und messbare Energieformen (z.B. radioaktive Strahlung) willkürlich mit "nur vom feinfühligen Radiästheten wahrnehmbaren" paraphysikalischen Energien verquickt werden.

HENRICH (1933) berichtet (basierend auf einer Arbeit von GURWITSCH, 1932) von einer "mitogenetischen Strahlung". Das Modell beschreibt diese als ein "ultraviolettes Licht bestimmter Wellenlänge", das nur dann biologisch wirksam sei, wenn es "schwach" (sic!) genug ist.

Daneben werden noch "feinstoffliche Energien" postuliert (z.B. THURNELL-READ), für deren Existenznachweis gerne die Kirlian-Fotografie angeführt wird ...

KÖNIG & BETZ (1989) diskutieren u.a. statische Magnetfelder, elektromagnetische Felder und Infra-Schall.

SIMON (1997) stellt sich unterirdische Schichtfolgen als eine Art natürliche Batterien vor, die elektrische Felder aufbauen. Daneben kennt er auch eine Magma-Strahlung und ist somit jedem geologischen Lehrbuch weit voraus ...

Vorstellungen zu Rutenausschlag und Pendelbewegung

Die Vorstellungen reichen hier von magischen Erklärungen bis zum vollständigen Verständnis der biologischen bzw. psychischen Prozesse.

Das richtige Werkzeug

Komplex sind auch die Vorstellungen zur Auswahl des richtigen radiästhetischen Werkzeugs. Hier schwanken die Meinungen deutlich und lassen sich entsprechend in Kategorien einordnen:

  • Werkzeugbeschaffenheit ist unwichtig: Eigentlich braucht man gar keines.
  • Spezielle Material- oder Formanforderungen (von der Kupferrute bis zur Pendellänge).
  • Sonderbauweisen (Lecher-Antenne etc.).
  • "physikalische" Messgeräte.

Bördleins Diktum

Für die Vermutung, dass ein in einer Parawissenschaft Gläubiger möglicherweise eine wahrnehmbare Tendenz zeigt, auch jeden anderen Mist zu glauben, hat sich bei den Bamberger Skeptikern der Arbeitsbegriff "Bördleins Diktum" eingebürgert.

Die Literatur zum Themenkomplex zeigt hierbei drei Hauptströmungen:

  • Muten als Handwerk: Dargestellt werden nur Pendeln und Wünschelruten als Technik, weitergehende geophantastische Behauptungen werden nicht getroffen.
  • Wünschelrute-Erdstrahlung-Geopathie: Vermittelt wird ein geschlossenes Weltbild von der geheimnisvollen, aber natürlichen Strahlung, dem begabten Medium und den Auswirkungen auf uns alle, insbesondere durch schädliche Einflüsse.
  • Esoterischer Rundumschlag: Erstrahlung und Rutenfühligkeit als integraler Bestandteil eines esoterischen Weltbildes. Dies wird insbesondere bei der Darstellung möglicher Heilmittel und Abwehrmaßnahmen deutlich. Manche Werke geben hier einen Schnellkurs durch die gerade modernen Parathemen. Beliebt sind Bachblüten, Homöopathie, Aura-Fotografie, Kinesiologie, Feng Shui und natürlich in jüngeren Werken Elektrosmog als allgegenwärtige Bedrohung. Über dem Begriff "Geomantie" werden Querverbindungen zu einem angeblichen, alten Geheimwissen hergestellt.

Wissenschaftliche Methodik

Das ist ein sehr wichtiger Punkt zur grundsätzlichen Orientierung, ob man es hier mit einer Para-, Pseudo- oder doch Protowissenschaft zu tun hat. Auch hier ist die Bandbreite sehr groß: Meistens wird über eine rein anekdotische Beweisführung argumentiert. Andere Autoren beschäftigen sich mit der Versuchstauglichkeit des Phänomens oder der Korrelierbarkeit mit physikalisch eindeutig messbaren Energien.

Sehr interessant ist folglich das vorhandene Verständnis für den Sinn und die Notwenigkeit wissenschaftlich kontrollierter "Doppelblindversuche" (d.h. Versuche, bei denen auch die Versuchsbegleiter keinerlei - und auch kein noch so gering erscheinendes - Vorwissen über das mögliche Versuchsergebnis haben dürfen).

Ein besonders hübsches Beispiel hierfür ist die berühmte Begehung des Ortes Vilsbiburg 1929 durch den Freiherrn von Pohl. Dieser versuchte unter Aufsicht eine flächendeckende Mutung des Ortes, um so die Korrelation zwischen "Erdstrahlung" und "Krebsbetten" (= Betten, deren Inhaber an Krebs verstorben waren) zu untersuchen. Von Pohl war das Problem der Verblindung bewusst. In seiner Beschreibung der Versuche lesen wir: "Selbstverständlich durfte ich die Stadt, in der eine solche Arbeit vorgenommen werden sollte, nicht oder jedenfalls nicht näher kennen, so dass ich natürlich auch nicht über Krebsfälle in dieser Stadt orientiert sein konnte und durfte." Über seine offizielle Versuchsaufsicht an den Tagen 2 - 7, den Polizeiwachtmeister Schachtner, bemerkt er: "[...] war erst seit etwas über einem Jahr in Vilsbiburg und schon aus diesem Grunde zur Beaufsichtigung und Begleitung besonders geeignet, da er naürlich keine oder nur sehr wenig Ahnung haben konnte von all den Krebstodesfällen, die bis zu zehn Jahren oder noch länger zurücklagen."

Von Pohl erkennt somit die Wichtigkeit des Blindversuchs, allerdings noch nicht (1929!) die Notwendigkeit der Doppelverblindung. Apologeten führen ihn zwar gerne als DIE Referenz für Krebstod durch Erdstrahlung an, aber eine Hinterfragung der Versuchsumstände nach modernen Gesichtpunkten findet nicht statt.

KOPSCHINA (1990) beschreibt in völliger Arglosigkeit, wie diverse ortsansässige Herren die Versuche als Zeugen begleiten.

SIMON (1997) schreibt zur Begehung: "Während dieser Zeit wurde er von einer Amtsperson begleitet, die darauf achtete, dass von Pohl keine Krankheiten bei den Einwohnern erfragen konnte." Auch hier (1997!) ist "doppelblind" noch nicht angekommen ...

Von großer Bedeutung für die skeptische Betrachtung sind natürlich Autoren, die die Notwendigkeit zur doppelblinden Versuchsführung akzeptieren und nach eigenen Angaben entsprechende Versuchsreihen zum Beleg des Wüschelrutenphänomens anführen. Zu nennen sind hierbei besonders KÖNIG & BETZ (1989) und PURNER (1993).

Historische Begründungen

Die angegebenen historischen Wurzeln der Radiästhesie sind ebenso vom Autor abhängig: Mancher beruft sich auf Steinzeitzeichnungen, oft wird die Bibel erwähnt, als wichtiger Beleg gilt der chinesische Kaiser Yü. Das erste wichtige "zitierfähige" Werk ist "De re metallica" von AGRICOLA (1556), wobei das Motiv auch schon vorher in Zeichnungen zum Bergbau auftaucht. In der Literaturauswertung kann man unterschiedliche Bemühungen erkennen, alte Motive (Moses schlägt mit einem Stab auf den Felsen, um Wasser zu finden etc.) nachträglich in den Wünschelrutenmythos einzubauen.

Strahlenflüchter und globale Gitternetze

Auch Erdstrahlen haben eine Gewerkschaft und neigen daher dazu, sich in Gruppen zu organisieren. Genannt werden das "Globalgitternetzwerk" nach Dr. Hartmann (Maschenweite 2,8 auf 3,2 Meter), das von Nord nach Süd und quer dazu verlaufen soll, sowie das "Curry-Gitternetzwerk". Letzteres soll Nordost-Südwest (und ebenfalls quer dazu) mit einer Maschenweite von 2,4 - 2,6 Meter verlaufen (z.B. SIMON 1997).

Nach GROTHE (1988) wird ein zusätzliches "Benker-Kuben-System" postuliert, das dreidimensional beschaffen ist. Dieses soll von Nord nach Süd verlaufend (und quer dazu) ausgebildet sein. In diesem System werden "positive" und "negative" Kuben definiert.

Z.B. in Wetzel (1981) findet sich eine Zusammenfassung der Gitterwerke, in der darüber hinaus noch die "Ley-Lines" ("Geomantische Zonen"), ein drittes Gitter, ein "Polares Feld" (nach Wittmann), der PWL ("Pflanzen-Wucherungs-Laser") und zwei "Vital-Energie"-Felder postuliert werden. Es gibt noch einige andere mehr.

Die Betrachtung dieser behaupteten Gitter und Liniensysteme wird dann richtig interessant, wenn man sie mit den Aussagen zur biologischen Wirkung abgleicht. So soll es Tiere und Pflanzen geben, die sich an den diversen Kreuzungspunkten eine Gitters oder verschiedener Gitter untereinander als "Strahlenflüchter" oder "Strahlensucher" verhalten. Zahlreiche Autoren nennen hierbei Getreide. Nach KOPSCHINA (1991) und anderen Autoren ist es eine Pflanzensorte, die auf Reizstreifen verkümmert.

Wir möchten an dieser Stelle nur eine einzige Frage aufwerfen: Wenn Getreide eine typische Pflanze ist, die auf "geopathologische" Standorte - orientiert an den behaupteten Gittern - mit Veränderung des Wachstums reagiert, dann müsste man doch bei einem Blick auf ein Getreidefeld (homogene Pflanzsituation) von einem erhabenen Standort aus (oder im Luftbild) die postulierten Gitter bzw. Gitterkreuzungspunkte als geometrisches Muster von Wachstumsstörungen erkennen können. - Warum ist dieses nirgendwo jemals beobachtet worden?!

 
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