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Themenabend:
"Was kann man beweisen, was muss man glauben?"
Mit Mark Benecke (6.2.2007)
Die Vorträge des wohl bekanntesten Forensikers Deutschlands
sind immer einen Besuch wert - darüber waren sich die
zahlreichen Besucher im Unperfekthaus einig. Fachkundig, witzig
und irgendwie "total cool" berichtete Benecke über
zwei Fälle, die er als Kriminalbiologe untersucht.
Dabei schärfte Benecke den Verstand der Zuhörer,
die mit Zwischenfragen einem natürlichen Hang von Menschen
nachgaben, die sich mit einem Kriminalfall konfrontiert sehen:
Sie ziehen Schlüsse, sie stellen Zusammenhänge her.
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Genau
das tut Benecke nicht: Er beobachtet, sammelt Spuren. Der
Verstand, so Benecke, dürfe nicht durch irgendwelche
Annahmen zu Schlussfolgerungen verleitet werden. Immerhin
kann sich jede noch so sicher scheinende Annahme als falsch
erweisen.
"Glauben Sie nicht einfach, was man Ihnen sagt, sondern
prüfen Sie es nach." Als Skeptiker mit viel Ausstrahlung
und Humor war Benecke dazu in der Lage, den Besuchern die
Grundlagen skeptischen Denkens zu vermitteln.
Spätestens, als gegen Ende Hitlers Gebiss in aller Ausführlichkeit
thematisiert wird, hat Benecke alle Zuhörer in seinen
Bann geschlagen. Die schwere Parodontose des Diktators wird
abseits aller politischen Urteile zu einer Manifestation des
skeptischen Denkens: Der Beweis, dass dieses irgendwo im russischen
Staatsarchiv lagernde Gebiss Hitler gehörte, ist erbracht
- über seine Zahnschmerzen, seinen Mundgeruch und den
ganzen Rest mögen sich andere kümmern.
Uwe Post
Links: http://www.benecke.com
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