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Buchbesprechung Ziegler, Roland: Ayurveda & Co. - Sanfte Killer aus Fernost Verlag Roland Ziegler, Weiskirchen 2001, ISBN 3-933702-03-8, 126 Seiten, E 19,80 (DM 38,40)
Der Autor ist Unternehmensberater im Bereich der Planung und Organisation medizinisch-wissenschaftlicher Forschungsvorhaben. Außerdem gründete er einen Verlag und ist Begründer der deutschsprachigen Homepage Alternativmedizin kritisch betrachtet (www.vrzverlag.com/esoterik/index.htm). Im vorliegenden Buch informiert er über einige Mittel aus dem Bereich des Ayurveda, dem Wissen vom langen Leben, und der chinesischen Heilkunde, die nach deutschem Arzneimittelrecht nicht zugelassen sind, aber über virtuelle Apotheken oder Drogerien im europäischen Ausland (z. B. über die Niederlande oder die Schweiz) zum Kauf angeboten werden. Die Situation wird dadurch kompliziert, dass die EU-Mitgliedsstaaten kein einheitliches Arzneimittelrecht besitzen. Aus Skandalen in den letzten Jahren, über die in diesem Buch auch berichtet wird, ist zu schließen, dass der Gesetzgeber und vor allem die zuständigen Kontrollbehörden mit dem Medium Internet überfordert sind. Der Autor hat sich daher entschlossen, den Verbraucher aufzuklären und vor Gefahren durch solche Mittel zu warnen, deren Wirksamkeit zwar behauptet wird, aber nicht belegt ist, während Nebenwirkungen bei ihrer Anwendung zum Teil schon zu tödlichen Schädigungen von Patienten geführt haben. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte und die Prinzipien des Ayurveda erfährt der Leser, dass dieses System mit seinen heute hergestellten und angewandten Mitteln auch in Indien keineswegs so unumstritten ist, wie einige deutsche Befürworter behaupten. Ferner wird auf die seit den 1960er-Jahren bekannte Verquickung der so genannten Transzendentalen Meditation (TM) des indischen Guru Maharishi MaheshYogi von ayurvedischen Inhalten mit weltanschaulichen Botschaften hingewiesen. Dies war Ende der 1970er-Jahre Anlass für Warnungen der Bundesregierung gewesen, die TM könne Auslöser für Psychosen sein. Die Zulässigkeit der Warnungen wurde 1989 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Ausführlich wird sodann das Mittel Liv.52 beschrieben, das im Internet als Medikament der ayurvedischen Medizin angepriesen wird. Es enthält Bestandteile aus sieben Pflanzen sowie aus dreiwertigem Eisen und soll vor allem zur Therapie chronischer Leberschäden geeignet sein. Die Literatur-Recherche ergab, dass die verwendeten Pflanzen sowie die Dosis der Eisenverbindung keineswegs als Lebertherapeutikum zu empfehlen sind. Insbesondere erwiesen sich die Studien zur angeblichen Wirksamkeit von Liv.52 als mangelhaft, während Berichte über schwere Zwischenfälle nach Einnahme des Mittels, vor allem bei Patienten mit Lebererkrankungen, in der Werbung überhaupt nicht erwähnt wurden. Hinsichtlich der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Situation insofern anders, als ihre Heilmittel in größerem Umfang auf dem Markt sind. Nach Schätzungen seien etwa 80% der (in England) arzneirechtlich nicht zugelassenen Mittel pflanzlichen Ursprungs. Sie kämen vor allem aus Hongkong und der Volksrepublik China. Die Qualität der importierten Ware schwanke jedoch erheblich. Das Problem sei, dass es bis heute noch keine allgemein gültige, einheitliche und standardisierte Nomenklatur für Heilkräuter bzw. pflanzliche Arzneimittel gebe. Die Untersuchung von 260 asiatischen Arzneimitteln in einer amerikanischen Studie habe drastische Grenzwertüberschreitungen hinsichtlich des Gehalts an Arsen, Blei und Quecksilber ergeben. Besonders erschreckend sei, dass 83 Produkte (33%) zusätzliche Inhaltstoffe enthielten, die nicht deklariert waren. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen weitere Studien sowie eine Übersichtsarbeit von E. Ernst (1998). Dementsprechend gibt es Berichte über schwere Nebenwirkungen wie Lähmungserscheinungen, Nierenversagen und Karzinome bei mit diesen Mitteln behandelten Patienten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat deshalb 1999 und 2000 auf die Gefahren durch nicht zugelassene Arzneimittel aufmerksam gemacht. Als weitere Heilmittel und Nahrungsergänzungsmittel, deren Anwendung mit Risiken verbunden sind, die in der Werbung nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt wurden, werden pflanzliche Beruhigungsmittel aus Kawa-Kawa und Johanniskraut, das auch bei uns heimisch ist, besprochen, ferner als Wundermittel das Mix-Getränk Kombucha und der Noni-Saft sowie das angebliche Krebstherapeutikum Tian Xian. Abgeschlossen wird das Buch durch einen Bericht über den Mormonentee (Ma Huang), der als Mittel zur Entschlackung und Gewichtsreduktion vor allem in den USA angepriesen wird. Das Buch ist übersichtlich gegliedert, gut lesbar und enthält am Ende eines jeden Kapitels ein Literaturverzeichnis. Trotz einiger Schreibfehler kann es uneingeschränkt empfohlen werden. Irmgard Oepen |
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