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Magazin Kein Anschluss unter dieser Nummer? Tobias Seyb
Seit vier Jahren kann sich jeder Besitzer eines Heimcomputers an der Suche nach außerirdischen
Intelligenzen beteiligen – das Projekt SETI@home macht’s möglich. Doch die Chancen, tatsächlich
fündig zu werden, stehen gering.
Hätten Sie’s gewusst? Das größte Rechenprojekt der Welt war keine Voraussage eines Hurricans beim Wetterdienst, auch nicht die Simulation einer Atombombenexplosion – Aufgaben, mit denen normalerweise Supercomputer von hallengroßen Ausmaßen beschäftigt sind. Die größte Rechenaufgabe der Welt läuft seit 1999 auf normalen PC’s, wie sie nahezu in jedem Haushalt stehen. Und dieses Herumstehen ist genau der entscheidende Punkt. Den Großteil ihrer aktiven Zeit haben übliche Computer nämlich nichts zu tun. Könnte die enorme Menge an verschwendeter Rechnerzeit nicht für notwendige wissenschaftliche Aufgaben genützt werden? Ein kleines Expertenteam programmierte einen Bildschirmschoner, also ein Programm, das sich nach einer gewissen Zeit von selbst aktiviert, wenn der Rechner inaktiv ist. Dieser spezielle Bildschirmschoner lässt nun aber keine Toaster über den Monitor fliegen oder virtuelle Fische digitale Blasen blubbern, sondern analysiert Signale vom größten Radioteleskop der Welt in Arecibo. Die enorme Datenmenge wird in kleine Portionen zerlegt und über das Internet an Rechner in aller Welt verteilt, die sie im Stand-by-Betrieb – also quasi „nebenbei“ – analysieren. SETI@home läuft heute, Mitte 2003, schon auf mehr als vier Millionen Rechnern weltweit und hat im Juni 2002 eine Million Jahre an Rechenzeit überschritten. Dieses „verteilte Rechnen“ wird inzwischen von vielen Projekten nachgeahmt, von der Berechnung von Primzahlen bis zur Analyse der Faltung von Proteinen. SETI@home untersucht die Radiowellen aus dem All auf künstliche Signale außerirdischen Ursprungs. SETI ist ein Akronym für „Search for Extra Terrestrial Intelligence“, also für die Suche nach außerirdischer Intelligenz. Leider haben uns bisher anscheinend noch keine Aliens auf der Erde besucht. Auch in der Menge von Berichten über UFOs haben sich bisher nur viele Wahrnehmungstäuschungen, Fehleinschätzungen und auch absichtliche Täuschungen gefunden, aber keine zuverlässigen Berichte über gelandete Außerirdische. Darum sehen sich seriöse Wissenschaftler gezwungen, andere Wege zu gehen, wenn sie die Frage nach intelligentem Leben im Universum beantworten wollen. Gibt es intelligentes Leben außerhalb der Erde? Für Wissenschaftler früherer Zeiten war der Himmel dicht bevölkert. Giordano Bruno etwa hielt die Myriaden von Sternen für ferne Sonnen, die alle von belebten Welten umkreist würden. Als der berühmte Astronom John Herschel 1835 in Südafrika den südlichen Sternenhimmel studierte, dachte sich der Journalist R. A. Locke in der New York Sun eine Reihe von Artikeln aus, in denen er detailliert Herschels Entdeckungen von wunderbaren Mondwesen beschrieb. Der Schwindel flog bald auf, aber die Bevölkerung glaubte das Ganze trotzdem, und die Serie bescherte dem Blatt Auflagenrekorde. Mit zunehmenden Kenntnissen über die wahre Natur der Himmelskörper wuchs aber auch die Enttäuschung – der Weltraum ist eine lebensfeindliche Wüste. In unserem eigenen Sonnensystem gibt es nur einen Planeten, auf dem intelligentes Leben möglich ist, nämlich unsere Erde. Selbst der Mars, der ihr am ähnlichsten ist, entpuppte sich als eine unwirtliche, eiskalte Hölle. Die Hoffnung, auf dem Mars Leben zu finden, wurde mit jeder weiteren Erkenntnis geringer (vgl. Skeptiker 1/01, S. 14-19). Nachdem noch vor hundert Jahren die berühmten Astronomen Sciaparelli und Lowell fest davon überzeugt waren, auf der Marsoberfläche künstliche Kanäle zur Bewässerung der Wüsten zu sehen, zeigten die ersten unscharfen Bilder der Sonde Mariner 4 nur eine fast atmosphärelose Welt, die mit Einschlagkratern übersät war. Von Kanälen und Marsprinzessinnen keine Spur. Nach neuesten Erkenntnissen könnten sich im Innern der Jupitermonde Europa und Ganymed Ozeane aus flüssigem Wasser befinden. Dort könnte Leben entstanden sein, das sich – ähnlich wie in den Tiefen der irdischen Ozeane – von der Wärme und den Mineralien unterirdischer Vulkane nährt. Das sind aber nur vage Möglichkeiten. Tatsache ist, dass in unserem Sonnensystem höheres und gar intelligentes Leben nur auf der Erde existiert. Im November 1960 fand am Green-Bank-Observatorium in den USA eine Konferenz von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen statt. Aufgabe war vor allem eine Schätzung, wie viele Sterne in unserer Galaxis Planeten mit intelligentem Leben besitzen könnten. Dafür wurden verschiedene Annahmen gemacht und in eine Formel gebracht, die als „Drake-Formel“ Berühmtheit erlangen sollte. Man setzte die Zahl der Sterne in der Galaxis, die Wahrscheinlichkeit, dass sie von Planeten in einer bestimmten Entfernung umkreist werden, die Entstehung von Intelligenz und die Lebensdauer von technischen Zivilisationen miteinander in Beziehung. Daraus folgend wird ein Kontakt nur dann möglich sein, wenn ein Stern einen Planeten hat, der ihn so nahe umkreist, dass er warm genug für flüssiges Wasser ist, aber nicht zu nahe, weil er sonst zu heiß für Leben wäre. Auf diesem Planeten müssten die Bedingungen lange genug stabil sein, dass sich intelligentes Leben entwickelt. Dieses intelligente Leben müsste eine Technologie entwickeln, um mit uns und anderen in Kontakt zu treten, müsste aber das Problem der Selbstzerstörung durch diese Technologie lösen, um lange genug zu bestehen (da zwischen Sendung und Antwort, je nach Entfernung, viele tausend Jahre vergehen könnten). Diese Formel ergab – bei pessimistischen Schätzungen in den einzelnen Punkten – eine Zahl von Tausenden bis hin zu vielen Millionen technischer Zivilisationen in unserer Heimatgalaxis. Inzwischen ist klar geworden, dass diese großen Zahlen nicht zutreffen können. Die Mitarbeiter des SETI-Projekts lassen sich aber dadurch nicht entmutigen – es gibt einfach zu viele Frequenzen, auf denen ein Signal gesendet werden könnte, und es dauert viele Jahre, um alle Sterne gezielt abzuhören. Dennoch gibt es in letzter Zeit vermehrt Gründe, viel pessimistischer über die Chancen der Existenz von intelligenten Nachbarn zu denken als bisher. Da ist die Tatsache, dass das einzige Beispiel von intelligentem Leben, das wir kennen, sich unendlich viel Zeit mit seiner Entstehung gelassen hat. War man bisher allgemein der Ansicht, dass die Evolution sich von primitiven Formen hin zu immer höheren bewegt, versteht man heute besser, dass dieser Fortschrittsglaube nur eine Illusion ist. Wissenschaftler haben gezeigt, dass die Entstehung von Intelligenz reiner Zufall war. So wird vielleicht irgendwann eine Welle noch weiter den Strand herauflaufen als alle anderen. Das heißt aber nicht, dass die Wellen immer höher werden, sondern es ist reiner Zufall (mehr z. B. bei S. J. Gould: „Illusion Fortschritt“, Frankfurt 1999). Das Leben auf der Erde hätte noch weitere Milliarden Jahre gut ohne uns Menschen auskommen können, so wie in den vier Milliarden Jahren davor auch. Dazu kommt noch, dass die Region der Galaxis, in der Leben möglich wäre, bedeutend schmäler ist als angenommen. Planeten, auf denen Leben gedeihen kann, sind also auf jeden Fall viel seltener als bisher angenommen. Trotzdem gibt es, allein wegen der schieren Größe der Galaxis, immer noch eine Unzahl von Sternen in der lebensfreundlichen Zone. Und seit im letzten Jahrzehnt der Nachweis von extrasolaren Planeten gelungen ist, wissen wir endlich sicher, dass Planeten keine Besonderheit unserer Sonne sind (das hatte auch kaum jemand ernsthaft angenommen, aber Wissen ist besser als Glauben). Wir sollten uns allerdings mit dem Gedanken vertraut machen, dass „außerirdisches Leben“ und „außerirdische Zivilisationen“ wohl ganz unterschiedliche Dinge sind. Unsere gute Erde wimmelt schon so lange von Leben; aber eine technische Zivilisation hat sie erst vor gut hundert Jahren entwickelt, und das ist, wenn man das Alter des Planeten mit der Dauer eines Jahres vergleicht, erst in der letzten Sekunde passiert. Es ist also anzunehmen, dass, wenn außerirdisches Leben existiert, es fast überall nur einfach und unscheinbar ist und Zivilisationen, wenn überhaupt, äußerst selten sind. Da die Entfernungen im All so unvorstellbar groß sind und die höchstmögliche Geschwindigkeit die des Lichtes ist, beschränkt sich die Suche nach außerirdischem Leben auf unsere eigene Galaxis. Die Milchstraße besteht aus einem zentralen schwarzen Loch mit Millionen von Sonnenmassen, etlichen Sternhaufen, Gas- und Staubwolken und an die dreihundert Milliarden Sternen. Sie hat die Form einer Linse mit einem Durchmesser von ca. 100 000 Lichtjahren. Dahinter kommt erst nach über zwei Millionen Lichtjahren die nächste große Galaxis, der Andromedanebel. Das ist, kosmisch gesehen, unsere nächste Nachbarschaft. In dem Bereich des Weltalls, den wir heute überschauen können, befinden sich bis zu einer Entfernung von über zehn Milliarden Lichtjahren Abermilliarden von Galaxien. Ein hypothetisches Raumschiff wäre mit Lichtgeschwindigkeit mehr als vier Jahre unterwegs, um von der Erde zum nächsten Stern (Proxima Centauri) zu gelangen, eine Reise zum Mittelpunkt der Galaxis würde 30 000 Jahre dauern. Und dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Menschen oder irgendwelche anderen Wesen jemals Raumschiffe bauen können, die auch nur einen wesentlichen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit erreichen. Außerdem würden typische Reisen zwischen den Sternen dann immer noch Tausende von Jahren dauern (Raumschiffe mit Überlichtgeschwindigkeit gehören in den Bereich der Science fiction). Tatsache ist, wir können die Sterne, jedenfalls heute, nicht erreichen, und Besucher sind entgegen der Behauptung von Sensationsautoren wohl auch noch keine auf der Erde erschienen. So scheidet die Reise mit Raumschiffen als Mittel der Kommunikation ziemlich sicher aus. Doch es gibt ein Medium, das die Abgründe zwischen den Sternen schnell, sicher und billig überbrücken kann: die elektromagnetische Strahlung in Form von Licht- oder Radiowellen. Und wenn wir auch keine Sternenschiffe bauen können, so können wir mit unseren hypothetischen Nachbarn per Funk in Kontakt treten. Im Jahre 1960 wurden im Rahmen des Projekts OZMA sonnenähnliche Sterne in der näheren Umgebung des Sonnensystems abgesucht – ohne Ergebnis. Und trotz enormer Fortschritte in der Technik gibt es bis heute kein positives Ergebnis. So wurde schnell klar, dass das All keinesfalls von technisch begabten Zivilisationen wimmelt und unsere Nachbarn, wenn es sie gibt, auch nicht in nächster Nähe zu Hause sind. Richtet man ein Radioteleskop auf die Sterne, empfängt man eine wilde Kakophonie von Geräuschen auf allen Frequenzen. Ein Information tragendes Signal müsste sich davon klar abheben: es wäre schmalbandig (d. h. auf einen sehr schmalen Frequenzbereich beschränkt) und moduliert, im Gegensatz zu den chaotischen Signalen, die von Sternen, Gaswolken, Galaxien etc. erzeugt werden. Im Radiospektrum gibt es einen schmalen Frequenzbereich, wo relativ wenig „Lärm“ herrscht. Das ist der Bereich um 1420 Mhz, der Frequenz des Wasserstoffs. Hier hat das Kontinuum des Hintergrundrauschens quasi ein Loch. Also, vermuteten die Wissenschaftler, wäre dieser Frequenzbereich geeignet, um ein Signal von Hintergrundlärm abzuheben. Dazu kam noch eine etwas romantische Überlegung: Wo könnten sich unbekannte Intelligenzen, deren Biologie auf Wasser basiert, besser treffen als an einem Wasserloch? (Leben, das nicht auf Wasser basiert, ist sehr unwahrscheinlich.) Nun ist es leider nicht damit getan, einfach einen Mikrowellenempfänger auf 1420 Mhz einzustellen und die Lautsprecher aufzudrehen. Der in Frage kommende Bereich enthält immer noch sehr viele Frequenzen, und dazu kommen noch viele andere Probleme. Das nächstliegende ist natürlich die Position des Senders am irdischen Himmel. Wohin sollen wir die Antenne richten? Die nächsten Sterne kommen nicht mehr in Frage, und weiter weg gibt es unzählige Möglichkeiten. Sodann wird uns ein Signal auf keinen Fall auf einer konstanten Frequenz erreichen, sondern diese wird sich laufend verschieben. Ein Sender wird sich auf einem Planeten, einem Mond oder auf einem Raumschiff befinden. Diese Station wird sich, relativ zur Erde, ständig bewegen (wie die Erde selber auf ihrem Weg um die Sonne). Diese Bewegung wird in einer Zu- oder Abnahme der Frequenz resultieren, ähnlich dem Signal eines Feuerwehrautos, das höher wird, solange sich das Fahrzeug nähert, und tiefer, wenn es sich an uns vorbei wieder entfernt. Dieser Doppler-Effekt muss bei der Suche nach Signalen aus dem All berücksichtigt werden. Die Analyse von Signalen auf vielen Frequenzen, die aus vielen Richtungen aufgefangen werden und die man auf jede Menge möglicher Dopplerverschiebungen hin untersuchen muss, erfordert eine gigantische Rechenleistung. Diese kann sich das SETI-Institut, das nach dem Ausstieg der amerikanischen Regierung nur noch aus privaten Mitteln finanziert wird, nicht leisten. So hatten ein paar Leute die geniale Idee, die brachliegende Zeit von privaten Computern anzuzapfen. Der Erfolg war umwerfend. Die Resonanz ist weitaus größer als erwartet. Seit Beginn wurde der Bildschirmschoner mehrfach überarbeitet; inzwischen analysiert er die Datenpakete viel genauer als zu Beginn, weil das durch die gestiegene Teilnehmerzahl und die ebenfalls gestiegene durchschnittliche Rechnerleistung möglich wurde. Einziger Wermutstropfen: Der SETI-Bildschirmschoner verrät leider nicht, ob er gerade eine heiße Alien-Spur verfolgt oder nur die Störsignale eines Satelliten verdaut. Entschlüsselt werden kann der kosmische Wellensalat nur von den initiierenden Wissenschaftlern selbst. Die Betreiber von SETI@home haben inzwischen ihre Pläne für die nahe Zukunft vorgestellt: So wird die Gewinnung und Analyse der Daten vom Radioteleskop in Arecibo im Laufe des Jahres 2003 auslaufen. Das Teleskop hat den größten Teil des Nordhimmels mehrfach abgesucht. Deshalb sollen jetzt Observatorien auf der Südhemisphäre an seine Stelle treten. Weiterhin sollen die bisher gesammelten Daten nach Signalen von Pulsaren, schwarzen Löchern und anderen astronomischen Phänomenen untersucht werden. Diese Signale sind völlig anders strukturiert und können mit der bisherigen Analysemethode nicht nachgewiesen werden. So bergen die SETI-Daten, wenn sich auch E.T. bisher nicht gemeldet hat, jede Menge wertvolles Material für Astronomen. Wir haben bisher nur einen winzigen Teil des Weltraums nach außerirdischen Signalen abgesucht. Trotzdem müssen wir damit rechnen, niemals Nachricht von Nachbarn im All zu bekommen. Wer weiß, ob sie vielleicht lange vergeblich gelauscht haben und ihre Zivilisation schon vor langer Zeit untergegangen ist, oder sie warten geduldig seit langer Zeit darauf, dass endlich jemand ihre Botschaft hört und antwortet. Wir werden es nie erfahren, wenn wir nicht danach suchen. Vielleicht aber sind wir selbst dazu bestimmt, den Anfang zu machen. Tobias Seyb Internet-Tipp Alles zu SETI@home unter: http://setiathome.ssl.berkeley.edu „Wow!“ oder Flop? Aus dem kosmischen Rauschen haben die Alienjäger vom SETI-Projekt bislang 150 verdächtige Radioquellen herausgefiltert, die sie genauer überprüfen wollen. Dabei handelt es sich Himmelspunkte, von denen entweder besonders starke oder mehrfach wiederholte Signale ausgingen. „Ich räume uns eine Wahrscheinlichkeit von eins zu 10 000 ein, dass eines der Signale tatsächlich von E.T. stammt“, erklärt der SETI-Chefwissenschaftler Dan Werthimer von der University of California in Berkeley. Als aussichtsreichster Kandidat hierfür gilt das so genannte „Wow!“-Signal, das am 15. 8. 1977 von dem Astronomen Jerry Ehman entdeckt wurde. Wie Tausende Male zuvor war Ehman am Radioteleskop „Big Ear“ (www.bigear.org) der Ohio State University mit der Kontrolle der Computerausdrucke der Teleskopdaten beschäftigt. Plötzlich wurde er auf eine Datenkolonne aufmerksam, die sich von den übrigen in nie da gewesener Weise abhob. „Ohne zu denken, schrieb ich ,Wow!‘ auf den Ausdruck“, erinnert sich Ehman. Das „Wow!“-Signal erfüllte fast sämtliche Anforderungen, die Forscher von einem kosmischen Lebenszeichen erwarten: Es wurde im Bereich der 21-Zentimeter-Linie gemessen und erreichte etwa die 30-fache Stärke des Hintergrundrauschens. Es sah so aus, als wäre es an- und wieder ausgeschaltet worden. Allein: Trotz unzähliger Wiederholungsmessungen konnte das Signal nicht reproduziert werden. Daher zweifelt Ehman heute daran, dass es sich um eine Alien-Botschaft handelt, berichtet das österreichische Hochschulmagazin Heureka: „Wenn es wirklich intelligente Wesen gewesen wären, dann hätten sie das Signal wohl öfter als nur einmal gesendet. Es spricht auch manches dafür, dass es sich um ein Signal von der Erde handelt, das im Weltraum reflektiert wurde.“ Auch der Astronomie-Professor Nikolaus Vogt, Mitglied des GWUP-Wissenschaftsrats, ERRATUM: Nikolaus Vogt ist nicht Mitglied des GWUP-Wissenschaftsrates, sondern Mitglied des wissenschafltichen Beirats des Skeptiker. Die Redaktion bittet, diesen Irrtum zu entschuldigen.steht allen aktuellen SETI-Suchprojekten kritisch gegenüber: „Wenn wir die immensen technischen Fortschritte der letzten 50 bis 100 Jahre betrachten und eine ähnliche Entwicklung auch für die nächsten Jahrzehnte prognostizieren, müssen wir diese kurze Zeitspanne in Beziehung setzen zu der Jahrmillionen währenden biologischen Evolution, zu der viele Jahrtausende umfassenden Geschichte unserer Zivilisation. Die notwendige Schlussfolgerung ist, dass unsere aktuelle Technik eine Eintagsfliege sein und sehr schnell durch höher entwickelte Techniken ersetzt werden muss. Dies bedeutet, dass außerirdische Zivilisationen, die weiter entwickelt sind als wir, sich solcher Techniken bedienen, die sicher mit sehr viel geringeren Energien und Signalstärken auskommen und für uns daher gar nicht entdeckbar sind. Vielleicht bedienen sie sich sogar ganz neuartiger, uns gänzlich unbekannter physikalischer Prinzipien. Es ist so, als ob ein Trommler im Urwald mit seiner Methode versucht, moderne Nachrichtensatelliten im All zu orten.“ Quellen:
www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,239689,00.html
„Sie sind unter uns …“ UFOs existieren. Aber wir erfahren nichts davon, weil Regierung und Kirche die Existenz der Außerirdischen verheimlichen, da sonst das derzeit gültige Weltbild in sich zusammenfallen würde – und damit auch die Macht von Politik und Klerus. Warum erfahren wir nichts von der Verschwörung? Weil sie geheim ist. Warum sind UFOs noch unidentifiziert? Weil die Beweise geheim gehalten werden. Woher wissen wir von dieser groß angelegten Vertuschungsaktion? Weil UFOs existieren und wir noch immer keine Beweise haben. Und so weiter, und so fort … Aber wieso eigentlich sollte das so sein? ‘ „Mit Erlösung ist der ganze Kosmos gemeint, und nicht nur diese Erde“, stellt zum Beispiel der Sprecher der Diözese München-Freising, Winfried Röhmel, kurz und bündig klar. Die katholische Bischofskonferenz erklärte ebenfalls bereits, die katholische Theologie werde durch intergalaktisches Leben „nicht tangiert“. Die Bibel schließe nicht aus, dass es Leben außerhalb der Erde geben könnte. Selbst der Schöpfungsbericht spreche von „Himmel und Erde“ und meine damit den ganzen Kosmos. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat zu extraterrestrischem Leben noch keine Stellungnahme abgeben. Aus jüdischer Sicht gibt es dem Landesrabbiner zufolge in Gottes Schöpfung durchaus Dinge, die der Mensch noch nicht entdeckt hat: Wenn Außerirdische gefunden würden, dann seien sie Teil der Welt und ihre Entdeckung dann auch der Wille Gottes. Zwar gibt es einige Zeitgenossen, die meinen, längst schon seien Außerirdische entdeckt, ja ihre Vertreter liefen bereits getarnt über unsere Erde, und die Regierungen hielten diese Erkenntnisse geheim, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Kann das stimmen? Die Entdeckung von Funkbotschaften außerirdischer Zivilisationen ließe sich ebenso wenig verbergen wie die Landung oder der Absturz eines außerirdischen Raumschiffs. Denn in kürzester Zeit gäbe es eine so große Anzahl von Mitwissern, dass kein Geheimdienst der Welt alle diese Zeugen unbemerkt zum Schweigen bringen könnte. David Jacobs von der englischen UFO-Gruppe YUFOF listet auf: ‘ „Die wissenschaftliche Analyse des aufgefundenen Objekts würde Hunderte, wenn nicht Tausende von Personen erfordern. Für die US-Regierung arbeiten viele erstklassige Wissenschaftler. Aber es würde notwendig sein, Spitzenkräfte einzusetzen, die keine Regierungstätigkeit ausüben. Um alle Fragen zu den technologischen Details der Raumschiffe und den biologischen Merkmalen der E.T.’s zu klären, würden Archäologen und Anthropologen eingesetzt werden, ebenso Soziologen, Linguisten, Graphologen, Nachrichtendienstler und andere Spezialisten für kommunikative Informationselektronik. Eine breite Front akademischer Fachkräfte würde mit der UFO-Analyse in Berührung kommen. Die Fachleute müssten sich untereinander beraten können und Kenntnisse und Erfahrungen weiter außenstehender Spezialisten anfordern. Der Informationsaustausch unter den Experten würde weitaus komplexer als beim Atombomben-Projekt sein. Die Anzahl der Notizen und Dokumente wäre enorm und würde über die Jahre gewaltig anwachsen. Generationen von Forschern würden an diesem Projekt arbeiten. Die Forscher müssten in Abgeschiedenheit im Geheimen leben, was dazu führen würde, dass sie ihre Identität verlören. Den ganzen Apparat könnte kein Geheimdienst der Welt unter Kontrolle halten. Bei weitaus geringeren Umständen versagten das Militär und der Geheimdienst kläglich. In unserem Fall würden nach und nach Dokumente, Fotos, Proben nach draußen gelangen. Je länger die Untersuchung dauern würde, desto schwieriger wäre es, das Geheimnis zu bewahren.“Und selbst wenn es eine geheime Verschwörung zwischen Außerirdischen, Kirchen und Regierungen mit nur wenigen Mitwissern gäbe: Uns Menschen fällt es außerordentlich schwer, etwas für uns zu behalten. Und es gibt viele eigennützige Leute, die neidisch werden. Oder wütend. Oder sich übervorteilt fühlen. Oder die aus ihrem Wissen Kapitel schlagen wollen. Auf diese Weise kommt in der Regel doch irgendwann alles ans Licht. Professionelle Astronomen haben sogar bereits ihr Vorgehen im Falle einer Entdeckung extraterrestrischer Signale hochentwickelter Zivilisationen abgestimmt. Es besteht Einigkeit darüber, dass eine solche Entdeckung zunächst aufs Sorgfältigste überprüft werden muss. Die etwas umständlich formulierte Empfehlung lautet „Declaration of Principles Concerning Activities Following the Detection of Extraterrestrial Intelligence“. Erst nachdem mehrere astronomische Institute die Entdeckung unabhängig voneinander bestätigen, soll die astronomische Gemeinschaft und dann die Behörden informiert werden. Erst dann erfolgt die Unterrichtung der Weltbevölkerung. Das zeigt, dass die Radioastronomischen Institute viel mehr Sorge haben, sich mit einer „sensationellen“ Falschmeldung über die Entdeckung Außerirdischer zu blamieren, als dass sie sich Gedanken über eine Verschleierung machen. Bernd Harder „Der „Hühnermensch“ von Waldenburg – ein Alien-Hybrid?
Ein riesiger Kopf mit einem seltsamen Auswuchs an der Stirn. Keine erkennbaren Ohren. Lange Finger
und Zehen mit krallenartigen Nägeln. Große hellgraue Augen. Ein abnorm
überdimensioniertes Herz: Der missgebildete Fötus im Naturalienkabinett der Kleinstadt
Waldenburg bei Chemnitz (Sachsen) sieht eher einem Huhn als einem Menschen ähnlich. In Spiritus
konserviert, regt die seltsame kleine Gestalt bis heute die Phantasie der Betrachter an. Von einem
„Alien-Hybrid“ raunen verschiedene Sensations-Autoren. Der so genannte Hühnermensch sei das
Resultat eines fehlgeschlagenen Gen-Experiments, das Außerirdische an einer sächsischen
Bäuerin vornahmen. ‘ „Einen solchen Fetus hat die Forschung noch nicht gesehen“,erklärt auch der Chefarzt der Chemnitzer Säuglingsklinik, Dietmar Müller. Aus einer alten medizinischen Schrift mit dem Titel „Monstrum Humanum Rarissimum“ geht hervor, dass das Kind anno 1735 in Taucha als Totgeburt der 28-jährigen Johanna Sophia Schmied im achten Monat zur Welt kam. Der Leipziger Arzt Gottlieb Friderici nahm eine Untersuchung vor und übereignete schließlich den Fall ‘ „künftigen Ärztegenerationen, die mehr davon verstehen“. Zufällig stieß in den frühen 1990ern Dietmar Müller auf den cirka 30 cm großen „Hühnermenschen“, als er im Waldenburger Heimatmuseum nach einem Keuschheitsgürtel für einen historischen Vortrag stöberte. Mit modernsten Untersuchungsmethoden fand Müller heraus, dass das Wesen zwei X-Chromosomen besitzt und demnach ein Mädchen ist. Bedeutsamer ist indes: Große Teile des Chromosoms 17 sind nicht vorhanden. ‘ „Den Verlust von genetischem Material in diesem Umfang muss man als Ursache für die schwerwiegende seltene Fehlbildung ansehen“,ist Müller gewiss. Das Besondere am „Hühnermenschen“ von Waldenburg sei, dass bisher keine weiteren Fälle dieser Chromosomen-Anomalie beobachtet worden seien. Man muss also annehmen, dass solche Föten normalerweise schon in einem sehr frühen Entwicklungsstadium absterben. Und noch etwas hat die Untersuchung des Chemnitzer Kinderarztes erbracht: Nämlich ‘ „dass es sich hier ganz klar um menschliche DNS handelt“.Erfahrungsgemäß lassen sich UFO-Fans die Sache trotzdem nicht verdrießen. Zu sehr erinnere der Fötus an die so genannten „Kleinen Grauen“, wie außerirdische Wesen derzeit in der Szene beschrieben werden. Der „Grenzwissenschaftler“ Hartwig Hausdorf etwa versteigt sich zu der Annahme: ‘ „Liegt hier am Ende tatsächlich ein historischer Entführungsfall vor, in dessen Verlauf Johanna Sophia Schmied durch einen gezielten Eingriff geschwängert wurde und – als monströse Missgeburt – ein Hybridwesen zur Welt brachte? Also ein Mischwesen, welches die genetischen Eigenheiten sowohl der menschlichen Spezies als auch einer fremden Intelligenz in sich trägt. Derartige erschreckende Szenarien werden von dem vom Entführungssyndrom betroffenen Frauen unserer Tage zunehmend häufiger geschildert.“Einen vagen Hinweis auf eine „Alien-Entführung“ entnimmt der Para-Vielschreiber dem 32-seitigen Traktat des Dr. Friderici über den „Hühnermenschen“ von 1737: nämlich die Beschreibung einer für die Schwangere erschreckende Begegnung mit einem Marder. Wie kommt nun das eine zum anderen? Hausdorf weiter: Es gebe Abduktions-Fälle, ‘ „in deren Verlauf offenbar Deckerinnerungen (Screen Memories) bei den Betroffenen generiert wurden. Diese beinhalten nicht selten Handlungsabläufe, in denen wildlebende Tiere eine Rolle spielen. Möglicherweise werden derartige Deckerinnerungen in das Gedächtnis der Entführungsopfer eingepflanzt, damit diese nicht an dem ungeheuren psychischen Druck zerbrechen, welchem diese Personen durch oftmals wiederholte Entführungen ausgesetzt sind. Denkbar wäre, dass – sollte im Fall der Johanna Sophia Schmied tatsächlich ein Entführungserlebnis der Geburt des monströsen Wesens vorausgegangen sein – auch hier eine derartige Deckerinnerung hypnotisch platziert wurde“.Allerdings: Das „Sich-Versehen“ an einem Tier wurde in früheren Jahrhunderten häufig als Grund für Missbildungen angenommen. Daher ist es kaum ungewöhnlich oder gar rätselhaft, dass Zeitgenossen irgendeine Tiergeschichte zu solchen Ereignissen wie der Geburt des „Hühnermenschen“ anno 1735 dazu taten. Der Marder ist also aus der damaligen Vorstellungswelt heraus erklärbar – und keineswegs ein Indiz für einen gezielten Alien-Eingriff. Bernd Harder Literatur
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