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Feng Shui Feng shui, chinesisch "Wind" und Wasser" ist die alte asiatische Lehre, ein Gebäude, eine Landschaft oder eine stadträumliche Situation in Einklang mit den traditionellen Vorstellungen des Taoismus "richtig" zu gestalten. Seit Anfang der 90ger Jahre wurde diese Disziplin auch in Europa populär. Gestresste Großstädter suchen zunehmend Entspannung in einer exotischen Atmosphäre, welche zudem angeblich noch Vorteile wirtschaftlicher und gesundheitlicher Art bietet. So gibt es inzwischen eine stattliche Anzahl von Feng shui Beratern, deren Dienste man bei Fragen der Einrichtungen von Wohn-, Geschäfts- oder Büroräumen, bei der Anlage von Garten- oder Parkanlagen und bei der Gestaltung von Gebäuden oder kompletten Siedlungsprojekten, in Anspruch nehmen kann. Dieses als Jahrhunderte - oder gar Jahrtausende - alt dargestellte Lehrgebäude ist - so wird behauptet - eine chinesische Form der naturwissenschaftlichen Erkenntnis, welches einer Theorie folgt: Zusätzlich zu den sichtbaren und körperlich spürbaren Elementen der Materie und den uns bekannten Energieformen, gibt es eine unsichtbaren Einfluss auf das Leben, welcher genauso wenig fassbar ist, wie Wind oder Wasser, genant Qi, der "Atem des Drachens". Dieser Einfluss ist durch Anwendung der Regeln des Feng shui steuerbar und nutzbar. Kenntnislosigkeit dieser Regeln oder unsachgemäße Handhabung können aber jedoch schwerwiegende nachteilige Folgen haben. Zur Analyse der Qi verwendet der dazu nötige Feng shui - Meister, welcher in der chinesischen Tradition ein hohes Ansehen besaß und eine jahrelange Zeit der Lehre absolvierte, verschiedene Hilfsmittel, einen Kompass oder ein Diagramm mit Zoneneinteilung (Ba Gua). Auch begutachtet er die Formen der Umgebung, wie z.B. benachbarte Häuser, Berge, Straßen. Das persönliche Horoskop des Auftraggebers ist ebenfalls von Bedeutung. Anhand dieser Daten wird ein Gestaltungskonzept vorgelegt nach dem sich der Kunde zu richten hat. Vorhandene bauliche Situationen können auch durch Einsatz von Hilfsmitteln, wie z.B. den Einsatz von Spiegeln, Kristallkugeln oder Windspielen positiv verändert werden. Feng shui ist im Kern ein Ritual des chinesischen Ahnenkultes. Ein günstiger Einfluss entsteht hauptsächlich dadurch, dass man die Gräber seiner Vorfahren in günstiger Lage zu seiner eigenen Wohnung positioniert. Auf diesen elementare Bestandteil der Lehre wird in den in Europa veröffentlichten Publikationen nicht hingewiesen. Die wichtigsten heute angewendeten Prinzipien das Feng shui haben sich erst zur Zeit der Song-Dynastie (960-1279) herausgebildet. Somit kann man keinesfalls von einer Lehre sprechen, die so alt wäre wie die chinesische Kultur. Auch stellt Feng shui mitnichten ein einheitliches System dar. Grundsätzlich gibt es zwei Schulen: die "Kompassschule" und die "Formenschule", welche in verschiedenen Regionen Chinas entstanden sind und wenig Gemeinsamkeiten haben. In Europa werden je nach Vorbildung der Feng shui - Berater, einzelne Elemente aus beiden Lehren miteinander vermischt. Auch ist es innerhalb beider Systeme möglich einzelnen Regeln unterschiedliche Bedeutung zuzumessen. Es ist aus diesem Grunde weitgehend von der Person des tatsächlich gewählten Beraters abhängig, welches bauliche Maßnahme empfohlen wird. Hierzulande kann man eine von prominenten chinesischen Feng shui- Meistern zertifiziert "Ausbildung" in 14-tägigen Kursen erhalten. Es stellt sich mit Recht die Frage, warum für diese Qualifikation Europäer einer Bruchteil des Zeitaufwandes von Chinesen benötigen. Für die chinesische Vorstellung des Qi wird hierzulande ein - europäischen, okkulten Traditionen entsprechendes - Äquivalent gesucht. Häufig wird dabei der verbreitete Glaube an die Wirkung von sogenannten Erdstahlen als kompatibel bezeichnet. So werden wie selbstverständlich die Praktiken der Wünschelrutengänger als angebliche Ergänzung des Feng shui übernommen. Gerade "Baubiologen", deren Markt seit Jahren stagniert haben sich mit großer Begeisterung des Feng shui angenommen und somit sind jetzt vielfach Maßnahmen zum Schutz vor "Elektrosmog" und andere pseudowissenschaftliche Methoden, angebliche alte chinesische Praktiken. Jedoch ist weder die Existenz des asiatischen Qi, noch die der "Erdstrahlen" nachweisbar sondern beruhen auf magischen bzw. religiösen Vorstellungen.
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1. Kunst Ästhetik:
2. Religion:
3. Gesellschaft /Umwelt:
4. Wissenschaft: Die Popularität des Feng shui hat zu einer "Wiederentdeckung"
angeblich verschütteter urzeitlicher geomantischer Kulte geführt.
Auch eine indische Variante "Vastu" wird inzwischen angeboten.
Literatur:
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