Kornkreise

Anfangs kreisförmige, später immer komplexer geformte Muster in Getreidefeldern, vor allem in Europa, die Ende der 80er Jahre immer häufiger gesichtet und in einen Zusammenhang mit UFO-Sichtungen gebracht wurden. Der größte Teil der Kornkreise - und insbesondere alle kompliziert geformten - wurde von Menschen künstlich und mit erstaunlich wenig Aufwand hergestellt: Dies haben viele der verantwortlichen "Landschaftskünstler" auch vor laufenden Fernsehkameras unter Beweis gestellt. Die weitreichenden Spekulationen über Kornkreis-Botschaften aus anderen Dimensionen sind damit ebenso hinfällig wie die Annahme komplizierter natürlicher meteorologischer oder physikalischer Prozesse. Allerdings ist nicht gänzlich auszuschließen, dass es solche Prozesse, etwas stabile Luftwirbel, geben kann, und dass sie für die früheren einfachen Kornkreise verantwortlich gewesen sein könnten, als das Phänomen noch kein Medieninteresse stimuliert hatte. Leider konnte die Gemeinde der Kornkreisforscher oder Cerealogen bislang kein Kriterium angeben, das einen falschen von einem echten Kornkreis unterscheiden könnte, so dass sich auch die wenigen seriösen Wissenschaftler wieder aus dem Feld verabschiedet haben.

Quelle: Oepen, Irmgard et al. (Hrsg.): Lexikon der Parawissenschaften 1999, S. 157.

"Außerirdische" Kornkreise durch Hollywood-Knaller-Film in aller Munde SIGNS mit Mel Gibson kehrt ein eigentlich abgelutschtes Thema wieder hervor

- Hintergründe zum Cropcircle-Phänomen - Ein Übersichtsartikel von Werner Walter (Internet:http://www.alien.de/cenap), erreichbar über e-Mail: cenap@alien.de

Eigentlich sollte auch dem letzten Freund des Fantastischen spätestens seit "Monty Python" klar sein, dass die als Exzentriker bekannten Briten eine sehr eigene und sehr eigenartige Kultur haben und wohl kaum sonst wo dieses Rätsel im Feld auftreten konnte. Nessie, Feen und Elfen sind genauso ein typisch britisches 'Produkt' und ähnlich unangreifbar wie der britische Humor oder gekochtes Hammelfleisch in Pfefferminzsoße. All dies ist für die Briten real. Für einige ist die Beschäftigung mit den sagenhaften 'Materialisationen im Kornfeld' sogar zum Lebensinhalt geworden, andere suchen eher nach Erklärungen als nach himmlischer Erkenntnis. Ganz Deutschland wartet auf den 12.September 2002 - dann startet in Deutschland ein amerikanisches Filmspektakel mit Mel Gibson in der irdischen Hauptrolle, in der außerirdischen Hauptrolle stehen merkwürdige Zeichen in Kornfeldern. Der Film heißt SIGNS (Zeichen) und die Wunderzeichen im Korn nennt man Kornkreise (Cropcircles). Sind komplexere Zeichen ins Feld gesetzt, so haben sie den Begriff "Prikogramm". In den USA hatte SIGNS ein sensationelles Startwochenende am 2.August hingelegt - 60 Mio $ wurden kassiert. Und Regisseur M. Night Shyamalan wurde von der Zeitschrift NEWSWEEK bereits zum "neuen Spielberg" ausgerufen. Tatsächlich stehen die Chancen nicht schlecht, dass der anstehende Mystery-Thriller SIGNS zum Kultfilm ähnlich wie "Unheimliche Begegnung der dritten Art" von Steven Spielberg (1977) wird. Wie auch immer, SIGNS wurde laut dem THE BOSTON GLOBE inzwischen zur "Goldmine für Bücher, Dokumentationen und TV-Shows". Auch wenn das Kernphänomen, eben die Kornkreise, hauptsächlich ein exzentrisches britisches Phänomen sind (und offenkundig seit ein paar Jahrzehnten der Gegenentwurf zur Wandschmierer-Szene der so genannten 'Graffiti'-Kunst aus New York darstellt), so haben sie sich weltweit ausgebreitet. Doch nirgends gibt es die Perfektion und Schönheit der britischen Kreise - die auch nur in einer schmalen Zone in der Grafschaft Wiltshire auftreten. Hier geht es zum vollständigen Bericht von Werner Walter>

Literatur:

  • Kutzer, U.;Kleinferchner, Peter (1999) Kornkreise – im Wandel der Zeit,in: Skeptiker, Heft 3, S. 100 – 105.
  • Nickel, J. (1992) "The Crop Circle Phenomenon: An Investigative Report", in: The Skeptical Inquirer.
  • Hoos, H.; Brunner, F. (2002) Kornkreise - Rätsel in mystischer Landschaft. Annäherung an ein Phänomen, München.

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