| |
Sigmund Freud - skeptisch betrachtet Von Prof. Herbert Selg
Aus Anlass seines 150. Geburtstags soll Sigmund Freud, der bekannteste Psychologe, hier als der Begründer der Psychoanalyse (PA) vorgestellt werden, allerdings kritisch; sein Lebenslauf dient dabei als roter Faden. Am 6. Mai 1856 wurde Sigmund Freud in Freiberg geboren; dieser Ort nahe der Oderquelle gehört jetzt zu Tschechien und heißt Pribor. Freuds Eltern waren Juden, nicht sonderlich fromm. Als er drei Jahre alt war, zog die Familie nach Wien. Dort durfte er - trotz beträchtlicher Geldpro-bleme - ein Gymnasium besuchen; er war ein sehr guter Schüler. Nach glänzendem Abitur studierte er Medizin, wurde Neurologe und erwarb den Doktortitel mit der Bestnote. Der außerordentlich ehrgeizige junge Mann wollte ein großer und berühmter Wissenschaftler werden. Seine Gier nach Ruhm war so stark, dass er schon als junger Arzt einen schweren Fehler beging. Damals war Kokain neu auf dem Markt - und Freud empfahl es leichtfertig als Medizin gegen Alkoholismus, Magenbeschwerden und andere Krankheiten, so als ob Kokain ein Allheilmittel wäre. Durch diese Werbung wurde Freud zwar unter den Ärzten Wiens tatsächlich schnell berühmt, aber ganz anders als von ihm erhofft. Dennoch konnte er in Wien den nächsten wichtigen Schritt für eine wissenschaftliche Karriere tun: Er konnte sich habilitieren. Zudem bekam er ein Stipendium für einen Studienaufenthalt in Paris zugesprochen. 1885 fuhr er dorthin und wurde Schüler von Charcot, einem weltweit bekannten Neurologen und Psychiater. Dessen Spezialgebiet war die Hysterie; darunter kann man vielerlei verstehen. Es geht aber immer um Symptome, für die keine organischen Ursachen gefunden werden, z.B. eine Lähmung trotz gesunden Bewegungsapparats. Mancher Arzt war deshalb überzeugt, hysterische Phänomene seien simuliert; und viele glaubten irrtümlich, dass es Hysterien nur bei Frauen gebe, wie es der griechische Name nahelegt (hystera = Gebärmutter). Charcot arbeitete u.a. mit der Hypnose; er konnte bei Hypnotisierten gewisse hysterische Symptome willkürlich auslösen. Er suggerierte ihnen z.B., sie könnten ihre Arme nicht mehr bewegen, und dann wirkten ihre Arme wie gelähmt. Diese Demonstrationen waren ein starker Beleg dafür, dass hysterische Phänomene psychisch verursacht sein können. Das faszinierte Freud. Aber nach Wien zurückgekehrt, bemühte er sich trotz seines Ehrgeizes zunächst nicht mehr um eine wissenschaftliche Karriere. Vielmehr wurde er frei praktizierender Arzt, denn er brauchte Geld - weil er schon seit einigen Jahren mit Martha Bernays verlobt war und nun endlich heiraten wollte. Just am Ostersonntag 1886 eröffnete er seine Praxis; das war natürlich eine "Spitze" gegen die in Wien dominierende katholische Kirche. Im September des gleichen Jahres heirateten Sigmund Freud und Martha Bernays. Aus der Ehe gingen 6 Kinder hervor; das jüngste war Anna, die so etwas wie die geistige Erbin ihres Vaters wurde. Freud arbeitete als Arzt zunächst klassisch-konservativ, d.h. er setzte alle Verfahren ein, die bei praktischen Ärzten üblich waren; die PA war ja noch nicht geboren. Der Fall Anna O Den ersten Schritt in Richtung PA machte, wie Freud wiederholt schrieb, sein älterer Freund Josef Breuer in der Behandlung von Anna O. Sie war von 1880-1882 Breuers Patientin; doch erst 1895 veröffentlichte er auf Drängen Freuds ihre Krankengeschichte. Man weiß seit 1961: Ihr richtiger Name war Bertha Pappenheim. Bertha litt, als sie mit 22 Jahren Breuers Patientin wurde, unter vielen unerklärlichen, deshalb hysterisch genannten Störungen. Breuer hypnotisierte sie; während der Hypnose berichtete sie von ihren Problemen; Breuer hörte ihr zu - und wenn Bertha sich lebhaft an die Entstehung einer Störung erinnert und darüber gesprochen hatte, verschwand ihr Symptom. Das erste Beispiel, das Breuer beschreibt, hat folgenden Inhalt: Bertha konnte seit 6 Wochen nicht mehr trinken. Sie führte sich die benötigte Flüssigkeit zu, indem sie u.a. viel Melonen aß. In der Hypnose erinnerte sie sich: Sie hatte 6 Wochen zuvor gesehen, wie ein Hund aus einem Glas trank, das sonst von Mitgliedern ihrer Familie benutzt wurde. Sie ekelte sich deshalb so sehr, dass ihr nicht nur das Trinken aus diesem Glas, sondern das Trinken allgemein unmöglich wurde. Nachdem sie dies mit Zeichen des "Abscheus" erzählt hatte, verlangte sie zu trinken - und das Problem war behoben. Die Gefühlsbeteiligung (Abscheu) bei der Erinnerung war für den Therapieerfolg wichtig. Später wurde es üblich, eine Situation, die ein psychisches Problem auslöst, als traumatische Situation oder kurz als Trauma zu bezeichnen. Wenn eine Erinnerung an dieses spontan nicht möglich war, sprach man von einer Verdrängung des traumatischen Erlebnisses. Bertha zeigte während der 1½ jährigen Behandlung durch Breuer viele Symptome. Jedes wurde ausführlich durchgearbeitet: Zu einer hysterischen Taubheit erzählte Bertha etwa 300 einschlägige Vorfälle. Breuer nannte seine ziemlich mühselige Methode "Katharsis"; d.h. Reinigung oder Befreiung von psychischen Störungen. Er nahm alle Symptome, über die Bertha berichtete, ernst. Nur einmal glaubte er ihr nicht: als sie nämlich gegen Ende der Zusammenarbeit gestand, dass sie ihm monatelang Theater vorgespielt hatte... Sie hatte zusätzlich zu den echten immer neue Symptome erfunden, um ihn bei sich zu haben. Sie war heftig in ihn verliebt, ohne dass er dies durchschaute. Breuer schrieb 13 Jahre später - im Fallbericht - zusammenfassend: Anna O. sei nach der Behandlung "frei von all den unzähligen Störungen" und erfreue sich vollständiger Gesundheit. Man muss aus diesen Worten den Eindruck gewinnen, dass die Katharsis ein großer Erfolg war. Als 1961 die Identität von Anna O. und Bertha Pappenheim bekannt wurde, war es leicht, ihr Leben zu erforschen. Es ist fast unglaublich, was nun ans Tageslicht kam: Bertha Pappenheim wurde von Breuer zwar viele Monate lang behandelt, aber nicht geheilt. Er versagte vielmehr als Therapeut; er übersah zugunsten der von ihm diagnostizierten hysterischen Störungen ihre körperlichen Krankheiten und machte keine Fortschritte. Als man sich und ihr nicht mehr zu helfen wusste, gab man ihr Morphium, und sie wurde Morphinistin. Breuer war ein Spielzeug von Bertha, ohne es zu merken. In ihrer Verliebtheit erreichte sie mit ihren phantasievoll erfundenen Symptomen, dass er nahezu jeden Tag zu ihr kommen musste. Er wurde gleichsam ihr Privatarzt. Die Pappenheims konnten sich das leisten, sie waren steinreich. Breuer informierte Breuer Freud über seine Probleme. Dieser kannte die Familie Pappenheim durch seine Verlobte, der er brieflich mitteilte, was er erfahren hatte: Breuer habe geäußert, dass Bertha "ganz zerrüttet" sei und er ihr den Tod wünsche, damit sie von ihrem Leiden erlöst werde. Bertha wurde, nachdem Breuer nicht mehr ihr Arzt war, wieder leidlich gesund, so dass sie sich erfolgreich für jüdische Frauen engagieren konnte. Was hat das alles mit Freud und der Entwicklung der PA zu tun? 1. Freud sagte - zumindest noch bis 1925 - die PA sei von Breuer "ins Leben gerufen" worden; er sah also jahrzehntelang die von Breuer bei Anna O. betriebene Katharsis als die erste psychoanalytische Behandlung an; erst später stellte Freud sich allein als Begründer der PA dar. 2. Der Fall Anna O. ist eine sehr dunkle Episode in Freuds, nicht nur in Breuers Leben. Denn - wie schon berichtet - wusste Freud seit 1883 um Berthas schlechten Zustand, drängte aber dennoch Breuer zur Veröffentlichung ihrer Krankengeschichte im Jahr 1895, welche die unwahre Behauptung enthält, Bertha sei durch die Katharsis geheilt worden. Die Falldarstellung deutet das Versagen Breuers, das Versagen der Katharsis mit keinem Wort an. Stattdessen wurde Bertha eine "vollständige Gesundheit" attestiert. Breuer und Freud gingen wohl von der Annahme aus, man werde die wahre Geschichte der Anna O., die der Bertha Pappenheim, nie aufdecken. 3. Freud baute trotz Breuers Versagen mehr oder weniger auf dessen Arbeiten auf. Was immer Freud über seinen Freund und den Fall Anna O. gedacht haben mag: Er ging wie Breuer davon aus, dass hysterische Symptome psychisch bedingt seien und auf ein Trauma zurückgehen, und dass eine spontane Erinnerung an das Trauma nicht möglich sei. Freud dachte ferner wie Breuer, dass durch eine lebhafte, gefühlsbetonte Erinnerung an die traumatische Situation eine Heilung eintreten könne. Freud hielt also eine Katharsis für möglich, aber der wusste auch, dass er dazu anders vorgehen musste als Breuer. Freuds erste Schritte zur Psychoanalyse Zunächst setzte auch Freud die Hypnose ein, bald beurteilte er sie jedoch als unzureichende Methode. Er suchte nach besseren Wegen ins Unbewusste. Nachdem ihn einmal eine Patientin gerügt hatte, weil er sie nicht hatte ausreden lassen, nahm er ihre Anregung auf, sie freier als bislang sprechen zu lassen: Während er sich selbst nun zurückhielt, forderte er seine Patienten auf, ungehemmt über alles zu sprechen, was ihnen gerade durch den Kopf ging, so bedeutungslos es ihnen selbst auch erscheinen mochte. Das nennt man seither mit Freud freie Assoziation. Mit der Aufforderung zur freien Assoziation stand Freud auf der Schwelle zur PA. Und allmählich nahmen die therapeutischen Treffen folgende äußere Form an, die man als Standardprozedur seiner psychoanalytischen Arbeit bezeichnen kann: Die Patienten müssen sich auf eine Couch legen; das Liegen soll zur Entspannung beitragen, die ihrerseits den Gedankenfluss fördern soll. Der Therapeut sitzt am Kopfende, so dass er die Patienten gut beobachten kann, aber sie ihn nicht. Er hält sich mit Worten zurück, es sei denn, er glaubt eine wichtige Deutung anbieten zu können. Die Verpflichtung der Patienten zur freien Assoziation wurde für Freud die Grundregel der PA. Sie wurde also ein fester, wesentlicher Bestandteil derselben. Doch niemand kann über alles sprechen, was ihm gerade durch den Kopf geht. Oft jagen sich Gedanken und Bilder so schnell, dass man sie gar nicht alle mitteilen kann. Ferner weigern sich Patienten manchmal, der Grundregel zu folgen, weil sie sich ihres Einfalls schämen, und sie schweigen oder erzählen stattdessen etwas Belangloses. Aber manchmal - so nahm Freud an - schweigen die Patienten auch, weil ein unbewusster Widerstand ihrem Bewusstsein den Zugriff zu einem Detail verweigert, etwa zu einer Erinnerung an eine traumatische Situation. Dieses Schweigen von Patienten hielt Freud auf jeden Fall für ein beredtes Schweigen. Er interpretierte es als einen Hinweis darauf, dass im Patienten gerade etwas Wichtiges berührt worden sei, aber das Unbewusste den Zusammenhang nicht freigebe. Der Therapeut muss versuchen, aus dem Kontext den Widerstand zu erkennen und zu deuten. Woher kommt die Kraft des Widerstands? Sie kommt - meinte Freud - aus einem tiefen Leidensbedürfnis der Patienten, das auf starke Schuldgefühle zurückgeht. Schuldgefühle entwickeln wir nicht nur, wenn wir etwas Verbotenes tun, sondern bereits beim Gedanken daran, dass wir ein Gebot nicht halten. Freud unterstellte, der Widerstand komme aus einer Region, die er als unbewusst ansah und sich unserer Kontrolle entzieht. Mit der Betonung des Unbewussten geriet Freud in Gegensatz zur akademischen Psychologie seiner Zeit. Deren führender Vertreter war Wilhelm Wundt, der die Psychologie als Wissenschaft von den "Tatsachen des Bewusstseins" umschrieb. Da war Freuds Lehre vom Unbewussten natürlich ein Ärgernis. Neben dem Widerstand inszeniert das Unbewusste - nach Freud - auch die Übertragung: Wenn ein Patient dem Analytiker gegenüber eine starke Zu- oder Abneigung zeigt, kann es sich um eine vom Unbewussten gesteuerte Wiederholung von Gefühlen handeln, die der Patient in der frühen Kindheit gegen Vater oder Mutter hatte. Die Gefühle werden von der Vergangenheit auf die Gegenwart und von den Eltern auf die Therapeuten übertragen, d.h. neu durchlebt. Freud gewann in seiner praktischen Arbeit die Überzeugung, dass die gegenwärtigen Probleme seiner erwachsenen Patienten auf solche starken Gefühle in der frühen Kindheit und auf die mit ihnen verknüpften ungelösten Konflikte zurückgehen. Er unterschied zwischen positiver und negativer Übertragung. Zeigt der Patient Zuneigung zum Therapeuten, spricht man von positiver, bei Abneigung von negativer Übertragung. Klar, dass bei negativer Übertragung die Patienten daran denken, die Behandlung abzubrechen, während eine positive Übertragung kaum von Verliebtheit zu unterscheiden ist. Die in der Übertragung wiederbelebten kindlichen Erfahrungen müssen gründlich durchgearbeitet werden. Es reicht nicht, dass sie einfach erzählt werden; sie müssen sich mit allen Anzeichen von Zuneigung oder Abneigung in der Therapie zeigen. Wichtig ist, dass der Therapeut anders reagiert, als die Eltern es früher taten; er belohnt und bestraft nicht; er erschrickt nicht, wenn ein Patient Todeswünsche ausspricht. Er reagiert auch in anderer Hinsicht sehr zurückhaltend: Er gibt keine Ratschläge, tröstet und bagatellisiert nicht. Analytiker nennen diese distanzierte Haltung "Abstinenz". In "gleichschwebender Aufmerksamkeit" soll der Therapeut dem Patienten zuhören und ihn beobachten - und er darf vorsichtig deuten, wie er sich das Verhalten des Patienten erklärt, welche kindlichen Konflikte er zu erkennen meint usw. So lernen Patienten in der entspannten Atmosphäre der PA mit den gleichen Emotionen neu umzugehen, die für sie als Kind bedrohlich waren, und so können die Emotionen allmählich ihre Kraft verlieren. Es genügt für eine Heilung meist nicht, dass eine problematische emotionale Beziehung einmal bewusst gemacht wird. Erfolgreiches Bearbeiten kann etliche Wiederholungen erforderlich machen. Freud gewann in seiner Arbeit weiterhin die Überzeugung, dass die ungelösten Konflikte der Patienten meist sexueller Natur waren. Er befasste sich in seinen Theorien folgerichtig vorwiegend mit der Sexualität. Diese verstand Freud aber sehr breit. Alles, was man Liebe nennt, ja, überhaupt jeden Lustgewinn rechnete er der Sexualität zu. Zwar hatten schon vor ihm einige Forscher etwas Sexuelles hinter psychischen Störungen vermutet, aber erst Freud vertrat diesen Standpunkt konsequent. So war er auch überzeugt, jedes hy-sterische Phänomen basiere auf einem Sexualtrauma. Mit dieser Betonung der Sexualität erregte er fast überall Anstoß, vielleicht auch bei Breuer; die Freundschaft mit ihm zerbrach 1895, also noch in dem Jahr, in dem die "Krankengeschichte Frl. Anna O." erschien. Breuer hatte über Berthas Sexualität nur mitgeteilt, sie sei noch "unentwickelt". Zu der Zeit hatte Freud die ersten Schritte zur PA getan, und die klassische ärztliche Tätigkeit befriedigte ihn immer weniger. Er steckte voller Ideen, suchte nach neuen Wegen in der Psychotherapie und nach einer griffigen Theorie für das, was er über psychische Krankheit und Gesundheit dachte. Aber das Theoretisieren fiel ihm so schwer, dass er schrieb: "Mit der Psychologie ist es wirklich ein Kreuz . Kegelschieben und Schwämmesuchen ist jedenfalls viel gesünder." Die Psychologie, die er anstrebte, sollte naturwissenschaftlich orientiert sein. Er erwartete für die Zukunft eine Reduzierung der Psychologie auf Physiologie. Von der Verführungstheorie zur Ödipustheorie Im Kampf gegen die Hysterie hatte Freud offensichtlich Erfolgserlebnisse, und er schuf einen Erklärungsansatz, die sog. "Verführungstheorie". Freud war während seines Parisaufenthalts auf ein Problem gestoßen, das damals in Frankreich ähnlich dominierte wie bei uns vor 10 Jahren: die sexuelle Misshandlung von Kindern. Freud entwarf dazu eine spezielle Hysterietheorie, nach der hysterische Phänomene auf eine traumatisierende sexuelle Misshandlung in der Kindheit zurückgehen; als Täter gerieten in erster Linie die Väter in Verdacht. Aus Fallgeschichten gewann Freud Argumente für die Verführungstheorie. Er glaubte den Frauen mit hysterischen Merkmalen ihre Berichte über erlittene sexuelle Misshandlungen, während sie zuvor ja oft als Simulantinnen eingestuft worden waren. 1896 stelle er die Verführungstheorie in Wien vor. Auf den namhaften Kollegen R. von Krafft-Ebing wirkte sie "wie ein wissenschaftliches Märchen", was Freud tief enttäuschte und verletzte. Doch schon ein Jahr später verabschiedete sich Freud selber von seiner Theorie; nun glaubte auch er den Hysterikerinnen nicht mehr. Warum? Darüber wird gerätselt. Marianne Krüll gab 1979 folgende Erklärung: Freud unterzog sich nach dem Tod seines Vaters 1896 einer sog. "Selbstanalyse". Im Verlauf dieser Arbeiten stieß er bei sich auf - hysterische Züge. Nun folgerte er aus seiner Theorie, er müsse als Kind sexuell misshandelt worden sein; als Täter kam nur sein Vater in Frage. Das aber, so glaubte Freud auch zu wissen, entsprach nicht den Tatsachen - und er verwarf die Verführungstheorie. Er hätte sie durchaus beibehalten können, wenn er bedacht hätte, dass psychologische Gesetze im allgemeinen nur Wahrscheinlichkeitsaussagen sind. Er hätte denken können: Hysterisches Verhalten geht in der Regel auf eine sexuelle Misshandlung zurückgehen, aber es gibt Ausnahmen. Nachdem er die Verführungstheorie verworfen hatte, brauchte er einen neuen Erklärungsansatz für die gleichen Phänomene. Die Selbstanalyse half ihm dabei: Er setzte an die Stelle der Verführungstheorie seine Lehre vom Ödipuskomplex. Was heißt das? Nach einem griechischen Mythos war Ödipus ein Königssohn, der - unter etwas komplizierten Umständen - unwissentlich seinen Vater tötete und seine Mutter heiratete. Freud nahm nun an, dass jedes Kind eine ödipale Phase durchlaufe - im 3. bis 5. Lebensjahr . In dieser Zeit verliebt es sich in den gegengeschlechtlichen Elternteil. Vor allem bei kleinen Jungen war sich Freud sicher: Sie verlieben sich in die Mutter und stehen ambivalent, d.h. zwiespältig zum Vater. Sie betrachten ihn als Rivalen im Kampf um die Gunst der Mutter; sie bringen ihm deshalb neben kindlicher Liebe auch heftige Abneigung entgegen. Die Liebe zur Mutter hat deutlich sexuelle Anteile: der kleine Junge will mit ihr "schlafen". Freud erinnerte sich jedenfalls, dass es bei ihm so war. Weil es im Normalfall nicht zu einer sexuellen Beziehung dieser Art kommt, phantasiert das Kind den Beischlaf - und Freud meinte, daraus könne später einmal die Überzeugung entstehen, so etwas habe wirklich stattgefunden, und dann kann es zu entsprechenden Beschuldigungen kommen. Die Ödipustheorie ist die glatte Umkehrung der Verführungstheorie: Während in der Verführungstheorie die Väter leicht in den Verdacht gerieten, Täter zu sein, sind sie in der Ödipustheorie eher das Ziel, um nicht zu sagen das Opfer der sexuellen Wünsche ihrer Kinder. Man kann sich leicht vorstellen, wohin diese Theorie führen kann: Falls sich ein Therapeut bei der Behandlung von Frauen, die tatsächlich vom Vater sexuell misshandelt worden sind, von der Ödipustheorie leiten lässt, läuft er Gefahr, ihre Schilderungen als ödipale Phantasien einzustufen. Doch ob Verführungs- oder Ödipustheorie, beide betonen die Rolle der Sexualität im kindlichen Erleben. In dieser Betonung des Sexuellen blieb sich Freud beim Auswechseln der Theorien treu. Die Ödipustheorie wurde bald ein unverzichtbarer Kernbestandteil der PA. Wenn der Ödipuskomplex verworfen wird, gibt es - so Anna Freud - keine PA mehr. Traumdeutung Auf unserem Weg durch Freuds Leben sind wir in den letzten Monaten des 19. Jahrhunderts angekommen; er trieb seine Selbstanalyse voran. Vor allem mit Hilfe der Traumdeutung, die er während der Selbstanalyse entwickelte, drang er in seine Vergangenheit. Die Traumdeutung nannte er den Königsweg ins Unbewusste. Das 1900 erschienene Buch "Die Traumdeutung" fasste seine Gedanken darüber zusammen. Um Freuds Traumtheorie zu skizzieren, ist ein Vorgriff auf seine Instanzenlehre zweckmäßig. Freud nahm 3 Schichten oder 3 Instanzen der Seele an: Es, Ich und Überich. Die untere Schicht bildet das Es, das von Geburt an aktiv ist. Aus dem Es kommen die Triebwünsche; es ist auch der Ort des Verdrängten. Alles im Es ist unbewusst. Das Ich entwickelt sich erst von der Geburt an - und damit die Wahrnehmung, das Lernen und Denken; das Ich steuert unser Handeln. Es entspricht weitgehend - aber nicht ganz - dem Bewussten, und das Überich entspricht weitgehend dem, was man im Alltag Gewissen nennt. Bei den Träumen unterscheidet Freud einen manifesten und einen latenten Inhalt. Das, was wir nach dem Aufwachen erinnern, ist der manifeste Inhalt. Der eigentliche Trauminhalt ist der latente, der verborgene. Freud geht davon aus, dass in seinem Kern immer ein Triebwunsch steht, der aus dem Es kommt. Solche Wünsche - etwa nach einem nicht-ehelichen Koitus - werden von den Instanzen in uns, die darauf achten müssen, dass wir mit unserer Umwelt und uns selber nicht in Konflikt geraten, nur unter ganz bestimmten Umständen zugelassen. Diese kontrollierenden Instanzen sind das Ich und das Überich. Sie sind im Schlaf schwächer als im Wachzustand. Aber auch im Schlaf können sie noch eine Zensur über die Es-Wünsche ausüben. Die Zensur entstellt den Triebwunsch; sie macht aus dem latenten Traum den manifesten, das, was ins Bewusstsein gelangen darf. Können wir den latenten, den "eigentlichen" Traum irgendwie rekonstruieren? Ja, nach Freud können wir dies mit Hilfe der Traumdeutung, weil man weiß, wie die Zensur den Triebwunsch verzerrt: Die Zensur bedient sich vor allem der Verdichtung (z.B. ist eine Frau im Traum zugleich die eigene Schwester wie auch die Lehrerin aus dem 1. Schuljahr), der Verschiebung (z.B. deckt die freie Assoziation auf, dass ein Tritt gegen einen Hund eigentlich dem Vater galt) und der Symbole. Interessant ist vor allem die von Freud benutzte Traumsymbolik, der er einen hohen Stellenwert zusprach. Die meisten Symbole im Traum seien Sexualsymbole, schrieb er und wurde sehr konkret: Alles Längliche - z.B ein Stock, ein Schirm - kann den Penis symbolisieren. "Unzweifelhaft" seien Bleistifte, Nagelfeilen, Hämmer männliche Sexualsymbole. Alles Runde und Hohle kann die Vagina symbolisieren, z.B. ein Zimmer ("Frauenzimmer"). Es fällt schwer, Freud zu folgen, wenn man liest, glatte Wände verweisen auf Männer, Vorsprünge an Häusern - z.B. Erker - dagegen auf Frauen. Doch auch Bretter bedeuten Frauen - weil, ja weil sich Frauen und Bretter im Normalfall so völlig unähnlich sind. Das nennt Freud dann eine "Darstellung durch das Gegenteil". Mit anderen WOrten: Was einer weiblichen Brust irgendwie ähnelt, aber auch, was ihr völlig unähnlich ist, kann als ihr Symbol gelten... Freuds Traumdeutung wurde von mehreren Grundannahmen geleitet. Dazu gehörte die Überzeugung, jeder Traum sei eine Wunscherfüllung, obgleich die Zensur keinen Triebwunsch ungeschoren passieren lässt. Die von Freud behauptete Wunscherfüllung überrascht aber vor allem deshalb, weil Alpträume die Behauptung von der Wunscherfüllung zu widerlegen scheinen. Doch nach Freud wird auch im Angsttraum ein verbotener Triebwunsch befriedigt. Wenn eine Frau im Traum von einem Mann mit einem Messer verfolgt wird, so mag sie das als Alptraum erleben. Aber es wird auch ihr Wunsch erkennbar, von einem Mann verfolgt, d.h. sexuell begehrt zu werden. Und dieser Wunsch wird erfüllt, wenn auch nur partiell. Am Ende fand Freud in seinen Traumdeutungen immer einen Kompromiss zwischen Triebwunsch und Zensur. Die Traumdeutung soll den Patienten helfen. Wenn sie einer Traumdeutung zustimmen, ist alles in Ordnung; wenn nicht, kommt darin ein unbewusster Widerstand zum Ausdruck; sie müssen dann noch länger an sich arbeiten, um zur nötigen Einsicht zu gelangen. Von einem möglichen Irrtum des Therapeuten ist selten die Rede. Wie dem auch sei: Mit der Grundregel, also mit der Forderung nach freier Assoziation, mit der Traumdeutung und mit der Lehre vom Ödipuskomplex hatte Freud um 1900 die PA geschaffen. Es gab zwar immer wieder Änderungen, aber sie betrafen nicht diese Kernbestandteile. Er behandelte täglich 6 bis 11 Patienten - je etwa eine Stunde lang. Die Patienten sollten möglichst an jedem Werktag zur PA kommen, etliche Patienten mehrere Jahre lang. Interpretation von Fehlleistungen Die Interpretation von Fehlleistungen sah Freud - nach freier Assoziation und Traumdeutung - als dritten Weg ins Unbewusste an. Darüber informierte er 1901 im Buch "Zur Psychopathologie des Alltagslebens." Es schlägt - wie der Titel sagen soll - eine Brücke vom Pathologischen zum normalen Alltag und handelt von den inzwischen berühmt gewordenen Fehlleistungen (wenig elegant auch "Freudsche Fehler" genannt), also vom Vergessen, vom Sich-versprechen bis zum Verlieren von Gegenständen. Freud glaubte, diese Fehler seien nicht zufälliger Art. Etwas Unbewusstes, etwas Verdrängtes spiele bei ihnen eine Rolle. Analysieren wir eins seiner Beispiele für das Vergessen. Da heisst es: Er, Freud, sprach während einer Reise mit einem jungen Mann (M). Dieser, auch Jude, beklagte die gesellschaftliche Benachteiligung begabter Juden und äußerte dafür gleichsam Rachewünsche, die er mit einem Zitat von Vergil untermauern wollte. "Exoriare ex nostris ossibus ultor...", begann er und merkte, dass etwas fehlte. Freud ergänzte sofort: "Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor" (Aus unseren Gebeinen entstehe einst ein Rächer). - M kannte Freuds Interesse an Fehlleistungen und wünschte eine Erklärung seines Vergessens. Dazu musste er aber zunächst einmal zum Wort "aliquis" frei assoziieren. Er lieferte eine Gedankenkette, die bis zum hl. Januarius und dessen Blutwunder reichte. Das kannte Freud nicht, und M erläuterte: In einer Kirche in Neapel gebe es eine Blutreliquie des Heiligen. Dieses Blut werde an bestimmten Festtagen flüssig. Das Volk werde unruhig, wenn sich das Wunder verzögere. Den nächsten Einfall wollte M verschweigen - gegen die Regel der freien Assoziation; Freud drängte und M sagte: "Ich habe plötzlich an eine Dame gedacht, von der ich leicht eine Nachricht bekommen könnte, die uns beiden recht unangenehm wäre." Daraufhin Freud: "Dass ihre Periode ausgeblieben ist". M fragte zurück: "Wie können Sie das erraten?" Freud antwortete, das sei nicht schwierig... Freud interpretierte die Episode so: Einerseits habe M in dem lateinischen Satz den Wunsch ge-äußert, dass ein Kind kommen möge, um die Juden zu rächen. Andererseits wünschte er sich ja eigentlich kein Kind, im Gegenteil. Dieser Konflikt habe zur Fehlleistung geführt, zum Vergessen des Wortes. Das Beispiel zeigt Freuds erstaunliche Lateinkenntnisse, und am Ende steht eine große Interpretationsleistung - oder? Bleiben wir kritisch! Freud lehrte: Bei Fehlleistungen setze sich etwas Unbewusstes durch, etwas Verdrängtes, das nicht anders ins Bewusstsein kommen kann. Aber wo im obigen Beispiel spielt Verdrängtes eine Rolle? Der junge Mann hatte vom Ausbleiben der Periode bei einer Partnerin erfahren. Das war für ihn ein Schock, und er hatte - salopp gesagt - kaum noch etwas anderes mehr im Kopf als Gedanken daran. Ihm half nur noch eine Art "Blutwunder", ein Wiedereintreten der Menstruation. Die Furcht vor der Schwangerschaft dürfte das Bewusstsein des jungen Mannes beherrscht haben; sie war nichts Unbewusstes. Dieses Beispiel soll andeuten, dass Freuds große Interpretationen von schlichten Fehlleistungen so eindeutig nicht sind und dass es oft einfachere Erklärungen gibt. Aber die PA war in ihrer klassischen Form jedenfalls endgültig geschaffen, als Freud neben der freien Assoziation und Traumdeutung auch die Deutung der Fehlleistungen als Weg ins Unbewusste ansah. Die weiteren Veröffentlichungen Freuds betrafen kaum noch die Praxis der PA; sie waren vor allem theoretischen Inhalts. Die Entwicklung der Libido 1905 erschienen die "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie". Darin behauptet Freud u.a., Sexualität und Grausamkeit gehörten bei Männern innigst zusammen. Zur normalen Sexualität des Mannes gehöre eine Portion Aggression, deren biologischer Sinn darin liege, den Widerstand des Sexualobjektes, sprich: der Frau, auch anders als durch Werbung zu überwinden... Kann diese Aussage nicht zu einer Rechtfertigung sexueller Gewalt missbraucht werden? Andere, viel harmlosere Sätze brachten Freud sofort Feindschaft ein, vor allem die Aussage, Kinder seien polymorph pervers. Alle Kinder in vielfacher Hinsicht pervers! Das Wort "pervers" ist stark abwertend; es soll auf eine Dauerstörung des Sexuallebens hinweisen. Das macht bei Kleinkindern wenig Sinn. Die drei Abhandlungen zur Sexualtheorie enthalten auch die Anfänge von Freuds Phasenlehre über die Entwicklung des Menschen, die er vorwiegend als Libidoentwicklung begriff (Libido = sexuelle Energie). Er unterteilte sie in fünf Phasen: Am Anfang steht die orale Phase mit dem Mund bzw. der Mundschleimhaut als erogener Zone. Erogene Zonen sind Körperregionen, deren Stimulierung sexuelle Gefühle auslösen kann. Das Kind erfährt im ersten Jahr also Lust vor allem im Mundraum - durch Saugen, Lutschen und Beißen. Es folgt im 2./3. Jahr die anale Phase. Zur dominanten erogenen Zone wird nun die Darmschleimhaut. Freud sah sowohl das Abgeben als auch das Zurückhalten der Ausscheidungen als lustvoll an. Außerdem kann ein Kind durch Einkoten und Einnässen am falschen Ort oder zum falschen Zeitpunkt seine Eltern beträchtlich ärgern. Deshalb sprach er manchmal auch von der anal-sadistischen Phase. Die dritte Phase (die frühe genitale oder phallische oder ödipale Phase) fehlt in dem Buch von 1905 erstaunlicherweise; sie wurde aber schon 1900 in der Traumdeutung genügend deutlich beschrieben: Oben wurde daher im Zusammenhang mit der Ödipustheorie das Wichtigste über sie vorweggenommen. Bleibt noch zu ergänzen: Die ödipale Phase wird beim Jungen, der mit der Mutter schlafen will, im Normalfall durch den so genannten Kastrationskomplex beendet. Das heißt: Wegen seiner sexuellen Wünsche droht man ihm mit Strafen; der Junge befürchtet, man werde ihm den Penis wegnehmen. Die entsprechende Angst erlebt jeder Junge, meinte Freud, und nannte sie Kastrationsangst. Wenn ein kleiner Junge einmal ein weibliches Genitale sieht, glaubt er den Drohungen und verdrängt seine Triebwünsche. Er akzeptiert die Verbote und Gebote, die vorwiegend vom Vater ausgehen; das gilt als die Geburtsstunde des Überich: Der Junge, der des Vaters Verbote und Gebote akzeptiert, identifiziert sich mit dem Vater; die väterlichen Gebote und Verbote machen dann einen Hauptinhalt seines Überich aus. Über Mädchen hat Freud viel weniger ausgesagt. Er ging davon aus, dass auch sie sexuelle Wünsche haben und sich in den Vater verlieben. Sie müssen schon früh erkennen, dass sie keinen Penis besitzen; sie erleben die Klitoris als minderwertig und entwickeln einen Penisneid. Weil sie von Anfang an kastriert sind, erleben sie keine oder viel weniger Kastrationsangst als die Jungen - und deshalb wird auch die Überwindung der Angst nicht so dramatisch - und insofern wird ihr Überich nicht so stark wie bei Jungen. Mit anderen Worten: Frauen haben ein schwächer ausgebildetes Gewissen. Wie Freud schreibt, haben sie "weniger Rechtsgefühl". Ein Gedanke folgt hier konsequent aus dem anderen. Verständlich, wenn sich Frauen dagegen auflehnen. Als 4. Entwicklungsphase gibt es nach Freud eine Latenzphase. "Latent" heißt "verborgen." Freud meinte aber eher, es gebe im Bereich der Sexualität in dieser Phase fast keine Entwicklung. Ihre Zeit entspricht grob dem Grundschulalter. Als letzte Phase nannte Freud die Pubertät oder späte genitale Phase. Nun fordern die Sexualtriebe wieder stärkere Beachtung. Für das Erwachsenenalter hat Freud seine Lehre nicht weiter ausdifferenziert. Durchsetzung der Psychoanalyse 1902 tat Freud einen wichtigen Schritt zur dauerhaften Ausbreitung seiner Lehre: Er gründete zunächst eine Gruppe in Wien, die sog. Mittwoch(s)-Gesellschaft. Ihre Mitglieder trafen sich zu regelmäßigen Diskussionen; fast alle waren Juden, weshalb Freud befürchtete, man werde die PA als jüdische Marotte abtun. Später wurde eine internationale Vereinigung gegründet, die internationale Kongresse abhielt, und schließlich wurde noch ein Geheimes Komitee gebildet. Freud war Alleinherrscher in diesen Gruppen; er duldete keine Abweichung von den Hauptinhalten seiner Lehre. Trotz ihrer Mängel setzte sich die PA in den letzten Jahren vor dem 1. Weltkrieg international durch; das wurde u.a. dadurch bewirkt, dass Freud zusammen mit C.G. Jung 1909 in die USA reiste - und fünf vielbeachtete Vorlesungen über die PA hielt, wobei die erste fast ausschließlich von Breuers Verdiensten im Fall Anna O. handelte . Wegen Freuds rigider Ablehnung alternativer Theorieansätze gab es Abspaltungen, z.B. die Individualpsychologie von A. Adler und die Analytische Psychologie von C. G. Jung. Mit beiden war Freud einige Jahre befreundet; von beiden trennte er sich aber in heftigem Streit, als sie von seiner Lehre abwichen. Adler hielt einen Machttrieb für bedeutsamer als die Sexualität; 1911 kam es zum Bruch. Jung wagte es sogar, den Ödipuskomplex als einen Irrtum einzustufen. Da wurde er 1913 verstoßen, nachdem Freud einige Jahre hindurch gehofft hatte, Jung - sein erster bedeutender An-hänger, der nicht Jude war - könnte sein Nach-folger werden. Die Psychoanalyse als Instrument für fast alles Freud wandte psychoanalytische Gedanken nicht nur in der Therapie oder im Alltag bei Fehlleistungen an. Die PA wurde zu einem Interpretationsinstrument für (fast) alles, für Kunst und Literatur, alte Mythen und Biographien. Man kann viele einschlägige Aussagen von Freud weder bestätigen noch widerlegen. In einigen Arbeiten sind ihm aber nachweislich grobe Fehler unterlaufen: 1910 veröffentlichte er einen Text über Leonardo da Vinci. Von diesem gibt es eine kurze autobio-graphische Notiz. Darin teilt er uns - in der Übersetzung, die Freud benutzte - zunächst mit, dass er sich "viel mit dem Geier" befasst habe und dann heißt es: "... als ich noch in der Wiege lag, ist ein Geier zu mir herabgekommen, (und) hat mir den Mund mit seinem Schwanz geöffnet... " Freud hat über diese Kindheitserinnerung Leonardos ein ganzes Büchlein geschrieben. Es enthält u.a. einen Ansatz zu einer Theorie der Homosexualität. Freud meinte, Leonardo sei wegen einer überstarken Mutterbindung homosexuell ge-worden, denn eine starke Mutterbindung verhindere es, dass ein Mann seine Libido von der Mutter weg auf andere Frauen richten kann. Freud erschloss die Mutterbindung Leonardos aus dessen Text unter Berufung auf einen altägyptischen Geier-Mythos, in dem der Geier ein Muttersymbol ist. Die wie-derholte Nennung des Vogels in der kurzen Er-innerung soll eine starke Mutterbindung Leonardos anzeigen. - 1923 bemerkte aber jemand: Der Geier in Leonardos Erinnerung war gar keiner - sondern ein Übersetzungsfehler: Leonardo beschrieb einen Roten Milan (nibbio), nicht einen Geier. Damit brach Freuds Konstruktion eigentlich in sich zusammen. Aber wer wird sich so einfach geschla-gen geben? Ein Anhänger Freuds verteidigte dessen Konstruktion mit dem Hinweis, schließlich sei ein Milan ja auch ein Vogel wie ein Geier. Der Fi-scher-Verlag gab 1990 das Buch erneut heraus - mit der Anmerkung, Freuds Text zeichne sich durch eine "Vorsicht der Deutung" aus... Freuds berühmtester Fall Gegen Kriegsende (1918) erschien Freuds letzte und berühmteste Fallstudie "Aus der Geschichte einer infantilen Neurose". Sie handelt vom sog. Wolfsmann. Wir wissen inzwischen, wer der Wolfsmann war: Dr. Sergej Pankejeff, 1887 in Russland als Sohn adliger, extrem reicher Eltern geboren. Er starb 1979 verarmt in Wien. Mit 23 Jahren (1910) wurde er für vier Jahre Patient von Freud. In seinem Leiden spielte eine Geschlechtskrankheit eine Rolle, und ein Hauptsymptom war eine hartnäckige Verstopfung. Aus bestimmten theoretischen Gründen hat Freud vor allem über Störungen in der Kindheit des Patienten berichtet. Da spielte ein Alptraum eine Schlüsselrolle: Der kleine Junge sah auf einem Baum weiße Wölfe sitzen - deshalb Wolfsmann. Sie saßen sehr still und starrten ihn an. Damit war Freud klar, um was es in diesem Traum zunächst einmal ging: natürlich um - einen Koitus. Denn die Wölfe saßen so betont still, dass Freud wieder einmal an die "Darstellung durch das Gegenteil" dachte. Sie waren eigentlich in lebhafter Bewegung. Und lebhafte Bewegungen im Traum verweisen auf Koitusbewegungen. Freud behauptete auch, der Junge sei bei diesem Traum etwa 1½ Jahre alt gewesen und habe kurz zuvor die sog. Urszene erlebt. D.h. der Junge hatte seine Eltern beim Geschlechtsverkehr beobachtet, und das war für ihn traumatisch. Denn er sah in der Urszene seine Mutter nackt; und dass sie keinen Penis hatte, war ihm Beweis für ihre Kastration, mit der auch ihm schon gedroht worden war. Wir können hier nicht ins Detail gehen. Freud entließ den Patienten nach seiner Schätzung als "geheilt". Doch fünf Jahre später sah er ihn wieder und hielt eine weitere, allerdings kurze Analyse für geboten. Danach habe sich der Patient "normal gefühlt und tadellos benommen", schrieb Freud. Mehr erfahren wir in dem Buch "Der Wolfsmann vom Wolfsmann", das die Psychoanalytikerin Gardiner 1971 herausgab. Wer es aufmerksam liest, kann feststellen, dass der Wolfsmann insgesamt wohl siebenmal analysiert worden ist: zweimal von Freud, dann zweimal von Ruth Mack Brunswick, die nach ihrer 1. Analyse urteilte: "Die therapeutischen Ergebnisse waren ausgezeichnet und hielten ...an..." Einige Jahre später behandelte sie ihn erneut - immer noch v.a. wegen der Verstopfung. Schließlich erfuhr der Wolfsmann auch nach dem 2. Weltkrieg weitere Analysen. Er war inzwischen eine Kultfigur geworden. Man reiste nach Wien, um ihn zu treffen, und man steckte ihm Geld zu, weil es ihm finanziell schlecht ging. Gardiner schreibt zusammenfassend, dem Wolfsmann sei es durch die Therapien ermöglicht worden, ein "langes und erträglich gesundes Leben zu führen." Kann man das glauben? Schlagen wir das Buch "Gespräche mit dem Wolfsmann" auf, das Karin Obholzer 1980 veröffentlicht hat. Ihr gelang es, die Anonymität des Wolfsmanns aufzuheben. Sie lernte ihn 1973 kennen, als er 86 Jahre alt war, und sie traf sich oft mit ihm bis zu seinem Tod 1979. Die Psychoanalytiker wollten die Gespräche verhindern, vergeblich. Der Wolfsmann hatte im hohen Alter immer noch die gleichen Probleme wie in seinen jungen Jahren: Schwierigkeiten mit Frauen und mit Geld - und die Darmstörungen. Er erzählte, die ersten Analysen bei Freud hätten ihn aus seiner Einsamkeit befreit. Aber Freuds Trauminterpretationen seien an den Haaren herbeigezogen. Sarkastisch stellte er fest, "die Mack" habe ihn tatsächlich geheilt, weil sie ihm eine Diagnose stellte (Paranoia), die ihn so kränkte, dass er sich erfolgreich dagegen auflehnte. Freuds berühmtester Fall - ein Ruhmesblatt für die PA oder ein weiterer Reinfall? Eros und Todestrieb 1920 änderte Freud seine Lehre in einer bedeutsamen Hinsicht: Er stellte in "Jenseits des Lustprinzips" eine neue Trieblehre vor. Bislang dominierten Sexualtriebe in seinem Theoretisieren, manchmal nannte er sie Lebenstriebe oder Eros. Seit 1920 gibt es Freuds endgültige Trieblehre mit den beiden großen Triebsystemen Lebenstrieb (Eros) und Todestrieb. Während Freud bis dahin Frustrationen als die Ursache von Aggressionen angesehen hatte, führte er nun aggressives, destruktives Handeln auf einen Teil des umfassenden Todestriebs zurück, der alles Lebende in einen leblosen Ur-Zustand zurückführen will. Trotzdem müssen Organismen im allgemeinen aber nicht früh sterben, weil sein Gegenspieler, der Eros, dies verhindert. Die beiden Triebe arbeiten jedoch keineswegs ständig gegeneinander; sie arbeiten oft zusammen; an vielen Handlungen sollen beide Triebe beteiligt sein. Freud sprach von einer Legierung der Triebe, ohne dass klar wird, wie sie zustande kommt. Vielleicht hat er deshalb später seine Trieblehre einmal als seine Mythologie bezeichnet; vielleicht haben einige dicht aufeinanderfolgende kritische Ereignisse in Freuds Leben die Lehre vom Todestrieb begünstigt: der verlorene 1. Weltkrieg, der am Ende auch in Freuds Haus Armut brachte; danach gab es Todesfälle in seiner Familie und im Freundeskreis; und 1923 wurde bei Freud ein Karzinom im Mundraum diagnostiziert, das auf sein starkes Zigarrenrauchen zurückgeführt wurde. Im Lauf der nächsten Jahre wurde Freud oft wegen dieses Karzinoms operiert. Er wurde in dieser Zeit recht depressiv. Mag sein, dass Freud deshalb so ernsthaft seine Lehre vom Todestrieb vertreten hat. Freuds Persönlichkeitstheorie Etwa parallel zur neuen Trieblehre konstruierte Freud auch seine letzte Persönlichkeitstheorie. Sie wurde oben kurz vorweggenommen: die Lehre vom Es, Ich und Überich, die zusammen die Struktur der Psyche bilden. Die untere Schicht ist das Es mit den Trieben und dem Verdrängten. Diese Instanz ist unlogisch und unbelehrbar; das Es möchte Triebwünsche sofort befriedigt haben, ohne Rücksicht auf die Situation; daher sagt man, im Es herrsche das Lustprinzip. Das Überich verlangt die Beachtung vieler Gebote und Verbote. Zwischen Es und Überich steht das Ich, das unser Handeln steuern soll. Dem Ich fällt die schwere Aufgabe zu, zwischen der komplizierten Realität, dem Es mit seinen Triebansprüchen und dem Überich mit seinen Forderungen eine Balance herzustellen. In der Therapie geht es darum, das Ich zu stärken. Das Es ist weitgehend, aber nicht vollständig mit dem Unbewussten identisch, denn es gibt auch bedeutende unbewusste Anteile im Ich, die sog. Abwehrmechanismen (AM), die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Es sind Angst-Abwehrmechanismen: Das Ich reagiert auf viele Triebwünsche aus dem Es mit Angst - und die AM sollen diese Ängste reduzieren oder eben abwehren. Die schon mehrfach genannte Verdrängung ist ein AM. Das Ich drängt - unbewusst - eine verbotene Triebregung, die uns Angst macht, ins Es zurück. Aber alle Verdrängungen gelingen nur unvollständig. Die Triebregungen bleiben im Unbewussten aktiv, und das führt im schlimmsten Fall zu einer psychischen Störung, die zugleich aber auch als Ersatzbefriedigung des ursprünglichen Triebwunsches interpretiert werden kann. Das mutet zunächst wieder kompliziert an. Aber stellen wir uns einen Jungen vor, der masturbieren möchte, was ihm streng verboten wurde. Das Überich signalisiert daher, dass bei Masturbation Strafe droht. Im Ich entsteht nun Angst - und es verdrängt den Triebwunsch. Weil das nicht vollkommen gelingt, arbeitet der Triebwunsch weiter. Er dringt eventuell wieder ins Bewusstsein ein, wenn auch nur verzerrt oder entstellt. Der Junge entwickelt vielleicht einen Zwang , seinen Penis oft zu waschen. Damit ist einerseits der ursprüngliche Triebwunsch, das Masturbieren, verhindert, aber immerhin ist eine Ersatzbefriedigung gewonnen, denn auch beim Waschen kann er - wie beim Masturbieren - seinen Penis intensiv berühren ... Allen drei Instanzen der Psyche ist damit Genüge getan: Dem Es genügt der sexuelle Anteil der Peniswaschung, dem Überich genügt die Vermeidung der Masturbation, und dem Ich ist eine partielle Verdrängung gelungen. Neben der Verdrängung soll es noch etliche andere AM geben, z.B. Projektion, Regression, Rationalisierung, Reaktionsbildung... Sie sind umstritten. Nehmen wir die Reaktionsbildung: Wo man stark betonte Liebesäußerungen antrifft, soll evtl. im Unbewussten Hass vorherrschen. Besorgte Wohltäter und Eltern lehnen eigentlich ab, was sie stark zu lieben scheinen. Vorsicht ist geboten: Es besteht die Gefahr, dass man alles Positive in den Schmutz zieht, indem man es scheinbar entlarvt. Albert Schweitzer, der sich als Arzt im tropischen Afrika für die Schwarzen einsetzte, obgleich er z.B. als begnadeter Orgelspieler in Europa ein ruhiges Leben hätte führen können, war dann eigentlich einer, der Menschen hasste, aber aus dem daraus entstehenden Schuldgefühl in den Urwald ging und kranke Eingeborene behandelte... Stellen wir als AM auch noch kurz die Sublimierung (= Veredelung) vor. Es wird angenommen, dass die Libido gleichsam entsexualisiert werden kann und dann für kulturell erwünschte Tätigkeiten zur Verfügung steht. Z.B. soll aus einer voyeuristischen Neigung, das Sexualverhalten anderer zu beobachten, durch Sublimierung ein Interesse an der Betrachtung von Kunst oder gar eine meisterliche Kunstkritik entstehen können. Die Sublimierung fördert - so heißt es - unsere Kulturleistungen. Über Sublimierungen kann man auf diese Art locker plaudern, und alles klingt irgendwie plausibel. Aber gibt es Belege, wenigstens überzeugende Beispiele? Man könnte an Michelangelo denken, der Gewaltiges als Bildhauer, Maler und Architekt geleistet hat. Er hat nicht geheiratet, war vermutlich homosexuell orientiert, aber ohne Affären. Bei ihm scheint die Annahme einer Sublimierung verständlich. Das Denkschema versagt jedoch z.B. bei Picasso und bei der überwältigenden Mehrzahl der Künstler: Sie haben sexuelle Bedürfnisse offensichtlich ausgelebt und dennoch anerkannte Kunstwerke geschaffen. Freuds letzte Jahre Trotz seiner schweren Erkrankung verlor Freud seinen Humor und seine intellektuelle Streitlust nicht. Immer wieder griff Freud in seinen Veröffentlichungen die Religionen an (1927 "Die Zukunft einer Illusion"; 1930 "Das Unbehagen in der Kultur"). Religiöser Glaube sei Wunschdenken, das den Menschen in kindlicher Abhängigkeit belässt. Freud machte sich mit Heinrich Heines Worten lustig über das "Eiapopeia vom Himmel". Für ihn gab es stattdessen die Wissenschaft; damit meinte er vor allem die PA. 1930 erhielt Freud wegen der sprachlichen Qualitäten seiner Arbeiten den Goethepreis der Stadt Frankfurt. Eine ganz andere Ehrung widerfuhr ihm 1932. Albert Einstein war als der berühmteste Forscher seiner Zeit von einer Institution des Völkerbunds aufgefordert worden, einen Briefwechsel über den Frieden anzuregen. Einstein wählte Freud als Ansprechpartner. Die beiden kannten sich flüchtig. Freud hatte nach einem früheren Treffen notiert: "Einstein ist heiter, sicher und liebenswürdig, versteht von Psychologie so viel wie ich von Physik, und so haben wir uns sehr gut gesprochen". Einstein schätzte Freuds sprachliche Talente, kaum aber seine Lehre und wollte "gern im Dunkel des Nicht-Analysiertseins" verweilen. Die Gedanken der beiden wurden 1933 unter dem Titel "Warum Krieg?" veröffentlicht. Einstein fragte Freud nach einem Weg, die Menschheit vom Krieg zu befreien. Er meinte, die Politiker allein schaffen das nicht, vielleicht brauche man eine starke internationale Organisation. Freud fand diesen Gedanken Einsteins durchaus gut. Aber Aggressionen könne man nicht abschaffen. Freud sah den Krieg als "naturgemäß, biologisch wohlbegründet, praktisch kaum vermeidbar" an. Das ist eine pessimistische Antwort auf die - in Freuds Worten - Schicksalsfrage der Menschheit, wie wir der Aggressivität Herr werden können; diese Antwort erleichtert die Arbeit für den Frieden nicht. Gegen Ende des Textes schrieb Freud: "Alles was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg." Ein schöner Satz, aber unhaltbar. Denn z.B. die Erfindung des Rades hat wohl die Kultur vorangetrieben, aber auch den Bau von Streitwagen und später von Panzern und Bombern ermöglicht... Als der Briefwechsel zwischen Einstein und Freud erschien, kam gerade Hitler an die Macht. Freud verkannte ihn lange. Noch 1937 verlangte Freud, man solle statt des Nationalsozialismus lieber den wahren Feind bekämpfen: die katholische Kirche. Das letzte Buch Freuds, das zu seinen Lebzeiten erschien, war 1937 "Der Mann Moses und die monotheistische Religion". Freud sah Moses, der den Juden als ein Stifter ihrer Religion und als Befreier der Israeliten aus ägyptischer Knechtschaft gilt, als einen Ägypter an, der sich von seiner Religion abwandte und Anhänger um sich sammelte, die er aus Ägypten herausführte. Man bedrängte Freud, den Text nicht zu veröffentlichen, vergeblich. Seine Aussagen überzeugten jedoch nicht; sie blieben relativ wirkungslos. Im März 1938 wurde Österreich ein Teil des Deutschen Reichs, in dem die Verfolgung der Juden weit fortgeschritten war. Freuds Leben war gefährdet. Dank vieler Helfer konnte er im Juni 1938 nach London emigrieren. Er arbeitete dort zunächst wie gehabt weiter. Doch das Karzinom machte sich bald wieder hartnäckig bemerkbar, und die Schmerzen besiegten ihn schließlich. Er wollte sterben. Am 23.9.39 - kurz nach Beginn des 2.Weltkriegs - gab man ihm auf seinen Wunsch hin wiederholt Morphium; er erwachte aus dem eintretenden Koma nicht mehr. Fazit Was hat Freud auf Dauer bewirkt? Er hat sicher die klinische Psychologie angeregt; das ist nicht wenig. Er hat wichtige Fragen gestellt, die in der Diskussion geblieben sind: Fragen nach der Entwicklung des Menschen, nach der Bedeutung der Sexualität, der Aggressivität, der Angst. Die Antworten, die er selbst gegeben hat, sind nicht befriedigend. Wer sich mit Freud beschäftigt, gerät in ein Wechselbad der Bewertungen; er war ein Mensch voller Widersprüche. Freud ist nicht der große einsame Aufklärer gewesen, als den ihn seine Anhänger gern darstellen; er war weder der erste noch der einzige, der bestimmte Themen wie etwa die kindliche Sexualität oder das Unbewusste bearbeitet hat. Diese Aussagen halten sich aber hartnäckig. In der Praxis ist die Freudkritik hingegen relativ erfolgreich: Die Therapie, die er entwickelt hat, wird zwar von den Krankenkassen anerkannt, ist aber nicht sonderlich hilfreich und von der Konkurrenz, wie z.B. der Verhaltenstherapie und der Gesprächstherapie eingeholt und überholt worden. Literatur
|
||||
|
[ Home | Aktuell | Skeptiker | Themen | Shop | Über uns | Mitglieder | Kontakt ]
|
|||||