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Kritiker der GWUP Seit kurzem setzt Herr Fritzsche auch einen Link zu einer "Stellungnahme von Stephan Matthiesen, Ex-Redaktionsleiter der GWUP-Zeitschrift, Skeptiker'". Über diesen gelangt der Leser zur privaten Homepage von Dr. Matthiesen und zu einem Text mit der Überschrift " Mein Standpunkt als Skeptiker-Redaktionsleiter". Darin schreibt Herr Dr. Matthiesen "Aufgrund unterschiedlicher Ansichten über fairen Umgang und Qualität der Arbeit kam es immer wieder zu Konflikten, die schließlich dazu führten, dass ich Ende 2003 vom Vorstand in einer Sitzung, in der ich nicht anwesend sein konnte, aus der ehrenamtlichen Redaktionsleitertätigkeit entlassen wurde."Auch im Themeneintrag "GWUP" bei der Wikipedia findet sich von einem namenlosen Autoren die folgende Passage: "Auch der Nachfolger Wunders als Redaktionsleiter, Stephan Matthiesen, verließ später aus ähnlichen Gründen die GWUP." Weder die eine noch die andere Darstellung ist korrekt. Ein Blick auf die Fakten: Tatsache ist zunächst einmal, dass Dr. Matthiesen nicht der "Nachfolger" von Herrn Wunder war. Nach Herrn Wunder übernahm Prof. Dr. Jürgen Windeler kommissarisch die Leitung der "Skeptiker"-Redaktion, die er schließlich an Dr. Andrea Kamphuis als "V.i.S.d.P." abgab, wobei Herr Matthiesen der stellvertretende Redaktionsleiter blieb. Ab 2001 wurde die Redaktionsleitung von drei gleichberechtigten Mitgliedern wahrgenommen (Stephan Matthiesen, Andrea Kamphuis, Inge Huesgen), ehe sich schließlich Herr Matthiesen und Frau Huesgen die Redaktionsleitung teilten. Ende 2003 wurde Herr Matthiesen nicht vom Vorstand "entlassen" - sondern die Redaktionsleitung wurde alleinig auf Frau Huesgen übertragen. Herr Matthiesen hätte in jedweder Funktion weiterhin beim "Skeptiker" mitarbeiten können - nur nicht mehr als einer der Hauptansprechpartner des Vorstandes in allen Belangen, die den "Skeptiker" als die GWUP-Zeitschrift betreffen. Und zu diesen Belangen gehört eben nicht nur die inhaltliche/journalistische/redaktionelle Planung und Realisierung der einzelnen Ausgaben - sondern auch die beständige und regelmäßige Information des/Kommunikation mit dem Vorstand als Herausgeber des "Skeptiker". Hier entstanden beiderseitig zunehmend Verwerfungen. Über die "Qualität der Arbeit" gab es keine ernsthafte Differenzen. Im Gegenteil: In einer persönlichen, erklärenden E-Mail auf die Mitgliederliste der GWUP sprach ein langjähriges Vorstandsmitglied Herrn Matthiesen ausdrücklich Dank und Anerkennung "für seine Arbeit für den ,Skeptiker' in den vielen Jahren" aus. Zitat daraus: "Alle im Vorstand wissen, was er geleistet hat, vor allem in der Übergangszeit um 1998, und alle bedauern, dass die Zusammenarbeit mit ihm letztlich gescheitert ist." Zutreffend ist indes, dass der GWUP-Vorstand und Herr Matthiesen über die Ursachen der Kommunikationsprobleme und die Möglichkeiten ihrer Beilegung unterschiedlicher Auffassung waren und bis heute zu keiner von beiden Seiten akzeptierten "öffentlichen Erklärung" darüber gelangt sind. Was aber hat es nun mit jener Vorstandssitzung auf sich, bei der Herr Matthiesen "nicht anwesend sein konnte"? Diese Formulierung lässt den Eindruck entstehen, Herr Matthiesen sei quasi hinterrücks und ohne jede persönliche Anhörung/Aussprache Knall auf Fall "entlassen" worden. Auch das ist so nicht richtig. Herr Matthiesen hatte, wohl aufgrund der oben erwähnten Kommunikationsprobleme, bereits im Mai 2003 seinen Austritt aus der GWUP erklärt. Der Vorstand sah sich also mit der Frage konfrontiert, ob jemand, der sich offenbar nicht mehr so mit der GWUP identifiziert, dass er Mitglied sein möchte, weiterhin in der Redaktionsleitung der GWUP-Zeitschrift verbleiben sollte. Dennoch gab es im Vorfeld jener Sitzung zahlreiche Gespräche des Vorstandes und einzelner Vorstandsmitglieder mit Herrn Matthiesen, auch mit dem Ziel, ihn bezüglich seines Austrittes umzustimmen. Herr Matthiesen hatte - unter anderem im Rahmen einer Vorstandssitzung in Roßdorf, bei der er persönlich anwesend war - über viele Monate hinweg ausführlich Gelegenheit, seine Sichtweise, seine Wünsche und Forderungen bezüglich der weiteren Zusammenarbeit darzustellen. Dass Herr Matthiesen bei der von ihm angesprochenen "entscheidenden" Sitzung nicht anwesend war, ist in der Tat richtig - aber nichts Ungewöhnliches. Alle notwendigen Gespräche und Diskussionen mit allen Beteiligten hatten zu jenem Zeitpunkt längst stattgefunden. An diesem Tag ging es darum, dass der Vorstand in einer vertraulichen Sitzung und auf der Grundlage aller vorausgegangen Debatten eine abschließende (Personal-)Entscheidung treffen musste. Ein bei jeder Zeitschrift, in jedem Verlag und auch in jedem Verein normaler Vorgang, der keinen Raum für Verschwörungstheorien lässt. 2.5.4. Die "Gesellschaft für Anomalistik" Herr Dr. Matthiesen schreibt auf seiner Homepage weiter:
"Neben der allgemeinen Begeisterung für die Vermittlung des wissenschaftlichen Denkens in der Öffentlichkeit war meine Hauptmotivation für die Arbeit im Skeptiker der Wunsch und das Interesse daran, die Ansichten und Überzeugungen anderer Menschen zu verstehen — denn die ernsthafte Beschäftigung mit anderen Überzeugungen hilft mir, auch meine eigenen Überzeugungen und Annahmen kritischer zu prüfen, zu hinterfragen und klarer zu definieren und so neue Erfahrungen und Erkenntnisse zu gewinnen ... Da ist es wieder - das dogmatisch-aggressive Zerrbild von den "Skeptikern", das Herr Matthiesen nunmehr Hand in Hand mit Herrn Wunder zeichnet. Spontan drängt sich hier die Frage auf, wieso Herr Dr. Matthiesen es dann (unter anderem in besagtem Text auf seiner Homepage) bis heute derart nachhaltig bedauert, nicht mehr Redaktionsleiter des "Skeptiker" zu sein - beziehungsweise wie er überhaupt so viele Jahre lang seine ehrenamtlichen Redaktionsleitertätigkeit ausüben konnte, in die er nach eigener Darstellung "bis zum Ende mit Energie und Enthusiasmus sehr viel Zeit investiert hatte"? Eine etwas zugespitze Replik, gewiss. Aber offenkundig widerspricht Herr Dr. Matthiesen sich in seiner zitierten Darstellung selbst. Dass der "Skeptiker" kein blindwütiges Dogmatiker-Blatt ist, zeigt also allein schon die Tatsache, dass sowohl Herr Wunder als auch Herr Matthiesen einen erheblichen persönlichen Benefit und eine große Befriedigung aus ihrer Tätigkeit als Redaktionsleiter gezogen haben - was sie auch im Nachhinein durchaus nicht in Abrede stellen. Woraus also speist sich obige Passage von Herrn Matthiesen? Es ist richtig: Die GWUP hat in der Tat Gegner im veritablen Sinne des Wortes, die zum Teil mit erheblichem Aggressionspotenzial und bedeutenden finanziellen Mitteln z.B. juristisch gegen die GWUP vozugehen versuchen (über die verschiedenen Prozesse, die gegen die GWUP seit ihrer Gründung angestrengt wurden, ist u.a. im "Skeptiker" nachzulesen). Warum solches passiert, ist aus Punkt 1 ("Hintergrund") leicht ersichtlich - und markiert zugleich die Grenzen jenes streng wissenschaftlichen Diskurs-Ideals, das Herr Wunder und Herr Matthiesen reklamieren. Dazu zunächst ein weiteres Zitat von Herrn Matthiesen: "Natürlich ist mein Interesse an anomalistischen Themen trotz der persönlich sehr enttäuschenden Entwicklung keineswegs schwächer geworden. Um neben diversen anderen Hobbies und Aktivitäten auch diesen Bereich weiterhin abzudecken, engagiere ich mich daher inzwischen unter anderem in der Gesellschaft für Anomalistik, einer Forschungsgemeinschaft, deren Mitglieder sich aus einer multidisziplinären natur- und sozialwissenschaftlichen Perspektive mit außergewöhnlichen menschlichen Erfahrungen und den damit verbundenen Glaubenssystemen beschäftigen, wobei gezielt Menschen mit unterschiedlichen inhaltlichen Positionen angesprochen werden. Gewiss bin ich nicht mit allen Mitgliedern einer Meinung in der Beurteilung vieler Themen, doch dank der offenen, freundlichen und konstruktiven Atmosphäre lerne ich immer wieder interessante Aspekte des Themenbereichs kennen, ebenso wie andere auch Anregungen von mir aufnehmen." Das liest sich sehr schön - wenn hier auch eine gewisse Naivität aufscheint. Denn sowohl die Mitgliederzahl der Gesellschaft für Anomalistik als auch ihre (de facto nicht vorhandene) Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zeigt, dass eine standpunktlose, reine Dialog-Plattform sehr schnell obsolet wird. Denn: Eine wissenschaftliche Debatte auf hohem Niveau und mit beiderseitigem Erkenntnisgewinn über anomalistische oder paranormale Phänomene wie Astrologie, Parapsychologie, Geistheilung etc. braucht auch auf der "Pro"-Seite ernstzunehmende, kompetente Vertreter. Diese gibt es - sind aber an der berühmten "einen Hand" abzuzählen, sodass die Aktivitäten der GfA im Grunde mit einem Satz umschrieben werden können: Die immergleichen Personen diskutieren mit dem stets gleichen Ergebnis über die immerselben Themen. So kann man sich zwar in den Medien als "tolerant" und "aufgeschlossen" positionieren (quasi als die "besseren" Skeptiker) - nur bewirken kann man damit nichts. Und aus diesem Grund ist ein solcher Ansatz der GWUP schlicht zu wenig. Selbstverständlich ist es auch der GWUP angelegen, sich mit "Pro"-Vertretern im Bereich der Parawissenschaften zu treffen, ihre Motivation kennenzulernen, Standpunkte auszutauschen, den eigenen Horizont zu erweitern. Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist es wichtig, interessant und nutzbringend, Fragen zu erörtern und Phänomene zu diskutieren, die noch nicht befriedigend beantwortet und geklärt sind. Aber: Das weite Feld der Para-/Pseudowissenschaften schwebt nicht im akademischen luftleeren Raum. Themen wie Homöopathie, Astrologie, Geistheilung, Rutengehen etc. haben konkrete Auswirkungen auf die Menschen, auf unsere Gesellschaft. Neue und "alternative" Angebote können nicht nur Gegenstand von anregenden, aber weitgehend zweckfreien Diskursen sein, sondern müssen auf ihren Sinn und Unsinn, auf ihre Nützlichkeit und auch auf ihr Gefahrenpotenzial hinterfragt werden. Eine Homöopathie-Debatte zum Beispiel verliert sich schnell im Elfenbeinturm, wenn dabei nicht auch die Frage gestellt wird, ob Homöopathie nun eine Selbstzahlerleistung ist oder von der Solidargemeinschaft der gesetzlich Krankenversicherten bezahlt werden soll. Der GWUP geht es nicht um Wissenschaft "um der Wissenschaft willen", sondern auch um Wissensvermittlung und Aufklärung - und darüber hinaus um Empfehlungen und Anregungen zur Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkreten Entscheidungs- und Orientierungsprozessen. Von Anfang an hatte die GWUP daher neben der Untersuchung der und einem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn über die verschiedenen "Parawissenschaften" stets auch die profane, ganz alltägliche Gebrauchsesoterik im Blick. Diesen Bereich spart die Gesellschaft für Anomalistik bewusst und vollständig aus - was es natürlich leicht macht, die von Herrn Matthiesen beschriebene "offene, freundliche und konstruktive Atmosphäre" herzustellen. Die GWUP dagegen bezieht Stellung! Und zwar unmissverständlich und mitunter auch mit sehr deutlichen Worten. Es steht Herrn Matthiesen und anderen frei, das als "inhärent aggressiv" und "problematisch" zu sehen - ebenso wie es der GWUP freisteht, zum Beispiel selbst ernannte Nostradamus-Deuter öffentlich zu kritisieren, die - als reales Beispiel - einen Atomangriff auf die Stadt Stuttgart mit "Millionen Toten" phantasieren. Und damit gezielt Menschen ängstigen und verunsichern. Klar: Von der GfA haben auch die Esoterik-Scharlatane und Beutelschneider nichts zu befürchten. Aber von der GWUP. Und das ist auch genau eines der Ziele und eine der Aufgaben der GWUP. Die Gesellschaft für Anomalistik dagegen gibt vor, einen "Dialog" über Parawissenschaften und anomalistische Phänomene zu führen; daran beteiligt sind indes stets nur solche Personen, die die GfA selbst als dialogfähig und -willig definiert hat: nämlich eine zahlenmäßig winzige Gruppe von Experten aus dem akademischen Bereich ohne Einfluss in und Bedeutung für die Esoterik-"Szene". Denn die öffentliche Wahrnehmung des Themas Parawissenschaften, Esoterik, Okkultismus wird eben gerade nicht von Wissenschaftlern (gleich welcher Dignität und persönlichen Haltung zum Thema) dominiert, sondern von "Star-Astrologen", Wahrsagern, "Hexen", Wunderheilern etc. Mehr amüsiert als verwundert nimmt die GWUP es denn auch mittlerweile zur Kenntnis, dass GfA-Vertreter sich mit schöner Regelmäßigkeit über Pressemeldungen der GWUP - etwa zum Thema Astrologie - echauffieren. Und zwar mit der sonderbaren Begründung, bei den von der GWUP kritisierten Personen handele es sich doch bloß um Scharlatane, die in der "seriösen" Szene keine Verankerung hätten... Selbst wenn dem tatsächlich so wäre - wieso finden sich dann weder die GfA noch die von ihr als "seriös" und dialogbereit definierten Experten (zum Beispiel von den Astrologen- oder Geistheilerverbänden) dazu bereit, selbst gegen Scharlatane aktiv zu werden und sie öffentlich als unseriös namhaft zu machen?
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