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Uri Geller: Showman oder PSI-Wunder?
Uri Geller wurde am 20. Dezember 1946 in Tel Aviv (Israel) geboren und lebt heute in England. Seine Karriere begann er als Zauberkünstler. Hergovich (2001) berichtet, dass Geller während eines Engagements in Tel Aviv vom Theaterbesitzer dabei ertappt wurde, wie ihm sein Helfer Shipi Strang Zeichen aus dem Publikum gab. Während einer Fernsehaufnahme wurde von Skeptikern gefordert, dass die von ihm "mental" zu ermittelnden Wörter rückseitig auf die Tafel geschrieben werden, damit das Publikum sie nicht lesen kann, um so eine Mitteilung durch einen Helfer zu verhindern. Geller lehnte dies wütend ab und die Fernsehsendung wurde anschließend abgebrochen. Daraufhin wurde in der Jerusalem Post am 5. Oktober 1970 ein vernichtender Artikel über Geller geschrieben. Doch Geller trat weiterhin auf und wurde in den siebziger Jahren weltweit für das Verbiegen von Löffeln und Gabeln bekannt. James Randi berichtet über Geller (2001,S.137f): "Sein Hauptanspruch auf Berühmtheit basiert auf seiner Fähigkeit, Löffel zu verbiegen, was ihm nach eigener Aussage allein durch die Kraft seiner Gedanken gelingt. (...) [Uri Geller] bereiste die Welt 1974 mit der Story, er verdanke seine Kräfte einem Planeten namens Hoova in einem anderen Sternensystem und habe sie von dort durch das UFO "IS" oder "Intelligence in the Sky" erhalten. Der unkritische Teil des Publikums verschlang all dieses Zeug, das sehr nach schlechter Science-Fiction klang, strömte zu seinen Vorstellungen und machte ihn unzweifelhaft zum charismatischsten und erfolgreichsten Mentalisten aller Zeiten."30 Jahre nach seinem legendären Auftritt bei Wim Thoelkes ZDF-Quizsendung "3 x 9" war Uri Geller am 28. Januar 2004 zu Gast in Günter Jauchs Fernsehsendung "Stern TV". Dort verbog er Löffel, brachte angeblich kaputte Uhren zum Laufen u.v.m. Alles wie zu alten Zeiten. Am 14. November 2004 tratt er nun wieder in einer eigens produzierten Show bei RTL auf (Detaillierte Analyse der Uri Geller Show). Die Show war erwartungsgemäss völlig unkritisch und reine Unterhaltung. Am 17. November 2004 war der GWUP-Geschäftsführer Amardeo Sarma in Stern TV zum Thema "Hat Uri Geller also Psi-Fähigkeiten oder ist er lediglich ein Zauberkünstler?" zu Gast. Lesen Sie hier die ausführlichen Infos zu Uri Geller. Diese Auflistung an Erklärungen ist nicht vollständig, sie wird regelmässig ergänzt, jedoch ist es nicht möglich hier alle Tricks ausführlich zu beschreiben, es sei daher auf die unten aufgeführte Literatur verwiesen. Wie erzielt er seine "paranormalen" Effekte? Allgemein
Einige Tricks konnten sich Zauberkünstler sofort erklären, für andere sind im Laufe der Zeit mehrere Methoden gefunden worden. Einige seiner Tricks waren schon vor Gellers Auftritten im Profi-Repertoir vorhanden, andere sind inzwischen Standard in der Mentalmagie. Wie jeder Zauberkünstler hat Geller den Vorteil, dass die Erklärungen seiner Tricks der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Im Folgenden gehen wir auf seine speziellen "Effekte" ein. Das Bild eines Anderen nachzeichnen
Die Hauptmethode von Geller:
Zum Verbiegen von Löffeln gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Geller auch nutzt:
Uhren zum Gehen bringen Dies ist eigentlich kein Trick. Geller nutzt nur einfach die Tatsache, dass alte Uhren, die nach längerer Lagerung wieder hervorgeholt werden, dabei unweigerlich geschüttelt und erwärmt werden und so oftmals wieder zumindest eine Zeitlang gehen. Dies kann jeder leicht selbst ausprobieren. Je nach Bedingungen werden zwischen 30 und 80 Prozent der Uhren wieder gehen. Schon in den 1970er Jahren [siehe Marks/Kammann 1977] zeigten Versuche, dass eine nachträgliche Kontrollgruppe ohne Geller ähnliche und teils bessere Ergebnisse erzielte. Kompass bewegen Hierzu benötigt man versteckte Magneten oder einfach nur eisenhaltige Gegenstände. Wichtig ist dabei: Die Magnete (oder Eisenobjekte) können auch von einem Komplizen für den Effekt genutzt werden. Magnete, die sehr klein und stark sein können, kann man leicht in Kleidungsstücken verstecken. Ein zweiter Kompass (zur Kontrolle) hätte genügt, den Magneten (oder einen eisernen Gegenstand) aufzuspüren. Hebetrick Hierbei wird eine auf einem Stuhl sitzende Person von vier anderen Personen nur mit den Zeigefingern angehoben. Zur scheinbar "magischen" Vorbereitung sollen dabei die vier Heber ihre Hände zunähst über dem Kopf de anzuhebenden Person zu einer "Pyramide" übereinanderlegen. Die Handpyramide ist jedoch bei diesem Hebespiel überhaupt nicht nötig. Es kommt lediglich darauf an, dass vier Personen koordiniert und gleichzeitig anheben, etwa nachdem eine laut bis 3 gezählt hat und koordiniert den Befehl zum Heben gibt. Jeder hebt bei einer 100 kg schweren Person nur 25 kg, pro Hand also 12,5 kg. Das kann man einfach selber ausprobieren. Der oft anfänglich demonstrierte erfolglose Versuch, die Person ohne die BIldung einer Handpyramide anzuheben, ist ein Ablenkungsmanöver: Es funktioniert nicht, weil nicht koordiniert und gleichzeitig gehoben wird. Mit übersinnlichen Kräften hat dieses Partyspielchen nichts zu tun (siehe auch Bördlein 2002). Diverse opportunistische Vereinnahmungen Eine beliebte Masche von Geller ist es, Dinge für sich zu reklamieren, die ganz natürlich passieren:
Uri Geller: Warum prozessiert er? Will er Kritiker zum Schweigen bringen? Geller verliert 1994 Klage und muss 20.000 Dollar Strafe zahlen Im April 1992 wollte Uri Geller in Miami, Florida, 4 Millionen Dollar Schadenersatz einklagen für Aussagen über ihn, die in den Büchern "Physics and Psychics" von Victor Stenger und "The Transcendental Temptation" von Paul Kurtz gemacht wurden. Der Anwalt von Prometheus Books sagte, dass die Anklagen grundlos waren und zu Sanktionen gegenüber Geller führen würden. Tatsächlich verwarf am 4. Februar 1994 das Gericht die Klage und verurteilte Geller zur Zahlung von 49.148,92 Dollar an Prometheus Books innerhalb von 30 Tagen. Nachdem Geller nicht gezahlt hatte, wurde eine erneute Strafe in Höhe von 20.272,89 Dollar festgesetzt und es wurde ausgeschlossen, dass weitere Prozesse zu diesen Fällen anstrengt. Die 20.272,89 Dollar plus Zinsen zahlte Geller schließlich. Hierzu Paul Kurtz, Geschäftsführer von Prometheus Books: "Wir waren erleichtert. Es waren lange und schwierige zwei Jahre, aber es zeigt auch, wie wichtig es ist für die eigenen Überzeugungen zu kämpfen. Offenbar funktionierten die paranormalen Kräfte von Geller nicht, als er sich zu klagen entschied. Es wird immer wieder versucht, wissenschaftliche Kritik zum Schweigen zu bringen und die Pressefreiheit einzuschränken",sagte Kurtz. Geller klagte auch unabhängig davon gegen Professor Stenger in Hawaii, wo er jedoch ebenfalls unterlag. Geller muss bis zu 120.000 Dollar an Skeptiker zahlen Wegen einer weiteren grundlosen Klage musste Uri Geller 40.000 Dollar von insgesamt 120.000 Dollar an CSICOP (Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal) als Teil einer außergerichtlichen Einigung zahlen. Dies beendete eine vier Jahre währende Auseinandersetzung vor den Gerichten in Washington D.C., die mit einer Anklage gegen CSICOP in Höhe von 15 Millionen Dollar begonnen hatte. Diese Klage beruhte auf eine Aussage von James Randi, der in einem Interview mit dem International Herald Tribune gesagt hatte, Geller hätte selbst angesehene Wissenschaftler mit Tricks von der Art getäuscht, die er als Kind auf der Rückseite von Cornflakes-Packungen fand. "Offenbar essen Wissenschaftler keine Cornflakes mehr"hatte Randi gesagt. CSICOP bekam Recht, dass diese Klage unbegründet war und bekam schließlich fast 150.000 Dollar zugesprochen. Gellers Versuche, Revision einzulegen, scheiterten allesamt. Er wurde außerdem angewiesen, weitere Klagen gegen Prometheus Books und Skeptiker in London fallen zu lassen. Barry Karr, CSICOP-Geschäftsführer, sagte: "Auch wenn Geller am Ende etwas weniger als 150.000 Dollar zahlen muss, sind wir mit unserem Sieg sehr zufrieden."Paul Kurtz, CSICOP-Vorsitzender, sagte: "Wir sind bereit zu kämpfen, wenn es notwendig ist. Wir glauben an Presse- und Redefreiheit, sowie an wissenschaftliches Vorgehen und die Wichtigkeit, eine abweichende Meinung vertreten zu dürfen."Geller habe versucht, "solche Gerichtsprozesse zu nutzen, um eine wissenschaftliche Diskussion zum Schweigen zu bringen." Die Beweislast Es ist nicht Aufgabe der Kritiker zu beweisen, dass alle Effekte Gellers natürlicher Art sind. Dies wäre auch unmöglich, genauso, wie die Nichtexistenz des Pumuckl zu beweisen. Umgekehrt kann aber die Existenz von etwas bewiesen werden. Die Beweispflicht haben diejenigen, die etwas behaupten. Geller hat seine behaupteten Fähigkeiten bisher nicht unter kontrollierten Bedingungen zeigen können. Es gibt keinen stichhaltigen Grund dafür, dass seine Effekte nicht mit bekanntem Wissen erklärbar sind. Die einzige seriöse Veröffentlichung, die über einen positiven Testausgang berichtet, ist die von Targ und Puthoff (1974) in der Zeitschrift Nature. Diese Arbeit ist jedoch aufgrund methodischer Mängel heftig kritisiert worden (siehe Randi 1982, Hergovich 2001). Im Übrigen ging es bei diesem Experiment nur um außersinnliche Wahrnehmung, nicht um Gellers vermeintliche psychokinetischen Fähigkeiten!. Geller hat die Möglichkeit, seine Fähigkeiten bei dem 1-Million-Dollar-Test von James Randi zu beweisen. Die GWUP ist bereit, den Test zu planen und durchzuführen. Ist Geller bereit, die Herausforderung anzunehmen?
Literatur: Linktipps:
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