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14.03.2012
| Erdstrahlen |
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Der Ausschlag von Wünschelruten und Pendeln wird oft fälschlicherweise auf so genannte Erdstrahlen zurückgeführt. Diese angebliche Wahrnehmungsfähigkeit bzw. die „Wissenschaft“ davon nennt man Radiästhesie (griech. für Strahlenfühligkeit), entsprechend begabte Personen werden als Radiästheten bezeichnet. In der Physik sind Erdstrahlen jedoch nicht bekannt und alle Versuche eines Nachweises müssen als gescheitert betrachtet werden. Wirkliche Ursache für das Ausschlagen von Wünschelruten sind ideomotorische Bewegungen. Darunter versteht man unwillkürliche Muskelbewegungen, die durch mentale Vorstellungen hervorgerufen werden. Dennoch betrachten Radiästheten die imaginären Erdstrahlen als Ursache für zahlreiche Beschwerden und Krankheiten, vor allem Krebs (zuerst behauptet 1932 von Gustav Freiherr von Pohl in seinem Buch „Erdstrahlen als Krankheitserreger“). Irregulärer Pflanzenwuchs wird in der Radiästhesie ebenfalls fälschlich auf Erdstrahlen zurückgeführt. Zur Diagnostik von Erdstrahlen oder „Störzonen“ bieten Rutengänger ihre Dienste an, als Gegenmaßnahme empfehlen sie gewöhnlich das Umstellen von Betten. Darüber hinaus sind unterschiedliche Geräte auf dem Markt, die eine Abschirmung der schädlichen Erdstrahlen versprechen. Erdstrahlen werden auf unterschiedliche Ursprünge zurückgeführt: Wasseradern, geologische Verwerfungen, Gitternetze. Aus geologischer Sicht sind „Wasseradern“ Ausnahmeerscheinungen, die in speziellen geologischen Situationen auftreten (Karst), aber kaum jemals im Untergrund städtischer Wohngebiete. Grundwasser ist in der Regel flächenhaft vorhanden und fließt nur sehr langsam. Verwerfungen (Bruchflächen im Gestein, an denen tektonische Bewegungen stattgefunden haben) sind großflächig und stehen normalerweise nicht senkrecht, sodass eine zentimetergenaue Zuordnung zu einer „Störzone“ sinnlos ist. Die postulierten „Gitternetze“ nach Hartmann (seit 1951; Krankheit als Standortproblem, 5. Auflage 1986), und nach Curry (1952) sind Phantasiegebilde, die mögliche Lücken zwischen anderen Störzonen so dicht auffüllen, dass sich unter jedem Ehebett ein Störstreifen lokalisieren lässt. Der oft behauptete Zusammenhang der Gitternetze mit Anomalien des Erdmagnetfelds wird durch hochauflösende Magnetfeldkartierungen, wie sie in der Archäologie üblich sind, widerlegt. Inge Hüsgen, Prof. Dr. Erhard Wielandt Literatur
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Lesen Sie außerdem bei den Skeptikern: Stand: 05.12.2009
Stuttgart. |

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