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14. GWUP-Konferenz 2004 Vortragabstract von Wolfgang Hell: Von Schafen und Ziegen. Über unterschwellige Wahrnehmung, Transliminalität und eine normale Erklärung für paranormale Erlebnisse. "Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass jemand in
der Nähe war. Ich drehte mich um und tatsächlich..." Solche oder
ähnliche Berichte haben Sie sicher schon oft gehört oder gelesen.
In meinem Vortrag will ich auf solche Phänomene eingehen und nach einem
Überblick über ältere und neuere Forschungen, insbesondere in der
Wahrnehmungspsychologie, aber auch in der Parapsychologie, ein ganz einfaches
Modell vorstellen, mit dem sich einige paranormale Phänomene auf für
manche vielleicht ungewöhnliche, aber natürliche Weise beschreiben
lassen. Ganz knapp gesagt: Es gibt einige Hinweise darauf, dass es ‚perception without
awareness' (unbewusste Wahrnehmung) gibt. Sensorische Reize
(sehschwellennahe, aber auch deutlich überschwellige) können
handlungsrelevant werden, ohne dass dem Menschen der reale Grund für
diese Handlung bewusst wird. Im Beispiel von oben: Sie dreht sich um, kann
aber den Auslöser für diese Handlung nicht als bewusst
wahrgenommenen Reiz beschreiben und benennt ihn deshalb als ‚Gefühl'.
Der Begriff ‚Transliminalität' (von Thalbourne) aus der Parapsychologie meint,
in etwas verschwommenen Formulierungen, durchaus Ähnliches. Menschen,
die einen höheren Wert an Transliminalität haben, neigen eher dazu,
an Übersinnliches zu glauben, sind also, im Sprachgebrauch von G.
Schmeidler, ‚Schafe', die Leser dieses Abstracts vermutlich in der Mehrheit
‚ Ziegen'. Es gibt empirische Hinweise darauf, dass ‚Schafe' bei
schwellennahen Reizen eher als ‚Ziegen' diese schwachen Reize als
handlungssteuernd, also die Trefferzahl erhöhend, nutzen können,
ohne dass ihnen bewusst wird, woraus die erhöhte Trefferzahl resultiert.
Dass solche Leute ihre persönlichen Erfahrungen als subjektiv
überzeugende Evidenz für das Auftreten von Paranormalem deuten,
lässt sich so gesehen durchaus verstehen. Prof. Dr. Wolfgang Hell, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft, Universität Münster |
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