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15. GWUP-Konferenz 2004
Vortragabstrakt von Prof. Dr. Martin Lambeck:

Können Homöopathie und Parapsychologie auf die Quantenphysik gegründet werden?

Die Homöopathie hat in ihrer 200 jährigen Geschichte Wandlungen erfahren, so dass die heutigen Anwendungen in vielen Teilen stark von der Lehre Hahnemanns abweichen. Die Quantenphysik hat in ihrer 100-jährigen Geschichte Phänomene hervorgebracht bzw. beschrieben, deren Erfassung den aus der Alltagserfahrung entwickelten menschlichen Verstand überfordert. Vor diesem Hintergrund erläutere ich die Versuche, die Homöopathie und Parapsychologie aus der Quantenphysik zu begründen.

1. Masaru Emoto und Jürgen Fliege im Zusammenhang mit den quantenphysikalisch interpretierten Eigenschaften des Wassers [1].
2. Walter Köster, Martina Scheufler und der Verein für quantenlogische homöopathische Medizin als Folge der Quantenlogik [2].
3. Ausgehend von der durch Walter von Lucadou postulierten Verbindung (Isomorphie) von Physik und Psychologie entwickeln Harald Atmanspacher, Hartmann Römer und Harald Walach die Schwache Quantentheorie (weak quantum theory = WQT) [3, 4]. Aus dieser leiten sie Begründungen für Psychoanalyse, Gedankenübertragung, Experimentatoreinfluss, Fernheilung und paranormale Phänomene bei der Psychotherapie des Familienstellens ab.
4. Aus der WQT entwickelt Walach eine Begründung der Homöopathie, Elektroakupunktur und Bioresonanz [5].

Ich diskutiere die Aussagekraft dieser quantenphysikalischen Theorien und gebe Kriterien für ihre Prüfung durch Ärzte und Laien an.

Literatur:
[1] Masaru Emoto, Jürgen Fliege: Die Heilkraft des Wassers. KOHA - Verlag. Burgrain, 2004.
[2] www.qlm-online.de.
[3] Harald Atmanspacher, Hartmann Römer, Harald Walach: Weak Quantum Theory: Complementarity and Entanglement in Physics and Beyond. Foundations of Physics 32(3), 2002, 379 - 407.
[4] Harald Walach, Hartmann Römer: Complementarily is a useful concept for consciousness studies. A Reminder. Neuroendocrinology Letters 21, 2000, 221 - 232.
[5] Harald Walach: Entanglement Model of Homoeopathy as an Example of Generalized Entanglement Predicted by Weak Quantum Theory. Forschende Komplementärmedizin und Klassische Naturheilkunde 10, 2003, 192 - 200.

Martin Lambeck: 1959 Dipl.-Ing., 1964 Dr.-Ing., 1969 Habilitation für Physik. Seit 1970 Prof. für Physik TU Berlin. Optik, Magnetismus, Werkstoffprüfung, Physikdidaktik. Mitglied im Wissenschaftsrat der GWUP. Grenzgebiete von Physik, Philosophie und Medizin. Buch: Irrt die Physik? Über alternative Medizin und Esoterik. C.H.Beck, München 2003 (www.skeptiker.de/lambeck/physik.html).


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