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Priv. Doz. Dr. Rainer Wolf

geb. 1941, Studium von Biologie und Physik in Würzburg. Nach der Promotion 1968 Postdoc am Heiligenberg-Institut für Experimentelle Biologie, ab 1972 am Zoologischen Institut der Universität Würzburg, 1985 Habilitation. Forschungsaufenthalte in Eugene/Oregon und Moskau. Arbeitsgebiete: Experimentelle Analyse der Entwicklung von Insekten mit Zeitraffer- und elektronenmikroskopischer Technik, Entwicklung neuer mikroskopischer und experimenteller Methoden sowie psychophysische Untersuchungen zur Wahrnehmungs-"Zensur" beim binokularen Tiefensehen. Ansprechpartner der Würzburger Skeptiker. Mitglied im Wissenschaftsrat der GWUP. Ansprechpartner im Raum Würzburg. Als Beisitzer im Vorstand der GWUP.

Hier gibt es Rainer Wolf in 3D!!! (85 kB)

Laden Sie sich das Photo von Dr. Wolf in einer höheren Auflösung herunter: 2,4 MByte. Die Nutzungsrechte bitte mit Herr Dr. Wolf oder mit der GWUP-Geschäftsstelle klären.
Biozentrum
Am Hubland
97074 Würzburg

(Privat): Tel. 0931-706825

Kontakt über seine private Homepage unter www.rainer-wolf-illusions.de/
Veröffentlichungen

Vorträge

Aktivitäten

GWUP-relevante Publikationen

  • Stanek, A., Wolf, R. (2002) Anschleifen von Einzellergehäusen unter ständiger Sichtkontrolle. Mikrokosmos 91:241-247.
  • Wolf, R. (2002) Lichtmikroskopie jenseits der konventionellen Auflösungsgrenze - Neue Markierungs- und Bildverarbeitungsverfahren in der Zellbiologie. Mikrokosmos 91:199-201.
  • Wolf, R., Rosenzweig, R., Schuchardt, M (2002) Looking at one`s own cone cells: Entoptic structures visualized through a moving pinhole or a microscope with excentrically rotating aperture stop. Perception (Suppl.) 31:165.
  • Rosenzweig, R., Schuchardt, M., Wolf, R. (2002) Computation times for binocular depth perception. A psychophysical analysis of the "Delayed Stereopsis Illusion" (DSI). Perception (Suppl.) 31:160. MPI Series in Biological Cybernetics No. 5. Logos Verlag, Berlin, ISBN 3-8325-0236-X.
  • Wolf, R (2003) 3-D paintings on a flat canvas: Novel techniques developed by the painters John Jupe and Dorle Wolf, and their significance for human stereopsis. Perception (Suppl.) 32, 130.
  • Wolf, R (2003) A simple device for real-time 3-D microscopy with high resolution brightfield, Nomarski, or phase contrast technique. In: Science, Technology and Education of Microscopy: an Overview, 720-724.
  • Wolf, R. und Wolf, D (2004) Hohlköpfe. Verblüffende Einsichten in unsere Wahrnehmung. In: Wenn Monster munter werden (Eds. M. Keil & B. Kremer), Wiley-VCH, Weinheim, S. 203-208.
  • Zimmermann, H., D. Zimmermann, R. Reuss, P. J. Feilen, B. Manz, A. Katsen, M. Weber, F. R. Ihmig, F. Ehrhart, P. Geßner, M. Behringer, A. Steinbach, L. H. Wegner, V. L. Sukhorukov, J. A. Vásquez, S. Schneider, M. M. Weber, F. Volke, R. Wolf and U. Zimmermann (2005) Towards a medically approved technology for alginate-based microcapsules allowing long-term immunoisolated transplantation. J. Materials Sci: Materials in Med. 16:491-501.
  • Wolf, R. (2005) Bildende Kunst - Wirklichkeiten gespiegelt und auf den Kopf gestellt. In: Raum – Zeit – Materie. 123. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) in Passau 2004, S. 358-381.
  • WOLF, R. und Windeler,Jürgen: Erfolge der Homöopathie - nur ein Placebo-Effekt? Im Kreuzfeuer der Meinungen.
  • WOLF, R., WOLF, D.: Binocular depth reversal is based on familiarity cues and its suppression is "piecemeal": Independent rejection of reversed shape and motion-in-depth, and its influence on size constancy performance. 4th World Congress of Neuroscience, Kyoto/Japan. IBRO Abstracts, Rapid Communications Oxford, p. 467 (1995); 18th Europ. Conf. on Visual Perception, Tübingen. Perception Suppl. 24:139 (1995)
  • WOLF, R.: When the brain does not accept the eyes` message: perceptual suppression of "iconoclastic" sensory data. In: Neural Correlates of Consciousness: Empirical and Conceptual Questions. Association for the Scientific Study of Consciousness (ASSC), Hanse Institute for Advanced Study, Bremen p. 39 (1998)
  • WOLF, R.: Binokulares Sehen, Raumverrechnung und Raumwahrnehmung: Experimente zeigen, daß ein "ratiomorpher Zensor" ohne unser Wissen das Sehen manipuliert. BiuZ 15:161-178 (1985)
  • WOLF, R.: Seeing with two eyes, spatial computation, and perception. VHS video film, Würzburg (1985)
  • WOLF, R.: Der biologische Sinn der Sinnestäuschung. Experimente und Gedanken zur Funktion unseres "ratiomorphen Apparates". BiuZ 17:33-49 (1987)
  • WOLF, R.: Sinnestäuschungen: Demonstrationsversuche zeigen ihren biologischen Sinn. MNU und c+b (Schweiz) 31:12-18 (1987)
  • WOLF, R. und WOLF, D.: Der biologische Sinn der Sinnestäuschung. Experimentalvorlesung als Videofilm. Würzburg (1988)
  • WOLF, R. und WOLF, D.: Kein Sehen ohne Illusionen. Aus der Fernsehserie "Vom Reiz der Sinne". Videofilm, ZDF, Mainz (1990)
  • WOLF, R. und WOLF, D.: Vom Sehen zum Wahrnehmen: Aus Illusionen entsteht ein Bild der Wirklichkeit. In: Vom Reiz der Sinne (A. Maelicke, Hrsg.). Begleitpublikation zur gleichnamigen ZDF-Fernsehserie, VCH Weinheim (1990)
  • WOLF, R.: Der biologische Sinn der Sinnestäuschung. Von Illusionen und Modellen der realen Welt. Studium Generale, Universität Würzburg (1992)
  • WOLF, R.: Sinnestäuschung und "New-Age"-Esoterik: Aktuelle Parawis- senschaften kritisch betrachtet. Skeptiker 4/93:88-100 (1993). In: Parawissenschaften unter der Lupe. (I. OEPEN und A. SARMA, Eds.). LIT, Münster, pp. 137-149 (1995)
  • WOLF, R.: "Know Yourself"! The delights and dangers of sensory illusions. Proc. 7th European Skeptics Conf., Rossdorf, 82-94 (1995)
  • WOLF, R.: Das Hohlgesicht im Spiegel. Von Vorurteilen und unbewußter "Zensur" in unserem Gehirn. 3D-MAGAZIN 4:35-39 (1995)
  • WOLF, R.: "Erkenne dich selbst!" Von Wonnen und Wehen der Wahrnehmungstäuschung. In: Die esoterische Verführung (G. KERN und L. TRAYNOR, Eds.). IBDK-Verlag, Aschaffenburg, pp. 32-66 (1995)
  • WOLF, R.: Believing what we see, hear, and touch. Skeptical Inquirer 20: 23-30 (1996)
  • WOLF, R.: Was wir nicht wahrnehmen, obwohl es die Augen "sehen". Psychoanatomische Studien zum Stereosehen. BLICK (Universität Würzburg) 2/95:35-36 (1995)
  • WOLF, R. und WEILAND, F.: Was "Niemandsländer" über die Funktion unseres Gehirns aussagen. Eine neue Seh-Illusion zeigt, wie rasch unser Stereosehen funktioniert. 3D-Magazin 6:37-40 (1997)
  • WOLF, R.: Wie lange braucht unser Gehirn, um 3D-Signale zu verarbeiten? Verzögerte Tiefenwahrnehmung verursacht eine neue Seh-Illusion. BLICK (Universität Würzburg) 1/98:95-96 (1998)
  • WOLF, R.: Vom Sinn und Unsinn der Sinnestäuschung. Wie uns Wahrnehmen und Denken in die Irre führen. Studium Generale der Universität Würzburg (1998)
  • WOLF, R.: Alternativmedizin, Esoterik, Parawissenschaften. Studium Generale der Universität Würzburg. BLICK (Universität Würzburg) 1/99:145-151 (1999)
  • WOLF, R., GIMMLER, H., WOLF, J. und ROSENZWEIG R.: Im Doppelblind-Test "strahlten" die Pflanzen nicht. Ein Wünschelruten-Experiment im Botanischen Institut der Universität Würzburg. Skeptiker 11:143-147 (1998)
  • WOLF, R. und WINDELER J.: Erfolge der Homöopathie - nichts als Placebo-Effekte? Chancen und Risken der Außenseitermedizin. Regiomontanusbote 10:34-50 (1997);Shermer, Michael und Traynor, Lee (Hrsg.) (2000) Heilungsversprechen - Zwischen Versuch und Irrtum - Skeptisches Jahrbuch, Alibri, Aschaffenburg
  • WOLF, R.: Zusammenhänge: Kunst, Geist, Gehirn. Oder: Warum wir Gemälde so sehen, wie wir sie sehen. In: Welt der Wahrnehmung - Wahrnehmung der Welt (H. Fink, R. Rosenzweig und R. Wolf, Eds.). Beiträge zum Symposium Turm der Sinne vom 2.-4. 10. 1998 (in Vorbereitung)
  • WOLF, R.: Das 11. Gebot: Du sollst dich nicht täuschen. Skeptiker (1999)

Universitäre Lehrveranstaltungen

Vorlesung und Methodenpraktika über mikroskopische Technik, Präparations- und Wahrnehmungsartefakte.

Öffentliche Vorträge und Veranstaltungen

Vorträge

auf wissenschaftlichen Kongressen, an zahlreiche Hochschulen, Lehrerfortbildungseinrichtungen, Volkshochschulen, Gymnasien und Verbänden über die Themen:

1. Vom Sinn und Unsinn der Sinnestäuschung. Wie uns Wahrnehmen und Denken in die Irre führen (Vortrag mit 3D-Projektion)

Zusammenfassung:

Was wir wahrnehmen, ist nicht immer wahr. Zahlreiche Sinnes- und Denktäuschungen führen uns vor Augen, daß wir Menschen keine unfehlbaren Geschöpfe sind - denn wenn wir uns täuschen, merken wir es meist gar nicht. Viele, gut bekannte Täuschungsmechanismen spielen eine Rolle bei Behauptungen, die oft vorschnell als "übersinnlich" oder "paranormal" bezeichnet werden. Muß man deswegen aber gleich alle solchen Behauptungen in das Reich der Fabel verweisen? Gibt es nicht Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen wir uns heute nichts träumen lassen? Wie überlistet man die eigene Täuschbarkeit, um zwischen bloßen Behauptungen und verläßlicher Erkenntnis zu unterscheiden? Ziel des Referenten ist, die Zuverlässigkeit von parawissenschaftlichen Aussagen - von Akupunktur bis Wünschelrutengehen - mit angemessener Skepsis unvoreingenommen zu prüfen.


2. Erfolge der Homöopathie - nichts als Placebo-Effekte und Selbsttäuschung? Chancen und Risiken der Außenseitermedizin

Zusammenfassung: Die Homöopathie scheint sich, wie andere medizinische Außenseiter-Verfahren auch, in der Praxis zu bewähren. Ist also ihre Theorie wahr? Dann muß sie in die wissenschaftliche Medizin integriert werden, an den Universitäten erforscht und gelehrt. Unbestritten ist, daß homöopathische Behandlungen bei nicht wenigen Beschwerden helfen können, also wirksam sind. Hier geht es aber darum, vorurteilsfrei zu beweisen, daß ihre Wirksamkeit über Placebo-Effekte - die positiven Folgen von Scheinbehandlungen - hinausgeht. In seinem Résumé wird Rainer Wolf Gründe dafür anführen, sich homöopathisch behandeln zu lassen, aber auch Gründe, dies nicht zu tun.

Die Themen im einzelnen:

  • Was ist "Außenseitermedizin"?
  • Was ist Homöopathie und wie arbeitet sie?
  • Wo Aussagen der Homöopathie zutreffen
  • Der Placebo-Effekt: was er ist und was er nicht ist
  • Wie stark wirken Placebos?
  • Hat, wer heilt, Recht? Die Gefahren des Nocebo-Effekts
  • Kritisches zur Homöopathie
  • Die Bilanz:
    Gute Gründe, sich homöopathisch behandeln zu lassen
    Gute Gründe, sich nicht homöopathisch behandeln zu lassen


3. Kunst und Wahrnehmung: Warum wir Gemälde so sehen, wie wir sie sehen (Vortrag mit 3D-Projektion)

Zusammenfassung:

Künstler sind keine Naturwissenschaftler. Mit ihrer schöpferischen Freude am Experimentieren haben sie aber manchmal - intuitiv - Zusammenhänge entdeckt zwischen ihrer Kunst und der menschlichen Wahrnehmung, die die Wissenschaft manchmal erst später verstanden und erklärt hat.

Themen:

  • Wir sehen, was wir zu sehen erwarten
  • Farbensehen im farbenblinden Teil des Sehfeldes
  • Das Gefühl für Ästhetik: angeboren oder erworben?
  • Entdeckungen der Impressionisten: parallele Bildverarbeitung
  • Warum wir Strichzeichnungen "lesen" können: Der Reiz der Abstraktion
  • Das ruhende Auge ist blind. Einsichten der Op-Art
  • Wir sehen Farben, wo keine sind
  • "Invertiertes Spektrum" und Synästhesie
  • 3D-Kunst: Wie Maler die Welt wirklich sahen - ?
  • Nur ein Lächeln bleibt zurück: Alice` Cheshire-Katze
  • 3D mit nur einem Halbbild: Die "Kaleidosphäre" von Dorle Wolf
  • "ChromaDepth": Räumliche Tiefe durch Farben codiert
  • Wenn wir nicht wahrnehmen, was die Augen "sehen": Wahrnehmungs-"Zensur" nach dem Palmström-Prinzip
  • BASELITZ: Verfremden durch Auf-den-Kopf-Stellen
  • Kognitive Dissonanz als Stilmittel
  • Illusion von Form und Kausalität durch den "Gestaltungsdruck" – Quelle esoterischer Irrwege
  • ... aber ist es Kunst?
  • PLATOs "Schatten": Gibt es Wege zu verläßlicher Erkenntnis, aus "seiner Höhle" heraus?


Veranstaltungen

  1. Rainer Wolf: "Sinnestäuschungen und New-Age-Esoterik: Aktuelle Parawissenschaften kritisch betrachtet" (1993)
  2. Rainer Wolf: "Offener Diskussionsabend über aktuelle Fragen zu Esoterik und Aberglauben"
  3. Rainer Wolf: "Hellsehen live mit Alice" und Fritz Flach: "Teufelsaustreibung: Der Fall Klingenberg"
  4. Kurt Riedel: "Hellsehen" und Ralf Wambach: "Geisterstimmen aus dem Jenseits"
  5. James Randi: "Science and the Chimera",1993. Videofilm mit deutschen Untertiteln des Vortrags an der Neurologischen Klinik des Universitaetsspitals Zuerich (1996)
  6. Helmut Fink und Stephan Matthiesen: "Physik und Esoterik: Ist Platz für PSI-Phaenomene in der Quantenwelt?" (1996)
  7. Wolfgang Hund: "Alles fauler Zauber? Okkulte Phänomene - was steckt dahinter?" (1997)
  8. Rainer Wolf: "Erfolge der Homöopathie - nur ein Placebo-Effekt? Chancen u. Risiken der Außenseitermedizin" (1997)
  9. Amardeo Sarma: "Wie sollten wir mit Parawissenschaften umgehen?" (1998)
  10. Peter Kroehling: "Gesundheitsgefahren durch Elektromog"? (1998)
  11. Ernst Habermann: "Vergiftet ohne Gift. Vom Schaden durch Nocebos" (1999)

Im Rahmen der vierten Veranstaltung wurde zu Beginn und Ende eine schriftliche Umfrage bei den ca. 200 Zuhörern gemacht. Sie konnten durch Ankreuzen der Alternativen a) "ja, ich bin ganz sicher", b) "ich glaube daran", c) "keine feste Meinung", d) "ich glaube nicht daran" und e) "ich bin ganz sicher, dass es das nicht gibt" Stellung nehmen zu drei Aussagen:

(1) "Es gibt zwischen Menschen echte Gedankenübertragung außerhalb der bekannten Sinneswahrnehmung", (2) "Gelegentlich hören Menschen Stimmen aus dem Jenseits" und (3) "Parapsychologische Phänomene sind nicht nur Einbildung. Manche grenzwissenschaftliche Erscheinungen sind real (z.B. Einfluß der Sterne auf das Schicksal, Homöopathie, Geistheilung)". Ergebnis: An Gedankenübertragung glaubten anfangs fast 50% der Frauen, aber nur 1/3 der Männer, und am Schluß waren es jeweils 10% weniger. Fast jede fünfte Frau glaubte anfangs an Stimmen aus dem Jenseits, aber nur jeder zehnte Mann; die Zahl der "Gläubigen" nahm während des Abends fast um die Haelfte ab, die der "Ungläubigen" um etwa 10% zu. Knapp ein Viertel glaubte, daß gewisse grenzwissenschaftliche Phänomene real seien. Auch hier stieg die Zahl der Skeptiker um etwa 10%. Mindestens jeder Fünfte entpuppte sich als "dogmatisch" (Kategorie a oder e). Zu lernen war: Ein guter Skeptiker sollte kein Dogmatiker sein.


Forschungsprojekte

1994 versuchte die angeblich "steinfühlige" Würzburger Esoterikerin Alice vor versammeltem Publikum der Würzburger Skeptiker vergeblich, unter strengen Doppelblindbedingungen einen Bergkristall, der in einem von jeweils 10 verschlossenen Gefäßen versteckt worden war, zu orten (was ihr beim vorangegangenen Kontrollversuch, bei dem sie sehen konnte, in welches der Gefässe der Stein gesteckt wurde, problemlos "gelang").

1989 und 1997 führte ich kontrollierte Doppelblindstudien mit zwei verschiedenen, angeblich strahlenfühligen Personen durch (5, 11, 12).

1998 untersuchte ich die angebliche Sichtbarkeit von sog. "Orgon-Strahlen", die sich als Wahrnehmungsartefakt herausstellte (12) und unternahm, angeregt von Homöopathie-Befürwortern, Selbstversuche mit Homöopathika, die sich auf die Befindlichkeit angeblich höchst negativ auswirken (12).


Sonstige Tätigkeiten/Positionen

Zum Thema Esoterik im Lehrprogramm der Volkshochschulen (VHS)

1996 schrieb ich an die Leitung der VHS Kitzingen, die den zweifelhaften Ruf geniesst, in besonders hohem Mass esoterisches Gedankengut unkritisch zu verbreiten: "Angesichts der gegenwaertigen, oft unsachlichen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befuerwortern alternativ-medizinischer und parawissenschaftlicher Theorien halte ich es fuer geboten, aufklaerend taetig zu sein und biete Ihnen folgendern Vortrag an: "Alternativmedizin und Parawissenschaften, Esoterik und Okkultismus - nichts als Selbsttaeuschung und Aberglaube?" Aufgrund meiner Inhaltsangabe erhielt ich eine Absage von der Leitung der VHS Kitzingen mit folgender Begruendung:

1. ...Ich bin unserer VHS-Tradition, "ganzheitliche" Bildungsarbeit anzubieten, sehr verbunden. Das bedeutet, dass ich Angebote, die sich streng innerhalb EINER wissenschaftlichen Disziplin bewegen, weder heute noch morgen anbieten werde.

2. Insbesondere war ich enttaeuscht, dass Sie Ihr Angebot ganz bewusst als "Mogelpackung" verkaufen. Ihr Thema suggeriert eine Abwaegung gegensaetzlicher Argumente, stattdessen stellen Sie nur die Erkenntnisse Ihrer zwischenzeitlich arg "verstaubten" Disziplin vor. Es ist mir unbegreiflich, wie man heute als Biologe noch einen Vortrag zu diesem Thema machen kann, ohne z.B. Sheldrake`s "morphogenetische Felder" darzustellen. Auch in den Naturwissenschaften (Biologie, Physik, Medizin etc.) haben sich in den letzten Jahrzehnten umwaelzende Weiterentwicklungen und Aenderungen vollzogen, die man zur Kenntnis nehmen kann, oder auch nicht. Mein Eindruck war, dass Sie sich fuer das zweite entschieden haben.

3. Da ich selbst zwischenzeitlich auf viele Jahre Erfahrung mit Astrologie, Homoeopathie, Bach-Blueten, Kinesiologie und Radiaesthesie zurueckblicken kann und damit sehr viele positive Erfahrungen gemacht habe, kommen mir die Versuche, diese Themen in den Bereich des Aberglaubens ziehen zu wollen, reichlich albern vor. Als ob man mit "Experimenten" "objektiv" pruefen koennte, was Wirklichkeit und was Aberglaube ist.

4. ... So wie Sie im Moment fast alles in einen Topf werfen und aburteilen, ist die Veranstaltung meiner Meinung nach fuer eine Volkshochschule untragbar. R. Arndt-Landbeck, VHS Kitzingen

Offener Brief als Antwort an Herrn Arndt-Landbeck:

Ihre Ablehnung meines Angebots, an der VHS Kitzingen vorzutragen, hat mich zwar enttaeuscht, aber nicht ueberrascht. Von anderen Volkshochschulen der Umgebung weiss ich sehr wohl, dass die Ihre dafuer verrufen ist, diverse esoterische Vorstellungen unkritisch zu propagieren und unter das leichtglaeubige "Volk" zu bringen. Zu Ihren Anmerkungen will ich wie folgt Stellung nehmen.

ad 1) Sie lehnen fuer Ihre Volkshochschule Lehrangebote ab, "die sich streng innerhalb einer wissenschaftlichen Disziplin bewegen". Ihre Begruendung dafuer, "ganzheitliche Bildungsarbeit" anbieten zu wollen, scheint mir allerdings nur ein Vorwand zu sein, um persoenlich liebgewonnene para- und pseudowissenschaftliche Ideen zu propagieren. Das Problem ist allerdings: Wenn Sie ueber Gebiete wie Astrologie, Homoeopathie, Bach-Blueten-Therapie, Kinesiologie und Radiaesthesie von sogenannten Fachleuten vortragen lassen und dabei die vorliegenden wissenschaftlichen Befunde ignorieren, die sie widerlegen bzw. extrem unglaubwuerdig machen, dann bewegen Sie sich ausschliesslich innerhalb einer unwissenschaftlichen Disziplin.

Sollten Sie uebersehen haben, dass mein Thema dagegen durchaus interdisziplinaer angesiedelt ist? Es beruehrt die aktuelle Evolutionsbiologie und die Wahrnehmungsforschung des Menschen ebenso wie seine Psychopathologie. Unter "ganzheitlicher Bildungsarbeit" verstehe ich, ein Thema von allen Seiten her zu beleuchten. So enthaelt mein Vortrag beispielsweise eine Folie mit dem Titel: "Gute Gruende, sich homoeopathisch behandeln zu lassen" sowie eine zweite Folie "Gute Gruende, sich NICHT homoeopathisch behandeln zu lassen".

ad 2) Gegen Ihre Behauptung, ich wuerde eine "Mogelpackung" anbieten, muss ich mich nachdruecklich verwahren. Ich habe das Thema bewusst ambivalent formuliert, um damit das Interesse sowohl von Skeptikern als auch das von Glaeubigen zu wecken. Denn in der Tat zeigt die Erfahrung, dass ein eindeutiger Pro-Vortrag (etwa ueber den "Segen der Kinesiologie") heutzutage etwa zehnmal mehr Zuhoerer anlockt als ein kritischer Vortrag (beispielsweise ueber das Thema: "Der Placebo-Effekt") - was keineswegs bedeutet, dass Mehrheit ein Indiz fuer Wahrheit ist.

Es interessiert mich, wie Sie den "Verstaubungsgrad" einer Disziplin messen. Angesichts der faszinierenden Fortschritte der Molekularbiologie, der traditionellen Medizin und der Gehirnwissenschaften, denen es gelingt, mit ihren Denkmodellen dank immer wieder verbesserter Paradigmen die Wirklichkeit Schritt fuer Schritt besser zu verstehen, faellt es mir schwer, dort groessere Mengen an Staub zu finden. In weniger als sieben Jahren verdoppelt sich jeweils das naturwissenschaftliche Wissen, und man hat selbst als Fachwissenschaftler grosse Muehe, alles mitzubekommen, was an der eigenen Forschungsfront geschieht, und auch die wesentlichen "take-home-messages" anderer Disziplinen angemessen aufzunehmen. Schaue ich hingegen auf die von Ihnen genannten "Wissens"-Gebiete Astrologie, Homoeopathie, Bach-Blueten-Therapie, Kinesiologie und Radiaesthesie, so hat sich seit ihrer Erfindung an deren Theorien kaum etwas geaendert. Angesichts der Tatsache, dass ihre Behauptungen trotz vielfacher Anstrengung immer noch nicht verifiziert werden konnten, faellt es mir schwer zu glauben, dass ihre Erfinder so genial gewesen sein sollten, die Theorie von Anfang an vollkommen richtig aufzustellen. In der Praxis stoesst man immer wieder auf dieselben alten, nicht-verifizierten Behauptungen, und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es ganz gewaltig staubt, wenn man es wagt, diese Aussagen kritisch zu hinterfragen und ihren Wahrheitsgehalt zu ueberpruefen.

Natuerlich sind, wie beispielsweise KARL POPPER zeigte, alle Experimente "theorie-beladen". Und es hindert Sie niemand daran, zu behaupten, dass die Inhalte der von Ihnen propagierten (para- bzw. pseudowissenschaftlichen) Phaenomene sich der experimentellen Ueberpruefung entziehen: dass etwa (aus "noch unerklaerlichen Gruenden") die Phaenomene immer dann voellig verschwinden, wenn sie sich im Experiment in einer kritischen Aufgabenstellung bewaehren muessen. Damit allerdings verlassen Sie definitiv das Gebiet der Wissenschaft und oeffnen sich wahllos jedwedem esoterischen Unsinn, der sich in der Praxis (angeblich) "bestens bewaehrt" hat.

Als Biologe habe ich Buecher von RUPERT SHELDRAKE mit ganz besonderem Interesse gelesen, denn die Verifikation seiner Ideen wuerde einen ganz faszinierenden Paradigmenwechsel bedeuten. Leider sind die angeblichen Belege fuer seine Thesen bisher nicht ueberzeugend, und durch das Festhalten an seinen Ideen erweist sich SHELDRAKE als wissenschaftlicher Aussenseiter, dessen Behauptungen man getrost ignorieren darf.

Ebenso unvoreingenommen wie meine Themenstellungen sind die experimentellen Ergebnisse, ueber die ich berichte. Ich setzte allerdings voraus, dass meine Zuhoerer in der Lage sind, logische Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Dass manche von ihnen dabei ueberfordert sind, ist mir schmerzlich klar. Nicht jeder hat in seinem Leben das logische Denken gelernt, das einzige zuverlaessige Werkzeug, mit dem man vorurteilsfrei pruefen kann, ob eine Theorie - woher auch immer sie stammen mag - sich bewaehrt, d.h. ob sie bessere Prognosen ueber die Wirklichkeit macht, oder nicht.

ad 3) Zu versuchen, Astrologie, Homoeopathie, Bach-Blueten-Therapie, Kinesiologie und Radiaesthesie in den Bereich des Aberglaubens ziehen zu wollen, kommt Ihnen "reichlich albern" vor? Mir kommt es reichlich albern vor, das nicht zu tun, solange es keinen einzigen glaubwuerdigen Beweis dafuer gibt. Sollten Sie unter den an der Kitzinger VHS lehrenden Esoterikern auch nur einen einzigen haben, der Beweise vorfuehren kann, dann empfehle ich Ihnen: Wenden Sie sich an die James Randi Educational Foundation, 201 S. E. Davie Blvd., Fort Lauderdale, FLORIDA 33316-1815, USA, Web page: http://www.randi.org. Diese Gesellschaft hat einen Preis ausgeschrieben von derzeit 1,9 Millionen DM (!) fuer den Nachweis irgendeines beliebigen paranormalen Phaenomens. Nach Ihren Aussagen duerften solche Phaenomene an Ihrer Volkshochschule gang und gaebe sein. Also lassen Sie sich das Preisgeld nicht entgehen!

ad 4) Es gibt fuer mich in der Tat nicht nur einen, sondern zwei Toepfe. Der erste enthaelt alle Theorien, die sich ganz oder zumindest teilweise in - unvoreingenommen durchgefuehrten - Tests bewaehrt haben (sie moegen durchaus noch verbesserungsfaehig sein). Der zweite Topf enthaelt alle Behauptungen, die a) durch ebensolche Experimente widerlegt worden sind, b) zwar prinzipiell pruefbar sind, aber bisher noch nicht verifiziert wurden, und c) gegen Widerlegung immunisiert wurden, sich also einer Ueberpruefung grundsaetzlich entziehen und daher im POPPERschen Sinn unwissenschaftlich sind. Es ist nicht meine Schuld, dass sich - nach dem besten Stand des heutigen Wissens - die von Ihnen propagierten Gebiete allesamt im zweiten Topf wiederfinden.

Dabei koennte man es so einfach zeigen, falls derartige Parawissenschaften einen wahren Kern haetten. Bei den ASTROLOGEN beispielsweise haben sich intelligentere Vertreter zwar von Schicksalsprognosen distanziert, bestehen aber nach wie vor auf (statistischen) Zusammenhaengen zwischen Persoenlichkeitsmerkmalen und den Geburtsdaten. Wie leicht liesse sich das nachweisen - wenn ihre Theorie stimmte!

Die KINESIOLOGIE behauptet, dass man aufgrund der Armmuskelkraft unterscheiden koenne zwischen hilfreichen und schaedlichen Medikamenten, die der Proband in einem verschlossenen Flaeschchen in der anderen Hand haelt. Lassen Sie doch einmal einen "erfahrenen" Kinesiologen mit dieser Methode zehn Flaeschchen austesten, von denen fuenf eine vitaminhaltige waessrige Loesung und die anderen fuenf eine Cyanidloesung enthalten, und bitten Sie ihn dann, die als gut herausgefundenen auszutrinken. Er weigert sich, haelt aber dennoch an seiner Kinesiologie fest? Das wuerde ich gerne erklaert bekommen! (Missverstehen Sie bitte meinen Vorschlag nicht als eine Aufforderung zum Mord).

Und schliesslich: Stellen Sie doch bitte einen einzigen RADIAESTHETEN vor, dem es unter sauberen Doppelblind-Bedingungen gelingt, fliessendes Wasser oder gar sogenannte Erdstrahlen statistisch signifikant zu erkennen (das heisst: reproduzierbar mit einer Haeufigkeit, die ueber der Zufallserwartung liegt)!

Angesichts der aktuellen Esoterik-Welle, die von Dummheit und Ignoranz der Konsumenten gefoerdert wird, frage ich mich: Was ist eigentlich der Auftrag der Volkshochschulen, den sie mit Hilfe von Steuergeldern zu erfuellen haben? Gesichertes, wissenschaftlich bestens begruendetes Wissen, von welchen Disziplinen auch immer, aus Topf 1 weiterzugeben, oder unkritisch diversen esoterischen Unsinn aus Topf 2 unter das leichtglaeubige "Volk" zu bringen? Wenn Sie es fuer Ihre Volkshochschule bereits fuer untragbar halten, einen kritischen Vortrag als Gegengewicht gegen esoterische Fantasievorstellungen anzubieten, dann sehe ich unsere Steuergelder in der VHS Kitzingen gewaltig missbraucht.

Ich fasse zusammen: Gebiete wie Astrologie, Kinesiologie und Radiaesthesie als gesicherte Erfahrungswissenschaften zu lehren, bedeutet eine systematische Verdummung der Bevoelkerung. Ich bezweifle, dass dies mit dem Auftrag der Volkshochschulen zu vereinbaren ist".

Es eruebrigt sich wohl zu sagen, dass ich danach eingeladen wurde, mehrere kritische Veranstaltungen in Kitzingen abzuhalten. An der Zahl des aktuellen Esoterik-Angebots hat sich natuerlich nichts geaendert: 21 von 33 Veranstaltungsangeboten zum Thema "Geistiges und seelisches Wohlbefinden", sechs von sieben zum Thema "Umwelt und Gesundheit" sowie vier von 16 Veranstaltungsangeboten zum Thema Gesundheit und Entspannung bieten "Esoterik pur".

Rainer Wolf


Brief an den Deutschen Bundestag

z. Hd. des Gesundheitsministers Herrn Seehofer, Goerres-Str. 15, 53113 Bonn

Bedenken gegen die Anerkennung der Homoeopathie als Lehrfach an den Universitaeten

Sehr geehrter Herr Minister,

wie ich soeben erfuhr, hat Frau Antje Vollmer in Frankfurt / Main anlaesslich der Eroeffnung des ersten internationalen Homoeopathie-Kongresses fuer chronisch Kranke gefordert, dass die Homoeopathie als Lehrfach an den Universitaeten etabliert werden sollte. Sinngemaess sagte sie, die Homoeopathie muesse endlich den Stellenwert erhalten, den sie durch ihre nachweisbaren jahrhundertelangen Erfolge verdient habe.

Waere dem wirklich so, wuerde ich diese Forderung aus vollem Herzen unterstuetzen. Zwar ist es zweifellos richtig, dass die Homoeopathie eine Behandlungsmethode ist, die anhand ihrer Kasuistiken Erfolge vorweisen kann. Dennoch ist es eine Tatsache, dass bis heute keinerlei glaubhaften wissenschaftlichen Beweise dafuer vorliegen, dass Homoeopathika bessere Heilungserfolge erzielen als Placebos, selbst wenn sie individuell und nach eingehender Anamnese verschrieben werden. Homoeopathika haben also offensichtlich keine pharmazeutische Wirkung. Zu Ihrer Information erlaube ich mir, den Text einer Publikation beizulegen, die ich zusammen mit PD Dr. med. Juergen Windeler/Uni Heidelberg verfasst habe und die im Skeptischen Jahrbuch 1999 erscheinen wird. Ein Zitat daraus:

Hat, wer heilt, Recht? Die Gefahren des Nocebo-Effekts Was spricht aber denn eigentlich dagegen, medizinische Aussenseiterverfahren in der Praxis einzusetzen, solange sich ihre Placebo-Effekte segensreich auswirken? Wer hier nach dem Motto urteilt "wer heilt, hat recht", der irrt. Denn er vergisst etwas ganz Wesentliches: Der Placebo-Effekt der paramedizinischen Behandlung ist naemlich untrennbar gekoppelt mit seinem negativen Gegenspieler, dem "Nocebo-Effekt", und der geht zu Lasten derjenigen Patienten, die sich konventionell wissenschaftsmedizinisch behandeln lassen. Er bewirkt, dass anerkannte, bestens erprobte Arzneien weniger gut wirken, wenn der Patient Angst hat vor der "schaedlichen Chemie", die darin enthalten sei, oder wenn er dem Arzt, bewusst oder unbewusst, misstraut. Es ist fast unvermeidlich: Wurde jemand von Wissenschaftsmedizinern vergeblich behandelt und gesundete dann waehrend einer medizinischen Aussenseiterbehandlung - sei es durch die Placebo-Effekte oder dank des Spontanverlaufs der Krankheit - so haben die "Schulmediziner" bei ihm kuenftig schlechte Karten, selbst wenn sie der Patient bei erneuten Beschwerden wieder zuerst aufsuchen sollte: Unbewusst erwartet er Hilfe eher vom Aussenseiter. Und so haben wir haben grosse Sorge, dass der Vertrauensverlust, den die Wissenschaftsmedizin in weiten Bereichen der Bevoelkerung erlitten hat, sich sehr nachteilig fuer die Patienten auswirkt, die - mit Misstrauen im Hinterkopf - sich dennoch von Wissenschaftsmedizinern behandeln lassen. Solange keine wissenschaftlich begruendete Therapie bekannt ist, werden von vielen Wissenschaftsmedizinern Placebo-Methoden mit guenstigem unspezifischen Effekt bei geringem Risiko, wie etwa die Homoeopathie, toleriert, sozusagen als Lueckenbuesser fuer mangelndes Wissen. Denn Hahnemanns Bestreben, "sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen" (Organon, Einleitung, Ausgabe 6B, 1978), wird jeder zustimmen. Das gilt allerdings nur dann, wenn keine Nocebo-Effekte ins Spiel kommen, die sich negativ auf wissenschaftsmedizinische Behandlungen auswirken.

Etwas zu glauben, ist Privatsache. Aber die oeffentliche Behauptung, parawissenschaftliche Theorien wie etwa die Homoeopathie haetten sich als zutreffend erwiesen, ist es nicht. Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind ein kostbarer, kollektiver Besitz der Menschheit, der in der Vergangenheit schwer erkauft worden ist. Maertyrertum und Scheiterhaufen stehen unuebersehbar am Weg. Fuer diesen Besitz, dessen Gueltigkeit immer wieder vorurteilsfrei ueberprueft worden ist, tragen wir alle eine grosse Verantwortung. Wenn es sich um Behauptungen handelt, die man testen kann - und nur solche gelten definitionsgemaess als (natur)wissenschaftlich - muessen wir daher die Autoritaet der wissenschaftlichen Methodik in Anspruch nehmen, um die Richtigkeit der Behauptung zu klaeren. Ein Rueckfall in aberglaeubisches Denken ist ein Prozess, dem die Hueter kultureller Werte nicht gleichgueltig zusehen sollten. Es liegt an uns, etwas dagegen zu tun, dass unsere Nachfahren das auslaufende Jahrhundert mit einem Rueckfall in das Zeitalter magischen Denkens verbinden werden.

Ich halte paramedizinische Theorien, die wie die Homoeopathie wissenschaftlich unbelegt sind, nicht nur fuer eine geistige Umweltverschmutzung, sondern sehe sie wegen des Noceo-Effekts fuer unser Gesundheitssystem als schaedlich an.

Mit freundlichem Gruss

Rainer Wolf

Mitglied im Wissenschaftsrat der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften)


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