Astrologie und Vorhersagen – Christoph Bördlein in der Schwäbischen Zeitung
Christoph Bördlein als Interviewpartner bei der Schwäbischen Zeitung:
Astrologie ist der Versuch, aus Sternkonstellationen am Himmel etwas über unser Leben, unsere Persönlichkeit und unser Schicksal auf der Erde abzuleiten. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) untersucht regelmäßig auf Astrologie basierende Prognosen. Hellseherische Fähigkeiten haben Astrologinnen und Astrologen demnach nicht.
Christoph Bördlein erklärt den Barnum-Effekt:
Er beschreibt unsere Tendenz, vage, positiv formulierte Aussagen über uns selbst als treffend zu empfinden. Horoskope machen sich diesen Effekt zunutze. In einer Aussage wie „Sie gehen gern unter Leute, brauchen aber auch Zeit für sich“findet sich fast jeder wieder.
… sowie den Confirmation Bias:
„Wer einmal eine Annahme getroffen hat, neigt dazu, diese im Folgenden immer wieder unwissentlich zu bestätigen“, erklärt Professor Bördlein. Wir nehmen also bevorzugt Ereignisse wahr, die unsere Überzeugung stützen – und blenden Gegenbeispiele aus.
Und er erklärt, wann wir besonders anfällig für derartige Vorhersagen sind:
Besonders anfällig für derartige Überzeugungen seien wir in unsicheren Situationen, die „von wenig objektiver Kontrolle gekennzeichnet sind“, so der Psychologe. Indem wir uns an Horoskopen oder Astrologie orientieren, versuchen wir dann, unser Grundbedürfnis nach einem gewissen Maß an Kontrolle zu befriedigen. Ob es um einen neuen Job geht oder um die Partnerwahl: Die „Kontroll-Illusion“, die uns die Astrologie vermittelt, lasse uns kurzfristig souveräner und entspannter auftreten. Nach dem Motto: „Ich weiß ja ohnehin, dass ein Skorpion nicht zu mir passt.“

