hanna decker 400

Hanna Decker ist Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und schreibt insbesondere über Energiepolitik- und Klimaschutz-Themen. Zuvor studierte sie Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Energieökonomik in Münster und Lyon. Außerdem absolvierte sie eine studienbegleitende Journalismus-Ausbildung, war als freie Autorin für verschiedene Medien (u.a. “Wirtschaftswoche”) tätig und hat mehrere Kapitel für einen Sammelband über Gründerinnen und Gründer aus aller Welt geschrieben.

Auf Twitter findet man sie unter @DeckerHanna.

johannes ackva 400

Johannes Ackva arbeitet in der Politikberatung in einem Berliner Think Tank und beschäftigt sich intensiv mit Klima- und Energiepolitik, insbesondere mit Kohlenstoff-Bepreisung sowie Technologie- und Innovationspolitik. Er studierte Sozialwissenschaften in Bremen, Groningen und Chicago. In seinem Studium fokussierte er sich auf die politischen Rahmenbedingungen effektiver Klimapolitik, was u.a. mehrere Projekte zu den soziokulturellen Ursprüngen klima- und technologiepolitischer Präferenzen beinhaltete.

Klimawandel-Leugnung – was sind die ideologischen und soziokulturellem Ursprünge?

Warum leugnen Menschen den Klimawandel? Handelt es sich dabei tatsächlich um eine epistemische Überzeugung oder um eine rein ideologisch oder materiell motivierte Leugnung?
In diesem Vortrag versuchen wir den Antworten auf diese und ähnliche Fragen mit Hilfe wissenschaftlicher Ergebnisse auf die Spur zu kommen. Der Vortrag gibt eine Einführung in Studien zur Rolle von Ideologie in der Attribution von Glaubwürdigkeit, zur Wissenschaftskommunikation und zu nicht hinterfragbaren Grundannahmen und damit verbundenen blinden Flecken verschiedener politischer Grundströmungen und den zugrunde liegenden soziokulturellen Mechanismen.
Dabei stellen wir uns die Frage, inwieweit sich grundlegende Wahrnehmungsunterschiede durch ein Mehr an Fakten lösen lassen oder was alternative Strategien sein könnten.

Dr. med. Natalie Grams ist Ärztin und ehemalige Homöopathin. In ihrem Buch “Homöopathie neu gedacht” beschreibt sie ihren Weg heraus aus der Homöopathie, bricht darin aber auch eine Lanze für mehr Empathie und Zuwendung in der normalen Medizin. Als Kommunikationsmanagerin der GWUP und als Leiterin des Informationsnetzwerks Homöopathie setzt sie sich dafür ein, dass Patienten und Laien über die Homöopathie und andere pseudomedizinische Verfahren zunehmend richtig informiert werden.

Aufklärung über Pseudomedizin: Was haben Skeptiker erreicht? (2017)

Homöopathie, Bachblüten, TCM und Osteopathie – die Angebote der Pseudomedizin sind mittlerweile fest verankert in der Gesellschaft und haben es teilweise bis an Universitäten geschafft. Mit den suggestiven Etiketten „ganzheitlich“ und „natürlich“ haben sie erreicht, dass die Bedeutung von tatsächlicher Wirksamkeit eines Verfahrens hinter einem guten Gefühl zurücktritt. Dass dies mitunter zu einer kompletten Ablehnung der modernen Medizin führt und mit Impfgegnerschaft und Virenleugnung verbunden sein kann, ist dramatisch und manchmal lebensbedrohlich. Skeptiker versuchen durch ihre Aufklärungsarbeit – auch im Internet – hier ein Gegengewicht zu setzen. Doch was haben sie erreicht? Ist es möglich, gefühlten Wahrheiten mit Fakten zu begegnen? Ist es möglich, die Bedeutung von Wissenschaft und Evidenz zu vermitteln? Dr. Natalie Grams´ Vortrag zeigt das Dilemma der aktuellen Gemengelage auf.

Homöopathie – zwischen Wunsch und Wirklichkeit (2016)

Während mehr und mehr Menschen auf die Homöopathie schwören, kann wissenschaftlich gesehen kaum etwas an der 200 Jahre alten Methode heute noch Bestand haben. Ein bekanntes Dilemma. Natalie Grams ist Ärztin und war viele Jahre als überzeugte klassische Homöopathin in eigener Praxis tätig. Warum sie ihre homöopathische Arbeit aufgegeben hat und sich heute für die Aufklärung über Homöopathie auf der Kritikerseite einsetzt, davon wird ihr Vortrag handeln. Wo ist die Homöopathie heute anszusiedeln? Welche Schlüsse können wir aus ihrer Beliebtheit ziehen? Und warum kann sie heute ganz klar kein Teil der Medizin mehr sein? Eine Bestandsaufnahme der Homöopathie zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

elvira schmidt 400

Elvira Schmidt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Biologiedidaktik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Sie studierte Biologie für das Lehramt an Gymnasien. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit den Einflussfaktoren auf die Absicht zur Anwendung alternativer und medizinischer Behandlungsverfahren unter besonderer Berücksichtigung der schulischen Gesundheitsförderung.

Warum wenden sich Menschen der Alternativmedizin zu?

Gesundheit ist ein zentrales Thema des Schulunterrichts. Das Thema “Alternativmedizin” wird dabei bislang allenfalls am Rande aufgegriffen: Und das, obwohl seit vielen Jahren bei zahlreichen Menschen ein starker Hang zur Nutzung alternativmedizinischer Behandlungsverfahren zu verzeichnen ist. Dieser Trend verdeutlicht die Notwendigkeit der Aufklärungsarbeit über Alternativmedizin im Rahmen eines wissenschaftsorientieren Unterrichts. Doch wie kann diese sinnvoll erfolgen? Eine schulische Aufklärungsarbeit über Alternativmedizin kann nur dann angemessen gestaltet werden, wenn diejenigen Faktoren aufgeklärt sind, die Einfluss auf die Absicht zur Anwendung alternativmedizinischer Verfahren haben. Dazu zählen beispielsweise die Beweggründe für die Anwendung bzw. Ablehnung von Alternativmedizin. Diese sind bislang zu wenig bekannt. Daher wurden – im Rahmen einer Vorstudie für ein Dissertationsprojekt – gesundheitsrelevante Variablen zur Anwendung alternativmedizinischer Behandlungsformen erhoben. Im Vortrag sollen die wichtigsten Ergebnisse der Befragungen vorgestellt werden.

martin lambeck 400

Ab 1953 Studium der Physik, 1959 Diplom-Ingenieur, 1964 Doktor-Ingenieur, 1969 Habilitation. 1970 bis 1996 Professor für Physik an der Technischen Universität Berlin.
1989 Eintritt in die GWUP, seit 2000 Mitglied des Wissenschaftsrates. Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen aus dem Grenzgebiet von Physik, Philosophie und Medizin. Buch: Irrt die Physik? Über alternative Medizin und Esoterik. München, Beck 3. erweiterte Auflage 2014. (Foto: Hans-Ludwig Reischmann)

Das Problem der Willensfreiheit und die physikalische “Begründung” von Parawissenschaften

Paraphänomene wie Homöopathie, Bioresonanz, Telepathie, Psychokinese und Astrologie, die Aussagen „Alles ist in allem“, „Der Beobachter erschafft die Wirklichkeit“, „Das Universum hat Bewusstsein“ sowie die Verbindung von Physik und östlicher Mystik widersprechen total dem heutigen Kenntnisstand der Physik.

Umso erstaunlicher ist es, dass die Parawissenschaftler ihre Aussagen mit „Und die moderne Physik sagt das auch“ rechtfertigen.

Im Vortrag wird dieser Widerspruch auf die Debatte um die Deutung der Quantenphysik zurückgeführt, die in den 1930er Jahren begann und bis heute andauert. Hierbei spielte Einsteins Haltung zur Frage der Willensfreiheit eine entscheidende Rolle.

Die Überlegungen der Gründungsväter der Quantenphysik, Bohr, Heisenberg und Pauli, kreisten um die Begriffe „Beobachtung“, „Komplementarität“, „Fernwirkung“ und „Verschränkung“.

Es wird gezeigt, dass diese Begriffe von den Parawissenschaftlern aus dem physikalischen Zusammenhang gerissen und sinnentstellt zur „Begründung“ ihrer Behauptungen missbraucht wurden.

Ich kommentiere Aussagen von: Dr. Dr. Walter von Lucadou, Prof. Dr. Dr. Harald Walach, Dr. Anselm Grün, Michael Grün, Dr. Wolfgang Stute sowie der Deutschen Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin (DGEIM) und der Deutschen Akademie für Energiemedizin und Bioenergetik (DAEMBE).

Weitere Infos: Prof. Martin Lambeck kritisiert die Homöopathie (Youtube) 

Gerhard Brenner hat das Diplomstudium Wirtschaftskommunikation absolviert sowie das Masterstudium für strategisches Sicherheitsmanagement. Er ist unter anderem Lektor an der Fachhochschule Wiener Neustadt und Kommunikationsverantwortlicher im österreichischen Innenministerium. In verschiedenen Forschungsarbeiten beschäftigte er sich mit dem Thema „Vertrauen“. (Foto: Ferdinand Germandik)

Die Vertrauensillusion: Ein Placebo, das kritisches Denken dämpft

Warum vertrauen Menschen „Experten“ und „subjektiven Einschätzungen“ oft mehr als wissenschaftlichen Ergebnissen? In einem Experiment hinterfragte Brenner, ob das Vertrauen in die Polizei eher durch Kriminalfilme als durch Polizei-TV-Dokumentationen beeinflusst wird – und fand: Das Vertrauen in die Polizei scheint eine Illusion zu sein, die wie ein vom Organismus selbst erzeugtes Placebo wirkt und kritisches Denken unterdrückt. Ob das auch auf andere Vertrauensobjekte zutrifft, erhoben Brenner und eine Kollegin in einem Folgeexperiment in Bezug auf das Vertrauen in Mode-Empfehlungen hochbekannter Instagram-Bloggerinnen. Die Ergebnisse zeigten dasselbe Bild.
Der Mensch bildet offensichtlich eine „Vertrauensillusion“ im Kopf und sträubt sich dagegen, sie abzubauen. Geht sie verloren, versucht er, sie sich „zurückzureden“ – jedoch eher dann, wenn er das Vertrauensobjekt in der sozialen Hierarchie höher wahrnimmt als sich selbst.

 

katrin goldammer 400

Dr. Kathrin Goldammer ist Expertin für Energiewirtschaft und Energietechnik. Als Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts in Berlin ist sie für dessen wissenschaftliche und kaufmännische Leitung zuständig. Kathrin Goldammer studierte Elektrotechnik und promovierte 2007 in Physik; danach begann sie ihre Karriere in der Energiewirtschaft. Sie war unter anderem bei einem Energieversorger und einer Unternehmensberatung tätig, bevor sie 2012 zum Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam wechselte, einem Think-Tank für Nachhaltigkeitsforschung. Danach übernahm sie die Geschäftsstelle des Forschungsforums Energiewende des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im Februar 2016 gab sie diese Aufgabe ab, um Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts zu werden.

Der falsche Skeptizismus: Was Klimawandelleugner umtreibt

Kathrin vertritt die GWUP auf der Skepkon-Podiumsdiskussion. Sie fragt sich, wie eine skeptische Organisation in Zeiten von Falschmeldungen und „Post-Truth“-Politik zur Gesellschaftsberatung und dem Dialog mit der Öffentlichkeit beitragen kann.

katrin riegger 400

Katrin Riegger leitet die Kommunikation (Deutschland) der European Climate Foundation – einer fördernden Stiftung, mit dem Ziel, die Entwicklung Europas hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft substanziell voranzubringen. Davor arbeitete sie von 2007 bis 2011 beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der Bundesgeschäftsstelle, zuletzt als Pressereferentin. Die Politikwissenschaftlerin hat an der Universität zu Köln und der Sorbonne Nouvelle in Paris studiert. Während ihres Studiums arbeitete sie u. a. mehrere Jahre als Freie Mitarbeiterin der Westdeutschen Zeitung im Lokalressort. In ihrer Funktion bei der European Climate Foundation berät Katrin Riegger u. a. zu Fragen der strategischen Kommunikation im Bereich Energie- und Klimapolitik.

Kommunikation von Klima-Fakten

Die Fakten zum Thema menschgemachter Klimawandel sind eindeutig, und trotzdem ranken sich viele Gerüchte, Verschwörungstheorien und politische Diskussionen um das Thema. Das erklärt, warum so viele öffentliche Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen sich genötigt sehen, immer wieder zum Thema Klimawandel aufzuklären und die Gesellschaft mit Informationen zu versorgen. Wie läuft diese Kommunikation ab; welche Methoden und Medien eignen sich besonders und welche Erfahrungen macht man in der Klimawandel-Kommunikation?

bernd harder

Bernd Harder hat Politikwissenschaft in Saarbrücken studiert. Für die GWUP engagiert er sich als Skeptiker-Chefreporter und Blogger. Zahlreiche Buchveröffentlichungen zu Themen wie Nostradamus, Großstadtmythen, paranormale Phänomene. Sein aktuelles Buch “Verschwörungstheorien:  Ursachen – Gefahren – Strategien” ist im Alibriverlag erschienen. 

Die Weltherrschaft der Skeptiker (2018)

„Verschwörung: GWUP will Weltherrschaft!“ war vor zehn Jahren ein vielbeklatschter Vortrag bei der Jubiläumskonferenz 2007 in Darmstadt – und natürlich reine Satire. Doch auch in diesem Bereich werden wir zunehmend von der Wirklichkeit als Realsatiren eingeholt.
„Das GWUP-Logo in Augenform“ elektrisiert Verschwörungstheoretiker im Internet ebenso wie vermutete Zuwendungen der Pharmaindustrie oder ein angeblich straff organisiertes Netzwerk aus Wikipedia und verschiedenen skeptischen Organisationen und Webseiten wie GWUP, Psiram, Ruhrbarone, Brights, Hpd und anderen. In dem von der Konspirologen-Szene gefeierten Youtube-Film „Zensur – die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien“ versteigt sich nicht zuletzt der Psychologe Harald Walach zu der vagen Hypothese, die Skeptiker würden in verschiedenen Foren die Namen von Comic-Figuren als geheimen Code verwenden, um ihre heimliche Sehnsucht nach Aberglauben und Esoterik auszuleben.
Solche Verschwörungsphantasien sagen üblicherweise mehr über deren Verbreiter aus als über den Gegenstand ihrer Beschäftigung. Der Referent gibt einen Überblick über die derzeit kursierenden Verschwörungstheorien zur Skeptiker-Szene und erklärt, wie diese stereotypen und monokausalen Vorstellungen in den aktuellen Forschungsstand zum Thema „Conspiracy Theories“ eingeordnet werden können.

Ihr grinst uns an mit euren aufgeweichten Phrasen! Glaubenskrieger in den sozialen Medien (2017)

Ob Pseudomedizin, Klimawandel, Impfen oder LHC-Experimente: Wann immer die Skeptiker oder andere Organisationen, Behörden und engagierte Einzelpersonen über Esoterik, Pseudowissenschaft, Falschbehauptungen und Verschwörungstheorien aufklären, sehen sie sich einer Kommentarflut von „Glaubenskriegern“ gegenüber.

Was tun? Wie geht man sinnvoll mit antiwissenschaftlichen Schreihälsen um – auch im Hinblick auf die eigene Psychohygiene sowie auf die passiven Mitleser, die sich noch in der Urteilsbildung befinden?

Der Vortrag fasst die Erfahrungen aus den Social-Media-Präsenzen der GWUP zusammen und kombiniert sie mit aktuellen Erkenntnissen der Kommunikationsforschung zu einem Leitfaden für Kommentatoren.

 

Die Ufo-Schlacht von Nürnberg und das halb menschliche Schwein: Wie Esoteriker die “Urban Legends“ der frühen Neuzeit deuten (2016)

Der große Schreckenskönig, der vom Himmel herabsteigt: eine Atomrakete?
Das Wesen, halb Schwein, halb Menschenkind: ein Soldat mit Gasmaske?
“Ein sehr erschröckliches gesicht, vom Hymel herab auff die erden, gleich alls ob es alles Brennet, gefallen”: Ufo-Absturz bei Nürnberg?

In den Schriften des Renaissance-Propheten Nostradamus finden sich zahlreiche geheimnisvolle Bilder und Metaphoriken, ebenso wie in der Ufo-Literatur. Fans des Paranormalen sehen darin die genaue Beschreibung konkreter Ereignisse.

* So wird zum Beispiel die Flugschrift „Nürnberger Himmelsspektakel“ von 1561 als Schilderung einer „Schlacht zwischen unbekannten Flugobjekten“ betrachtet.
* Im Vers 64 der I. Centurie („Nachts glaubt man die Sonne zu sehen – wenn man erblickt halb Schwein, halb Menschenkind – Lärm, Schreie, Schlacht in Himmelshöhen – wilde Tiere zu vernehmen sind“) soll Nostradamus den Ersten Weltkrieg vorausgesagt haben.

Aber sind diese aktuellen Deutungen geschäftstüchtiger Interpreten haltbar? Oder haben wir es stattdessen mit den „Urban Legends“ der frühen Neuzeit zu tun? Eine Betrachtung der kulturhistorischen und mentalitätsgeschichtlichen Hintergründe scheinbarer Vorhersagen und Wunderberichte zeigt, was sich tatsächlich hinter solchen Erzählmotiven verbirgt. In den Monstern, Himmelsschlachten und Finsternissen der antiken und mittelalterlichen Prodigien-Literatur bündelten sich Sensationsgier, Zukunftsängste und gelehrte Kompilationsmanier zu einer orakulären Poesie.
Vermeintlich Unerklärliches in jahrhundertealten Darstellungen lässt sich somit unschwer auf die intensive Auseinandersetzung einer verunsicherten Leserschaft mit den sogenannten Vorzeichen zurückführen. Düstere Omen, die nicht zuletzt auch Nostradamus weidlich ausschlachtete.

florian aigner 400

Florian Aigner ist promovierter Quantenphysiker und Wissenschaftspublizist. Er ist Mitglied der Gesellschaft für Kritisches Denken – der Wiener Regionalgruppe der GWUP – und ehemaliges GWUP-Vorstandsmitglied.

Energie aus dem Nichts – der Traum vom Perpetuum Mobile (2019)

Es ist der Traum vieler Hobbybastler – das Perpetuum Mobile, die Maschine, die sich ohne Energiezufuhr von außen für immer bewegt, und die sich vielleicht sogar nutzen lässt, um elektrische Energie aus dem Nichts zu gewinnen. Obwohl man längst physikalisch erklären kann, warum so etwas nicht möglich ist, gibt es immer noch zahlreiche selbsternannte Privatgelehrte, die fest davon überzeugt sind, das alte Rätsel um die immerwährende Bewegung gelöst zu haben. Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt, dass manche Irrtümer rund ums Perpetuum Mobile mit erstaunlicher Beharrlichkeit immer wieder aufgegriffen werden. Andere Ideen kommen neu hinzu, etwa die aus der Quantenphysik entlehnte Theorie von der „Vakuumenergie“ im Universum, die man gratis anzapfen könne.

Atomgefahr – zwischen Panikmache und Verharmlosung (2017)

Bringen uns Kernkraftwerke um? Leidet die Welt noch immer unter den Folgewirkungen von Chernobyl und Fukushima? Wie gefährlich ist Radioaktivität wirklich?
Kaum ein Thema wird im deutschsprachigen Raum heute so ideologisch, verbissen und dogmatisch diskutiert wie die Kernenergie. Die Fakten bleiben dabei leider oft auf der Strecke. Deshalb ist Kernenergie ein Thema, in dem sich Skeptiker aktiv einbringen sollen: Von beiden Seiten muss man verlangen, dass mit sauberen, wissenschaftlich haltbaren Fakten argumentiert wird, nicht mit Bauchgefühlen.
Besonders bemerkenswert ist, wie dramatisch die Angaben über Opferzahlen von Reaktorkatastrophen wie Chernobyl oder Fukushima auseinanderklaffen: Von einigen wenigen Toten reden die einen – über hunderttausende oder gar Millionen Todesopfer klagen die anderen. Der Grund dafür ist, dass ganz unterschiedliche Rechenmethoden zur Anwendung kommen, deren Aussagekraft man nicht einschätzen kann, ohne sie näher zu kennen.
Der Vortrag soll einige grundsätzliche Fakten über Kernenergie und Strahlungsgefahr erläutern, die es einfacher machen, die Gefahren richtig einzuschätzen. Es wird erklärt, wie es zu den so massiv unterschiedlichen Abschätzungen für die Opferzahlen kommt.
Aus skeptischer Sicht lässt sich sagen: Kernenergie ist keineswegs ungefährlich, Strahlung kann tatsächlich tödlich sein. Das Ausmaß der Angst davor, das derzeit herrscht, ist rational aber nicht zu rechtfertigen – insbesondere wenn man die Strahlungsgefahr in Relation zu anderen Gefahren setzt, die gesellschaftlich kaum diskutiert werden.