Prof. Dr. Cornelius Courts

Prof. Dr. Cornelius Courts studierte Biologie und promovierte in Genetik (molekulare Onkologie) an der Uni Köln. 2008 wechselte er in die forensischen Wissenschaften – er begann eine Tätigkeit als Leiter der Abteilung für Forensische Genetik am Institut für Rechtsmedizin in Bonn. 2011 startete er das Wissenschaftsblog »blooD’N’Acid«, das er bis heute betreibt. 2015 habilitierte er sich an der Uni Bonn im Fach Forensische Molekularbiologie und wechselte dann den Ort, nicht aber das Fach: 6 Jahre leitete er die Abteilung für Forensische Genetik am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel. 2021 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Forensische Molekulargenetik an der Uni Köln, dem er folgte und wo er seit September 2021 außerdem die Abteilung für Forensische Molekulargenetik am Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Köln leitet. Im Januar 2023 wurde er gewähltes Mitglied der gemeinsamen Spurenkommission der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin und kriminaltechnischen Institute der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes.

Dogs will not replace us – Ein Forensischer Molekularbiologe erklärt, warum Hunde keine DNA riechen können

2018 veröffentlichten die Rechtsmedizin Leipzig und die Polizei Sachsen eine Sensationsentdeckung in einem forensisch-wissenschaftlichen Fachjournal: Mantrailer-Hunde können DNA riechen und anhand des Geruchs Menschen erkennen! Diese Entdeckung hätte Forensische Molekularbiologen, ihre aufwendigen Labore und teuren Maschinen eigentlich überflüssig gemacht. Der begeisterten Pressemeldung folgten zahlreiche Zeitungsschlagzeilen und Medienberichte, das ZDF widmete der Entdeckung sogar einen Platz in seiner Sendung „Terra X – Verräterische Spuren – Die Geschichte der Forensik“.

Einer kritischen Untersuchung hielt der Befund jedoch nicht stand, kritische Kommentare wurden veröffentlicht, das Fachjournal und auch die Pressestelle des Uniklinikums Leipzig ruderten zurück. Inzwischen ist klar, dass Hunde keine DNA riechen können und derlei Befunde bei Gericht keinerlei Beweiswert haben. Die Doktorarbeit, die aus dem Fachartikel entstand, gilt als umstritten, der Verdacht der Manipulation steht im Raum, eine Anzeige wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens wurde erstattet.

Warum Hunde keine DNA riechen können (können), wie der Fachartikel das peer-review überstehen konnte und warum Mantrailer-Hunde als Beweismittel bei Gericht abzulehnen sind, erklärt ein Forensischer Molekularbiologe.

Carl Espeter

Der Sokratische Weg e. V.
Carl David Espeter hat einen Bachelorabschluss in Wirtschaftsinformatik und arbeitet als Projektmanager im Consulting-Bereich in Hannover. Seit 2020 beschäftigt er sich intensiv mit der Gesprächsmethode Street Epistemology. Er ist Gründungsmitglied und Kassenwart des gemeinnützigen Vereins Sokratischer Weg e.V.
Durch sein langjähriges Engagement in politischen und gemeinnützigen Organisationen hat er erkannt, wie wertvoll der Sokratischer Weg als Werkzeug für produktive Gespräche über schwierige Themen sein kann. Für ihn bietet die Methode eine Möglichkeit, gesellschaftlicher Entfremdung entgegenzuwirken und den Dialog zwischen Menschen zu fördern.

Florian Duda

Florian Duda studierte von 2011 bis 2017 Germanistik und Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und schloss das Studium mit dem 1. Staatsexamen für Lehrämter an Gymnasien ab. Sein Schwerpunkt lag auf der germanistischen Sprachwissenschaft, seine Abschlussarbeit beschäftigte sich textlinguistisch und diachron mit Männerbildern in der Anzeigenwerbung. Seit 2018 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur (Prof. Dr. Anja Ballis) sowie Projektmitarbeiter im Projekt LediZ (Lernen mit digitalen Zeugnissen). Seine Forschungsschwerpunkte umfassen kognitive Linguistik, Emotionsforschung – insbesondere die Verbindung von Sprache und Emotion –, Textlinguistik, Holocaust-Education, Holocaust-Studies, Multimodalitätsforschung sowie Gedenkarbeit im digitalen Zeitalter.

Emotional motivierte linguistische Laiendiskurse der Nationalsozialisten und neue(re)n Rechten

Am 3. März 1942 erfuhr Adolf Hitler beim Durchblättern der „Berliner Morgenpost“ – so Reichskanzleichef Martin Bormann – von der Entscheidung der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde (DGS), Fledermaus und Spitzmaus umzubenennen. Begründet wurde diese Entscheidung aus zoologischer Sicht damit, dass die ursprünglichen Bezeichnungen irreführend seien. Zusätzlich gingen mit dem Grundwort „Maus“ in beiden Komposita negative Konnotationen einher. Stattdessen schlugen die Forscher die BegriƯsalternativen „Fleder“ und „Spitz“ zur Bezeichnung der beiden Tiere vor. Der Diktator soll über diese Neubezeichnungen dermaßen erbost gewesen sein, dass er Bormann damit beauftragte, sowohl gegen die Umbenennungen als auch gegen die verantwortlichen Forscher umgehend vorzugehen.

Dass auch die Alte und Neue(ere) Rechte durch Sprachwandelprozesse hervorgebrachten Lehnwörtern, Neologismen und Variationen weiterhin mit großer Zurückhaltung gegenübersteht und diese gar meint bekämpfen zu müssen, wird u.a. an weiterhin sichtbaren Einstellungen gegenüber der Verwendung von Anglizismen (bspw. Livestream vs. Echtzeitübertragung) und sogenannter gendersensibler Sprache deutlich. Dabei spiegeln sich in diesen innersprachlichen Kämpfen Emotionen und Perspektiven auf „die“ deutsche Sprache wider, die sich in sehr ähnlicher Weise auch in Bezug auf außersprachliche Entitäten feststellen lassen. Diese laienhafte Sprachkritik dient dabei weniger einem tatsächlichen Erkenntnisgewinn als dem Ausloten und Verschieben von Grenzen sowie dem fortlaufenden Erzeugen und Verbreiten bestimmter mentaler Konzepte. Andererseits deuten die in rechten Kreisen geführten Laiendiskurse auf ein lediglich rudimentäres Sprachwissen der jeweiligen Protagonist*innen hin.

In meinem Vortrag möchte ich den emotionsgeladenen Umgang mit Sprache in linguistischen Laiendiskursen rechter Akteur*innen aus Sicht der kognitiven Linguistik beispielhaft anhand analoger und digitaler Korpusdaten darstellen und die Parallelen zwischen innersprachlichen und außersprachlichen Kämpfen verdeutlichen.

Holger Kreymeier

Holger Kreymeier ist Medienjournalist und veröffentlicht seit 2007 Videobeiträge zu Fake News, Betrügereien und Trash. Zudem ist er bekennender Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Für Fernsehkritik-TV erhielt er 2010 einen Grimme-Preis, seit 2018 moderiert er den Nachfolger Die Mediatheke. Zugleich ist er Geschäftsführer des Online-Senders Massengeschmack-TV. Dort moderiert er weitere Formate, etwa den Politik- und Gesellschaftstalk Veto.

Axel Ebert
[Foto: Thomas Wozak]

Axel Ebert ist Psychologe, seit über 25 Jahren Trainer, Vortragender, Kommunikations-Berater und Co-Autor von „Bullshit Busters“ über 21 aktuelle Irrtümer und Mythen.

KI im Diskurs: Fakten, Emotionen und Werte mit künstlicher Intelligenz abbilden und entwirren

Was können Werkzeuge wie die Multi-Criteria Decision Analysis (MCDA) und das Wertequadrat in heiklen Diskussionen leisten? Und wie kann die KI dabei helfen?

Auch reflektierte Menschen neigen dazu, in ihren Urteilen Fakten, Werte, unbewusste Vorannahmen und Emotionen zu vermischen. Die Multi-Criteria Decision Analysis (MCDA) bietet einen strukturierten Ansatz, um Entscheidungskriterien transparent zu modellieren. Ergänzend hilft das Wertequadrat nach Schulz von Thun dabei, die Perspektiven verschiedener Standpunkte ausgewogen zu erfassen und darzustellen.

Künstliche Intelligenz kann bei diesem Prozess bemerkenswerte Unterstützung leisten – etwa durch frei zugängliche Online-Werkzeuge wie ChatGPT, Claude oder perplexity.ai. Am Beispiel aktueller Debatten, wie der Gender-Thematik, beleuchtet der Vortrag die Möglichkeiten und Grenzen KI-gestützter Modellierung für einen rationalen Diskurs.

Zwar behält das Sprichwort “A fool with a tool is still a fool” seine Gültigkeit, da man sich auf KI-generierte Schlussfolgerungen (noch) nicht blind verlassen kann. Dennoch: Gezielt eingesetzt kann Künstliche Intelligenz die Problemmodellierung wertvoll unterstützen. In diesem Sinne freue ich mich, wenn nach dem Vortrag jemand feststellt: “A fool with a tool who’s willing to learn, can make a better turn”.

 

Gendersprache – eine nüchterne Einordnung (2023)

Die Polarisierung rund ums Gendern ist prototypisch für aktuelle Gesellschaftsdiskussionen im Spannungsfeld von gewünschter Inklusion und medialer “Erregungsbewirtschaftung”. Für einen klaren Blick auf das Thema hilft es zwei Sachverhalte zu trennen: Welche Effekte kann gendern haben? Wie wollen wir als Gesellschaft mit solchen Entwicklungen umgehen?

Antworten auf die Frage, was Gendern bringt, werden oft mit Pro- und Kontra-Studien über die aktuelle Wirkung des Genderns versehen – so, als gelte es über die Wirkungsweise eines Medikamentes zu entscheiden. Die Sozialontologie und John Searles Sprechakttheorie ermöglichen einen erhellenden Blick auf solche beobachterrelativen Sprach-Phänomene. Mit konkreten Textbeispielen wird dabei das Potenzial unterschiedlicher Gendermöglichkeiten gezeigt.

Doch die Frage nach einem sinnvollen Gesellschaftsdiskurs zeigt, wie schwierig dies im meinungsverminten Umfeld ist. Schnelle Lagerbildung, stereotype Feindbilder und die mediale Eskalationsdynamik geben wenig Spielraum für differenzierte Entwicklung. Der Vortrag ist ein Plädoyer für eine gesellschaftliche Entwicklungslust mit wohlwollenden Interpretationsspielräumen – auf allen Seiten.

Wissen Sie dann nach dem Vortrag, ob Gendern cool oder blöd ist? Vielleicht nicht. Aber am Beispiel des Genderns wird gezeigt, welches konfliktlösende Potenzial der pragmatisch-analytische Blick auf ein Phänomen haben kann, welche Rolle empirische Forschung in der politischen Willensbildung spielen sollte und mit welchem Mindset konstruktive Entwicklungen möglich sind.

 

Warum halten sich Pseudo-Erklärungen so hartnäckig? Von Cargo-Kulten, verallgemeinerten Placebos und dem Rationalitäts-Quotienten (2019)

Unrealistische Wissenschafts-Analogien, wie z.B. das postulierte Quantenfeld in der systemischen Aufstellung, lassen sich als Cargo-Kult darstellen, als naive Simulation. Doch so bildstark die Cargo-Kult-Analogie auch ist, sie erklärt nicht, warum sich viele Pseudotheorien so lange halten. Müssten wirkungslose Theorien nicht rasch verschwinden?

Ein Blick in die Geschichte verdeutlicht, dass die emotionale Nützlichkeitswahrnehmung zentral für den Erfolg von Pseudo-Erklärungen ist. Der angstlindernde Regentanz des frühzeitlichen Schamanen bot die hoffnungsstiftende Kontrollillusion (Consulting 1.0), die die Gläubigen ausharren ließ, bis es endlich regnete. Zwar lösten vor ca. 5.000 Jahren Bewässerungssysteme das Dürreproblem besser (Consulting 2.0). Doch gegenüber dem Wasserbau-Ingenieur, der „nur“ das nüchterne Problem löste, beeindruckte der Schamane mit der weiter reichenden, emotionalen Erklärung über die Verärgerung der Götter.

Solche Effekte glaubensbasierter Handlungen wurden bereits 1979 vom Anthropologen L. Tiger als „verallgemeinertes Placebo“ beschrieben. Die psychologische Forschung der letzten Jahrzehnte hat eindrucksvoll gezeigt, wie unser Gehirn dieses Placebo-Denken begünstigt – mit serienmäßig eingebauten Verzerrungen wie overconfidence-, hindsight-, belief- und self-righteous-bias. Dieser Hang zu gefühlten Wahrheiten (Truthiness) ist Teil unseres Menschheitserfolgs – aber auch unserer Tragik: verallgemeinerte Nocebos wie aggressive Nationalismen, angsterhaltende Glaubenssysteme, Wissenschaftsignoranz und andere Realitätsverzerrungen.

Sind wir Menschen nicht intelligent genug, um Truthiness zu enttarnen? Keith E. Stanovich sieht das anders. Er entwickelte mit dem RQ (Rationalitäts-Quotienten) ein vielversprechendes Konzept: Kritisches Denken ist nicht direkt an Intelligenz gebunden und kann erlernt werden. Schnelle Intention und langsames analytisches Denken – beides hat Schwächen, denen wir gezielt aus dem Weg gehen können, und Stärken, die wir gezielt einsetzen können. Beispiele dazu im Vortrag.

Adriano Mannino

Dr. Adriano Mannino ist Philosoph, Sozialunternehmer und Autor. Er promovierte an der LMU München und forscht derzeit an der UC Berkeley im Schnittbereich von Entscheidungstheorie, Ethik und politischer Theorie. Er ist Mitgründer mehrerer Nonprofit-Organisationen in den Bereichen Public Health, Demokratieförderung, KI-Sicherheit und Tierschutz.

 

Prof. Dr. Ilse Jacobsen

  • Studium der Tiermedizin in Hannover und Pretoria (Südafrika)
  • PhD in Mikrobiologie, Fachtierärztin für Mikrobiologie, Habilitation in Mikrobiologie
  • Seit 2014 W3 Professorin für Mikrobielle Immunologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ich bin 2020 erstmals auf YouTube und in den sozialen Medien auf Debatten rund um den Geschlechtsbegriff gestoßen. Seit einem Lancet-Cover 2021, auf dem der Begriff „bodies with vaginas“ synonym für Mädchen und Frauen verwendet wurde, befasse ich mich intensiver mit der Thematik, den verwendeten Begriffen und Argumenten, aber auch den gesellschaftlichen Auswirkungen der Begriffsverschiebungen

Ist das biologische Geschlecht ein Spektrum?

In der aktuellen Diskussion rund um den Geschlechtsbegriff taucht wiederholt die Annahme auf, dass das biologische Geschlecht ein Spektrum sei. Als Belege dafür werden einerseits Personen mit Abweichungen der Geschlechtsentwicklung angeführt; andererseits wird darauf hingewiesen, dass es „das“ biologische Geschlecht gar nicht gäbe, sondern ein chromosomales, hormonelles und genitales/anatomisches Geschlecht unterschieden werden müsse.

Tatsächlich finden sich in einigen Lehrbüchern zur Physiologie für Humanmediziner die Begriffe chromosomales, hormonelles und genitales/anatomisches Geschlecht, in der Regel ohne weitere Erläuterungen dazu, ob und inwiefern es sich dabei um voneinander unabhängige Merkmalsausprägungen handelt und wie diese mit dem biologischen Geschlechtsbegriff in Verbindung stehen.

Durch diese Auslassungen entsteht der Eindruck, dass das biologische Geschlecht tatsächlich als Summer von voneinander unabhängigen Einzelmerkmalen verstanden werden kann, aus dem sich dann auch logisch die Ableitung ergibt, dass das Geschlecht ein Spektrum mit den Polen männlich und weiblich sei.

Dies entspricht jedoch nicht dem Stand der Wissenschaft. Tatsächlich determiniert die genetische Ausstattung die Geschlechtsentwicklung, die über die Differenzierung der embryonalen Keimdrüsen zu geschlechtsspezifischer Differenzierung und Hormonproduktion führt, die wiederum die Entwicklung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane vor und nach der Geburt steuert. Für die diagnostische Abklärung von Abweichungen der Geschlechtsentwicklung, aber auch Unfruchtbarkeit, ist es hilfreich, Chromosomen, Hormone und Organentwicklung zu untersuchen und auf diesen Ebenen Störungen zu klassifizieren. Für das Verständnis, was das biologische Geschlecht ist und welche Bedeutung es hat, ist eine getrennte Betrachtung der Ebenen Chromosomen/Hormone/Anatomie jedoch nicht zweckdienlich.

Neben einer Begriffsklärung und Erläuterungen zum Ablauf der Geschlechtsdifferenzierung und den kausalen und funktionalen Verbindungen von Chromosomen/Hormone/Anatomie werde ich in meinem Beitrag darauf eingehen, warum es insbesondere im medizinischen Kontext problematisch oder sogar gefährlich sein kann, Chromosomen/Hormone/Anatomie als voneinander getrennte Ebenen zu betrachten. Zudem möchte ich aufzeigen, wie das Konzept von biologischem Geschlecht als Spektrum zur Abwertung von Personengruppen benutzt wird.

Dr. Michael Shermer

Dr. Michael Shermer is the Founding Publisher of Skeptic magazine, the host of the podcast The Michael Shermer Show, and a Presidential Fellow at Chapman University where he teaches Skepticism 101. For 18 years he was a monthly columnist for Scientific American. He writes a weekly Substack column. He is the author of New York Times bestsellers Why People Believe Weird Things and The Believing Brain, Why Darwin Matters, The Science of Good and Evil, The Moral Arc, Heavens on Earth, Giving the Devil His Due: Reflections of a Scientific Humanist, and Conspiracy: Why the Rational Believe the Irrational. Follow him on Twitter @michaelshermer.

In this talk based on his forthcoming book, Truth, Dr. Shermer will discuss the search for objectivity and what we should believe, and as such there are many different kinds of truths: post-truth truths, how we know what is true, the truths of science and rationality, the truths of religion and spirituality, the truths of mythology and history, the truths of UFOs and ETIs, the truths of morals and values, and the truths about consciousness, free will, God, and existence.

Dr. Gerd Kommer ist Vermögensberater, Sachbuchautor und Ökonom. Nach Stationen bei der Bayerischen Vereinsbank in München und Johannesburg sowie bei der Deutschen Pfandbriefbank in London gründete er 2017 die Gerd Kommer Invest GmbH, die er seither leitet. Als Autor zahlreicher Bestseller – darunter das mit dem Deutschen Finanzbuchpreis ausgezeichnete Werk „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ – hat Kommer maßgeblich dazu beigetragen, das Konzept des passiven Investierens einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Finanzpornographie in traditionellen und sozialen Medien: Systematische Antiwissenschaftlichkeit von Finanzjournalisten und Finfluencern

Seit Jahrzehnten versagen die Medien in Deutschland – öffentlich-rechtliche ebenso wie private, traditionelle ebenso wie neue – darin, die Erkenntnisse der Wissenschaft des Investierens in ihrer Berichterstattung über Vermögensanlagen zu berücksichtigen. Das Ergebnis ist sehr häufig Finanz- oder Investmentpornographie, ein Terminus der vor über 20 Jahren von der US-Finanzjournalisten Jane Bryant Quinn geprägt wurde. Investmentpornographie sind Aussagen in den Medien, im Internet (und im Marketing von Finanzdienstleistern), die suggerieren, es sei für mehr oder weniger jeden möglich, mit geringem Risiko und/oder geringem Arbeitsaufwand systematisch hohe Renditen zu erzielen. Finanzpornographie appelliert gezielt an einige unschöne Eigenschaften bei ihren Adressaten, also uns allen: Gier, FOMO, Neid, Ungeduld, Naivität, Unwissenheit, Selbstüberschätzung und Faulheit. Die Hauptursache von Finanzpornographie auf der Angebotsseite ist banal: Das Ziel “Auflagen und Views zu maximieren”. Diesem Ziel wird Rationalität und “Anständigkeit” bereitwillig geopfert. Das ist insofern bemerkenswert als es dem selbstgerechten Anspruch der Medien und berufsmäßiger Journalisten als “vierte Gewalt” widerspricht. Darüberhinaus ist es ein bedauerlicher Bremsfaktor bei der Bekämpfung des Problems der Altersarmut.

Susan Gerbic

Affectionately called the Wikipediatrician, Susan Gerbic is a self-proclaimed skeptical junkie. Susan is also founder of the Guerrilla Skepticism on Wikipedia (GSoW) project. She is a Fellow of the Committee for Skeptical Inquiry, and GWUP, and writes for Skeptical Inquirer Magazine often. She also operates the YouTube channel, PsychicsExplained. You can contact her through her website AboutTimeProject.org. She lives in California, USA and is attending SkepKon solely for this conference.