
Prof. Dr. Tilmann Betsch lehrt und forscht an der Universität Erfurt. Er bekleidet den Lehrstuhl für Sozial-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie. Er ist Direktor des interdisziplinären Erfurt Laboratory for Empirical Research und Gründungsmitglied des Institute for Planetary Health Behaviour (IPB). Neben vielen einschlägigen internationalen Publikationen im Feld der Kognition (Urteilen, Entscheiden, Architektur des Denkens, Gedächtnis etc.) publizierte er 2022 auch ein Sachbuch mit dem Titel „Science Matters – wissenschaftlich statt querdenken“.
Panel: Zwischen Labor und Parlament – Wenn Wissenschaft politisch wird und Politik in die Wissenschaft hineinregiert (Prof. Dr. Tilmann Betsch, Prof. PD Dr. Nikil Mukerji)
Corona hat gezeigt: In Krisen kann Wissenschaft politisch werden. Ihre Daten, Modelle und Einschätzungen beeinflussen Entscheidungen, die tief in das Leben vieler Menschen eingreifen. Zugleich wächst der Druck auf die Wissenschaft: von Regierungen, Parteien, Medien und einer Öffentlichkeit, die schnelle Antworten erwartet.
Was folgt daraus? Soll Politik einfach „der Wissenschaft folgen“? Wo endet legitime wissenschaftliche Beratung, wo beginnt Instrumentalisierung der Wissenschaft für politische Zwecke? Und was passiert, wenn Parlamente Wissenschaft nutzen wollen, um bereits feststehende Deutungen nachträglich zu bestätigen?
In diesem Panel diskutieren Tilmann Betsch und Nikil Mukerji über das spannungsreiche Verhältnis von Wissenschaft und Politik: über Fakten und Werte, Vertrauen und Skepsis, Expertenwissen und demokratische Entscheidung – und über die Frage, wie kritisches Denken helfen kann, wenn aus wissenschaftlichen Kontroversen politische Kämpfe werden.


