norbert aust

Dr.-Ing. Norbert Aust studierte Allgemeinen Maschinenbau an der TU Darmstadt und promovierte ĂŒber ein Thema aus dem Bereich Thermischer Turbomaschinen. Beruflich tĂ€tig war er in den Bereichen Forschung, Entwicklung und QualitĂ€tsmanagement bei fĂŒhrenden Herstellern von Vakuumpumpen und Kompressoren. Seit Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben beschĂ€ftigt er sich intensiv mit den Grundlagen der Homöopathie und den Nachweisen zur Wirksamkeit.

Homöopathie – Manipulation als Forschungsmethode? (2026)

Bereits auf der virtuellen Skepkon 2021 hatte ich unter dem Thema “Weil’s nicht so ist, wie’s nicht sein kann – Manipulation in der Homöopathieforschung” ĂŒber die Ergebnisse unserer Untersuchung an einer Studie zur Wirksamkeit der Homöopathie bei Lungenkrebspatienten berichtet. Wir kamen zu der Schlussfolgerung, dass die Ergebnisse allem Anschein nach durch Datenmanipulation erzeugt wurden.

Hier möchte ich ĂŒber den weiteren Fortgang berichten, der schließlich durch die im November 2025 erfolgte Retraktion der Studie zum Abschluss kam.

Hier ein paar Eckpunkte:

  • Die Forschungsrektorin der MedUni Wien schaltete die Österreichische Agentur fĂŒr wissenschaftliche IntegritĂ€t ein, die Studie zu beurteilen.
  • Die ÖAWI hat im Oktober 2022 unsere Ergebnisse bestĂ€tigt und erweitert.
  • Die MedUni Wien sowie die ÖAWI verlangten vom Journal eine umgehende Retraktion.
  • Erstaunlicherweise bedurfte es aber noch erheblicher Anstrengungen verschiedenster wissenschaftlicher Institutionen, bis das Journal erst volle drei Jahre spĂ€ter die Konsequenzen zog.

Der ganze Vorgang wirft ein sehr ungĂŒnstiges Licht auf die medizinische Wissenschaft. HĂ€tten nicht vier Skeptiker aus Österreich und Deutschland die Initiative ergriffen, obwohl sie eigentlich nicht in den Wissenschaftsbetrieb integriert waren, hĂ€tte die Homöopathie jetzt einen erstklassigen Beleg fĂŒr die Wirksamkeit ĂŒber Placebo hinaus.

Mögliche Rolle der Kernenergie in der deutschen Energiewende (2025)

Die Kernenergie sei viel zu teuer und kĂ€me ohnehin zu spĂ€t, um fĂŒr die deutsche Energiewende einen wirksamen Beitrag zu leisten, wonach bis 2045 in Deutschland eine klimaneutrale Energieversorgung aufgebaut werden soll. Unter dieser Voraussetzung ist es natĂŒrlich wenig sinnvoll, sich mit den ohne Zweifel bestehenden Problemen bei der Endlagerung radioaktiver AbfĂ€lle oder auch mit einem wahrgenommenen erhöhten Risiko eines katastrophalen Störfalles auseinanderzusetzen: Wenn kein Nutzen erkennbar ist, dann wĂ€re es natĂŒrlich unverantwortlich, selbst das kleinste Risiko einzugehen oder auch ein Entsorgungsproblem zu generieren.

Aber stimmt die Voraussetzung? Ist die Kernkraft wirklich zu teuer und kann sie wirklich aus ZeitgrĂŒnden keinen Beitrag liefern?

Es gibt eine ganze Reihe von Studien, in denen Szenarien fĂŒr eine klimaneutrale Energieversorgung entwickelt und optimiert werden, um die Möglichkeiten einer rein auf erneuerbaren Energiequellen aufgebauten Energieversorgung zu untersuchen. Sie alle kommen zu dem Schluss, dass dies möglich sei. Allerdings gelingt dies nur, indem wesentliche Probleme ausgeklammert werden, etwa die Finanzierung des gigantischen Aufwandes fĂŒr die Infrastruktur oder der Zeitbedarf, diese Anlagen zu errichten. Es muss daher bezweifelt werden, dass die Energiewende in der bisher vorgesehenen Konzeption bis 2045 – oder innerhalb nur weniger Jahren danach – erreicht werden kann. Da in keiner dieser Studien die Kernenergie in die Betrachtungen einbezogen wird – der Atomausstieg ist schließlich eine gesetzliche Vorgabe – ist weder deren Kostennachteil belegt noch der zu große Umsetzungszeitraum.

Dies war Anlass, eine wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben, in der erstmals das Szenario einer allein auf regenerativen Energiequellen beruhenden Energieversorgung einem Vergleich zu einem unter Anwendung der Kernenergie optimierten System unterzogen wird. Die Ergebnisse werden spÀtestens im Januar 2025 veröffentlicht werden. In diesem Vortrag sollen die AnsÀtze, die Methodik und die Ergebnisse dieser Studie vorgestellt werden.

Soweit erste Ergebnisse bereits vorliegen, ist erkennbar, dass mit dem Einsatz der Kernenergie ganz erhebliche Kostenvorteile verbunden wĂ€ren. Terminlich zeichnet sich ab, dass zwar das Zeil der TreibhausgasneutralitĂ€t auch mit der Kernenergie nicht erreichbar sein dĂŒrfte, sie aber eine erhebliche AbkĂŒrzung auf dem Weg dahin ermöglichen könnte.

Betrachtungen zu einem systematischen Review aus dem Bereich „Fat Studies“ (2024)

In unserer Gesellschaft haben ĂŒbergewichtige Menschen ein Problem: „Sie werden diffamiert und erhalten eine schlechtere medizinische Versorgung.“ Diese Aussage eines Skeptikerkollegen fand ich erstaunlich: Ich zĂ€hle mich durchaus zu den Betroffenen, habe aber in dieser Richtung keine nennenswerten Erfahrungen gemacht.

Als Beleg fĂŒr die Aussage wurde ein systematisches Review genannt, in dem 21 Einzelstudien aus dem Bereich der „Fat Studies“ zusammenfassend ausgewertet wurden. Anhand dieses Reviews und der eingeflossenen Einzelstudien soll exemplarisch der Unterschied zu Arbeiten aus der Versorgungsforschung aufgezeigt werden, die den gleichen Problemkreis untersuchen. Aus den unterschiedlichen methodischen AnsĂ€tzen ergeben sich wesentliche Unterschiede in der Aussagekraft, wenn anhand der Ergebnisse ĂŒber gesellschaftlich relevante Probleme diskutiert wird und ĂŒber eventuell notwendig erscheinende Verbesserungsmaßnahmen entschieden werden soll.

FĂŒr Skeptiker ist es selbstverstĂ€ndlich, Aussagen auch belegen zu können, am besten natĂŒrlich mit Ergebnissen wissenschaftlicher Studien. Dabei ist es wichtig, zu bewerten, wie die Studienergebnisse zustande gekommen sind, um die Aussagekraft der Ergebnisse abzuschĂ€tzen. Die Auswahl der Probanden, die Kontrolle von StörgrĂ¶ĂŸen oder auch die Auswertung der erhobenen Daten haben einen sehr großen Einfluss darauf, welche Aussage die Studie belegen kann. Dabei soll nichts dazu ausgesagt werden, ob der Befund fĂŒr die untersuchte Arbeit auf andere Studien aus dem Bereich Critical Studies ĂŒbertragbar ist. Vielmehr soll die Vorgehensweise beispielhaft aufgezeigt und darauf hingewiesen werden, dass das kritische Denken auch dann sinnvoll ist, wenn Studienergebnisse die eigene Sichtweise stĂŒtzen.

Weil es nicht so ist, wie es nicht sein kann: Manipulation in der Homöopathieforschung? (2020)

Im Oktober 2020 wurde in einem angesehenen Journal eine Studie zur Homöopathie veröffentlicht, die den Standpunkt der Skeptiker zu widerlegen scheint: Bei qualitativ hochwertiger Methodik wurden hervorragende Ergebnisse erzielt, die auf eine weit ĂŒber Placebo hinausgehende Wirksamkeit der verabreichten Mittel hindeuten. In einer vierköpfigen Arbeitsgruppe haben wir diese Arbeit grĂŒndlich unter die Lupe genommen. Dabei fanden wir starke Indizien dafĂŒr, dass diese Ergebnisse nicht das Resultat einer wissenschaftlich soliden Forschungsarbeit sind.

Die Energiewende – ein Thema auch fĂŒr Skeptiker (2019)

Der Schutz unseres Klimas durch Reduzierung oder gar Vermeidung von CO2-Emissionen ist ein Thema, bei dem auch die Skeptiker aktiv werden können. Die Weichenstellungen werden auf jeden Fall in der nĂ€heren und weiteren Zukunft auf ökologischem wie ökonomischem Gebiet weitreichende Folgen haben. Die Diskussion darĂŒber ist aber von hoher IrrationalitĂ€t und mangelndem Faktenwissen geprĂ€gt. Auf jeden Fall werden sich unsere Einstellungen, vielleicht auch unsere Lebensgewohnheiten, entschieden Ă€ndern mĂŒssen – wir haben lediglich die Wahl, uns fĂŒr die am wenigsten unangenehme Option zu entscheiden. Umso wichtiger ist es, die Handlungsalternativen unvoreingenommen und rational zu betrachten und zu bewerten. Dies ist in der gegenwĂ€rtigen Diskussion allerdings nicht erkennbar.

In diesem Vortrag soll aufgezeigt werden, warum wir alleine mit erneuerbaren Energien keine sichere Stromversorgung erreichen können (Beispiel: mangelnde Produktion aus Windanlagen und Photovoltaik in einem Zeitraum von vier aufeinander folgenden Tagen im November und Dezember 2017), und dass dieses Wissen in der Bevölkerung und anscheinend auch bei dem einen oder anderen EntscheidungstrĂ€ger nicht vorhanden zu sein scheint. Die zur VerfĂŒgung stehenden Handlungsmöglichkeiten werden dargestellt und deren Vor- und Nachteile grob skizziert. Der Schwerpunkt liegt auf der großtechnischen Realisierbarkeit, insbesondere den Möglichkeiten der Speicherung und der Beseitigung von CO2. In diesem Kontext erscheint es wenig zweckmĂ€ĂŸig, auf die derzeit einzige großtechnisch verfĂŒgbare CO2-freie Technologie der Stromerzeugung zu verzichten, deren Leistung wir weitgehend unabhĂ€ngig von Ă€ußeren EinflĂŒssen dem Bedarf anpassen können.

An einem konkreten Beispiel (Ausfall des KKW KrĂŒmmel im Jahr 2009, Tschernobyl) soll zum Schluss verdeutlicht werden, welche irrationalen Ängste und auch Fehlinterpretationen des Geschehens die Vorbehalte schĂŒren.

Es geht mir nicht darum, fĂŒr oder gegen eine Technologie Stellung zu nehmen. Dazu sind die ZusammenhĂ€nge viel zu komplex, um als Einzelner oder als kleine Gruppe den bestmöglichen Lösungsansatz zu finden, da hier technologische, ökologische und ökonomische Belange gegeneinander abzuwĂ€gen sind. Die Skeptiker könnten sich allerdings dafĂŒr einsetzen, dass dies aufgrund bekannter Fakten in der Öffentlichkeit rational diskutiert wird.

Begleitinformationen zum Vortrag von Norbert Aust Skepkon 2019

Freie Energie und Nullpunktsenergiemaschinen (2016)

Gibt es Energiequellen, die jedem quasi grenzenlos zur VerfĂŒgung stehen, praktisch nichts kosten und außerdem keinerlei Belastung fĂŒr die Umwelt ergeben? Existieren Lösungen fĂŒr eines der dringendsten Probleme der Welt, die aber von bestimmten Interessengruppen unterdrĂŒckt werden? Im Internet werden zahlreiche Maschinen und Apparate gezeigt, die angeblich mehr Energie abgeben, als sie aufnehmen. Es handelt sich aber dabei keineswegs um Perpetua Mobilia, denn schließlich zapfen sie in irgendeiner Form ein unendliches Energiefeld an – sagen zumindest die Erfinder. In diesem Vortrag werden einige solcher Konzepte nĂ€her beleuchtet.