
Dr.med. Benedikt Matenaer ist AnĂ€sthesist, Palliativmediziner und Schmerztherapeut. Er arbeitet auf der Palliativstation des St. Agnes-Hospitals in Bocholt und in eigener Praxis mit dem Schwerpunkt Tumorschmerztherapie. Matenaer ist Mitglied im PrĂŒfungsausschuss der Ărztekammer Westfalen-Lippe fĂŒr den Bereich Palliativmedizin und leitet die ambulante Palliativversorgung in Bocholt.
Trends in der Palliativmedizin â Ein kritischer Blick auf Angebote fĂŒr Schwerstkranke
Die Palliativmedizin möchte -einfach formuliert- die LebensqualitÀt von Schwerstkranken und Sterbenden verbessern. Die meisten Palliativpatienten leiden an Krebs im fortgeschrittenem, nicht mehr heilbarem Stadium. VerstÀndlich, dass die Menschen in einer solchen Lage nach jedem Strohhalm greifen, der bessere Therapieergebnisse oder gar mehr Lebenszeit verspricht. Solche Angebote sind allerdings nicht immer seriös und es ist schwierig, hier die Spreu vom Weizen zu trennen.
Ob fĂŒr Vitamine, Biologische Therapie, Mistel, Akupunktur, Homöopathie u.v.m.: Palliativpatienten sind eine gut erreichbare âZielgruppeâ. Der Vortrag wirft einen kritischen Blick auf diese Angebote und wird auch den möglichen Schaden solcher Therapien beschreiben.
Zweifel am Hirntod: Wie Esoteriker Organspenden verhindern (2016)
Die Hirntoddiagnostik gehört zu den sichersten Diagnosen und ist international seit Jahren im Kern unumstritten. Weltweit wurde bislang kein Fall von korrekt durchgefĂŒhrter Hirntoddiagnostik und nachfolgender Besserung der Hirnfunktion publiziert. Gleichzeitig gibt es kaum einen breiteren gesellschaftlichen Konsens als die grundsĂ€tzlich positive Bewertung der Bereitschaft zur Organspende. Trotzdem steht Deutschland im internationalen Vergleich bei durchgefĂŒhrten Organspenden eher auf den hinteren PlĂ€tzen. Dies kann nur bedingt durch die jĂŒngsten Skandale um manipulierte Organvergaben erklĂ€rt werden. Auch in den Jahren davor war die Spendenzahl in Deutschland eher unterdurchschnittlich.
Veranstaltungen der Esoterik-Szene streuen hĂ€ufig subtile, pseudowissenschaftlich untermauerte Zweifel am Konzept des Hirntods. Volkshochschulen, FamilienbildungsstĂ€tten, aber auch einige medizinische Institutionen bieten Vertretern dieser Szene eine Plattform. Die Reaktion der Fachwelt bzw. der Ărzteschaft darauf ist, Ă€hnlich wie bei der Impfdiskussion, eher verhalten. Der Vortrag zeigt Beispiele fĂŒr diese Entwicklung auf, schildert die zunehmende Problematik und beschĂ€ftigt sich mit Möglichkeiten, die Spendenbereitschaft zu erhöhen.


