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PD Dr. Nikil Mukerji ist Philosoph und Autor. Er lehrt Philosophie an der LMU MĂŒnchen. Seit 2016 ist er Mitglied der GWUP und seit 2019 Vorsitzender des Wissenschaftsrats und Vorstandsmitglied. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands sowie Covid-19: Was in der Krise zĂ€hlt (mit Adriano Mannino).

Zwischen BauchgefĂŒhl und Zufall: Ergebnisse des GWUP-Prognosenchecks 2025 (PD Dr. Nikil Mukerji, PD Dr. habil. Timur Sevincer) (2026)

[Beschreibung folgt]

Panel: Zwischen Labor und Parlament – Wenn Wissenschaft politisch wird und Politik in die Wissenschaft hineinregiert (Prof. Dr. Tilmann Betsch, Prof. Dr. Herwig Baier, PD Dr. Nikil Mukerji) (2026)

[Beschreibung folgt]

Wissenschaftskommunikation 2.0 – eine neue Vision fĂŒr die GWUP (2023)

Die GWUP hat es in 35 Jahren weit gebracht: Mehr als 2.200 Vereinsmitglieder, eine beachtenswerte Bekanntheit in Medien und Gesellschaft sowie viele erfolgreiche Aktionen gegen esoterischen Humbug und Pseudowissenschaft. Und doch endet der Kampf gegen die IrrationalitĂ€t nicht. Es wird sie vermutlich immer geben, wenn auch in stetig wechselnder Form. Als Skeptiker mĂŒssen wir uns darauf vorbereiten, dass alte, bereits tot geglaubte Glaubenssysteme eine Renaissance erleben und neue Varianten entstehen. Zudem wandeln sich die gesellschaftlichen Bedingungen und die Kommunikation wird immer digitaler und schneller. Wie sollten wir als Skeptiker darauf reagieren? Und wie sollten wir unsere Arbeitsweise anpassen, um unter diesen UmstĂ€nden unsere gesellschaftliche Relevanz auch in Zukunft zu wahren? Ich werde versuchen, diese Fragen mit der Vision einer Wissenschaftskommunikation zu beantworten, die bewĂ€hrte Formen skeptischen Engagements durch neue Formen ergĂ€nzt, um die GWUP auf diese Weise inklusiver, partizipativer und digitaler zu machen.

Die Ethik des Klimawandels – ein skeptischer Blick (2020)

Die Wissenschaft des Klimawandels ist extrem kompliziert. Deswegen wĂŒrde kaum ein Laie ernsthaft behaupten, sie verstehen zu können. Dennoch kann sich jeder sicher sein, dass der menschengemachte Klimawandel real ist. Schließlich gibt es einen ĂŒberwĂ€ltigenden Konsens in der Expertengemeinschaft. Mit den ethischen Fragen, die der Klimawandel aufwirft, verhĂ€lt es sich interessanterweise genau umgekehrt. Hier sind sich die Experten in wesentlichen Teilen uneins. Viele Laien glauben jedoch zu wissen, welche moralischen Schlussfolgerungen man aus den wissenschaftlichen Tatsachen ziehen sollte. Diese Konstellation lĂ€sst vermuten, dass die Ethik des Klimawandels anfĂ€llig fĂŒr Denkfehler und Pseudoargumente ist, fĂŒr die sich Skeptiker interessieren sollten. Im Vortrag sollen einige davon thematisiert und mögliche Schlussfolgerungen fĂŒr die Ethik des Klimawandels skizziert werden.

Gemeinsam mit Martin Moder:
Jordan Peterson – Wichtiger Denker oder gefĂ€hrlicher Pseudointellektueller? (2019)

Durch seine radikalen Thesen wurde der umstrittene Psychologie-Professor Jordan Peterson vor zwei Jahren ĂŒber Nacht zum Internet-PhĂ€nomen. Seine YouTube-Videos generieren Millionen von Klicks, sein Buch „12 Rules for Life“ wurde zum Megabestseller. Der Spectator nennt ihn „einen der wichtigsten Denker auf der WeltbĂŒhne seit Jahren“. Viele sehen in Peterson eine ermĂ€chtigende Vaterfigur, andere einen pseudointellektuellen Vordenker der Alt-Right Bewegung.

In unserem Vortrag werden wir das PhĂ€nomen Jordan Peterson kritisch durchleuchten und seine Denkweise prĂŒfen. Dabei werden wir die fĂŒr Skeptiker interessantesten Themenkomplexe diskutieren, etwa:

1) Pseudowissenschaft Ă  la Peterson – was ist dran an seinen LebensratschlĂ€gen?
2) „12 Rules for Life“ – eine Einstiegsdroge in die Alt-Right-Bewegung?
3) Atheismus – auch nur eine Form der Religion?
4) „Enforced Monogamy“ – Zwangsverheiratung von Frauen zur Vorbeugung mĂ€nnlicher Gewalt?

Unsere EinschĂ€tzung: Der Fall Peterson ist fĂŒr Skeptiker interessant und lehrreich, weil er die KomplexitĂ€t und Vielschichtigkeit unserer Lebenswirklichkeit illustriert. So gibt es einerseits berechtigte Kritikpunkte an bestimmten Sichtweisen Petersons. Andererseits zeigt die Diskussion ĂŒber seine Person, dass ideologisch motivierte Fehlinformationen („Fake News“) die öffentliche Sicht auf einen Menschen und seine Thesen stark verzerren können.

Was tun gegen Fake News? (2018)

Als Skeptiker sind wir an vielen Fronten aktiv. Wir bekĂ€mpfen alle möglichen Arten von Unfug. Darunter fallen vor allem Esoterik und Verschwörungstheorien sowie Pseudo- und Parawissenschaften. Infolge des enormen Bedeutungszuwachses der sozialen Medien ist ein neues BetĂ€tigungsfeld hinzugekommen: die BekĂ€mpfung von „Fake News“. In Zeiten des Web 2.0 ist es fĂŒr Skeptiker wichtig, das PhĂ€nomen der Fake News ebenfalls zu verstehen und zu diskutieren, wie man mit ihm umgehen kann. Zu dieser Debatte möchte ich mit meinem Vortrag einen Beitrag leisten, indem ich drei Fragen diskutiere.

1. In einem ersten Schritt möchte ich fragen, was Fake News eigentlich sind und was nicht. Dabei werde ich sie von Ă€hnlichen PhĂ€nomenen abgrenzen, mit denen man sie leicht verwechseln kann (z.B. schlichte Falschmeldungen und LĂŒgen). Ich werde dafĂŒr plĂ€dieren, sie als eine Form von „Bullshit“ zu verstehen. (Dabei handelt es sich um einen Terminus Technicus, der durch den amerikanischen Philosophen Harry Frankfurt geprĂ€gt wurde. Siehe hierzu: H. Frankfurt, On Bullshit, 2005).

2. Nach der BegriffsklĂ€rung werde ich in einem zweiten Schritt fragen, warum man Fake News eigentlich problematisch finden sollte. Hierbei wird es mir darum gehen, die ethischen Gesichtspunkte aufzuarbeiten, die eine Rolle in der Bewertung spielen. Dazu zĂ€hlen vor allem individuelle und kollektive Fehlentscheidungen, ein möglicher Vertrauensverlust in die Medien, individuelle RufschĂ€digungen, die Gefahr der Antagonisierung von Bevölkerungsgruppen sowie ein potentieller Schaden fĂŒr unser demokratisches System.

3. Im dritten und letzten Schritt werde ich fragen, welche Lösungswege sich anbieten. Ich werde einige davon skizzieren, die den verschiedenen involvierten Parteien zur VerfĂŒgung stehen. Das sind insbesondere Gesetzgeber/Regierung/Rechtssystem, Social-Media-Unternehmen, NGOs (etwa GWUP, Mimikama, Correctiv, etc.), Suchmaschinen-Anbieter und Nutzer. Gleichzeitig werde ich auf die ethischen Probleme eingehen, die die einzelnen Strategien aufwerfen. Diese stellen sich vor allem hinsichtlich des individuellen Rechts auf MeinungsĂ€ußerungsfreiheit und des Problems der Zensur.

Wie erkennt man Pseudowissenschaften? An ihren Argumenten! (2017)

Die moderne Medizin ist nur ein Beispiel, das zeigt, wie wichtig die Unterscheidung zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft ist. Wer wissenschaftlich erforschte Arzneimittel verwendet, der maximiert seine Chance auf Heilung. Wer sich dagegen auf pseudowissenschaftliche Medizin verlĂ€sst, der verschenkt diese Chance oder schadet sich sogar. Die Frage, wie man Pseudowissenschaften erkennt, ist also nicht nur von wissenschaftsphilosophischem Interesse. Sie ist eine enorm wichtige, lebenspraktische Frage. Die Debatte der vergangenen Jahrzehnte zeigt allerdings, wie schwer es ist, sie prĂ€zise, grundlegend und philosophisch haltbar zu beantworten. Heute ist weitgehend anerkannt, dass es eine Vielzahl von Vergleichsdimensionen gibt, die fĂŒr die Unterscheidung zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft eine Rolle spielen. Martin Mahner nennt die folgenden: „statements, problems, methods, theories, practices, historical sequences of theories and/or practices (i.e., research programs in the sense of Lakatos), and fields of knowledge.“ Interessanterweise ist in dieser (ansonsten sehr hilfreichen) Liste ein Aspekt nicht explizit genannt: die Art und Weise, wie in den Pseudowissenschaften argumentiert wird. Meines Erachtens eignet sich dieser Aspekt besonders gut fĂŒr die Unterscheidung zwischen Wissenschaften und Pseudowissenschaften. Denn Pseudowissenschaften verstoßen i. d. R. eklatant gegen fundamentale GrundsĂ€tze, die jeder vernĂŒnftige Mensch beim Argumentieren beachten sollte. In meinem Vortrag möchte ich diese GrundsĂ€tze (in einer fĂŒr Laien verstĂ€ndlichen Form) vorstellen und anhand von Beispielen zeigen, wie sie uns helfen können, Pseudowissenschaften zu erkennen.