Prof. Dr. Christine Mohr

Prof. Christine Mohr ist Professorin fĂŒr Kognitive Psychologie an der UniversitĂ€t Lausanne, Schweiz. Davor war sie an der UniversitĂ€t Bristol, England tĂ€tig. Ihren Doktor hat sie an der UniversitĂ€t ZĂŒrich in der Schweiz absolviert. Davor studierte sie Psychologie an der UniversitĂ€t Konstanz. Ihre Forschung konzentriert sich auf zwei Hauptthemen: der menschliche Glaube und der Zusammenhang von Farbe und GefĂŒhl. FĂŒr den aktuellen Vortrag ist ihr Interesse am menschlichen Glauben zentral. Sie befasst sich seit 20 Jahren mit den kognitiven, neuropsychologischen und psychopharmakologischen Merkmalen des paranormalen Glaubens, wobei sie ihre Aufmerksamkeit derzeit auf den hier vorgestellten Studienansatz konzentriert. Den Ansatz entwickelte sie mit ihrem Kollegen Dr. Gustav Kuhn (London), mit dem sie auch heute noch aktiv zusammenarbeitet.
Der Glaube ans Unmögliche – Zauberkunst als Mittel zum Forschungszweck
Der Mensch glaubt an alles Mögliche. HĂ€ufig diskutiert werden paranormale PhĂ€nomene, sowohl von jenen, die daran glauben, als auch von jenen, die diese anzweifeln. In der psychologischen Forschung wurden Merkmale beschrieben, die mit paranormalem Glauben assoziiert sind. Wir konnten z.B. zeigen, dass paranormaler Glaube mit einer ausgeprĂ€gten semantischen Assoziationsbereitschaft einhergeht. Diese und andere Studien können jedoch keine Ursachen-WirkungszusammenhĂ€nge aufzeigen. Eine solche Assoziationsbereitschaft mag paranormalen Glauben fördern, oder umgekehrt, paranormaler Glaube mag eine solche Assoziationsbereitschaft fördern. Seit etwa 5 Jahren fĂŒhren wir Studien durch, die Ursachen-WirkungszusammenhĂ€nge untersuchen. In all diesen Studien steht ein an sich unmögliches Ereignis im Mittelpunkt. Dieses unmögliche Ereignis wurde von einem Zauberer in Szene gesetzt. Zuschauer erlebten zum Beispiel, wie ein ‘Medium’ Kontakt mit einer toten Person aufnimmt, oder eine Person Handlungen durchschauen kann, weil sie die psychologischen Indikatoren einer anderen Person interpretiert (z.B. Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Persönlichkeit). Wir untersuchen paranormalen Glauben vor und nach diesen Erlebnissen und befragen unsere Teilnehmer ebenso, wie sie das Erlebnis interpretieren und was sie fĂŒhlen. Die Ergebnisse dieser Studien werde ich in diesem Vortrag vorstellen.


