
Prof. Dr. Sascha Skorupka, Professor fĂŒr Physik und Technik im Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Fulda. Seit 2015 Mitglied in der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Hauswirtschaft (dgh) und seit dieser Zeit auch Mitglied im Fachausschuss Haushaltstechnik der dgh. Mitglied des Autorenteams der Veröffentlichung âKĂŒche und Technik – Handbuch fĂŒr gewerbliche KĂŒchen. Teil IVâ, dort fĂŒr das Kapitel ĂŒber Mikrowellen verantwortlich. (Foto: RenĂ© Spanka)
Die MĂ€r von der Mord-Mikrowelle â GefĂ€hrliche Halbwahrheiten statt gefĂ€hrlicher Strahlung (2026)
Im Vortrag werden zunĂ€chst typische Ăngste und Mythen rund um Mikrowellenherde vorgestellt â etwa der angebliche âProteinmatschâ oder âentvitalisierteâ Lebensmi(el aus der Mikrowelle. Dann wird gezeigt, wie ein Mikrowellenherd technisch funktioniert und warum die verwendete, nichtionisierende Strahlung weder DNA schĂ€digt noch Nahrung âvergiftetâ. Ein Vergleich mit klassischen Garmethoden macht deutlich, dass am Ende immer dasselbe passiert: Es wird WĂ€rmeenergie in das Lebensmi(el eingebracht â mit unterschiedlichen Wirkungen auf Textur, Geschmack und NĂ€hrstoffverlusten, aber ohne magische Sondergefahren. Durch den gesamten Vortrag hindurch werden typische esoterische Behauptungen aus dem Internet aufgegriffen, sachlich eingeordnet und mit physikalischem Wissen sowie Daten kontrastiert. Die Kernbotschaft: Richtig genutzt ist der Mikrowellenherd kein (un)heimlicher Gesundheitsfeind â deutlich wichtiger fĂŒr die Gesundheit sind die Wahl der Lebensmittel, deren korrekte Zubereitung und der eigene Lebensstil.
Ganz natĂŒrlich und ohne Chemie? – Ein kritischer Blick auf alternative Wasch- und Reinigungsmittel (2025)
Alternative Wasch- und Reinigungsmittel werden mit Aussagen wie âganz natĂŒrlich und ohne Chemieâ oder âschont die Umwelt und den Geldbeutelâ beworben. Um die Wirksamkeit alternativer Wasch- und Reinigungsmittel, deren geringe Umweltauswirkungen und die UngefĂ€hrlichkeit im Vergleich zu handelsĂŒblichen Produkten beurteilen zu können, wird ausgehend von der Frage was Schmutz ist, der Reinigungsprozess genauer betrachtet.
Schmutz ist Materie am falschen Platz, die Unterscheidung, ob etwas Schmutz ist, ist also keine Frage, die auf chemischer oder physikalischer Grundlage beantwortet werden kann, sondern hĂ€ufig eine Frage der Ăsthetik. Das Wasch- und Reinigungsergebnis ergibt sich aus dem Zusammenspiel der vier Faktoren Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit, die im Sinnerschen Kreis zusammengefasst sind. Die Kernaussage des Sinnerschen Kreises ist, dass bei VerĂ€nderung eines Faktors die anderen drei Faktoren so angepasst werden können, dass das gleich Ergebnis erzielt werden kann, z. B. bei ECO-Programmen.
Die wesentliche Aufgabe eines Wasch- und Reinigungsmittels ist, den Schmutz zu lösen und ihn in Lösung zu halten. Wirksame Wasch- und Reinigungsmittel sind daher auch eine potenzielle Gefahr fĂŒr die Gesundheit, da sie die Stoffe lösen, fĂŒr die sie ausgelegt sind, unabhĂ€ngig, ob sie als Schmutz empfunden werden. UngefĂ€hrliche, bzw. sanfte Mittel sind meist weniger effektiv, was lĂ€ngere Einwirkzeiten oder stĂ€rkere mechanische UnterstĂŒtzung erfordert. NatĂŒrliche Stoffe wie Essig oder ZitronensĂ€ure sind nicht per se umweltfreundlich oder ungefĂ€hrlich. Zum Beispiel kann EssigsĂ€ure bei konzentrierter Nutzung OberflĂ€chen und Gummidichtungen angreifen und zu Hautreizungen und schweren Augenverletzungen fĂŒhren. Auch âbiologischeâ Alternativen wie WaschnĂŒsse sind problematisch, da sie oft ineffektiv und somit nicht nachhaltig sind. Besondern kritisch ist der Einsatz von Lebensmitteln als Wasch- oder Reinigungsmittel zu betrachten, da dies zur Lebensmittelverschwendung beitrĂ€gt.
Insgesamt wird vor dem unkritischen Einsatz ânatĂŒrlicherâ Reiniger gewarnt. Konventionelle Wasch- und Reinigungsmittel sind in der Regel sicherer in der Anwendung und bei korrekter Dosierung nachhaltiger.


