
Varnan Chandreswaran (M.A.) ist Psychologe und Promovend im Bereich der kognitiven Neurowissenschaften an der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum. Auf seinem YouTube-Kanal SciPhi teilt er sein Wissen und seine Begeisterung fĂŒr wissenschaftliche und philosophische Themen. Seine Videos kombinieren akademisches Wissen mit ErzĂ€hlkunst, um komplizierte Inhalte einem breiten Publikum zugĂ€nglich zu machen. In seinen öffentlichen VortrĂ€gen und MedienbeitrĂ€gen konzentriert er sich insbesondere darauf, wie man ĂŒber digitale Plattformen wie YouTube Wissenschaft effektiv verbreiten und kritisches Denken fördern kann.
Woke essen Seele auf … Wie Hypermoral unsere Resilienz zerstört (2026)
[Beschreibung folgt]
Soziale Ungleichheit – Warum wir einen evidenzbasierten Ansatz brauchen (2024)
In den Chefetagen finden sich hauptsĂ€chlich MĂ€nner, und der wissenschaftliche Betrieb ist mehrheitlich weiĂ. Aber was ist die Ursache dafĂŒr? In diesem Kontext fallen hĂ€ufig geladene und emotionalisierte Begriffe wie âPatriarchatâ (âpatriarchyâ) oder âweiĂe Vorherrschaftâ (âwhite supremacyâ) und Phrasen wie âSprache schafft Wirklichkeitâ (eine Anspielung auf die sog. Sapir-Whorf-Hypothese). Dies lenkt oft vom eigentlichen Punkt ab.
In der wissenschaftlichen Diskussion wird die Ursache fĂŒr Ungleichheiten regelmĂ€Ăig in Stereotypen und Rollenbildern gesucht. Als Lösung werden nicht selten DiversitĂ€tstrainings gefordert. Doch wie fundiert ist dieser Ansatz? Zweifel sind angebracht. In meinem Vortrag werde ich relevante Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte vorstellen, interpretieren und diskutieren. Was z.B. zeigen Studien, bei denen Bewerbungen verschickt werden, in welchen die Namen der Bewerber variiert werden? Werden Bewerber mit âtypisch schwarzenâ Namen (etwa: âJamalâ) tatsĂ€chlich diskriminiert? Spielen angeborene Geschlechterunterschiede eine Rolle fĂŒr die Studien- und Berufswahl? ErklĂ€ren sie das MissverhĂ€ltnis in den Chefetagen? Ein nĂŒchterner Blick auf die Befundlagen soll helfen, die Debatte zu entideologisieren und uns helfen, sachlich einzuschĂ€tzen, wie zutreffend verbreitete Vorannahmen ĂŒber soziale Ungleichheiten wirklich sind.
SchlieĂen möchte ich mit einem PlĂ€doyer fĂŒr die These, dass ein evidenzbasierter Ansatz bei gesellschaftlichen Fragen zu einem zielfĂŒhrenderen und effektiveren Wandel und einer besseren Welt fĂŒr alle beitragen kann. Eine gesunde Portion Skeptizismus fĂŒhrt also nicht nur zu besserer Medizin, sondern ist auch die beste Medizin fĂŒr unsere Gesellschaft.


