Prof. Dr. Marin Zec lehrt an der Hochschule München und dem Munich Center for Digital Sciences and AI (MUC.DAI) angewandte Informatik sowie KI-Grundkompetenzen. Mit seinem akademischen Profil, das Informatik, Philosophie und Psychologie verbindet, vertritt er einen ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz, um Künstliche Intelligenz zu begreifen und kritisch einzuordnen. Sein derzeitiger Tätigkeitsschwerpunkt ist die Förderung eines umfassenden, reflektierten Umgangs mit KI. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule ist er als freiberuflicher Trainer, Berater und Speaker für Kreatives Problemlösen, Kritisches Denken sowie Künstliche Intelligenz tätig.

Künstliche Intelligenz zwischen Heilsversprechen und Apokalypse: Die paradoxe Weltanschauung der KI-Tech-Elite

Die Entwicklung Künstlicher Intelligenz wird heute maßgeblich durch die Weltanschauungen und Narrative der öffentlichkeitswirksamen Manager führender Tech-Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Google geprägt. Hinter technischen Versprechen verbirgt sich oft ein spezifisches ideologisches Fundament, tief beeinflusst von Denkströmungen wie dem Longtermism und den Theorien eines Nick Bostrom.
Dieser Vortrag analysiert die aktuelle Debatte um die Entwicklung von KI und beleuchtet die mitunter paradoxen Logiken zwischen existenziellem Risiko und utopischem Fortschrittsglauben. Im Zentrum steht dabei das Versprechen einer Artificial General Intelligence (AGI) oder sogar Superintelligenz (ASI). Wir hinterfragen die technische Plausibilität dieser Vision angesichts aktueller KI-Technologie, beleuchten die Implikationen der Argumente und Narrative von Anhängerinnen und Anhängern von Bostroms Superintelligenz-These und stellen schließlich die Frage nach der gesellschaftlichen Wünschbarkeit von AGI und ASI.