Uwe Kanning

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Prof. Dr. Uwe Peter Kanning; Jg. 1966, Studium der Psychologie in Münster und Canterbury, 1993 Diplom in Psychologie, 1997 Promotion, 2007 Habilitation. Seit 2009 Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück. Autor und Herausgeber von 30 Fachbüchern und Testverfahren. Träger zahlreicher Auszeichnungen, zuletzt 2016 „Professor des Jahres“ (Unicum Beruf). Arbeitsschwerpunkte: Personaldiagnostik und fragwürdige Methoden der Personalarbeit.

YouTube-Kanal „15 Minuten Wirtschaftspsychologie“

Wider alle Vernunft – Coaching auf Abwegen (2023)

Wer sich auf die Suche nach absurden Methoden der Weiterbildung begibt, wird im Bereich des Coachings sehr schnell fündig. Manche Methoden – wie Timeline – setzen allein auf das Prinzip Glauben, wenn sie beispielsweise Führungskräfte in ein früheres Leben zurückführen, um deren beruflichen Probleme zu lösen. Alternativen – wie etwa Symbolon – kokettieren mit der Psychoanalyse. Wieder anderen geben sich zumindest den Anschein von Wissenschaftlichkeit, indem sie entweder nebulös auf die moderne Hirnforschung verweisen oder methodisch fragwürdige Studien zitieren. Am Beispiel ausgewählter Methoden werden unterschiedliche Vermarktungsstrategie absurder Coachingansätze vorgestellt, um damit ein Stück weit die Frage zu beantworten, warum Menschen und Unternehmen für solch fragwürdige Dienstleistungen Geld ausgeben.

Wenn Chancen nicht genutzt werden – Fragwürdige Testverfahren in der Personalarbeit (2018)

Vor allem große Unternehmen setzen heute im Rahmen der Personalauswahl sowie der Personalentwicklung immer häufiger Testverfahren ein. Im Prinzip ist dies durchaus sinnvoll allerdings nur dann, wenn die Verfahren auch wissenschaftliche Qualitätskriterien erfüllen. Genau hier liegt das Problem vieler Testverfahren. Die in deutschen Unternehmen populärsten Instrumente sind solche, deren Grundkonzeption aus wissenschaftlicher Sicht völlig überholt erscheint und/oder deren diagnostische Qualität bestenfalls fragwürdig zu nennen ist. Der Vortag gibt einen Überblick über den Einsatz von Testverfahren in der deutschen Wirtschaft und stellt grundlegende diagnostische Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) vor. Anschließend werden Testverfahren vorgestellt, die nicht zu empfehlen sind. Dies gilt unter anderem für typologische Instrumente also Persönlichkeitsfragebögen, die Menschen in Gruppen einteilen (rationaler Typ, emotionaler Typ etc.) und für den Versuch aus einer Sprachprobe rechnergestützt ein Persönlichkeitsprofil abzuleiten. Zum Abschluss wird der Frage nachgegangen warum es fragwürdige Testverfahren auf dem Markt so leicht und wissenschaftliche Verfahren vergleichsweise schwer haben sich durchzusetzen. Wichtige Gründe hierfür sind Marketingstrategien der Anbieter, die fehlende Fachkompetenz der Entscheidungsträger sowie die Orientierung an dem „was die Anderen machen“.