Timur Sevincer

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PD Dr. habil. Timur Sevincer ist Psychologe. Er studierte an der Universität Hamburg Philosophie und promovierte und habilitierte dort in Psychologie. Er hat Lehrstühle für Pädagogische Psychologie und Motivation (Universität Hamburg), Sozialpsychologie (Technische Universität Dresden) und Allgemeine Psychologie und Motivation (Leuphana Universität Lüneburg) vertreten. Außerdem lehrte er an der New York University in Berlin. Derzeit vertritt er die Professur für Psychologie und Transformation an der Leuphana Universität Lüneburg. Sein Forschungsschwerpunkt ist zukunftsorientiertes Denken sowie Motivation und Selbstregulation.

Wie effektiv sind Triggerwarnungen & Co.? (2024)

In verschiedenen Teilen der Gesellschaft, insbesondere an Universitäten, gibt es derzeit lebhafte Debatten über Triggerwarnungen. Diese sollen Menschen vor emotionalen Belastungen schützen. Triggerwarnungen werden beispielsweise vor Filmen und in Lehrveranstaltungen verwendet, wenn diese Inhalte enthalten, die Unbehagen oder Stress auslösen könnten. Doch sind Triggerwarnungen evidenzbasiert oder handelt es sich dabei lediglich um Pseudomaßnahmen? Befürworter argumentieren, dass solche Warnungen insbesondere Angehörigen vulnerabler Gruppen helfen, sich auf schwierige Inhalte vorzubereiten, oder ihnen die Wahl lassen, solche Inhalte zu meiden. Kritiker wenden ein, dass Triggerwarnungen negative Reaktionen verstärken können und die Vermeidung bestimmter Inhalte unter Umständen mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Letztlich ist es eine empirische Frage, ob Triggerwarnungen wirklich nützen, schaden oder keinen Effekt haben. Einige Studien haben untersucht, ob (a) Triggerwarnungen die Reaktionen auf Inhalte verändern, (b) sie dazu führen, dass Menschen solche Inhalte tatsächlich meiden, oder (c) sie das Verständnis des Materials beeinflussen. In meinem Vortrag werde ich die beste wissenschaftliche Evidenz zu den Auswirkungen von Triggerwarnungen präsentieren und zusammenfassen. Außerdem werde ich anhand eines realen Beispiels zeigen, wie man mit den Anliegen von Studierenden und Lehrenden bezüglich Triggerwarnungen umgehen und praktikable Lösungen finden kann. Zuletzt werde ich die Diskussionen über Triggerwarnungen in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext einordnen und wissenschaftliche Belege für die Effektivität ähnlicher Maßnahmen diskutieren, die darauf abzielen, emotionalen Schaden zu verhindern.

Macht die Visualisierung von Erfolg erfolgreich? (2023)

Im Internet und in den Regalen mit Selbsthilfe-Literatur in Buchhandlungen finden sich unzählige Ratgeber, die behaupten, wir müssen uns unsere Wünsche und Träume nur lebhaft genug vorstellen, damit diese in Erfüllung gehen. Solch eine Manifestierung positiver Ereignisse („Ich stelle mir vor, ein Millionär zu sein“) soll angeblich – durch das Gesetz der Anziehung (Gleiches zieht Gleiches an) – dazu führen, dass die visualisierten Ereignisse auch tatsächlich eintreten. In diesem Vortrag geht es darum, wie verbreitet solche pseudowissenschaftlichen Theorien zum positiven Denken sind, was sie von wissenschaftlichen Theorien unterscheidet und ob positive Fantasien vielleicht sogar nach hinten losgehen und Erfolg bei der Verfolgung unserer Ziele vereiteln können. Oder gibt es wissenschaftliche Ansätze, die erklären können, warum positives Denken manchmal funktioniert? – Erkenntnisse zu mentalen Simulationen, selbsterfüllenden Prophezeiungen und Selbstwirksamkeit. Und schließlich: Gibt es wirklich psychologische „Tricks“, die wir anwenden können, um unsere Träume besser in die Tat umzusetzen?