„Area 51″ ist eine Art „Institution bei Geheimniskrämern der Dienste und Rüstungsproduzenten mit einer langen Geschichte“, hat der deutsche Journalist Stefan Maiwald recherchiert:
In den fünfziger Jahren entwickelten dort die CIA und die Firma Lockheed vom Kongress kaum kontrollierte Spionageprogramme. 1954 startete dort die U2, Amerikas berühmtes Spionageflugzeug. Danach wurde dort die A-12 entwickelt, ein Düsenflugzeug mit 3,2facher Schallgeschwindigkeit, das Nordvietnam ausspähte und nur zwölfeinhalb Minuten brauchte, um das ganze Land zu überfliegen. Was heute dort entwickelt wird, ist auch für Experten ein kaum lösbares Rätsel. Die Portale der Flugzeughallen sind nur nachts geöffnet. Einige Beobachter vermuten, dass zur Zeit ein hyperschnelles Spionageflugzeug mit achtfacher Schallgeschwindigkeit erprobt wird. Und unter dem Code-Namen „Aurora“ wird eine methangetriebene Kreuzung aus Rakete und Düsenjäger entwickelt.
Für die Justiz der USA wirft die Tatsache, dass es offiziell eine „Area 51″ gar nicht gibt, ein bizarres Problem auf. Denn: Die „Geisterbasis“ scheint nebenbei auch als geheime Giftmüll-Deponie zu dienen. Der Rechtsprofessor George Turley vertritt sechs ehemalige Arbeiter des „Dreamland“, die an Leberkrebs und schweren toxischen Ekzemen erkrankt sind. Sie mussten in den achtziger Jahren exotische Lacke, Harze und Lösungsmittel verbrennen. Doch die gerichtliche Auseinandersetzung verläuft außerordentlich zäh. Maiwald: „Das Washingtoner Umweltministerium behauptet, dass der Stützpunkt im Verzeichnis bundeseigener Liegenschaften nicht aufgeführt ist, folglich auch nicht existiert. Und wenn das ganze Gelände nicht existiert, kann auch der Befund von Biochemikern, die in Gewebeproben hohe Werte von Dioxin und Dibenzofuranen festgestellt haben, nur fiktiv sein.“ Anscheinend treibt die Regierung die Sorge um, vor Gericht könnte möglicherweise die Zusammensetzung der radarunsichtbarmachenden Spezialbeschichtung des legendären „Tarnkappenbombers“ bekannt werden.
Nicht alles also, was an Mysteriösem über „Area 51″ gesagt und geschrieben wird, gehört von vorne herein ins Reich der Hirngespinste. Doch was die Gerüchte in der Twilight Zone zwischen Schwerkraft und Unendlichkeit angeht, mag eine Episode aus Rachel vom 30. 4. 1993 trefflich illustrieren. An jenem Tag war Bob Lazar zu einem Vortrag im „Little A’Le’Inn“ angereist. Plötzlich brüllte jemand draußen: „Da ist etwas in der Luft!“ Blitzartig leerte sich der Saal. Das vermeintliche UFO erwies sich jedoch als Ballon – der das spöttische Gesicht der Mickymaus trug.