Die Linken diesseits und jenseits des Großen Teichs sind sich einig und besinnen sich zurück auf das inzwischen fast wieder aus der Mode gekommene “Bush-Bashing”. Diverse Fundamentalisten von drei so genannten Hochreligionen dagegen preisen “Katrina” aus den verschiedensten Gründen als verdiente Strafe Gottes. Nur einer aus dem Kreise der üblichen Verdächtigen bleibt bisher unbehelligt: die Außerirdischen.
Nach dem verheerenden Tsunami, der Ende 2004 die asiatischen Küsten heimsuchte, waren die Schuldigen ebenfalls gleich gefunden: Aliens auf Ausrottungstrip gegen die ganze Menschheit, ein rachsüchtiger Allah, der sogar sein Autogramm auf ein Satellitenfoto der Flutwelle kritzelte, und natürlich auch die zionistischen Weltverschwörer, die seit der Kreuzigung Jesu bekanntlich sowieso an allem schuld sind. In der “causa katrina” sitzen andere auf der Anklagebank: die Voodoo-Priester, die Heiden, die Schwulen, die Lesben – und mit “Mardi Gras” sogar eine ganze Karnevalsveranstaltung.
Michael H. Brown, ein fundamental-katholischer Blogger, parallelisiert die Katastrophe von New Orleans sogar mit biblischen Schreckensszenarien: “Wenn jemand keine Verbindung erkennen kann zwischen dieser Katastrophe und der Herausforderung des Schicksals (sowohl durch freien Voodoo-Kult, abweichende Sexualität und abscheuliches Heidentum als auch durch die Missachtung des Lebens, wie von der petro-chemischen Industrie an den Tag gelegt), dann kann er sie überhaupt nirgends erkennen. Er hätte sie nicht einmal in Gomorra selbst erkannt”, predigt Brown von seiner gut besuchten Internet-Kanzel vor der versammelten WWW-Gemeinde. Im Vergleich dazu klingt das “Bush-Bashing” von Umweltminister Jürgen Trittin (B’90/ Die Grünen) und Bush-Bash-Master Michael Moore sogar noch halbwegs logisch, wenngleich in Anbetracht der Katastrophe und ihrer zahlreichen Opfer auch nicht unbedingt politisch korrekt: Schuld sind der Irak-Krieg und die lange vermisste Unterschrift auf dem Kyoto-Protokoll …