Fünfzig Jahre Engagement gegen Pseudowissenschaft
Das Wesen der Pseudowissenschaft, wie man ihr begegnet – und warum das von Bedeutung ist
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Beginnen wir mit den Grundlagen. Skeptiker haben einen schlechten Ruf, der auf der Wörterbuchdefinition des Begriffs beruht: „eine Person, die dazu neigt, allgemein akzeptierte Ansichten infrage zu stellen oder zu bezweifeln“. Doch ursprünglich bedeutete das Wort etwas anderes. Der Begriff geht auf das griechische skeptikos (Plural: skeptikoi) zurück und bedeutet „Forscher“. Deshalb scherze ich mit dem Herausgeber des Skeptical Inquirer gern darüber, dass der Titel der Zeitschrift eigentlich ein Pleonasmus ist – gewissermaßen „Forscher-Forscher“, ähnlich wie „ATM machine“.
Mit anderen Worten: Skeptiker sind keine Menschen, die grundsätzlich zum Unglauben neigen. Im Gegenteil: Sie sind der Untersuchung verpflichtet und richten ihre Überzeugungen nach der verfügbaren Evidenz aus. Ebenso wichtig: Echte Skeptiker sind jederzeit bereit, ihre Meinung zu ändern, wenn die Belege dies rechtfertigen.
Wie gesagt: Der Skeptizismus hat eine lange Geschichte. Das vermutlich erste Buch über Pseudowissenschaft schrieb 44 v. Chr. der römische Philosoph Marcus Tullius Cicero (vgl. Damian Fernandez-Beanato 2020). Sein Werk De divinatione (Über die Weissagung) stellt eine systematische Widerlegung der Astrologie und anderer Formen der Zukunftsvorhersage dar. In Buch I, Abschnitt 7 schreibt Cicero:
„Einem Irrtum vorschnell zuzustimmen, ist in jeder Hinsicht schändlich.“
In der Tat.
Bemerkenswert ist, dass Cicero von „schändlich“ spricht. Daraus folgt, dass die Praxis des Skeptizismus eine moralische Dimension besitzt. Diese Dimension formulierte der Mathematiker William Kingdon Clifford deutlich, als er 1877 in The Contemporary Review seinen Essay „The Ethics of Belief“ veröffentlichte. Darin schrieb er:
„Es ist immer, überall und für jeden falsch, irgendetwas auf unzureichender Evidenz zu glauben.“
Damit waren die Fronten gezogen. Kurz darauf antwortete der Philosoph und Psychologe William James mit seinem berühmten Essay „Der Wille zum Glauben“ (1896) auf Clifford. James argumentierte, es gebe Situationen, in denen Glaube auch ohne Evidenz zulässig sei. Das praktisch einzige Beispiel, das er dafür anführen konnte, war allerdings die Existenz Gottes. James argumentierte, ein solcher Glaube könne – obwohl er nicht durch Belege gestützt sei – gerechtfertigt werden, weil er sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft positive Wirkungen habe. Nun ja.
Skeptizismus ist ein Kampf bergauf – und das nicht nur, weil er gesellschaftlich oft wenig geschätzt wird. Ein großes Hindernis für Skeptiker ist das, was informell als Brandolinis Gesetz bekannt ist (Brandolini 2013), auch „Bullshit-Asymmetrie-Prinzip“ genannt. Der italienische Programmierer Alberto Brandolini formulierte es so:
„Die Menge an Energie, die nötig ist, um Unsinn zu widerlegen, ist um eine Größenordnung größer als die, die nötig ist, ihn zu produzieren.“
Ich bin mir sicher, wir alle kennen dieses Gesetz aus der skeptischen Praxis. Kaum hat man einen Punkt eines Pseudowissenschaftlers beantwortet, folgen bereits zehn neue „Aber was ist mit …?“-Einwände. Jeder davon ist in Sekunden formuliert, man benötigt aber mehrere Minuten, um sie zu widerlegen. Deshalb habe ich vor langer Zeit aufgehört, formelle Debatten mit Kreationisten zu führen: Rhetorisch ist das Spielfeld gegen einen verzerrt, und man kann aus einer solchen Auseinandersetzung bestenfalls mit einem leichten Verlust hervorgehen.
Apropos Unsinn: Eine wichtige Lektüre zum Thema ist Harry Frankfurts Essay Bullshit (2005, dt. 2014). Darin stellt Frankfurt fest:
„Eines der auffälligsten Merkmale unserer Kultur ist, dass es so viel Bullshit gibt.“
Er unterscheidet außerdem zwischen Lügen und Bullshit. Der Lügner muss zumindest eine Vorstellung von der Wahrheit haben, um ihr ausweichen zu können. Der Bullshit-Produzent hingegen kümmert sich nicht um die Wahrheit und weiß oft nicht einmal, wo sie zu finden wäre. Er mischt Wahrheiten, Halbwahrheiten, Lügen und frei Erfundenes, um sein Publikum zu manipulieren und seine Ziele zu erreichen – meist politischen oder finanziellen Gewinn. Oder beides.
Ich verspreche, der aufmunternde Teil dieses Artikels kommt noch. Zunächst müssen wir jedoch fragen: Warum fallen so viele Menschen auf Pseudowissenschaft und den damit verbundenen Bullshit herein?
Die Antwort ist kompliziert. Vieles hat mit kognitiven Verzerrungen zu tun, die zum Menschsein gehören. Psychologen haben sie intensiv untersucht (Kahneman 2012), und sie entsprechen weitgehend dem, was Philosophen seit Langem als (informelle) Fehlschlüsse beschreiben (Pirie 2015).
Wahrscheinlich entwickelten sich diese Verzerrungen als nützliche Heuristiken für das vergleichsweise einfache Leben des Menschen im Pleistozän. Aber in der heutigen Welt aus Fake News, „alternativen Fakten“ und KI-generierten Deepfakes sind sie meist gefährlich. Leider zeigen die Daten zwei ernüchternde Tatsachen: Erstens sind praktisch alle Menschen betroffen – auch Skeptiker. Zweitens hilft selbst das Wissen um diese Verzerrungen dem Einzelnen nur begrenzt dabei, ihnen zu widerstehen.
Was hilft, ist ein bewusster, offener Dialog mit anderen Menschen. Darauf komme ich gleich zurück. Zuerst noch die guten Neuigkeiten.
Skeptiker orientieren sich an der Realität, oder? Nun ja, die Realität lautet: Diesen Kampf werden wir niemals gewinnen. Skeptizismus, kritisches Denken, Wissenschaft und Bildung werden die Welt wahrscheinlich nie in ein aufgeklärtes Paradies verwandeln, in dem alle ihre Überzeugungen an der Evidenz ausrichten und bewusst ethisch handeln. Die Geschichte hätte uns das inzwischen lehren sollen.
Aber genau darin liegt paradoxerweise die gute Nachricht. Wenn wir die Realität akzeptieren und unrealistische Ziele aufgeben, können wir uns der eigentlichen Aufgabe des Skeptikers widmen: Fragestellungen zu untersuchen und möglichst viele Menschen aufzuklären. Das Ziel ist nicht, die Welt zu verändern (das ist unwahrscheinlich), sondern sie ein wenig besser zu machen. Ein geänderter Gedanke nach dem anderen (viel eher umsetzbar).
Einige zeitgenössische Autoren behaupten allerdings, nicht einmal das sei möglich. Der Sozialpsychologe Jonathan Haidt (2001) argumentiert beispielsweise, der Mensch sei nicht – wie Aristoteles meinte – ein rationales Wesen, sondern ein rationalisierendes. Wir hätten starke Bauchgefühle, z. B. moralische Urteile, und würden nachträglich plausible Gründe erfinden, um sie zu rechtfertigen.
Für diese Sichtweise gibt es tatsächlich gewisse empirische Hinweise. Aber sie beschreibt das menschliche Verhalten weder allgemein noch ausnahmslos. Andernfalls müssten wir annehmen, dass auch Haidt seine wissenschaftlichen Arbeiten lediglich rationalisiert.
Tatsächlich rationalisieren wir vor allem unter zwei Bedingungen: Erstens, wenn wir über mangelhafte Informationen verfügen. Zweitens, wenn wir motiviert argumentieren (Anm. d. Red. engl. “motivated reasoning”). Dem ersten Problem begegnet man mit besseren Informationen, dem zweiten – wiederum – durch Dialog.
Doch wie gelingt Letzteres?
Indem wir einen zu Unrecht geschmähten antiken Ansatz ernst nehmen: die Rhetorik (Reames 2024). Rhetoriker wissen, wie man Rationalisierungen begegnet – soweit das überhaupt möglich ist –, beispielsweise mithilfe der Sokratischen Methode (Farnsworth und Godine 2021).
Wer Platons sokratische Dialoge liest, etwa den Laches über die Bedeutung von Tapferkeit, erkennt ein Muster. Erstens: Sokrates hält keine Vorträge darüber, warum andere falschliegen – wie es leider viele Skeptiker tun. Stattdessen stellt er Fragen.
Diese Fragen sind natürlich nicht zufällig gewählt. Sie dienen dazu, Sokrates‘ Gesprächspartnern eine Antwort zu entlocken.
„Was ist Tapferkeit?“
„Ich denke, Tapferkeit ist X.“
Anschließend untersucht Sokrates diese Antwort durch weitere Fragen. Irgendwann sagt er sinngemäß:
„Moment. Vorhin hast du X gesagt, jetzt sagst du Y. X und Y scheinen miteinander in einem Spannungsverhältnis zu stehen. Wie lösen wir diesen Widerspruch?“
Sein Gegenüber war oft überrascht und räumte den Punkt ein – auch deshalb, weil Sokrates die Diskussion als gemeinsames Projekt verstand, nicht als Konfrontation.
Nach mehreren Gesprächsrunden endeten die Dialoge häufig in Aporie, also Ratlosigkeit. Niemand, angeblich auch Sokrates nicht, wusste die endgültige Antwort. Doch genau diese Ratlosigkeit, das Eingeständnis, vielleicht weniger zu wissen als gedacht, ist der Beginn von Weisheit und weiterer Erkenntnissuche.
Die Sokratische Methode funktioniert, weil sie erzeugt, was moderne Psychologen kognitive Dissonanz nennen. Irgendwann erkennt einer oder mehrere Gesprächspartner, dass sie zwei Überzeugungen (X und Y) vertreten, die nicht gut zusammenpassen. Dieser Zustand ist unangenehm und veranlasst Menschen oft dazu, ihre Ansichten zu überdenken. (Manchmal verlassen sie stattdessen wütend die Diskussion; auch das geschah in einigen Sokratischen Dialogen.) Dennoch sollte genau dies das Ziel des Skeptikers sein: nicht Menschen sofort zu überzeugen (weil das nur selten klappt), und schon gar nicht, sie zu beleidigen oder herabzusetzen (was in den seltensten Fällen funktioniert). Ziel ist es vielmehr, kognitive Dissonanz auszulösen, damit Menschen sich selbst eingestehen, dass sie vielleicht noch einmal nachdenken sollten.
Es gibt noch weitere Herausforderungen, die für den modernen Skeptiker schwer zu überwinden scheinen. So haben Sie vielleicht gehört, dass ein Grund, warum sich Menschen Argumenten oft verschließen, lautet, dass die Vernunft nicht entstanden sei, um Wahrheiten über die Welt zu entdecken, sondern um andere zu manipulieren. Dies ist die sogenannte „Machiavellistische“ Theorie, benannt nach Niccolò Machiavelli, dem (oft missverstandenen) Autor von Der Fürst.
Der Primatologe Frans de Waal (1982) entwickelte diese Theorie auf Grundlage seiner Beobachtungen komplexer „politischer“ Verhaltensweisen bei Schimpansen – darunter Allianzen und strategische Manöver zur Verbesserung der eigenen sozialen Stellung.
Wenn Intelligenz tatsächlich zu diesem Zweck entstanden wäre, so das Argument, dann wären Menschen nicht dafür gemacht, die Natur des Universums zu erforschen, sondern vor allem dafür, andere zu manipulieren oder manipuliert zu werden.
Abgesehen davon, dass andere Evolutionsbiologen die Machiavellistische Theorie empirisch kritisiert haben und es ohnehin äußerst schwierig ist, festzustellen, wofür ein bestimmtes Merkmal evolutionär entstanden ist – insbesondere etwas so Komplexes wie das Gehirn –, spricht nichts dagegen, dass menschliche Intelligenz mehrere Funktionen erfüllt.
Zweifellos verstricken wir uns in soziale Machtspiele, ja. Ebenso unbestreitbar ist jedoch, dass wir immer wieder neue Erkenntnisse über die Funktionsweise der Welt gewinnen. Es wäre ähnlich absurd zu behaupten (und wohlgemerkt: das hat de Waal nicht gesagt!), Computer seien „für“ eine bestimmte Aufgabe wie Textverarbeitung erfunden worden und deshalb könne man nicht erwarten, dass sie auch für viele andere Zwecke taugen, etwa zum Surfen im Internet oder für Tabellenkalkulationen.
Eine vielleicht noch größere Herausforderung entstand 2022 mit der Veröffentlichung von ChatGPT und dem Aufkommen öffentlich verfügbarer generativer KI. Dies ist nicht der Ort für eine umfassende Diskussion ihrer Vor- und Nachteile. Doch ein Aufsatz von Michel Hicks und Kollegen (Hicks et al. 2024) untersuchte die berühmten „Halluzinationen“ generativer KI und kam zu dem Schluss, dass diese Systeme sich im Sinne Frankfurts als Bullshit-Generatoren verhalten.
Die Autoren schreiben unter anderem:
„Die Fehler [generativer KI] als ‚Halluzinationen‘ zu bezeichnen, ist nicht harmlos. Es legt nahe, die Maschinen nähmen etwas falsch wahr, versuchten aber dennoch, etwas mitzuteilen, das sie glauben oder wahrgenommen hätten. Das ist die falsche Metapher. […] Die Bezeichnung von Chatbot-Fehlern als ‚Halluzinationen‘ nährt übertriebene Vorstellungen ihrer Fähigkeiten. […] Diese Ungenauigkeiten als ‚Bullshit‘ statt als ‚Halluzinationen‘ zu bezeichnen, ist nicht nur präziser; es ist gute Wissenschafts- und Technikkommunikation in einem Bereich, der sie dringend benötigt.“
Man hat es als Skeptiker wirklich nicht leicht.
Doch verzweifeln Sie nicht! Auch hier hilft die Rhetorik weiter.
Eines der besten Werke zu diesem Thema ist noch immer Aristoteles’ Rhetorik. In Buch II beschreibt er drei Mittel der Überzeugung: logos, ethos und pathos.
Logos ist der Aspekt, auf den Skeptiker und Wissenschaftler meist ihre gesamte Aufmerksamkeit richten. Er bedeutet, dass Argumente und Evidenz stimmig sein müssen, sodass das, was wir vermitteln wollen, nach bestem Wissen wahr ist.
Das ist wichtig – aber nicht ausreichend.
Ethos leitet sich vom griechischen Wort für „Charakter“ ab und betrifft unsere Glaubwürdigkeit. Für die meisten Menschen, insbesondere außerhalb akademischer Kreise, reicht es nicht aus, ein „PhD“ oder „MD“ hinter dem Namen zu tragen. Es geht darum, sein Publikum zu verstehen und Vertrauen aufzubauen.
Es gibt eine umfangreiche philosophische und psychologische Literatur zum Thema Vertrauen (vgl. McLeod 2020), deren Lektüre Skeptikern sehr nützen würde. Menschen dazu zu bringen, uns zu vertrauen, ist wesentlich schwieriger, als wir oft annehmen, selbst wenn unsere Argumente tadellos sind.
Drittens gibt es Pathos: für viele Skeptiker und Wissenschaftler wohl der schwierigste Bereich. Es geht hier darum, eine emotionale Verbindung zum Publikum herzustellen. Wenn Menschen nicht das Gefühl haben, dass man sich um sie kümmert, werden sie eher geneigt sein, das Gesagte zurückzuweisen.
Meiner Erfahrung nach reagieren viele Kollegen auf diesen Gedanken mit Skepsis, weil er nach emotionaler Manipulation klingt. In gewisser Weise stimmt das sogar. Damit muss man sich abfinden, denn wir sprechen nicht mit perfekt rationalen Maschinen, sondern mit Menschen aus Fleisch und Blut. Menschen brauchen nicht nur gute Argumente, sondern auch Vertrauen und emotionale Verbundenheit, bevor sie bereit sind, ihre Meinung zu ändern – vor allem bei Themen, die ihnen wichtig sind oder Teil ihrer Identität darstellen (beispielsweise der Glaube an den Kreationismus als Ausdruck ihres Christseins).
Sokrates und Aristoteles gehören beide zur Tradition der Tugendethik. Ihr Grundgedanke lautet, dass der Charakter eines Menschen entscheidend ist, weil er bestimmt, ob wir dazu neigen, tugendhaft (also anderen gegenüber hilfreich) zu handeln.
Aus der Tugendethik entwickelte sich die Tugendepistemologie (virtue epistemology) (Baehr o. J.). Dahinter steht die Auffassung, dass wir uns darum bemühen sollten, unser Verständnis der Wirklichkeit zu verbessern, weil dies das Richtige ist.
Mit anderen Worten: Wie Clifford in seinem Essay über die Ethik des Glaubens argumentierte, geht es bei Erkenntnis nicht nur darum, die Dinge richtig zu verstehen; sie hat auch eine ethische Dimension. Wir sollten danach streben, die Dinge richtig zu verstehen.
Vertreter der Tugendepistemologie haben einen Katalog von Tugenden entwickelt, die wir kultivieren sollten, sowie die entsprechenden Laster, die wir nach Möglichkeit vermeiden sollten. Zu den Tugenden zählen Wohlwollen (das heißt die Anwendung des Wohlwollensprinzips bzw. des principle of charity), Gewissenhaftigkeit, Urteilsvermögen, Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Wissbegierde und einige weitere. Zu den Lastern gehören dagegen Engstirnigkeit, Unehrlichkeit, Dogmatismus, Leichtgläubigkeit, Selbsttäuschung und Wunschdenken.
Das Problem besteht darin, dass wir alle – auch Skeptiker – leicht glauben, selbstverständlich zu den Tugendhaften und nicht zu den Lasterhaften zu gehören.
Aber stimmt das?
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Es gibt Möglichkeiten, das zu überprüfen. Man kann sich zum Beispiel die folgenden Fragen stellen (oder, besser noch, jemand anderen bitten, sie einem zu stellen):
Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Wie oft sind Sie an einem dieser Punkte gescheitert? Arbeiten wir gemeinsam daran! Guter Skeptizismus beginnt zu Hause.
Am Ende denke ich oft an eine Metapher Carl Sagans, die im Untertitel seines vor dreißig Jahren erschienenen Klassikers The Demon-Haunted World (Sagan 1995) vorkommt. Sagan bezeichnete die Wissenschaft – und damit die Vernunft – als eine Kerze in der Dunkelheit.
Unsere Aufgabe besteht nicht darin, diese Kerze so groß werden zu lassen, dass die gesamte Welt von ihrem Licht erhellt wird. Die Geschichte zeigt deutlich, dass dies ein aussichtsloses Unterfangen ist. Wahrscheinlich wird es niemals gelingen. Wenn wir unsere Maßstäbe so hoch ansetzen, sind Enttäuschung, Resignation und letztlich Aufgabe nahezu unvermeidlich.
Unsere Aufgabe als Skeptiker besteht vielmehr darin, dafür zu sorgen, dass die Kerze weiterbrennt. Dass Menschen, denen Wahrheit, Wissenschaft und Vernunft wichtig sind, stets Gleichgesinnte finden – als moralische und praktische Unterstützung.
Wenn wir großes Glück haben, tragen wir dazu bei, dass weitere Kerzen entzündet und weitergereicht werden.
Das ist möglich. Es wurde schon früher erreicht. Und es kann wieder gelingen. Worauf warten wir also?

Die „Evolutionspädagogik“: eine Pseudowissenschaft